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Drägerwerk Aktie Analyse

Drägerwerk Aktie kaufen?

Analyse vom 13.02.2021

von Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Der <strong>deutsche </strong>Konzern Drägerwerk AG &amp; Co KGaA. hat sich in der <strong>Medizin- und Sicherheitstechnik </strong>spezialisiert und wird als Marke global anerkannt. Viele, heute gängige, Technologien wurden von dem Unternehmen einst entwickelt und im Laufe der Zeit verbessert. Besonders ist der Status als <strong>Familienunternehmen</strong>, welcher sich auch in den Unternehmenswerten widerspiegelt. Dräger hat derzeit aus charttechnischer Perspektive eine <strong>interessante Zone</strong> erreicht, in der bereits die erste Reaktion der Käufer erfolgte. Sollte sich dieses Verhalten weiter durchsetzen, könnte es zur Wiederaufnahme der übergeordneten Aufwärtstrendrichtung (aus der Wochen-Sicht) kommen.

1. Das Unternehmen

Kurzvorstellung

Drägerwerk ist ein weltweit renommiertes Unternehmen aus Deutschland und ist im Bereich der Medizin- und Sicherheitstechnik tätig. Der Unternehmenssitz befindet sich in Lübeck. Ein Ziel des Familienunternehmens ist die Aufrechterhaltung des hohen Ansehens der eigenen Marke. Zum 31.12.2019 waren 14.845 Personen bei Drägerwerk angestellt.

Das Unternehmen weist eine Marktkapitalisierung von etwas weniger als 1,2 Mrd. EUR auf und ist bereits seit 2003 Teil des deutschen Technologie-Index TecDAX.

Unternehmenshistorie

Der heutige Konzern ist 1889 als „Dräger & Gerling“, ein Laden- und Werkstattbetrieb, gegründet worden. Bereits in den ersten Jahren sind bahnbrechende Technologien entwickelt worden: Dazu gehört der erste Narkoseapparat (1902), das erste (laut eigener Aussage) zuverlässige Langzeit-Bergbaugerät (1904) oder das erste Beatmungsgerät (1907).

Im Jahr 1907 begann zudem die weltweite Expansion und das Unternehmen eröffnete eine Filiale in den USA (New York).

In den darauffolgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Produkte weiterentwickelt. Mit dem „Dräger-Rörchen“ konnten chemische Substanzen in der Luft einfach erkannt und identifiziert werden. Noch heute wird das 1937 erstmals veröffentlichte Produkt eingesetzt und ist unter der Bezeichnung „Prüfröhrchen“ gängig. Der Start einer mobilen Gasmesstechnik ermöglichte im weiteren Verlauf die schnelle Bestimmung des Alkoholgehalts im Atem (1953).

Die bekannte „Eiserne Lunge“ (erstes Langzeit-Beatmungsgerät) wurde bei Kinderlähmung eingesetzt und ebenfalls von dem heutigen Drägerwerk-Konzern entwickelt (1947). Vier Jahre später begann die Arbeit an Inkubatoren.

Im Jahr 1970 kam es zu einer Unternehmensumstrukturierung und die Drägerwerk AG wurde gegründet. Der Börsengang fand neun Jahre später statt, bei dem Vorzugsaktien emittiert wurden.

Die nächste revolutionäre Technologie stellte das Unternehmen 1982 vor – ein elektronisches Beatmungsgerät (EV-A). Zum Ende der 1980er-Jahre startete der Verkauf einer Version speziell für Kleinkinder und Frühchen.

2003 wurde Drägerwerk schließlich in den TecDAX aufgenommen und konnte seitdem stets neue Produkte und Weiterentwicklungen auf den Markt bringen. In den Jahren von 2011 bis 2019 gehört dazu ein mobiles Gerät zur Analyse der Luftverteilung in der Lunge, was direkt beim Patienten am Bett genutzt werden kann, sowie verbesserte Varianten eines Inkubators für Babys und neue Technologien in der Narkosetechnik.

Mission, Werte & Ziele

Vision

Drägerwerk hat selbst einen Blick in die Zukunft unter dem Motto „Dräger in 2030“ veröffentlich, wobei sie zunächst drei Aspekte betonen:

1. Status als Familienunternehmen
2. Hohes Ansehen der Marke
3. Leitdee: „Technik für das Leben“

Während der 2. Punkt ein gängiger Wunsch eines Konzerns und die 3. Aussage ebenfalls typisch (für ein Unternehmen in dieser Branche) ist, kann der Status als Familienunternehmen durchaus als Besonderheit angesehen werden. Der Erhalt von dieser Struktur sei für Drägerwerk wichtig und der Vorstandsvorsitzende spricht von der Importanz des „Qualifizierten Überlebens“:

Als Familienunternehmen haben wir vor allen Dingen ein Ziel: das Qualifizierte Überleben. Das heißt für mich, ich möchte dereinst, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, das Unternehmen in einem noch besseren Zustand an die weitergeben, die nach mir kommen.
– Stefan Dräger

Auch für die Aktionäre ist dieser Anspruch natürlich von Vorteil. Um die drei Ziele für das Jahr 2030 zu erreichen, setzt Drägerwerk neben „Technologie und Innovation“ auf „Kundennähe und Anwendungswissen“.

