
DroneShield Aktie Analyse
Small Cap mit Potenzial zum Tenbagger?
Analyse vom 18.08.2024
von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung
DroneShield – ein Pionier im Bereich der Drohnenabwehr und elektronischen Kriegsführung. Das australische Unternehmen hat sich mit seinen innovativen Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren, als führender Akteur in der Verteidigungsindustrie etabliert. Mit Produkten wie der DroneGun Tactical und dem RfPatrol bietet DroneShield maßgeschneiderte Technologien zum Schutz vor modernen Bedrohungen durch unbemannte Luftfahrtsysteme. In dieser Analyse beleuchten wir die Wachstumsaussichten von DroneShield (WKN: A2DMAA, ISIN: AU000000DRO2, Ticker: DRO) und bewerten, ob die Aktie angesichts der steigenden globalen Sicherheitsbedrohungen ein vielversprechendes Investment darstellt. Mit welchem Kursziel kann man rechnen? Besteht das Potenzial zum Tenbagger? Auf welche Chartsignale sollte man nun achten?
1. Das Unternehmen DroneShield
Geschäftsmodell
Einleitung
DroneShield ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Drohnenabwehrtechnologie und bietet fortschrittliche Lösungen zum Schutz vor unbemannten Fluggeräten. Aktuell ist das Unternehmen mit dem eigenen Vertriebsteam in rund 70 Ländern weltweit vertreten. Zu den wichtigsten Kundengruppen zählen militärische und Geheimdiensteinrichtungen, Ministerien für Innere Sicherheit, Strafverfolgungsbehörden, Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Gefängnisse und Flughäfen weltweit. Neben militärischen Anwendungszwecken sieht DroneShield vor allem im zivilen Bereich und in der Privatwirtschaft noch großes Potenzial für den Einsatz der eigenen Technologien.
Das Angebot von DroneShield umfasst Hardware- und Softwarelösungen, um Drohnen zu erkennen und sicher zu neutralisieren. Die entsprechenden Technologien werden hauptsächlich selbst entwickelt. Im Gegensatz zu den gängigen kinetischen Drohnenabwehrsystemen, die oft nur in kriegsähnlichen Szenarien praktikabel sind, will DroneShield sichere Alternativen bieten. Kinetische Systeme funktionieren so, dass die Drohnen zum Absturz gebracht werden – DroneShield verwendet hier einen anderen Ansatz, welcher besser geeignet ist, um auch Informationen zu sammeln und Kollateralschäden zu vermeiden.
Drohnenerkennungs- und Abwehrsysteme
DroneShield bietet ein umfassendes Portfolio an Drohnenerkennungs- und Abwehrsystemen, die als tragbare, fahrzeug- und schiffsmontierte sowie fest installierte Lösungen erhältlich sind. Diese Vielseitigkeit hebt das Unternehmen selbst hervor, denn viele Konkurrenten sind hier hinsichtlich ihres Angebots eingeschränkt.
Die Funktionsweise der Systeme von DroneShield erfolgt in vier Schritten:
- Detektion: Maßgeschneiderte Sensorsysteme sorgen für eine optimale Erkennung und Identifizierung von UAS-Bedrohungen. (UAS steht für Unmanned Aerial System, also unbemannte Luftfahrtsysteme.)
- Bewertung: Mithilfe von maschinellem Lernen und KI-basierter Software werden Drohnen und UAS-Bedrohungen in nahezu Echtzeit verfolgt und bewertet.
- Reaktion: Die eingesetzten Technologien ermöglichen eine kontrollierte und effektive Reaktion auf UAS-Bedrohungen.
- Überprüfung: Die Erfassung und Visualisierung von Ereignisdaten hilft, Systeme und Verfahren gegen zukünftige Bedrohungen zu optimieren.
