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Samsung Electronics Aktie Analyse

Samsung oder Apple kaufen?

Aktualisiert am 25.03.2025. Analyse vom 25.03.2025

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung von Samsung Electronics

Unter privaten Investoren ist vor allem die Aktie von Apple beliebt. Doch was ist eigentlich mit Apple’s großem Konkurrenten Samsung Electronics? Der Konzern aus Südkorea ist auf Platz 14 der Forbes Global 2000 Liste, die jedes Jahr die größten Unternehmen der Welt auflistet. Obwohl die meisten von euch neben Apple auch Samsung kennen, wird die Aktie relativ wenig nachgefragt. Das obwohl der Gewinn von Samsung 2021 bei soliden 34,30 Mrd. USD lag und damit ungefähr ein Drittel so groß wie der von Apple war (100,60 Mrd. USD). Vor allem aber, wenn es um Dividenden geht, könnte Samsung die bessere Alternative zu Apple sein. Der Konzern schüttet nämlich eine hohe Dividende von circa 2,72 % beim aktuellen Börsenkurs aus, bei relativ geringer Payout Ratio. Der Konkurrent Apple hingegen zahlt lediglich 0,67 % auf den aktuellen Kurs. Auch der Kursverlauf von Samsung ist sehr sauber und generierte seit dem Tief der Finanzkrise 2008 auf das Allzeithoch 2021 mehr als 1.100 % Rendite (mit Dividenden 1.449 %). Wir haben uns Samsung deswegen genau für dich angeschaut.

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Am bekanntesten dürfte Samsung für seine „GALAXY“-Smartphone-Reihe sein, die eine direkte Konkurrenz zu Apple’s „iPhone“ darstellt. Tatsächlich hat das Sortiment von Samsung Electronics aber noch weitaus mehr zu bieten. Neben Monitoren und PCs stellt das Unternehmen auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Mikrowellen her. Außerdem gibt es eine sehr wichtige Sparte für einzelne elektronische Bauteile wie OLED-Panels oder Speichereinheiten für elektronische Geräte, vor allem Smartphones.

Auch viele Konkurrenzunternehmen verwenden Bauteile von Samsung, darunter eben auch Apple. Es gibt bspw. Gerüchte über den Bau einer neuen OLED-Produktionslinie von Samsung in Südkorea, wobei Apple für die OLED Strukturen als größter Kunde ins Visier genommen werden soll – ein OLED-Werk nur für Samsung’s eigentlichen Konkurrenten im Smartphone-Markt also.

Das Geschäft von Samsung ist insgesamt sehr diversifiziert mit sehr vielen einzelnen Produkten. Die Produkte bzw. das Kerngeschäft von Samsung Electronics wird aufgeteilt in vier einzelne Sparten: Consumer Electronics, Information Technology & Mobile Communications, Device Solutions und Harman International. Der Name der letzten Spalte sollte vor allem für seine Soundanlagen unter der Marke Harman/Kardon bekannt sein. Auch viele deutsche Autohersteller wie Mercedes-Benz oder Volkswagen bieten die Audiolösungen des Unternehmens als Premium-Varianten an. Alle vier Sparten von Samsung Electronics wollen wir jetzt im Einzelnen beleuchten.

Consumer Electronics (CE)

Das Kernprodukt der Consumer Electronics Sparte sind Fernseher. Das Unternehmen ist vor allem bekannt durch die fortgeschrittene 8K QLED-Auflösung und ultragroßen Produkte aus der Premiumsparte. Weitere Wettbewerbsvorteile liegen in der Hardware: LCD/LED-Fernseher, bei denen Samsung technologisch weit vorne liegt. Auch das komplette Thema „Smart TV“, softwaregesteuerte Fernsehgeräte, will der Konzern weiter ausbauen und klaut so Unternehmen wie z. B. Roku das komplette Geschäftsmodell.