Werte

Das Qualifizierte Überleben setzt sich aus den folgenden Eigenschaften zusammen, welche zugleich die Unternehmensgrundsätze von Drägerwerk darstellen:

Prinzipien

Lever Schaden as Schimp.
– Mutter des Unternehmensgründers von Drägerwerk

Dieser Satz ist Plattdeutsch und bedeutet frei übersetzt „Lieber Schaden/Verlust, als Schande.“ Damit ist laut Stefan Dräger gemeint, dass lieber ein finanzieller Verlust akzeptiert wird, als den Ruf und das Vertrauen zu riskieren.

In diesem Sinne spielt auch die Thematik der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle für Drägerwerk und wird im entsprechenden Bericht in vier Kategorien gegliedert:

1. Qualität
– sichere Produkte
– langlebige Produkte
– zuverlässige Prozesse

2. Umwelt
– umweltgerechte Produkte
– Ressourcen schonen im Unternehmen
– umweltverträgliche Prozesse

3. Mitarbeiter
– Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
– Weiterbildung und Förderung
– Vielfalt und Chancengleichheit
– Vereinbarkeit von Familie und Beruf

4. Gesellschaft
– Korruption und Gesellschaft
– Menschenrechte
– Soziales Engagement

Geschäftsmodell

Drägerwerk ist in zwei Geschäftsbereichen tätig. Zum einen in der Branche der Medizintechnik und zum anderen in der Sicherheitstechnik. Drägerwerk stellt für diese Bereiche Geräte her oder bietet Systemlösungen oder sonstige Dienstleistungen an.

In der Medizintechnik beziehen sich die auf Vorgänge die Akutmedizin. Geräte für die Akutmedizin sind beispielsweise Beatmungs- oder Anästhesiegeräte, aber auch Geräte für Wärmetherapien. Erstere wurden in der Corona-Pandemie besonders nachgefragt, was im Umsatz- und Gewinnabschnitt näher aufgezeigt wird.

Passend zu den eigenen Produkten stellt Drägerwerk generisches und gerätespezifisches Verbrauchsmaterial und Zubehör her. Hinzu kommen zudem Leuchten und Gasmanagementsysteme, sowie Patientenmonitore. Zu den Dienstleistungen zählen Software-Apps und weitere Systemprodukte.

Bei der Sicherheitstechnik liegt der Fokus auf dem Personenschutz, der Gasmesstechnik und dem ganzheitlichen Gefahrenmanagement. Drägerwerk bietet hier unter anderem Lösungen für die stationäre und mobile Gasmessung, persönliche Schutzausrüstungen, professionelle Tauchtechnik, Alkohol- und Drogentestgeräte und verschiedenste Dienstleistungen in diesem Zusammenhang an.
Die Zielmärkte liegen in diesem Segment auf den Branchen Öl & Gas, Chemische Industrie, Bergbau und Feuerwehr.

Geschäftsführung

Stefan Dräger

Stefan Dräger führt das Familienunternehmen als Vorstandsvorsitzender bereits seit dem Jahr 2005. Der gelernte Diplom-Ingenieur in Elektrotechnik wurde 1963 geboren und ist seit 1992 bei Drägerwerk tätig. Bevor er die Position des Vorstandsvorsitzenden übernahm, verbrachte er ein paar Jahre im Ausland, um z.B. an der dortigen Expansion mitzuwirken. Zudem war er auch sonst in leitenden Positionen innerhalb des Konzerns tätig.

Gert-Hartwig Lescow

Der Vorstand im Bereich der Finanzen und IT ist Gert-Hartwig Lescow. Außerdem führt er die Position des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden aus.
Lescow ist 1967 geboren, hat einen Abschluss als Diplom-Physiker und ist Master of Business Administration (an der MIT Sloan School of Management). Nachdem er als Unternehmensberater bei McKinsey & Company tätig war, wechselte er nach wenigen Jahren zur mobilcom AG, bei der er die Leitung der Finanzen übernahm. Nach einer weiteren Beschäftigung in der Unternehmensentwicklung im Hause der Voith AG, kam er im Jahr 2003 schließlich zu Drägerwerk. Seit Beginn seiner Tätigkeit im Unternehmen, ist Lescow Mitglied des Vorstands.

Aktionärsstruktur

Etwas mehr als 70 % der Stammaktien sind im Besitz der Familie Dräger. 67,19 % befinden sich dabei in der Dr. Heinrich Dräger GmbH und die restlichen 4,30 % werden von weiteren Familienmitgliedern gehalten. Die übrigen Stammaktien gehören zum Streubesitz.

Der Handel mit den Vorzugsaktien ist gemessen am täglichen Umsatz gängiger, allerdings hat der Besitzer hier kein Mitbestimmungsrecht. Aus diesem Grund ist die Präsentation der Aktionärsstruktur der Stammaktien von höherer Relevanz.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

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