Für optimale Ergebnisse setzt DroneShield auf eine Multisensor-Drohnenerkennung, die unabhängig von Tageszeit oder Wetterbedingungen arbeitet. Zu den verwendeten Technologien zählen Radiofrequenzen, Radare, Kameras und akustische Sensoren – jede Technologie hat ihre Stärken und Schwächen, doch die Radiofrequenz bietet in der Regel die meisten Vorteile. Um ein ideales Gesamtsystem zu bieten, kombiniert DroneShield die eigene Radiofrequenz-Technologie mit Hardware von Drittanbietern und nutzt so auch die Vorteile der anderen Sensortechnologien.
Ein zentraler Bestandteil der Drohnenabwehrsysteme von DroneShield ist der Ansatz des „Smart Jamming“. Diese Technologie nutzt Radiowellen, um Drohnen dazu zu zwingen, entweder zurückzufliegen, zu schweben oder zu landen. Smart Jamming erweist sich sowohl in zivilen als auch in militärischen Umgebungen als besonders effektiv und bietet eine universelle Wirksamkeit sowie eine 360-Grad-Abdeckung. Darüber hinaus ist es besonders gut geeignet, um Drohnenschwärme abzuwehren.
Im Vergleich zu anderen Methoden wie Spoofing, das die Kontrolle einer Drohne übernimmt, jedoch nicht immer zuverlässig ist und häufiger zu Kollateralschäden führt, oder kinetischen Systemen wie Projektilfeuer, bietet Smart Jamming erhebliche Vorteile. Auch alternative Ansätze wie Drohnen zur Drohnenabwehr oder der Einsatz von gerichteter Energie (Laser oder Mikrowellen) haben spezifische Anwendungsfälle, sind jedoch oft weniger universell einsetzbar. Häufig kommt es hier auch zu Kollateralschäden. Smart Jamming stellt somit die optimale Lösung dar, um UAS-Bedrohungen effektiv und sicher zu neutralisieren.
Software-as-a-Service (SaaS)
DroneShield erweitert seine Umsätze zunehmend durch SaaS-Dienstleistungen, die auf zwei zentrale Bereiche fokussiert sind: Abonnements für KI-Engines und Command-and-Control(C2)-Systeme. Diese SaaS-Modelle bieten Kunden kontinuierliche Software-Updates und -Verbesserungen, die sicherstellen, dass ihre Systeme stets auf dem neuesten Stand der Technik bleiben. In den nächsten Jahren soll der Umsatzanteil von den SaaS Dienstleistungen noch deutlich zulegen.
KI-Engine-Abonnements
Die KI-Engine-Abonnements umfassen mehrere Schlüsseltechnologien:
- RF AI (Radiofrequency AI): Diese Engine wird zur Erkennung von Drohnen genutzt. Das klingt einfach, aber ist in der Realität gar nicht so leicht, denn die Drohne muss neben den ganzen Störgeräuschen und anderen Frequenzen erst einmal identifiziert werden.
- DroneOptID Al: Diese Engine entdeckt und trackt Drohnen in komplexen Umgebungen.
- RF-ATK (Radiofrequency Attack): Diese Engine, die bald verfügbar sein wird, ist für die Drohnenabwehr vorgesehen.
Die Engines arbeiten in Echtzeit und ermöglichen eine effiziente Erkennung und Abwehr von Drohnen, was die Reaktionsfähigkeit der Systeme verbessert und die Zahl der Fehlalarme reduziert.
Command-and-Control(C2)-Systeme
DroneShield bietet zwei Command-and-Control-Systeme auf Abonnementbasis an. Diese C2-Systeme sind Softwareplattformen, die zur Überwachung, Steuerung und Koordination von Einsatzkräften und Ressourcen in Echtzeit verwendet werden.
- DroneSentry-C2 Tactical: Eine „Light“-Version der C2-Software für tragbare und mobile Anwendungen. Dieses System ermöglicht den gleichzeitigen Einsatz mehrerer Einheiten und ist besonders für taktische Situationen geeignet.
- DroneSentry-C2: Ein umfassendes Command-and-Control-System, das fortschrittliche Computer-Vision-KI und die SFAI-Sensorfusionstechnologie integriert. Das System kann sowohl On-Premise als auch in der Cloud betrieben werden und bietet eine hochentwickelte Plattform für die Erkennung und Abwehr von Drohnen in großen Einsatzgebieten.