Samsung produziert noch eine große Reihe an zusätzlichen elektronischen Produkten für den Endkunden. Schätzungsweise kann man davon ausgehen, dass bestimmt die Hälfte aller deutschen Haushalte mindestens ein elektronisches Endprodukt von Samsung besitzt. Darunter fallen Monitore (auch hier bekannt: Widescreen/Premiumsparte), hocheffiziente und energiesparende Waschmaschinen, mit dem Smartphone steuerbare Kühlschränke oder eben auch Klimaanlagen. Bei jeder Produktkategorie bietet Samsung alles von preiswert bis Premium an.

Samsung ist globaler Marktführer seit 16 aufeinanderfolgenden Jahren, wenn es um TV-Anlagen geht. Wir haben zur Veranschaulichung die Marktanteile von Samsung aus dem Zeitraum 2016 bis Q3/21 betrachtet, wobei ein leichtes Wachstum von 2,80 % zu beobachten war. Insgesamt ist der TV-Markt in diesem Zeitraum leicht gesunken von 219 Mio. verkauften Einheiten im Jahr 2016, auf nur noch 210 Mio. verkaufte Einheiten im Jahr 2022. Samsung will auch in Zukunft diese Marktanteile ausbauen und auf aktuelle Trends setzen, während die bereits vorhandenen Technologien gestärkt werden sollen.

Information Technology & Mobile Communications (IM)

Dieser Geschäftsbereich sollte jedem bekannt sein. Es geht um den Bereich, der auch in direkter Konkurrenz zu Apple steht (die wir bereits zuvor mehrfach aufgegriffen haben). Herstellung und Vertrieb von Smartphones, Tablets, Wearables wie Smartwatches oder Kopfhörer und smarte Homespeaker laufen bei Samsung über diese Sparte. Bekannt ist das Unternehmen aus Südkorea auch für sein klappbares Smartphone „Galaxy Z Fold“.

Im Gegensatz zu Apple konzentriert sich Samsung bei seiner Smartphone-Sparte aber nicht nur auf den High-End-Premium-Markt, sondern will auch die unteren Preissegmente abholen, ähnlich wie der chinesische Hersteller Xiaomi. Neben der bekannten Hauptreihe „Samsung Galaxy“ gibt es auch noch billigere Smartphone-Varianten.

Einen großen Synergie-Vorteil kann durch die große Produktpalette des Unternehmens erzeugt werden. Der Endkunde soll laut Samsung am Ende die Möglichkeit bekommen, ein eigenes „Galaxy Ökosystem“ aufzubauen. Dieses besteht aus IOT-Devices, Wearables, Smartphones und mehr. Gleichzeitig will Samsung weiter im ebenfalls immer wieder aufflammenden Thema 5G vordringen. Bereits in der Vergangenheit war Samsung Vorreiter in der Kommerzialisierung dieser Technologie. Samsung’s Heimatland Südkorea war 2014 das Land mit dem schnellsten Internet der Welt.

Device Solutions (DS)

Die Sparte Device Solutions von Samsung unterteilt sich genau genommen nochmal in vier wichtige Unterbereiche. Diese sind

  1. Die Herstellung von digitalen Speichern
  2. System LSI – Large-Scale-Integration Schaltkreise, also Mikrochips
  3. Das Foundry-Halbleiter-Geschäft
  4. Das “Display Panel”-Geschäft
Speichergeschäft

Im Geschäftsbereich Speicher fertigt und verkauft Samsung DRAM- und NAND-Produkte. Die Abkürzung DRAM ist Englisch und steht für „Dynamic Random Access Memory“ und wird auch dynamischer RAM genannt. NAND sind Flash-Speicher und werden z. B. in SD-Karten verbaut. Beide sind elektronische Speicherbausteine, die in Computern oder anderen elektronischen Geräten wie bspw. Druckern verwendet werden.

