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Apple Aktie Analyse – Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?

Apple Aktie Analyse

Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?

NASDAQ: AAPL - Analyse vom 28.01.2024
Von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Apple Aktie jetzt kaufen? | Aktienanalyse | WKN: 865985 | ISIN: US0378331005 | Ticker: AAPL (NASDAQ)

Mit dem US-amerikanischen Konzern hatte wohl fast schon jeder Mensch (und erst recht jeder Anleger), der aktuell in Europa lebt, in irgendeiner Form Kontakt. Das iPhone ist aktuell das am häufigsten verkaufte Smartphone der Welt und auch der Mac, das iPad oder die AirPods von Apple sind globale Verkaufsschlager. Obwohl es sich bei den Produkten von Apple um keine günstigen Einkäufe handelt, scheinen die Konsumenten hier nicht auf den Preis zu schauen. Das starke Branding und die herausragende Qualität und Technologie von Apple haben den Konzern in den letzten Jahrzehnten zum Schwergewicht im Nasdaq und wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht (auch wenn hier in den letzten Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Microsoft stattfindet).

Die Performance der Apple-Aktie, vor allem seit Anfang der 2000er-Jahre ist sagenhaft und das Wertpapier steht symbolisch für ein Qualitätsinvestment. Apple war das erste Unternehmen der Welt mit einer Marktkapitalisierung von über einer Billion US-Dollar und jedes mal, wenn der Gedanke aufkommt, dass es doch nicht einfach so nach oben weitergehen kann, belehrt Apple einen des Besseren und erreicht erneut höhere Kursziele. In dieser Analyse wollen wir herausfinden, welche Niveaus für die Aktie von Apple spannend für einen Kauf werden könnten und ob sich der Siegeszug des Unternehmens auch noch in den kommenden Dekaden fortsetzen kann, sodass wiederum höhere Kurse und Kursziele (von UBS, Barclays & Co.) erreicht werden. Wie lautet also die Prognose udn Empfehlung für die Aktie von Apple? Dieser Frage gehen wir in dieser Aktienanalyse auf den Grund und fassen dabei alles zusammen, was für Anleger und ihre Investitionen wichtig ist, damit diese richtige Anlageentscheidungen treffen und eine gute Rendite erzielen.

Apple Aktie Analyse & Prognose
Apple Aktie Analyse und Prognose

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Kapitel
Timestamp
Einleitung, Historie, Aktionärsstruktur & Geschäftsführung
00:00:00
Geschäftsmodell
00:17:44
Fundamentale Analyse
00:22:41
Branchenanalyse & Konkurrenzvergleich
00:37:28
Chancen und Risiken
01:04:34
Unsere Bewertung
01:17:48
Technische Analyse
01:23:51
Fazit
01:28:15

Kurzportrait    

Apple hat es mit innovativen Geräten wie dem Mac, iPhone, iPad oder den AirPods geschafft, die wertvollste Marke der Welt zu werden und hat weltweit eine starke Anhängerschaft. In den letzten Jahren standen vor allem der Vorsprung bei den Mac-Chips, die Verlagerung hin zu mehr Service-Leistungen und die Vision Pro im Vordergrund.

In Bezug auf die Kennzahlen wächst Apple in einem mittleren Tempo, aber mit einer gewissen Stabilität. Darüber hinaus gelingt es dem Technologiekonzern verhältnismäßig hohe Margen zu verzeichnen, speziell nach einem Anstieg vor wenigen Jahren. Die Anleger und  Aktionäre werden neben der Dividende auch mit starken Aktienrückkäufen belohnt.

Charttechnisch befindet sich die Apple-Aktie seit rund 25 Jahren in einem langfristigen Aufwärtstrend, welcher in den letzten Jahren wieder an Dynamik gewann.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 20.01.2024.

WKN/ISIN
865985/US0378331005
Branche
Informationstechnologie
Peter Lynch Einordnung
Average Grower
Fundamentales WLA-Rating
?/10
Technisches WLA-Rating
?/10
Porters Burggraben-Rating
?/25
Marktkapitalisierung
2.992,66 Mrd. USD
Dividendenrendite
0,50 %
KGV
30,85
Firmensitz
Cupertino (USA)
Gründungsjahr
1976
Mitarbeiter
161.000
WKN/ISIN
865985/US0378331005
Branche
Informationstechnologie
Peter Lynch Einordnung
Average Grower
Fundamentales WLA-Rating
06/10
Technisches WLA-Rating
10/10
Porters Burggraben-Rating
21/25
Marktkapitalisierung
2.992,66 Mrd. USD
Dividendenrendite
0,50 %
KGV
30,85
Firmensitz
Cupertino (USA)
Gründungsjahr
1976
Mitarbeiter
161.000

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen Apple

Geschäftsmodell von Apple

Einleitung

Die Angebote von Apple sind für viele Menschen ein treuer Begleiter des Alltags. Mit hoher Wahrscheinlichkeit besitzt auch du ein Gerät des US-amerikanischen Techkonzerns oder liest sogar diese Analyse auf einem iPhone, iPad oder Mac. Die Geräte von Apple zeichnen sich im Vergleich zu Produkten von Mitbewerbern durch eine minimalistische sowie elegante Designsprache aus und werden von eigenständig entwickelten Betriebssystemen sowie digitalen Dienstleistungen abgerundet, sodass ein geschlossenes Ökosystem entsteht, welches die Endnutzer langfristig binden soll.

Wenngleich Apple nicht selten im Zuge der Vorstellung neuer Hardware und Software als einfallslos oder innovationsschwach beschrieben wird, lässt sich die Historie des Unternehmens durchaus sehen. So führt Apple regelmäßig neue Produktkategorien ein, welche häufig zu milliardenschweren Geschäften heranwachsen und auch als Empfehlungen und Vorbilder für Konkurrenten gelten. Als Beispiel sind die kabellosen Kopfhöher AirPods zu nennen, welche, im Jahr 2016 eingeführt, zunächst Opfer zahlreicher Memes wurden. Inzwischen generiert Apple mit dem Verkauf von AirPods Schätzungen zufolge Umsätze jenseits von 15,00 Mrd. US Dollar.

Als weitere wichtige Produkteinführungen sind bspw. die Apple Watch oder AirTags hervorzuheben. Die jüngste Innovation aus Cupertino ist ein Mixed-Reality-Headset namens Apple Vision Pro, welches im Februar in den USA an den Start geht. In den kommenden Jahren sind weiterhin Einführungen von neuen Produktkategorien seitens Apple zu erwarten. Bspw. wird damit gerechnet, dass Apple in einigen Jahren ein eigenes Auto einführen könnte.

Hardware

Der Verkauf von verschiedenen Hardwarelösungen stellt den Kern des operativen Geschäfts von Apple dar. Die größte Bekanntheit bzw. Popularität besitzt in diesem Zusammenhang zweifelsohne das iPhone, welches aktuell bereits in der 15. Generation zu haben ist. Doch auch iPads und Macs erfreuen sich insbesondere bei Studenten und der arbeitenden Bevölkerung einer hohen Beliebtheit. Ergänzt werden diese Geräte von verschiedenen Wearables, Accessoires sowie smarten Geräten für zuhause.

Produktportfolio von Apple
Abb. 1: Überblick über das Produktportfolio von Apple

Obwohl die Geräte von dem Technologieunternehmen Apple in einer höheren Preisklasse anzusiedeln sind, gelingt es dem Unternehmen durch seine starke Marke, die Verbraucher zu überzeugen und hohe Marktanteile in fast allen Regionen unserer Erde für sich zu beanspruchen. Doch dazu später mehr im Rahmen der Branchenanalyse.

Fokus auf Services

Um das Angebot abzurunden sowie das Gesamtangebot zu stärken, investiert Apple seit etwas mehr als zehn Jahren verstärkt in digitale Dienstleistungen bzw. Services. Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, kann das entsprechende Segment im Vergleich zum Konzerndurchschnitt überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten vorweisen, was zu einem höheren Anteil am Gesamtumsatz führt. Das Angebot von Apple in Bezug auf digitale Dienstleistungen ist vielfältig und zielt sowohl auf Privatpersonen als auch auf Unternehmen ab. Dabei können folgende Teilbereiche identifiziert werden:

  • Advertising: Verkauf von Werbeflächen auf den Plattformen von Apple (bspw. App Store)
  • AppleCare: Absicherung gegen Diebstahl und Beschädigung sowie technischer Support
  • Cloud Services: Verwaltung von Kundendaten über die Cloud
  • Digital Content: Apple Arcade, Apple Fitness+, Apple Music, Apple News+, Apple TV+ usw.
  • Payment Services: Apple Card (nur in den USA), Apple Pay
Digitale Services Übersicht von Apple
Abb. 2: Digitale Services als zunehmender Fokus von Apple

Da Apple innerhalb des Services-Segments keine physischen Produkte herstellt, sind grundsätzlich höhere (Brutto-)Margen als durch den Verkauf von iPhones und Co. möglich. Dieser Umstand hatte in den vergangenen Jahren einen nicht unerheblichen Einfluss auf die fundamentalen Kennzahlen, welche wir im weiteren Verlauf dieser Analyse näher beleuchten werden.