Historie von DroneShield
Gründung
DroneShield wurde 2014 in Virginia, USA, gegründet. Im selben Jahr wurde der erste akustische Sensor verkauft. 2016 entschied sich das Unternehmen für einen IPO an der australischen Börse ASX und teilte in diesem Zug den Hauptsitz auf Sydney, Australien, und Virginia, USA, auf. Zudem wurde 2016 die DroneGun Mk1, eine Anti-Drohnen-Waffe, veröffentlicht. Die Schweizer Polizei wurde damit zum Schutz des World Economic Forum in Davos ausgestattet. Ebenfalls wurde die Waffe für den Schutz des Boston Marathons und der Olympischen Spiele in Südkorea verwendet.
Neue Produkte
In den folgenden Jahren entwickelte das Unternehmen weitere Systeme mit dem Fokus auf Drohnen. So folgte ein tragbarer Störsender gegen Drohnen und mehrere Drohnendetektionssysteme. Weiterhin erhielt DroneShield viele staatliche Investitionen und tätigte Käufe im Wert von einigen Millionen USD. 2021 betrug die Mitarbeiterzahl insgesamt 50.
Starkes Wachstum
In kürzester Zeit erhöhte sich das Interesse der US-Regierung an den Systemen des Unternehmens. Ende 2022 wurde ein Auftrag i. H. v. 11,00 Mio. USD erteilt. Nach der erfolgreichen Auslieferung folgte ein weiterer für 33,00 Mio. USD. In diesem Jahr konnte das Unternehmen das Wachstum beibehalten und stieg in den S&P/ASX 200-Index auf. Die Anzahl der Mitarbeiter von DroneShield ist in der Zwischenzeit auf 100 Mitarbeiter angestiegen.
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur von DroneShield wird durch die Bank BNP Paribas angeführt. Diese hält zwei größere Position mit 9,77 % und 2,97 %. Der zweitgrößte Anteilseigner ist das Unternehmen Epirus mit 3,02 %, welches ebenfalls Anti-Drohnen-Systeme entwickelt. Der CEO Oleg Vornik hält selbst 1,71 % der Aktien des Unternehmens.
Geschäftsführung
Oleg Vornik
Vornik ist der CEO und Managing Director von DroneShield. Er verfügt über umfassende Erfahrung als Führungskraft und hat sich insbesondere durch seine Fähigkeit zur schnellen Skalierung von Unternehmen hervorgetan. Unter seiner Leitung erfolgte der erfolgreiche Börsengang des Unternehmens, gefolgt von einem signifikanten Wachstum der Teams in Australien und den USA sowie einer globalen Präsenz in über 100 Ländern. In dieser Zeit förderte er die Entwicklung tiefgehender technologischer Innovationen, die weltweit in den Bereichen Heimatschutz, Geheimdienste und Militär eingesetzt werden.
Vor seiner aktuellen Tätigkeit sammelte Vornik wertvolle Berufserfahrung bei renommierten Finanzinstituten wie der Deutschen Bank, der Royal Bank of Canada, Brookfield und ABN AMRO. Er besitzt einen Bachelor of Science in Mathematik von der Canterbury University in Neuseeland und hat ein Business-Programm an der Columbia University, NYC, USA, absolviert.
CEO-Vergütung
Vornik erhielt für das Geschäftsjahr 2023 ein Grundgehalt und einen Perfomance-Bonus von jeweils 0,50 Mio. USD. Während 26,35 Tsd. USD in seine Pension eingezahlt wurden, entzog er 21,19 Tsd. USD seinen Provisions (dt. Rückstellungen). Weiterhin wurde er mit Aktienoptionen im Gegenwert von 3,25 Mio. USD vergütet. Insgesamt erhielt er damit 4,24 Mio. USD.
Im Vorjahr war das Grundgehalt auf dem gleichen Niveau, während die Aktienoptionen mit einem Gegenwert von 0,32 Mio. USD deutlich geringer ausfielen und kein Performance-Bonus ausgezahlt wurde. In Summe erhielt er für das Geschäftsjahr 0,79 Mio. USD.
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