Samsung Semiconductors – System LSI

Samsung System LSI fertigt mobile Prozessoren und Kamerasensorchips. So ähnlich wie auch Intel. In den letzten Jahren wurde der Fokus vom reinen mobilen Geschäft auch auf Chips für die Autoindustrie erweitert.

Samsung Semiconductors – Foundry

Der Halbleiterbereich von Samsung hat außerdem eine eigene Foundry-Sparte. Das bedeutet die reine Produktion von Halbleitern wie auch TSMC oder UMC. Weitere Stufen in der Halbleiterherstellung sind die Waferproduktion (Siltronic oder Global Wafers), Anlagentechnik (ASML oder LAM Research) und Design (NVIDIA oder AMD). Insgesamt ist Samsung Electronics aber trotzdem als „Komplettanbieter“ zu sehen, also ein Konzern, der den ganzen Halbleiterprozess beinhaltet, wie z. B. auch Texas Instruments.

Display Panels

Das „Display Panel“-Geschäft von Samsung konzentriert sich auf die Herstellung von Display Panels, vor allem für Smartphones. Bekannter Kunde ist u. a. auch Apple, wie wir zuvor bereits erwähnt haben.

Harman

Der US-Konzern Harman wurde im März 2017 von Samsung für ca. 8 Mrd. USD übernommen. Einen Großteil des Umsatzes erzielt das Unternehmen inzwischen mit Elektronik und Software für Autos, obwohl der Fokus immer noch auf Soundsystemen liegt. Soundsysteme werden sowohl an andere Unternehmen (v. a. Autohersteller) verkauft, aber auch an Endkunden. Die Marke Harman/Kardon ist eine der bekanntesten High-End-Anbieter für Soundsysteme.

Historie

Gründung

Der heutige Weltkonzern Samsung Electronics wurde 1969 unter dem Namen Samsung-Sanyo Electronics gegründet und entwickelte sich zügig zu einem der bedeutendsten Unternehmen in Südkorea. Der heutige Unternehmensname entstand erst in den 1970er-Jahren durch Konzernumstrukturierungen und eine Fusion.

Die Marke Samsung und die dazugehörige Gruppe existiert allerdings schon weitaus länger und wurde von Lee Byung-chul im Jahr 1938 gegründet. Ursprünglich war dies eine reine Handelsgesellschaft, aber in den kommenden Jahrzehnten etablierte sich das koreanische Unternehmen auch in verschiedenen Wirtschaftszweigen – auf diese Weise erfolgte 1969 auch der Einstieg in die Elektronikindustrie mit der Neugründung von Samsung Electronics.

Samsung Electronics begann das eigene Geschäft in einer goldenen Zeit für den Sektor der Unterhaltungselektronik, welche damals einen großen Aufschwung erfuhr. Nachdem Samsung durch die zunehmend stärkere Nachfrage nach Fernsehgeräten einen Wachstumsschub erhielt, erweiterten sie die eigene Produktpalette und nahmen 1974 Waschmaschinen und Gefrierschränke mit in das Sortiment auf. Die Ausweitung des Angebots hielt seitdem weiter an und war ein Grund für die Erfolgsstory des Konzerns.

Internationale Expansion

Heute gehört Samsung Electronics weltweit zur Spitze im Halbleiterbereich und diese Entwicklung begann v. a. im Jahr 1977, denn damals erwarb der Konzern eine Mehrheitsbeteiligung an Korea Semiconductor. Seitdem festigt das Unternehmen aus Südkorea die Marktposition stets weiter.

Der nächste Schritt im Hinblick auf die Expansion ist die Eroberung weiterer Absatzmärkte und dieser Strategie widmete sich Samsung Electronics ab den 1980er-Jahren. Der bereits bestehende Erfolg bei elektronischen Geräten und im Halbleiterbereich wurde zudem durch die Etablierung von zwei Instituten für Forschung & Entwicklung gesichert und ausgebaut. Dadurch gelang wiederum eine weitere Verbesserung der eigenen Produkte und kurz vor der Jahrtausendwende sah sich Samsung Electronics schließlich als globale Kraft. Im Fokus stand dabei immer die Kundenzufriedenheit, welche durch eine außerordentlich hohe Qualität der Produkte erreicht werden sollte.