Ökosystem

Das nahtlose Zusammenspiel der iPhones, iPads, Macs, AirPods und Co. sowohl untereinander als auch mit den digitalen Services, stellt einen weiteren wichtigen Faktor für das Geschäftsmodell des Techkonzerns dar: Das Apple-Ökosystem. Dieses zeichnet sich ebenfalls durch die Philosophie des Unternehmens aus, welche auf Minimalismus und Einfachheit aufbaut. Denn sämtliche Prozesse, welche über das System von Apple abgewickelt werden können, funktionieren äußerst intuitiv.

Als Fundament des Apple-Ökosystems ist die Apple-ID hervorzuheben, welche nichts anderes als ein individuelles Nutzerkonto ist. Ist man mit seiner Apple-ID auf verschiedenen Geräten angemeldet, so ist eine automatische Synchronisation von Fotos, Notizen, Kalenderdaten, Dateien, Passwörtern und vielem mehr möglich. Doch der Funktionsumfang des Apple-Ökosystems ist noch viel breiter und eine ausführliche Darstellung würde den Rahmen dieser Analyse überschreiten. Als weitere wichtige Funktionen sind allerdings folgende hervorzuheben:

  • AirDrop: Teilen von Fotos, Notizen, Dateien, Websites usw. mit anderen Apple-Geräten
  • Lokalisierung von Geräten über FindMy
  • Nutzung eines iPads als externen Monitor
  • Spiegeln von Bildschirminhalten über AirPlay
  • Handoff: Ermöglicht nahtlose Weiterarbeit bspw. an einem Dokument oder einer E-Mail beim Wechsel eines Gerätes

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Gesamtangebot von Apple die Hard- und Softwarelösungen miteinander verbindet, eine einzigartige Benutzererfahrung ermöglicht und das Angebot von Apple erst vervollständigt. Es ist zudem geschlossen und erlaubt daher keine Interaktion mit fremden Geräten oder Betriebssystemen, was die Kundenbindung fördert.

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Historie von Apple

Gründung

Apple wurde am 1. April 1976 als Apple Computer Company gegründet, um den persönlichen Computer Apple I von Steve Wozniak zu produzieren und zu vermarkten. Das Unternehmen wurde 1977 von Wozniak und Steve Jobs offiziell eingetragen. Der Apple II, der zweite Computer des Unternehmens, wurde einer der ersten massenproduzierten Mikrocomputer und ein Bestseller. In den Jahren 1983 und 1984 führte Apple den Lisa und den Macintosh ein, zwei der ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus. Bis 1985 wurden interne Probleme wie die hohen Produktkosten und Machtkämpfe zwischen Führungskräften zu Herausforderungen für das Unternehmen. Im selben Jahr verließ Jobs Apple, um NeXT zu gründen. Wozniak wandte sich anderen Unternehmungen zu.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 3: Macintosh - einer der ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche.

Bankrott?

Der Markt für Personal Computer entwickelte sich in den 1990er-Jahren weiter, und Apple verlor erhebliche Marktanteile an das preiswertere Duopol des Microsoft-Windows-Betriebssystems auf Intel-PC-Klonen (auch als „Wintel” bekannt). Im Jahr 1997 stand Apple kurz vor dem Bankrott. Um die gescheiterte Betriebssystemstrategie zu überwinden und Jobs zur Rückkehr zu bewegen, akquirierte Apple das Unternehmen NeXT. In den nächsten zehn Jahren führte Jobs Apple durch verschiedene Taktiken zurück in die Profitabilität, darunter mit großem Erfolg: die Einführung des iMacs, iPods, iPhones und iPads, den Start der „Think different”-Kampagne sowie anderer unvergesslicher Werbekampagnen, die Eröffnung der Einzelhandelskette Apple Store und den Erwerb zahlreicher Unternehmen zur Erweiterung des Produktportfolios.

Neue Produkte

Während seiner Keynote-Rede auf der Macworld Expo 2007 kündigte Jobs die Umbenennung von Apple Computer in Apple an, da sich der Schwerpunkt des Unternehmens von Computern auf Unterhaltungselektronik verlagerte. Bei diesem Ereignis wurden auch das iPhone und der Apple TV vorgestellt. Das iPhone wurde in den ersten 30 Stunden 270.000-mal verkauft und wurde als „Game Changer für die Branche” bezeichnet.

Im Juli 2008 startete Apple den App Store, um Drittanbieteranwendungen für das iPhone und den iPod Touch zu verkaufen. Innerhalb eines Monats verkaufte der Store 60,00 Mio. Anwendungen und verzeichnete einen durchschnittlichen täglichen Umsatz von 1,00 Mio. US Dollar. Im Oktober 2008 war Apple aufgrund der Popularität des iPhones der drittgrößte mobile Handyhersteller der Welt.

Nach Jahren der Spekulation und mehrerer Gerüchte enthüllte Apple 2010 ein großes, tabletartiges Mediengerät namens iPad. Das iPad verwendet dasselbe berührungsbasierte Betriebssystem wie das iPhone, und alle iPhone-Apps waren mit dem iPad kompatibel. Im April 2010 wurde das iPad in den USA eingeführt und wurde in der ersten Woche 500.000-mal verkauft. Im Mai 2010 übertraf die Marktkapitalisierung von Apple erstmals seit 1989 die des Konkurrenten Microsoft.

Neue Ära

Nachdem Jobs bereits 2009 eine medizinische Auszeit für sechs Monate genommen hatte, trat er 2011 aus gesundheitlichen Gründen zurück und verstarb zwei Monate später. Ihm folgte Tim Cook als CEO, der zuvor COO war.

Während einer Presseveranstaltung 2014 stellte Apple eine Smartwatch namens Apple Watch vor. Anfangs wurde das Gerät als Modetrend und Ergänzung zum iPhone vermarktet, um die Smartphone-Nutzung zu reduzieren. Im Laufe der Zeit konzentrierte sich das Unternehmen jedoch darauf, auf der Uhr Gesundheits- und Fitnessfunktionen zu entwickeln, um mit bestimmten Aktivitäts-Trackern zu konkurrieren.

Während der jährlichen WWDC(Worldwide Developers Conference)-Keynote im Jahr 2020 kündigte Apple an, sich von Intel-Prozessoren zu entfernen. Der Mac sollte zu in-house entwickelten Prozessoren wechseln. Apple erwartete damit eine erhebliche Leistungssteigerung im Vergleich zu aktuellen Intel-Modellen. Ende 2020 wurden dann das MacBook Air, MacBook Pro und der Mac Mini mit von Apple entwickelten Prozessoren, Apple M1, veröffentlicht.

Mission, Werte und Nachhaltigkeit von Apple

Mission

Die Mission von Apple ist es, Kunden das beste Benutzererlebnis durch innovative Hardware, Software und Dienstleistungen zu bieten.

„Wir glauben, dass wir auf der Erde sind, um großartige Produkte herzustellen, und das ändert sich nicht.“ – Tim Cook, 2019.

Werte

Die gemeinsamen Unternehmenswerte bei Apple sollen als treibende Kraft für die tägliche Arbeit dienen. Die Sorge um ein gesundes Wohlgefühl erstreckt sich nicht nur auf das Produktportfolio, sondern prägt auch das Bestreben, bedienungsfreundliche Lösungen mit Überzeugung zu entwickeln. Umweltfreundliche und sichere Produktionspraktiken werden aktiv gefördert, um einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Die Begleitung von Entwicklungsprozessen und ein gelungener Start werden durch den Einsatz von Augmented Reality (AR) als Inspirationsquelle unterstützt.

Das Neudenken der nächsten Jahre und Jahrzehnte für Apple und die gesamte Gemeinschaft stehen im Fokus. Als Volunteer Champion engagiert sich das Unternehmen aktiv, um Brücken zu bauen und andere in ihrer persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Die Verpflichtung erstreckt sich auch darauf, Produkte und Arbeitsplätze noch barrierefreier zu gestalten. Lieferketten und Recycling-Praktiken werden kontinuierlich überdacht, um einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Zusätzlich setzt sich das Unternehmen dafür ein, Programmierung und Privatsphäre zu schützen, während es die Welt dazu ermutigt, gemeinsam eine positivere Zukunft zu gestalten.

Nachhaltigkeit

Apple setzt konsequent auf Nachhaltigkeit in verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus. Ein Schlüsselaspekt ist die verstärkte Nutzung von recycelten und erneuerbaren Materialien, um die CO₂-Bilanz zu verbessern. Im Jahr 2022 stammten bereits 20,00 Prozent aller Materialien in ausgelieferten Produkten von recycelten oder erneuerbaren Quellen. Das langfristige Ziel ist es, ausschließlich Hardware aus diesen umweltfreundlichen Materialien herzustellen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verwendung von sauberer Energie. Bis 2030 soll jedes Apple-Produkt mit 100,00 Prozent sauberer Energie hergestellt werden. Über 300 Zulieferer haben sich dazu verpflichtet, spätestens ab dann ausschließlich erneuerbare Energiequellen für die Produktion zu nutzen.

