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Roku Aktie Analyse

Profitieren vom Wachstum des Streaming-Marktes

Analyse vom 20.02.2022

von Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Der Kampf um die Marktbeherrschung im Streaming-Bereich ist in vollem Gange. Unternehmen wie Amazon, Disney, Apple und Netflix investieren Milliarden, um ihren Kunden die größte Auswahl an Serien und Filmen zu bieten. Für Anleger ist es sehr schwer, einen Gewinner auszuwählen. Roku bietet eine Hard- und Software an, die es dem Endnutzer ermöglicht, alle Streamingdienste sowie Free-TV und Musikstreaming miteinander zu vereinen. Das Unternehmen profitiert also am rasanten Wachstum der Branche, ohne in direkter Konkurrenz zu den Anbietern zu stehen. Wir finden, dass sich hier eine interessante Investmentchance bietet und haben uns den Konzern genauer für Dich angeschaut.

1. Das Unternehmen Roku

Historie

Die Gründung

Roku wurde im Jahr 2002 von Anthony Wood gegründet. Dieser hatte bereits 1997 ReplayTV, eine Marke für digitale Videorekorder, gegründet und 2001 an SONICblue verkauft. Als Unternehmer war er deshalb durchaus schon erfahren und in bestimmten Kreisen bekannt. Dies lag aber nicht allein an ReplayTV, sondern auch an etwaigen vorherigen Gründungen. Bei der Namensgebung von Roku war Wood nicht sonderlich kreativ, denn der Begriff ist japanisch und bedeutet “sechs”. Der Grund ist simpel: Roku ist seine sechste Gründung.

Zusammenarbeit mit Netflix

Im Jahr 2007 wurde Anthony zum Vice President bei Netflix ernannt. Der aufstrebende Streaming-Gigant entschied sich damals dafür, keinen eigenen Player zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, aber man verfolgte das Projekt dennoch indirekt. Roku gründete eine Tochtergesellschaft, welche sich der Thematik widmete und Netflix investierte direkt 6 Mio. USD. Strategisch betrachtet ist die Partnerschaft mit Netflix zu einem wichtigen Element geworden, denn auch heute unterstützt das Produkt von Roku den Streamingdienst.

Nachdem man für viele Jahre nur Untermieter bei Netflix war, entschied sich Roku im Jahr 2019 auch für eine Änderung dieses Verhältnisses. Dennoch ist daran gut erkennbar, wie lange und wie eng die Unternehmen zusammenarbeiteten.

Werbung im Fernsehen war früher

Um das eigene Werbegeschäft voranzutreiben, ging Roku verschiedene Partnerschaften ein. 2016 begann bspw. die Zusammenarbeit mit Magna, einem Medienunternehmen mit dem Fokus auf das Werbegeschäft, welches Roku bei der Implementierung von gezielter Werbung auf der eigenen Plattform half. Im Jahr 2017 begann Roku mit einem speziellen Angebot für Werbetreibende. Diesen war es nun möglich, eine Werbung in geschiedener Form an die Kunden von Roku ausspielen zu lassen.

Mit der Übernahme von dataxu für 150 Mio. USD im Jahr 2021 baute man das eigene Werbegeschäft weiter aus. Damit wurden die bestehenden Werbemöglichkeiten für Kunden noch einmal verbessert.

Investoren und Börsengang

Bevor Roku 2017 den Schritt an die Börse wagte, durchlief man wie üblich zuvor Finanzierungsrunden. Wagniskapitalgeber investierten in den Jahren 2008 und 2009 bspw. einige Millionen USD. Beim Börsengang wurde Roku mit etwas mehr als 2 Mrd. USD zum ersten Kurs bewertet. Nachdem die Marktkapitalisierung in knapp vier Jahren auf rund 70 Mrd. USD stieg, hat die Aktie in einem halben Jahr nun ca. 70 % (im Tief) verloren.