Internationaler Erfolg und Stärke in der Krise

Die 1990er-Jahre waren aber nicht nur ein Jahrzehnt des internationalen Erfolges, sondern auch voll mit verschiedensten Herausforderungen. Die gesamte Branche befand sich im Wandel und viele Akquisitionen und Fusionen fanden statt. Neben dem Kampf um die Eroberung neuer Märkte fand zugleich auch ein Preiskampf statt und zuletzt veröffentlichten die führenden Konzerne immer häufiger neue Innovationen.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde die wirkliche Stärke von Samsung Electronics das erste Mal wirklich deutlich. Der Fokus auf eine hohe Qualität und Kundenzufriedenheit zahlte sich aus und die starke Marktposition verhalf dem Unternehmen gut durch die Asienkrise (1997-1998) zu kommen. Viele andere koreanische Firmen gerieten damals in eine Schieflage.

Nach der Jahrtausendwende

An den Erfolg des letzten Jahrzehnts knüpfte Samsung Electronics auch nach dem Jahr 2000 an und veränderte die eigene Ausrichtung und Strategie nicht. Der Konzern „wuchs in einer Zeit auf”, in der es ständig neue revolutionäre Veränderungen gab und nutzte diese Chancen selbst, um eigene innovative Produkte auf den Markt zu bringen.

Genau diesen Ansatz verfolgte das koreanische Unternehmen auch in den nächsten 20 Jahren und durch Akquisitionen und neue Produkte festigte Samsung Electronics die eigene Position. 2020 schaffte es der Konzern schließlich in die Top 5 der besten globalen Marken (laut Interbrands).

Aktionärsstruktur

Von Samsung Electronics gibt es die normalen Aktien und Vorzugsaktien, wobei v. a. erstere in Bezug auf die Stimmrechtsverteilung interessant sind. Die normalen Aktien werden zu 49 % von ausländischen Investoren gehalten. 21 % der Anteile befinden sich im Besitz von großen Aktionären und dem Unternehmen nahestehenden Personen. Die übrigen 30 % verteilen sich ungefähr zu gleichen Anteilen auf private und institutionelle Investoren aus Südkorea.

Von den größten Aktionären sind die Samsung Life Insurance (Versicherung, Teil der Samsung Gruppe) mit 8,51 %, Samsung C&T (Bau und Handel, Teil der Samsung Gruppe) mit 5,01 % und der öffentliche Rentenfonds von Südkorea mit 7,68 % nennenswert. Die Einzelpersonen Jae-Yong Lee und Ra Hee Hong sind ebenfalls mit der Samsung Gruppe verbunden und zählen als mächtige Personen aus Südkorea. Mit 1,63 % und 1,96 % der Aktien sind sie ebenfalls wesentlich bei Samsung Electronics beteiligt.

Geschäftsführung

Jong-Hee Han

Jong-Hee Han ist der CEO für den Bereich Device eXperience und darüber hinaus noch als Vice Chairman für Samsung Electronics tätig. Er ist v. a. für seine Expertise aus dem Bereich der TV-Geräte bekannt und sorgte in der Vergangenheit dafür, dass Samsung Electronics seit nun 15 Jahren an der Weltspitze (Verkaufszahlen) ist.

Kye-Hyun Kyung

Kye-Hyun Kyung führt den Bereich Device Solutions von dem Konzern und tritt zugleich noch als President auf. Zuvor war Kyung der CEO von Samsung Electro-Mechanics und gilt zudem als Experte im Bereich des Halbleiterdesigns. Er hat bereits verschiedene Teams innerhalb des Unternehmens geführt und soll nun primär die Führungsposition im Halbleitersektor aufrechterhalten sowie Innovationen im Komponentengeschäft vorantreiben.

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