Um den CO₂-Fußabdruck des Versands zu minimieren, priorisiert das Unternehmen emissionsärmere Transportmittel wie Elektrofahrzeuge, Schienen- und Schiffsverkehr. Dies führte bspw. beim HomePod (2. Generation) zu einer Reduktion von 80,00 Prozent der Emissionen während des Versands.

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft und des Recyclings wurden spezielle Demontage-Roboter wie Daisy, Dave und Taz entwickelt, um wertvolle Rohstoffe aus recycelten Geräten zurückzugewinnen. Allein im Jahr 2022 wurden mehr als 40.000 Tonnen Elektroschrott recycelt. Dies unterstreicht Apples Engagement für nachhaltige Praktiken und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 4: Daisy (Demontage-Roboter)

Aktionärsstruktur von Apple

Lediglich drei Investoren von Apple halten mehr als 5,00 % der Anteile des Unternehmens. Angeführt wird die Liste durch Vanguard mit 7,96 %. Gefolgt durch die Investmentgesellschaft BlackRock, welche 6,44 % der Anteile hält. Weiterhin taucht Warren Buffett mit Berkshire Hathaway in der Liste auf. Mit 5,73 % ist er damit der drittgrößte Investor.

Geschäftsführung    

Tim Cook

Cook ist der gegenwärtige CEO von Apple und Mitglied des Vorstands. Vor seiner Ernennung zum CEO im August 2011 bekleidete er die Position des COOs. In dieser Funktion verantwortete er sämtliche weltweiten Vertriebs- und Betriebsaktivitäten des Unternehmens. Dazu gehörte die End-to-End-Verwaltung der Lieferkette, Vertriebsaktivitäten sowie Service- und Support-Dienstleistungen in allen Märkten und Ländern. Darüber hinaus leitete er die Macintosh-Division von Apple und spielte eine Schlüsselrolle in dem fortlaufenden Aufbau von strategischen Beziehungen zu Händlern und Lieferanten, um Flexibilität in Reaktion auf einen zunehmend anspruchsvollen Markt zu gewährleisten.

Vor seinem Eintritt bei Apple war Cook Vice President of Corporate Materials bei Compaq und verantwortete die Beschaffung und Verwaltung des gesamten Produktinventars des Unternehmens. Compaq war von 1982 bis zur Übernahme 2002 durch Hewlett-Packard (HP) ein US-amerikanischer Hersteller von Computern. Vor seiner Tätigkeit bei Compaq war er der COO bei Intelligent Electronics, einem der größten Computer-Reseller vor der Jahrtausendwende.

Begonnen hat Cooks Karriere mit einer zwölfjährigen Tätigkeit bei IBM, wo er zuletzt die Position des Directors of North American Fulfillment inne hatte.

Er studierte im Bachelor Industrial Engineering an der Auburn University in Alabama, USA, und machte seinen MBA an der Duke University in North Carolina, USA, wo er zusätzlich als Fuqua Scholar ausgezeichnet wurde.

CEO-Vergütung

Für das Geschäftsjahr 2022 erhielt Cook ein Grundgehalt i. H. v. 3,00 Mio. USD, was sich seit 2016 nicht verändert hat. Als jährlicher Cash Incentive erhielt er 6,00 Mio. USD und eine Aktienprämie im Gegenwert von 75,00 Mio. USD. Über einen Non-Equity Incentive Plan erhielt er 12,00 Mio. USD und über andere Vergütungen 1,43 Mio. USD. Was zu einer Gesamtvergütung von 99,42 Mio. USD führte.

Im Vorjahr sah das Gehalt sehr ähnlich aus, mit einem vergleichsweise geringen Unterschied bei der Aktienprämie und bei den anderen Vergütungen. Insgesamt erhielt er 98,73 Mio. USD.

CEO-Pay-Ratio

Das CEO-Pay-Ratio gibt an, wie viel der CEO im Vergleich zu einem Angestellten mit einem Mediangehalt verdient. Bei Apple liegt das Mediangehalt bei 84,50 Tsd. USD, was damit einem Verhältnis von 1.177 zu 1 entspricht. Bei einer Einstufung muss dieses Ratio als überdurchschnittlich hoch angesehen werden.

Tim Cook, CEO von Apple
Abb. 5: Tim Cook

2. Fundamentale Analyse von Apple

Kennzahlen

Picture of Aktienfinder
Aktienfinder

Die Prognosen aus diesem Abschnitt werden vom Aktienfinder zur Verfügung gestellt.

Umsatz 

Entwicklung

Bevor wir auf die historische und prognostizierte Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen von Apple eingehen, wollen wir auf eine Besonderheit bezüglich des Geschäftsjahres hinweisen. Denn dieses endet am letzten Samstag im September und kann sich daher unter Umständen über 53 Wochen erstrecken. Der Einfluss dieses Effekts auf die Umsätze und Gewinne ist allerdings zu vernachlässigen.

Die Einführung des iPhones führte insbesondere um das Jahr 2010 zu einem sehr dynamischen Zuwachs der Umsätze von Apple. In den darauffolgenden Jahren nahm das Wachstum des globalen Marktes fürs Smartphones jedoch zunehmend ab. Gleiches galt für Tablets. Dementsprechend konnte Apple in diesen Segmenten nur noch durch den Gewinn von Marktanteilen oder höheren Preisen wachsen. Im Geschäftsjahr 2013 führte Apple jedoch einen neuen Geschäftsbereich ein: Services. Im Kontrast zu den teils schwankenden Verkäufen physischer Produkte konnten die entsprechenden Einnahmen seitdem kontinuierlich gesteigert werden und somit das Umsatzwachstum auf Konzernebene positiv beeinflussen.

Dieses beträgt für den von uns betrachteten Zeitraum 10,17 % pro Jahr. Auffällig ist jedoch, dass ein Großteil dieses Wachstums einem überproportionalen Umsatzsprung aus dem Geschäftsjahr 2021 entstammt. Damals konnte Apple in sämtlichen Segmenten von einem starken Nachfrageanstieg profitieren, welcher häufig mit der Corona-Pandemie in Verbindung gebracht wird (bspw. durch Homeoffice und Homeschooling). Nachdem im Geschäftsjahr 2022 erneut ein leichter Zuwachs verbucht werden konnte, musste Apple im vergangenen Geschäftsjahr einen Rückgang um 2,80 % in Bezug auf den Gesamtumsatz hinnehmen, welcher hauptsächlich durch die Stärke des US-Dollars hervorgerufen wurde.

In den kommenden Geschäftsjahren soll Apple laut den Analysten von UBS, Barclays, Wedbush & Co. auf seinen langfristigen Wachstumspfad zurückfinden. Bereits in 2024 rechnen die Analysten mit neuen Rekorderlösen, welche bis 2026 auf 445,18 Milliarden USD erhöht werden sollen. Demnach ergibt sich eine prognostizierte Wachstumsrate der Erlöse um 5,20 % pro Jahr.

Umsatzentwicklung Apple Aktie
Abb. 6: Umsatzentwicklung und -verteilung
Umsatzverteilung nach Segmenten

Das operative Geschäft von Apple lässt sich grundsätzlich in Hardwareprodukte sowie digitale Dienstleistungen bzw. Services untergliedern. Ersterer Bereich kann wiederum in verschiedene Untersegmente geteilt werden, deren Umsätze getrennt einsehbar sind. Demnach lässt sich der Verkauf von iPhones nach wie vor als Kern der Geschäftstätigkeit von Apple identifizieren. In 2023 betrug der Umsatzanteil immerhin 52,33 %.

Auf die anderen Untersegmente des Hardwarebereichs sind wir bereits beim Abschnitt zum Geschäftsmodell von Apple eingegangen. Hierbei handelt es sich um Wearables, Home & Accessories (z. B. Apple Watch, AirPods, HomePod), Macs und iPads. Der kumulierte Umsatzanteil dieser Gerätekategorien belief sich im vergangenen Geschäftsjahr auf etwas mehr als ein Viertel.

Die zunehmende Fokussierung von Apple auf digitale Dienstleistungen sowie deren zunehmende Relevanz haben wir ebenfalls bereits thematisiert. Der entsprechende Geschäftsbereich ist der einzige, welcher innerhalb der letzten zehn Jahre ununterbrochen wachsen konnte. In 2023 war das Services-Segment mit einem Umsatzanteil von 22,23 % bereits das zweitgrößte und es ist derzeit davon auszugehen, dass sich die Relevanz auch zukünftig erhöhen wird.