Mission und Strategie

Roku sieht sich als Pionier im Streaming-Markt für Fernseher und strebt an, jedes TV-Gerät auf der ganzen Welt zu versorgen. Laut eigener Aussage hat man eine Plattform entwickelt, die das beste Nutzererlebnis bringt. Im Herzen steht die eigens entwickelte Software Roku OS, auf der alles weitere aufbaut. Roku glaubt, dass das gesamte Fernsehen in Zukunft gestreamt wird und alle TV-Geräte und Boxen, wie Roku sie anbietet, ein viel besseres Erlebnis bieten werden als es jeder “traditionelle” Fernseher zuvor geschafft hat. Und all das soll möglichst kostengünstig und simpel für den Endverbraucher sein.

Roku sieht als strategischen Vorteil dadurch ganz klar, dass alle Seiten profitieren: Verbraucher, Ersteller/Veröffentlicher der Inhalte (z. B. Filme oder Serien), Werbetreibende und auch TV-Partner.

Laut Roku gibt es nur Profiteure.

Auch in Zukunft will Roku weiterhin stark investieren, um die eigene Plattform immer weiter zu verbessern und das Wachstum aufrechtzuerhalten. Mit zunehmender Größe wird das Angebot zudem für immer mehr Verbraucher, Werbetreibende usw. interessant.

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von Roku ist relativ unspektakulär, denn kein Anteilseigner hält eine enorm große Position. Führend ist der weltweit bekannte ETF-Anbieter Vanguard mit rund 8,50 %, worauf Fidelity Management & Research mit ca. 5,60 % folgt. Interessant wird es beim drittgrößten Aktionär, denn dieser ist ARK Investment Management. Viele kennen die dazugehörigen ETFs vor allem durch die Gründerin Cathie Wood, welche Roku in zwei Fonds platziert hat. Im Flaggschiff, dem ARK Innovation ETF, ist Roku nach Tesla die zweitgrößte Position. Insgesamt hält ARK etwas mehr als 5 % an dem Tech-Unternehmen. Alle weiteren Anteilseigner haben deutlich geringere Positionen von unter 3,50 % (Quelle aller Daten: MarketScreener).

Geschäftsmodell

Einleitung

Die Chancen stehen gut, dass Du Kunde bei mindestens einem der bekannten Streaminganbieter bist. Vielleicht sogar bei mehreren – und dann kennst Du folgendes Problem: Du willst einen Film oder eine Serie schauen, weißt aber nicht welcher Dienst Deinen Wunsch gerade im Programm hat. Wenn Du Besitzer eines Roku Players bist, kommst Du einfach zu dieser Lösung. Das Programm zeigt Dir an, wo Du Deine gewünschte Serie oder Film schauen kannst. Das ist nur einer der Vorteile, die das Produkt von Roku löst. Schauen wir uns also an, wie das ganze funktioniert.

Prognose zur Umsatzentwicklung des weltweiten Video-on-Demand-Marktes.

Um das Geschäftsmodell von Roku zu verstehen, müssen wir uns zunächst die Hardware anschauen, die alles ermöglicht. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gemacht, bzw. das ganze basiert auf der Mission, dem Endnutzer zu ermöglichen, seine gewünschten Inhalte zu streamen.

Die Roku Player

Viele alte TV-Systeme machen es, trotz Smart-TV, dem Kunden nicht einfach, auf Knopfdruck zu Streamingdiensten zu gelangen. Hier kommt das bekannteste Produkt von Roku, der Roku Stick ins Spiel. Er macht alte TV-Systeme modern sowie neue einfacher zu bedienen und smarter. Der Stick wird über einen USB-Port an den Fernseher angeschlossen und macht über eine Internetverbindung diverse Streaminginhalte zugänglich. Der Stick dient also auch direkt als Empfänger für WLAN – das kommt alten TVs zu Gute, die keine Internetverbindung aufbauen können.

Der Stick stellt selbstständig eine Internetverbindung über Wireless-Lan her.