Umsatzverteilung nach Regionen

Apple ist in allen wichtigen Wirtschaftsräumen unserer Erde tätig und untergliedert das operative Geschäft dementsprechend. Im vergangenen Geschäftsjahr waren Nord- und Südamerika für einen Umsatzanteil von 42,41 % verantwortlich. Hiervon entfallen allerdings ca. 85,00 % auf das Heimatland des Unternehmens, die Vereinigten Staaten. In den vergangenen Jahren ließen sich dabei nur geringfügige Schwankungen beobachten.

An zweiter Stelle folgt der asiatisch-pazifische Raum mit einem Anteil an den Erlösen von fast einem Drittel. Einen Großteil dieser Einnahmen erwirtschaftet Apple in Großchina (57,39 %) sowie Japan (19,19 %). Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Apple im Wirtschaftsraum EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) derweil etwas weniger als ein Viertel der Umsätze. Allerdings werden hier keine nationalen Einzelmärkte separat ausgewiesen.

EBIT und Konzerngewinn

Innerhalb der letzten fünf Geschäftsjahre entwickelten sich die operativen Ergebnisse von Apple vollständig analog zu den Umsatzerlösen. So konnten beide von uns betrachteten Kennzahlen bis einschließlich 2022 ununterbrochen gesteigert werden, bevor es im vergangenen Geschäftsjahr zu einem leichten Rückgang kam. Auffällig ist, dass das historische Wachstum der Gewinne ca. fünf Prozentpunkte oberhalb des Umsatzwachstums lag.

Dies ist zum einen mit einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Ausgaben für Marketing zu erklären. Zum anderen ist es dem Technologieunternehmen Apple gelungen, die Preise sowohl bei den Hardwareprodukten als auch bei den Services schneller als die Herstellungskosten zu steigern. Demnach steht für das EBIT seit 2019 ein Wachstum um 15,63 % pro Jahr von 63,93 Milliarden USD auf 114,30 Milliarden USD zu Buche.

In den kommenden Jahren sind anhand der aktuell vorliegenden Analystenschätzungen keine Sondereffekte zu erwarten, welche die Profitabilität von Apple deutlich beeinflussen könnten. Hingegen ist von einer Fortsetzung der historischen Trends auszugehen. Demnach sollen sowohl das operative Ergebnis als auch der Konzerngewinn bereits im laufenden Geschäftsjahr auf ein neues Rekordhoch steigen und laut den Prognosen bis 2026 um 6,40 % bzw. 5,77 % pro Jahr erhöht werden können.

EBIT Apple Aktie
Abb. 7: EBIT und Konzerngewinn

Margen

Die Bruttomarge von Apple ist seit 2019 von 37,82 % auf 44,13 % angestiegen, was einem relativen Wachstum von 16,68 % entspricht und als äußerst attraktiv zu bewerten ist. Doch woher kommt dieser Anstieg? Zum einen konnte Apple, wie im vorherigen Abschnitt bereits erwähnt, die Preise für die Hardware im Vergleich zu den Herstellungskosten überdurchschnittlich stark erhöhen. Einen positiven Einfluss hatte zudem das Wachstum des Services-Segments. Zum Vergleich: Während Apple in 2023 mit iPhones, iPads und Co. eine Bruttomarge von 35,35 % erwirtschaftete, belief sich jene der digitalen Dienstleistungen auf 69,73 %.

Unseren bisherigen Ausführungen ist bereits zu entnehmen, dass auch die operative Marge und die Nettogewinnspanne von Apple zuletzt deutlich angestiegen sein muss. Während hier in 2019 noch 24,57 % bzw. 21,24 % zu Buche standen, konnte Apple dank der beschriebenen Faktoren zuletzt eine Veränderung auf 29,82 % bzw. 25,31 % erreichen. Zum Zeitpunkt dieser Analyse wird prognostiziert, dass Apple die Profitabilität auch in den nächsten Jahren um ein paar Prozentpunkte ausbauen können wird. Wenngleich das Gesamtangebot von Apple einzigartig ist und ein Vergleich daher nicht immer sinnvoll erscheint, sind die Gewinnspannen im Vergleich zur Peer Group als eindeutig überdurchschnittlich zu bewerten.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 8: Bruttomarge, EBIT Marge und Gewinnmarge

Gewinn- und Verlustrechnung

In der folgenden Abbildung ist die Gewinn- und Verlustrechnung von Apple dargestellt. Diese dient als Zusammenfassung der Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 9: Gewinn- und Verlustrechnung

Dividendenpolitik und Aktienrückkäufe

Im Geschäftsjahr 2012 hat Apple begonnen, die Aktionäre in Form von Dividenden an den erwirtschafteten Gewinnen zu beteiligen. Diese werden zu gleichen Teilen im Februar, Mai, August und November ausgeschüttet. Analog zur stetigen Fortentwicklung des operativen Geschäfts wurden auch die Dividenden fortlaufend erhöht, sodass zum Zeitpunkt dieser Analyse immerhin elf Jahre eines kontinuierlichen Wachstums zu Buche stehen. Auffällig ist, dass das durchschnittliche Wachstum zwischen 2019 und 2023 mit 5,53 % deutlich unterhalb der Gewinnentwicklung einzuordnen ist. Derzeit beläuft sich die Dividendenrendite auf lediglich 0,50 % bei einer Ausschüttungsquote von 15,33 %. Bis 2026 ist anhand der Prognosen ein Zuwachs um 7,02 % pro Jahr zu erwarten.

Die mit Abstand wichtigste Rolle in der Kapitalallokation von Apple spielen jedoch Aktienrückkäufe. Zur Einordnung: Während das Unternehmen für die Ausschüttung von Dividenden im vergangenen Geschäftsjahr 15,03 Milliarden USD aufwendete, wurden Aktien im Wert von 77,55 Milliarden USD, also mehr als das Fünffache, erworben und eingezogen. Da Apple bereits seit vielen Jahren im großen Stil eigene Anteile kauft, steht für die letzten zehn Jahre ein Rückgang der Aktienanzahl um durchschnittlich 4,46 % zu Buche. Das Restvolumen des aktuellen Rückkaufprogramms beträgt noch ca. 74,10 Milliarden USD, weshalb in den kommenden Jahren von einer Fortsetzung dieses Trends auszugehen ist.

Dividende je Apple Aktie
Abb. 10: Entwicklung der Dividende und Anzahl ausstehender Aktien

Historische Kennzahlen

KUV

Im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete die Aktie von Apple dank der außergewöhnlich guten Marktstimmung mehr als eine Verdopplung. Gleichzeitig konnten die Erlöse um lediglich 5,52 % erhöht werden. Folglich stieg auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,84 auf 7,23 an. Seitdem stagniert die Bewertungskennzahl ungefähr auf diesem Niveau, wodurch sich ein historischer Mittelwert von 6,05 ergibt. Zum Zeitpunkt dieser Analyse lässt sich ein KUV von 7,81 ermitteln, wenngleich anhand der Schätzungen der Analysten bis 2026 ein Rückgang auf 6,71 zu erwarten ist.

KGV

Im vorliegenden Zeitraum ist es Apple gelungen, die Nettogewinnspanne um ca. ein Fünftel zu steigern – eine deutlich positive Veränderung. Folglich konnten die Konzerngewinne im Vergleich zu den Umsätzen überproportional stark anwachsen. Nichtsdestotrotz konnte das Wachstum des Aktienkurses nicht kompensiert werden, sodass seit 2019 auch anhand des KGVs ein deutlicher Anstieg des Bewertungsniveaus zu beobachten war. Auch in den nächsten drei Geschäftsjahren ist gemäß den Schätzungen nicht zu erwarten, dass das Gewinnvielfache unter den historischen Mittelwert sinken wird.

KOCV

In Anbetracht der vergangenen Entwicklung der KUVs und KGVs von Apple überrascht die Entwicklung der Kurs-Cashflow-Verhältnisse wenig. Nach einem deutlichen Anstieg im Geschäftsjahr 2020 stagnierte das Multiple unterm Strich und belief sich im Mittel auf 20,90. Während sich zum Zeitpunkt dieser Analyse ein Wert von 27,07 ermitteln lässt, erwarten die Analysten mit ihren Schätzungen bis 2026 ein recht dynamisches Wachstum der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft. Demnach beläuft sich das KOCVe auf 21,56.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 11: Entwicklung von KUV, KGV und KOCV

Einordnung nach Peter Lynch

Dank des markanten Nachfrageanstiegs im Geschäftsjahr 2021 ist es Apple gelungen, im von uns betrachteten Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum der fundamentalen Kennzahlen von mehr als 10,00 % pro Jahr zu verbuchen, was einer Einstufung als Fast Grower nahe kommt. Langfristig liegt die Wachstumsgeschwindigkeit des Unternehmens jedoch eher im mittleren einstelligen Bereich, was einer solchen Einstufung klar widerspricht. Die Analysten erwarten, dass Apple zukünftig auf diesen Wachstumspfad zurückkehren wird, weshalb wir uns insgesamt für eine Einstufung als Average Grower entschieden haben.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 12: Apple ist ein Average Grower.

Fundamentales Wir Lieben Aktien-Rating  

In unserem fundamentalen Wir Lieben Aktien-Rating für Average Grower erreicht Apple mit 6 von 10 möglichen Punkten ein durchschnittliches Ergebnis. Hierfür sind folgende Faktoren verantwortlich:

  • Das prognostizierte Umsatzwachstum
  • Das prognostizierte Wachstum der operativen Gewinnspanne
  • Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis in fünf Jahren
  • Die Eigenkapitalquote

Allerdings muss an dieser Stelle hervorgehoben werden, dass die letzten zwei Kriterien nur äußerst knapp bzw. aufgrund von Sondereffekten verfehlt werden. Denn mit 25,31 liegt das KGVe nur minimal oberhalb unseres Schwellenwerts von 25,00. Zudem schrumpft das auf die Aktionäre entfallende Eigenkapital von Apple aufgrund der aggressiven Aktienrückkäufe seit 2017 stetig. Daher beläuft sich die Eigenkapitalquote auf nur 17,63 %, womit unsere Anforderung von mindestens 30,00 % verfehlt wird. Somit lässt sich argumentieren, dass 6 Punkte der fundamentalen Qualität von Apple nicht wirklich gerecht werden.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 13: Apple erzielt im fundamentalen Rating für Average Grower 6 von 10 Punkte.

3. Konkurrenzvergleich und Branchenanalyse           

Allgemeine Infos über die Branche

Einordnung nach dem GICS

Zur besseren Orientierung definieren wir zuerst die Branche, basierend auf der zentralen Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Wir beziehen uns hierbei auf den Global Industry Classification Standard (kurz GICS), der zunächst den Sektor definiert, welcher sich wiederum in Industriegruppe, Industrie und Subindustrie unterteilen lässt.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 14: Branchendefinition nach dem GICS

Markt der IT-Geräte

Weltweite Ausgaben für IT-Geräte

Die weltweiten Ausgaben für IT-Geräte wie PCs, Tablets oder Smartphones beliefen sich im Jahr 2023 auf knapp unter 700,00 Mrd. USD. In der Entwicklung seit 2012 lässt sich feststellen, dass in dieser Hinsicht kein sonderlich hohes Wachstum vorzufinden ist und die weltweiten Ausgaben sich eher im Rahmen zwischen 650,00 Mrd. USD und 720,00 Mrd. USD bewegen. Zwischen 2012 und 2024 wird sich die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate voraussichtlich auf 0,67 % p. a. belaufen.

Apple erwirtschaftet mehr als drei Viertel der Umsätze im Bereich der IT-Geräte und ist gerade für seine iPhones und iPads bekannt. Trotz der hohen Gewichtung dieser Sparten wird das Services-Segment, zu dem bspw. die iCloud gehört, immer wichtiger und ist mittlerweile von der Erlösgewichtung selbst der zweitwichtigste Bereich für den US-amerikanischen Tech-Giganten.

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Abb. 15: Entwicklung des Marktes für IT-Geräte
Anzahl der Smartphone-Benutzer nach Ländern

Dass in den letzten Jahren die Smartphone-Nutzung stark angestiegen ist, muss sicherlich nicht weiter erläutert werden. Doch für Apple ist hierbei gerade die Nutzung nach Ländern durchaus interessant zu betrachten, insbesondere zur Einschätzung der geographischen Ausrichtung.

China weist die mit Abstand meisten Handynutzer auf und kam im Jahr 2022 auf etwa 950,00 Mio. Smartphone-Nutzer. Für Apple ist der Raum Großchina (China und Taiwan) für ein Stück weniger als 20,00 % der Gesamterlöse verantwortlich und damit durchaus ein wichtiger Absatzmarkt. Die USA, Heimatland des Tech-Giganten aus Kalifornien, kommt auf insgesamt 275,00 Mio. Smartphone-Nutzer.

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Abb. 16: Anzahl der Smartphone-Nutzer nach Ländern

Unternehmensumfeld für Apple

Entwicklung der Marktanteile im Smartphone Markt

Unleugbar gilt Apple laut den aktuellen Daten als einer der beliebtesten Smartphone-Marken und begeistert insbesondere junge Leute mit einer Vielzahl an Angeboten. Dies spiegelt sich so auch in der Verteilung der Gesamtmarktanteile im Markt für Handys wider, wo Apple auf einen Anteil von etwa 25,00 % kommt. Der größte Konkurrent Samsung nimmt zum selben Zeitpunkt 16,30 % des Marktes ein und erlebte aus Sicht der Anteile seine bisherige Hochphase zwischen den Jahren 2012 und 2013.

Bei Apple sticht eine gewisse Zyklik im Verkauf der Smartphones hervor. Schaut man sich die Entwicklung der Proportion in den einzelnen Quartalen an, so ist fast immer das vierte Quartal das mit Abstand stärkste. Im zweiten Quartal 2023 nahm der Konzern so bspw. 16,00 % ein und im vierten Quartal knapp 9,00 % mehr. Auch in den vorherigen Jahren zeichnete sich dies ab.

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Abb. 17: Marktanteile der größten Smartphone-Hersteller weltweit
Marktanteile bei Tablets nach Lieferungen

Neben dem Verkauf von iPhones ist für Apple ebenso der Verkauf von iPads ein ausschlaggebender Bereich des Geschäfts. In diesem Markt dominiert man aus Sicht der Marktanteile nochmal weitaus mehr als im Smartphone-Sektor und kam im dritten Quartal 2023 auf einen Anteil von 37,50 Prozent.

Dennoch lässt sich erkennen, dass Apple diese Branche vor einigen Jahren noch weitaus deutlicher anführte und zeitweise über 50,00 % des Sektors für sich beanspruchen konnte. Gerade mit dem Aufstieg von Samsung hat dies zu tun, die über die Jahre einen Anteil von 7,30 % (Q2 2011) auf 18,00 % (Q3 2023) steigern konnten. Allerdings gilt Apple nach wie vor als klar führender und wichtigster Konzern dieser Branche.

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Abb. 18: Marktanteile der größten Tablet-Hersteller weltweit
Vertrauen in Big-Techs

Laut einer Umfrage aus Ende 2022 geht hervor, dass Apple von den Big-Techs aus Sicht der Kunden das mit Abstand vertrauenswürdigste Unternehmen ist. Über 50,00 % gaben an, dass sie Apple im Hinblick auf persönliche Daten am meisten vertrauen, gefolgt von Microsoft mit einer Einstufung in Höhe von 10,00 %. 

Als Grund für dieses hohe Vertrauen wurden oft die jahrelange, unkomplizierte Nutzung der Produkte sowie ein guter Ruf von Apple genannt. Ein derart hohes Kundenvertrauen ist unleugbar ein klarer Wettbewerbsvorteil und führt gerade in dieser Branche dazu, dass man Konsumenten halten kann. Einem der Hauptkonkurrenten, Samsung, vertrauten im Vergleich unter 5,00 Prozent am meisten.

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Abb. 19: Vertrauenswürdigste Tech-Unternehmen weltweit

Überblick über die Konkurrenz

Umsatz pro Mitarbeiter der Big-Techs

Schaut man sich die Entwicklung der Umsätze pro Mitarbeiter von Big-Tech-Unternehmen an, steht Apple bereits seit mehreren Jahren an der Spitze, was klar auf eine effiziente Arbeitsweise schließen lässt. Im Jahr 2022 wies der Konzern so einen Umsatz von über 2,40 Mio. USD pro Mitarbeiter aus, während Google bspw. auf etwa 1,60 Mio. USD kam. Auch der starke Anstieg innerhalb der letzten Jahre lässt sich in der Art und Weise nur bei Apple beobachten.

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Abb. 20: Umsatz pro Mitarbeiter der Big-Techs

Kennzahlen

In der folgenden Tabelle vergleichen wir die börsengelisteten Konkurrenten von Apple anhand der Kennzahlen.

Unternehmen
Apple
Samsung
Xiaomi
HP
WKN/ISIN
865985/US0378331005
896360/US7960508882
A2JNY1/KYG9830T1067
A142VP/US40434L1052
Mitarbeiter
161.000
270.320
32.543
62.000
Marktkapitalisierung
2.992,66 Mrd. USD
487,14 Bio. KRW
344,77 Mrd. HKD
20,59 Mrd. USD
Umsatz
383,29 Mrd. USD
261,62 Bio. KRW
292,49 Mrd. HKD
29,14 Mrd. USD
Umsatzwachstum (letzten 5 Jahre)
10,17 % p. a.
5,52 % p. a.
12,49 % p. a.
0,18 % p. a.
Umsatzwachstum (nächsten 3 Jahre)
5,20 % p. a.
3,79 % p. a.
7,10 % p. a.
2,81 % p. a.
Bruttomarge
44,13 %
30,09 %
20,17 %
35,14 %
EBIT Marge
29,82 %
3,08 %
4,10 %
7,17 %
KUV
7,81
1,86
1,18
0,71
KGV
30,85
15,25
18,86
10,17
Dividendenrendite
0,50 %
1,97 %
3,28 %
Ausschüttungsquote
15,33 %
17,92 %
31,17 %
Eigenkapitalquote
17,63 %
80,07 %
53,05 %
37,76 %
Nettoverschuldung/EBITDA
-0,40
-1,81
-2,55
1,72
Renditeerwartung für die nächsten drei Geschäftsjahre*
-1,30 % p. a.
3,90 % p. a.
24,50 % p. a.
10,80 % p. a.