Zu den verfügbarem Inhalten gehören sowohl Free-TV-Mediatheken z. B. in Deutschland ARD, ZDF oder ProSieben als auch kostenpflichtige Dienste wie Disney+ oder Netflix. Letztere müssen vom Kunden dazugekauft werden. Auch Musik kann gestreamt werden über Anbieter wie Spotify.

Der Streaming Stick (die neuste 4k-Version) ermöglich Streaming auf HD- und UHD-Niveau, kombiniert mit gelungener Klangqualität. Dadurch hat er auch einen Vorteil gegenüber dem Konkurrenzprodukt „Amazon Fire TV“, der diese hohe Auflösung nicht hat. Die Installation ist laut diversen Rezensionen einfach zu bedienen und simpel zu installieren. Fast alle bekannten Anbieter sind erreichbar, Ausnahmen sind Live-TV-Apps wie Waipu.tv oder Zatoo. Die Anschlüsse sind auf das nötigste reduziert und eine Bluetooth-Verbindung mit Kopfhörern oder Lautsprechern ist im Moment nicht vorhanden. Bei Amazon kostet der Stick 59,99 € und wird mit 4/5 Sternen bewertet.

Roku Streaming Stick

Ich (Adrian) habe mir den Stick bestellt und getestet, während ich das Geschäftsmodell analysiert habe. Ich bin Kunde bei Netflix, Amazon Prime und Disney+. Diese Dienste nutze ich über den Fernseher und erreiche sie dort über die Playstation. Ich muss aber sagen, dass mir der Stick vor allem deswegen gefällt, weil er mir so einfachen Zugang zu Free-TV gibt: Mediatheken von ausländischen und deutschen Anbietern wie YT usw. (ich habe weder Smart-TV noch einen Kabelanschluss).

Der Stick wird über eine Fernbedienung bedient, die im Lieferumfang des Sticks enthalten ist. Außerdem lässt sich der Stick wahlweise über eine App bedienen, die auch Sprachbedienung ermöglicht. Die Premium-Modelle des Sticks (Streaming Stick 4K) haben Spracherkennung auch in der Fernbedienung integriert.

Lieferumfang des Roku Streaming Sticks

Roku-App

Die Roku Streambar und Roku Ultra

Roku Ultra

Bei der Roku Streambar werden die Funktionen des Premium-Sticks (Roku Streaming Stick 4k) vereint und um einen hochwertigen Lautsprecher erweitert. Bei Roku Ultra wird das System über eine Box angeschlossen statt mit einem Stick. Außerdem gibt es JBL In-Ear-Kopfhörer, die sich mit dem Stick verbinden lassen.

Vergleich der in Deutschland verfügbaren Roku Player

Der Roku Channel

Die Auswahl von Inhalten anderer Anbieter, Free-TV und Paid Video-on-Demand wird erweitert durch den hauseigenen Roku Channel. Dieser ist exklusiv auf Roku Playern verfügbar und ermöglicht kostenlosen Zugang zu über 200 linear sendenden Sendern. Insgesamt lassen sich in den USA mehr als 80.000 Filme und Serien schauen. Es gibt auch 30 „Roku Originals“, ähnlich den Konzepten von Disney und Netflix – auf diese Richtung möchte das Unternehmen in Zukunft noch mehr Fokus legen.

Roku Channel

Auf den Channels werden Werbeinhalte geschaltet, eine zusätzliche Einnahmequelle. Roku sagt über sich selbst, dass sie sowohl Unternehmen als auch Creators dabei helfen, Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten und Reichweite zu generieren.

Im Endeffekt kann man sagen, dass Roku das Geschäftsmodell von Streaminganbietern wie Netflix, Amazon und Co. mit Konzepten des Free-TVs vereint; und das über einen Stick, der dem Amazon Fire Stick gleicht. Erweitert wird das dann durch einzelne Features wie Spracherkennung, eine App und die Möglichkeit, auch Musik streamen zu können. Wir finden, dass dies ein intelligentes und spannendes Geschäftsmodell ist.

Auszug aus den verfügbaren Channels von Roku

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

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