*Die Renditeerwartung entstammt der „Fairer Wert“-Funktion von Aktienfinder.net. Für die Ermittlung haben wir das durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre verwendet und in Kombination mit den erwarteten Nettoergebnissen bis zum Ende der nächsten drei Geschäftsjahre fortgeschrieben.

Entwicklung des fairen Werts

Die Entwicklung des fairen Werts basierend auf dem bereinigten Gewinn wird durch die unterschiedliche Wachstumsdynamik von Apple beeinflusst. So legte der Fair Value im Geschäftsjahr 2021 stark zu und bewegte sich dann über zwei Jahre kaum. Im gesamten Betrachtungszeitraum notierte die Apple-Aktie nur selten unterhalb des Fair Values je Aktie (also in einer unterbewerteten Preisregion) und derzeit befindet sich die Aktie sogar rund 20,00 % oberhalb des Fair Values.

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Abb. 21: Entwicklung des fairen Werts auf Basis des bereinigten Gewinns

Performance seit 10 Jahren

Apple konnte alle börsennotierten Aktien aus dem Konkurrenzvergleich mit deutlichem Abstand outperformen, sodass sich eine Investition in diese Aktie am meisten ausgezahlt hätte. Diese Überrendite entstand primär im Zeitraum nach 2019 bzw. vor allem nach dem Corona-Crash in 2020. Nach diesem Crash drehte die Marktstimmung von einem extremen Pessimismus zu einem starken Optimismus. Investitionen in Samsung und HP entwickelten sich im Betrachtungszeitraum ziemlich ähnlich und der Börsengang von Xiaomi erfolgte erst im Jahr 2018, weshalb der Vergleich an dieser Stelle etwas hinkt.

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Abb. 22: Performance von Apple und Konkurrenten inkl. reinvestierter Dividenden (in USD)

Burggraben von Apple

Einleitung

Apple gehört zu den mit Abstand größten Unternehmen unseres Planeten. Als solches muss der Techkonzern aus Cupertino einen tiefen Burggraben besitzen. Aus unserer Sicht besteht dieser aus einer Vielzahl an Faktoren. Als besonders wichtiger Beitrag ist die Präsenz der Marke „Apple“ hervorzuheben, denn diese ist mit 502,68 Mrd. US Dollar als weltweit wertvollste einzuordnen. Daten der Agentur Interbrand entsprechend konnte der Markenwert seit 2010 zudem kontinuierlich um 27,60 % pro Jahr gesteigert werden.

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Abb. 23: Markenwert von Apple

Die Stärke der Marke spiegelt sich außerdem in einer einmaligen Kundentreue wider. Nicht ohne Grund werden die Fans des Unternehmens häufig als „Apple-Jünger“ bezeichnet. An dieser Stelle ist ebenfalls erwähnenswert, dass durch das Ökosystem von Apple Lock-in-Effekte generiert werden können. Ist man einmal in die Produktwelt von Apple eingetaucht, hat entsprechende Geräte erworben sowie seine Daten und sonstige Inhalte in der iCloud, ist es nur mit finanziellem sowie zeitlichem Aufwand möglich, zu anderen Anbietern bzw. Systemen zu wechseln.

Darüber hinaus kann Apple von einem globalen Netzwerk profitieren, welches aus einer Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsstandorten, Produktionsstätten sowie Beziehungen zu Lieferanten und Distributoren besteht. Wie auch schon die Punktzahl in unserem Rating nach Porter verdeutlicht, gehört Apple in diesem Kontext zu den weltweit besten Unternehmen.

Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einschätzung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Apple aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.  

Externe Kraft
Stärke
Begründung
Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
4/5
Apple besitzt in sämtlichen Geschäftsbereichen ernstzunehmende Mitbewerber. Bei Smartphones konkurriert das Unternehmen bspw. mit Samsung oder Xiaomi, bei Laptops bzw. Computern mit Dell, Lenovo oder HP. Auch innerhalb des Services-Bereichs existieren Player mit ähnlichen Lösungen. Nichtsdestotrotz vergeben wir für diese externe Kraft 4 von 5 Punkte, da Apple in den meisten Fällen über hohe Marktanteile bzw. den Status als Marktführer verfügt.
Bedrohung durch neue Wettbewerber
5/5
Die Bedrohung durch neue Wettbewerber stufen wir als äußerst niedrig ein und vergeben daher die volle Punktzahl. Wenngleich es immer wieder vorkommt, dass neue Hersteller von Smartphones oder sonstigen elektronischen Geräten gegründet werden, halten wir es derzeit schlichtweg für schwer vorstellbar, dass ein Start-up sämtliche Hürden meistert, um zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in der Größenordnung von Apple heranzuwachsen.
Verhandlungsmacht der Lieferanten
4/5
Die meisten Komponenten, welche Apple für die Herstellung der Hardwareprodukte benötigt, können von verschiedenen Quellen bezogen werden. Bestimmte Komponenten werden hingegen nur von einzelnen oder einer sehr begrenzten Anzahl an Lieferanten angeboten. Dennoch sehen wir die bessere Verhandlungsposition aufgrund der schieren Größe des Unternehmens auf der Seite von Apple. Einen solchen Kunden verliert man nur ungern.
Verhandlungsmacht der Kunden
4/5
Wenn Apple ein neues iPhone vorstellt und mal wieder die Preise anhebt, fragen sich viele Menschen, wer denn bereit ist, solche Summen für ein Smartphone auf den Tisch zu legen. Der Erfolg gibt Apple jedoch recht: Unter vergleichsweise geringen Schwankungen gelingt es dem Unternehmen seit vielen Jahren, den Absatz seiner wichtigsten Hardwareprodukte auf einem Niveau zu halten sowie die Bruttomargen zu steigern.
Bedrohung durch Ersatzprodukte
4/5
Es existieren zahlreiche Ideen, wie das Smartphone und andere physische Geräte, wie Apple sie produziert, eines Tages durch andere Lösungen ersetzt werden könnten. Derzeit sind jedoch keine praxistauglichen Alternativen in Sicht. Darüber hinaus besitzt Apple eine hohe Innovationskraft sowie die nötige Manpower, um sich nicht verdrängen zu lassen. Daher bewerten wir diese externe Kraft mit 4 von 5 Punkten.
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Abb. 24: In Porters Burggraben-Rating erzielt Apple 21 von 25 Punkte.

4. Chancen und Risiken von Apple

Chancen

Innovationspipeline und neue Produktlinien (1)

Die erste Chance im Bezug auf Apple ist für uns die Innovationspipeline des Konzerns. Bereits seit mehreren Jahren und Jahrzehnten bringt das Unternehmen immer wieder revolutionäre Produkte auf den Markt. Keine Frage – in den letzten paar Jahren blieb der wirklich „große Schlag“, wie es damals der Release des iPhones oder iPads war, aus und es gab kaum wirklich neue Produktlinien. Allerdings könnte sich dies mit Blick auf die Innovationspipeline bald ändern.

Unser angesprochener Punkt bezieht sich insbesondere auf das Projekt „Titan“ von Apple, geht allerdings noch hierüber hinaus. Unter dem genannten Projektnamen forscht Apple bereits seit mehreren Jahren an der Entwicklung eines eigenen Elektroautos. In der vergangenen Zeit gab es hierbei bereits einige Anpassungen, bspw. hinsichtlich des Release-Jahres, das mittlerweile frühestens 2028 sein soll. Ein Scheitern dieses Projekts aufgrund der wiederholten Anpassungen ist nicht auszuschließen, was sich mit Annahmen mehrerer anderer Quellen deckt. Einige sprechen sogar schon von der letzten Chance vor dem endgültigen Aus des Apple Cars. Wie wahrscheinlich dies ist, ist nicht seriös zu beantworten, auch weil Apple selbst sich zum gesamten Projekt bisher verschwiegen verhält.

Auch über dieses genannte Vorhaben forscht Apple teils seit mehreren Jahren an neuen Produktlinien, die nicht wie die aktuellen iPhones nur eine verbesserte Batterieleistung und einen neuen Prozessor bekommen, sondern das Produktportfolio wirklich erweitern. Vieles hierbei soll mit künstlicher Intelligenz arbeiten und so das Leben der Kunden vereinfachen. Der Einstieg in den AR- und VR-Brillenmarkt wurde durch die Apple Vision Pro bereits getätigt, soll in den kommenden Jahren aber noch deutlich vorangebracht und optimiert werden.

Der Kernaussage hieraus sollte deutlich werden: Mit neuen Produkten, möglicherweise auch in neuen Branchen, kann der Konzern Apple wieder seine Innovationsstärke unter Beweis stellen und neues Wachstum generieren. Sehnsüchtig erwarten Fans und Kunden „The Next Big Thing“ wie es einst das iPhone oder das iPad waren. Mit Blick auf mögliche Projekte kann dies, aus unserer Sicht, durchaus Realität werden.

Abschließend könnte Apple durch die genannten Pläne wieder zu altem Wachstum finden und mit dem Eintritt in neue Branchen erweiterte Standards setzen. Wie realistisch ein solches Szenario ist, ist nur schwer abzuschätzen. Die Gefahr, dass der große Schlag ausbleibt, ist allerdings vorhanden und wird von uns noch in den Risiken ausführlich thematisiert.

Markenstärke und Kundentreue (2)

Ein weiterer Punkt, der Apple bereits seit vielen Jahren auszeichnet, ist die klar vorhandene Markenstärke. Diese ist in der Form sonst nirgends anzutreffen. Gerade in der vergangenen Zeit hat sich diese nochmal zusätzlich verstärkt: Durch steigende Services-Umsätze zeigt sich dieser Aspekt; allerdings auch bei der Bereitschaft der Kunden mehr zu bezahlen, um Hardware und Software von Apple nutzen zu können.

Seit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 baute sich Apple einen regelrechten Kosmos aus verschiedenen Produkten auf. Mittlerweile gibt es zusätzlich zum Smartphone noch das iPad, den iMac, AirPods usw., die den vorhandenen Lock-in Effekt zusätzlich verstärken. Denn wenn man einmal in diese Welt eingetaucht ist, ist es in der Tat sehr untypisch und auch kostspielig hier wieder zu „entkommen“.

Das hervorragende Zusammenspiel der unterschiedlichen Apple-Produkte untereinander ist, aus unserer Wahrnehmung, eines der größten Alleinstellungsmerkmale in der Branche, das bisher so von keinem Konkurrenten umgesetzt werden konnte. Neben diesem Aspekt generiert der Techkonzern aus Kalifornien mittlerweile über 20,00 % seiner Erlöse mit Apple-Services, die für wiederkehrende Umsätze sorgen. Zu dieser Sparte gehören u. a. iCloud, Apple Music, Apple Arcade oder auch Apple TV. Diese erweiterten Angebote werden von immer mehr Kunden in Anspruch genommen und sind für Apple einer der wichtigsten Gewinnbringer, da hier die Kosten im Vergleich niedrig sind.

Die hohe Markenstärke wird ebenso durch die unten gezeigte Abbildung deutlich. 92,00 % der Befragten gaben an, dass sie zufrieden mit der Marke Apple seien, alle anderen Konkurrenten konnten hier nur niedrigere Ergebnisse erzielen. Auch beim Loyalitätsscore ist man führend. Dieser errechnet sich aus der Differenz zwischen den Leuten, die angaben, dass es unwahrscheinlich sei, dass sie die Smartphone-Marke wechseln würden und derer, die angaben, dass es wahrscheinlich sei, dass sie die Smartphone-Marke wechseln würden. Apple kommt hier auf +13,00 % und steht auch hier an oberster Stelle, Google liegt zum Vergleich bei -36,00 %.

Abschließend sehen wir die hohe Markenstärke sowie die Kundentreue als einen entscheidenden Punkt bei Apple an. Eine höhere Preissetzungsmacht ist hierbei die offensichtlichste Folge, auch das weitere Voranschreiten der Services-Sparte kann allerdings hiermit begründet werden. Was ebenso ein klarer Vorteil ist: Die Einführung neuer Produkte ist für Apple zwar natürlich auch kein Selbstläufer, allerdings, aus unserer Sicht, hierdurch auch wesentlich vereinfacht.

Zufriedenheit und Loyalität der Kunden verschiedener Smartphone-Hersteller in 2022
Abb. 25: Zufriedenheit und Loyalität der Kunden verschiedener Smartphone-Hersteller

Risiken

App Store Risiken (1)

Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
Auswirkungen: mittel

Das erste auf Apple bezogene „Risiko“ sind Risiken im Zusammenhang mit dem App Store des Konzerns, der mit dem Google Play Store auf Android-Geräten vergleichbar ist. Hierbei wollen wir gerade auf zwei zentrale Punkte eingehen, die eng miteinander verbunden sind. Zum einen spielt das neueste Urteil zum „Sideloading“ eine wichtige Rolle, ebenso wie die hohen Gebühren und damit verbundenen Streitigkeiten. Allgemein geht hierdurch ein Stück weit die Exklusivität verloren und der Apple Kosmos wird eingeschränkt.

Der App Store an sich zählt bei Apple zu der Services-Sparte, die, wie gerade bereits angesprochen, ein sehr wichtiger Bestandteil des Erfolgs ist. Ein wesentlicher Anteil der Einnahmen stammt hierbei von Verkäufern im App Store, die Apple aktuell zu etwa 30,00 % bzw. 15,00 % bei kleineren Entwicklern an Spielekäufen sowie In-App-Käufen beteiligt. Diese Kosten sind aus Sicht vieler Entwickler deutlich zu hoch und nicht selten kam es bereits zu Auseinandersetzungen. Eines der bekannteren Beispiele dürfte hierbei die Streitigkeiten mit Epic Games sein, die sich gegen diese hohen Anteile wehrten und schließlich das wohl bekannteste Spiel Fortnite aus dem App Store entfernten. Auch u. a. Spotify brachte Unmut zum Ausdruck und kritisierte die Beteiligung öffentlich. Einschränkungen und Regulierungen dieser Einnahmen von Apple sind, aus unserer Sicht, keinesfalls auszuschließen und hätten aufgrund der Wichtigkeit dieser Sparte durchaus ernstzunehmende Folgen und würden Apple schwächen.

Des Weiteren kam es zu einem Beschluss in der EU, dass Apple das Sideloading ermöglichen muss, was nichts anderes bedeutet, als dass sich Apps auch außerhalb des eigenen App Stores herunterladen lassen. Bisher ist dies auf Apple-Geräten nicht möglich, was insbesondere mit Sicherheitsbedenken und der Gefahr von Viren durch Downloads aus dem Internet begründet wurde. Bei dieser möglichen Auslagerung möchte Apple die Entwickler auch zur Kasse bitten und möglicherweise ähnlich hohe Anteilkosten verlangen. Auch eine Pauschale pro Konto stand zuletzt im Raum. Wie genau dies am Ende umgesetzt wird und allgemein mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar ist, ist aktuell ungewiss. Was allerdings so gut wie feststeht ist, dass Spotify, Meta und Microsoft ihre Apps Auslagern wollen und auch außerhalb des App Stores anbieten möchten.

Zusammenfassend geht es hier also primär um die anfallenden Gebühren und Apples entsprechende Beteiligung an Umsätzen. Ein Einbruch dieser Anteile ist nicht auszuschließen und hätte aufgrund der Wichtigkeit dieser Sparte spürbare Folgen für das Unternehmen. Wir sehen die Eintrittswahrscheinlichkeit bei mittel. Die Auslagerung der Apps an sich muss keinen Eintritt des Risikos zur Folge haben, der zentrale Aspekt ist die Möglichkeit, hierauf eine Abgabe zu veranschlagen. Die Auswirkungen sehen wir zugleich auch bei mittel mit Tendenz zu mittel-hoch

Scheitern neuer Produktlinien (2)

Eintrittswahrscheinlichkeit: niedrig-mittel 
Auswirkungen: mittel

Das zweite Risiko für das Technologieunternehmen Apple ist ein Scheitern neuer geplanter Produktlinien. Wie bereits thematisiert, gibt es aktuell gerade Projekte rund um die Integration von AR und VR in den Alltag sowie die Unterstützung durch KI. Auch in dem Projekt „Titan“, in welchem an einem eigenen Elektroauto geforscht wird, steckt viel Hoffnung für den nächsten großen Schlag, der in der vergangenen Zeit ausblieb.

Schaut man sich die Produkteinführungen von Apple in den vergangenen Jahren an, so lässt sich nicht mehr das so innovative und sich ständig weiterentwickelnde Unternehmen, wie es noch vor knapp einem Jahrzehnt der Fall war, erkennen. Zwar bringt der Konzern in jedem Jahr bspw. ein neues iPhone sowie iPad raus, wirklich unterscheiden tun diese sich aber schon lange nicht mehr von ihren Vorgängern. Aus Sicht der Optik gibt es jedes Mal kleine Anpassungen, die Komponenten verbessern sich auch minimal. Aber ein neues Produkt, das wirklich innovativ ist, blieb in der letzten Zeit aus. Auch die Apple Vision Pro zählen wir hier nicht zu, deren Gebiet zwar viel Potenzial bietet, allerdings gerade aus preislicher Sicht viel zu hoch ist, um dies zu erfüllen.

In den am Anfang genannten Projekten steckt also viel Hoffnung, dass diese „The Next Big Thing“ sein werden und Apple durch diese wieder die damalige Innovationskraft unter Beweis stellen kann. Wie aber bereits in den Chancen angesprochen, ist bspw. die Gefahr, dass das Projekt des Apple Cars bald scheitert, durchaus real. Auch bei einer möglichen Einführung genau solcher Produkte ist der Erfolg dieser nicht garantiert und diese können scheitern.

Um diesem möglichen Misserfolg neuer Produktlinien entgegenzuwirken, lohnt es sich nochmals die Kundentreue vor Augen zu führen, die zwar auch begrenzt ist, aber, wie bereits erwähnt, den gesamten Prozess vereinfacht. Ebenso spielen Marketingkampagnen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die neuen Angebote an den Endkunden zu bringen.

Abschließend halten wir das Scheitern hoffnungstragender Projekte sowie das Nicht-durchsetzen neuer Produktlinien auch bei Apple als ein wichtiges Risiko. Die Erwartungshaltung stieg gerade aufgrund der vergangenen Zeit stark an, wo der wirklich innovative Schlag ausblieb und lediglich die vorhandenen Produkte leicht verbessert wurden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir bei niedrig-mittel, die Auswirkungen bei mittel.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 26: Risikomatrix

5. Unsere Bewertung von Apple

Eigenkapitalkosten

Beginnen wir wie immer bei der Ermittlung der kalkulierten Eigenkapitalkosten:

Unsere Werte für Apple sind hier wie folgt:

Risikoloser Basiszins: 4,14 %

Risikoprämie: 3,09 %

Marktrendite: 7,00 %

Beta: 1,08

Diese ergeben insgesamt Eigenkapitalkosten von 7,23 %.

Bilanzanalyse

Die gesamte, von Apple ausgewiesene, Bilanzsumme beträgt für das Geschäftsjahr 2023 etwa 352,58 Mrd. US Dollar und hat sich damit um ca. 0,05 % verkürzt. In der folgenden Tabelle wollen wir detaillierter auf die Struktur der Bilanz eingehen.

Kategorie
Begründung
Entwicklung des Umlaufvermögens
In 2023 verzeichnete Apple einen Anstieg des Umlaufvermögens um 6,02 % auf 143,57 Mrd. USD. Diese Entwicklung ist hauptsächlich mit einem Anstieg der liquiden Mittel zu begründen. Alle anderen Posten wie ausstehende Forderungen oder das Inventar hatten nur geringfügige Auswirkungen auf die Veränderung des Umlaufvermögens.
Entwicklung des Anlagevermögens
Wenn die Bilanzsumme stagniert und das Umlaufvermögen wächst, muss das Anlagevermögen folgerichtig geschrumpft sein. Dieses besteht bei Apple in erster Linie aus zwei Posten: Wertpapiere, welche langfristig gehalten werden (bspw. Staatsanleihen), und Sachanlagen. Während letztere bei etwas mehr als 40,00 Mrd. USD stagnierten, schrumpfte der Bestand an Wertpapieren aufgrund von Fälligkeiten.
Eigen- bzw. Fremdkapitalquote und Verhältnis der Schulden
In vorherigen Abschnitten dieser Analyse sind wir bereits auf die aggressiven Aktienrückkäufe von Apple eingegangen. Diese führen dazu, dass das Eigenkapital bereits seit ca. sechs Jahren trotz der Erwirtschaftung hoher Gewinne fast ununterbrochen sinkt. Folglich steigt die Fremdkapitalquote tendenziell an und beläuft sich derzeit auf 82,37 %.
Schulden im Verhältnis zu kurzfristigen Zahlungsmitteln und kurzfristigen Investitionen
Die gesamten Verbindlichkeiten von Apple betrugen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 ca. 290,44 Mrd. USD. Der Bestand an liquiden Mitteln und Wertpapieren belief sich hingegen auf 162,10 Mrd. USD. Somit ergibt sich ein Faktor von 1,79. Die kurzfristigen Investitionen lagen derweil bei 10,96 Mrd. USD, was weniger als ein Zehntel des Cashbestands entspricht.
Schulden im Verhältnis zum EBIT des letzten Geschäftsjahres
Das operative Ergebnis von Apple in 2023 betrug 114,30 Mrd. USD. Setzt man dieses in Relation zum gesamten Fremdkapital von Apple (verzinst und zinsfrei), so lässt sich ein Faktor von nur 2,54 berechnen.
Fazit
Viele Websites, welche Finanzinformationen zur Verfügung stellen, zeigen bei Apple einen deutlichen Überhang der verzinsten Schulden im Vergleich zum Cashbestand an. Dabei wird allerdings der Bestand an Wertpapieren vergessen, welche mit einer langfristigen Intention gehalten werden. Berücksichtigt man diese, ergibt sich eine Nettoliquidität von mehr als 50,00 Mrd. USD. Zudem besitzt Apple keinerlei Goodwill, sodass wir die Bilanz insgesamt als sehr gesund bewerten.
Bilanz der Apple Aktie
Abb. 27: Bilanz

Bewertungsszenarien und -modelle   

Optimistisches Szenario

Das Geschäftsjahr 2021 stellt hinsichtlich des explosionsartigen Anstiegs der Umsätze und Gewinne von Apple eine Ausnahme dar. Allerdings wird sich auch der Rückgang des vergangenen Geschäftsjahres vorerst nicht wiederholen. Das prognostizieren zumindest die Analysten von UBS, Barclays, Wedbush & Co. und erwarten ein durchschnittliches Wachstum der fundamentalen Kennzahlen bis 2026 im mittleren einstelligen Bereich. Diese Erwartungshaltung berücksichtigen wir für die darauffolgenden Geschäftsjahre, wodurch sich für 2032 Umsätze i. H. v. 636,34 Mrd. USD ergeben. Dies würde einem Wachstum von 5,20 % pro Jahr entsprechen.

Dank eines überdurchschnittlichen Wachstums des Services-Segments ist es Apple in den vergangenen Jahren gelungen, die Gewinne im Verhältnis zum Umsatz deutlich zu erhöhen. Da weiterhin von einem starken Wachstum der digitalen Dienstleistungen auszugehen ist, scheint weiterhin Spielraum bei den Margen des Techkonzerns zu bestehen. Demnach kalkulieren wir in unserem optimistischen Szenario mit einem recht stetigen Anstieg der EBIT Margen auf bis zu 34,00 % in zehn Jahren.

Wie zuvor bereits beschrieben, setzt Apple vergleichsweise stark auf Aktienrückkäufe. Wir halten es für sehr realistisch, dass diese in den kommenden Jahren in einem ähnlichen Tempo fortgesetzt werden. Folglich erwarten wir einen Rückgang der Anzahl ausstehender Anteile um 3,50 % pro Jahr. Bei der durchschnittlichen Ausschüttungsquote halten wir einen Anstieg auf ein Viertel der Nettoergebnisse für denkbar. Mit diesen Annahmen errechnen wir einen fairen Wert von 178,15 USD, was einer erhöhten Bewertung von 8,01 % entspricht.

Mit einem KGVe von 24,00 in 2033 lässt sich eine Renditeerwartung von 8,55 % pro Jahr ermitteln.

Pessimistisches Szenario

Wie in allen anderen Analysen auch, rechnen wir in unserem pessimistischen Szenario ebenfalls mit den derzeit vorliegenden Analystenschätzungen. Im Anschluss, also die Geschäftsjahre 2027 und darüber hinaus betreffend, kalkulieren wir jedoch mit einer spürbar langsameren Wachstumsgeschwindigkeit sowie einzelnen Rückgängen. Dementsprechend ergeben sich für 2033 Erlöse von 542,59 Mrd. USD, wodurch ein Wachstum von 3,54 % pro Jahr zustande kommen würde.

Obwohl es aktuell denkbar erscheint, dass Apple die Gewinnmargen zukünftig weiterhin steigern können wird, kalkulieren wir in unserem pessimistischen Szenario mit einer Stagnation der Profitabilität. Darüber hinaus berücksichtigen wir sporadische Einbrüche um einige Prozentpunkte. Den Rückgang der Aktienanzahl setzen wir zudem auf „nur“ 2,00 % pro Jahr und senken die Ausschüttungsquote auf 15,00 %. Somit sinkt der faire Wert auf 125,43 USD, wodurch eine deutlich erhöhte Bewertung von 53,40 % erreicht wird.

Mit einem KGVe von 19,00 in 2033 lässt sich eine Renditeerwartung von 1,45 % pro Jahr ermitteln.

DCF-Modell

Für die Berechnung des fairen Werts in unserem DCF-Modell verwenden wir einen WACC von 7,23 % sowie einen Wachstumsabschlag von 2,00 %. Genau wie in unseren DNP-Modellen kalkulieren wir bis 2026 mit den aktuellen Prognosen der Analysten und im Anschluss mit Durchschnittswerten der beiden Szenarien.

Die Free Cashflow Marge von Apple ist zwischen 2019 und 2023 analog zur Entwicklung der Gewinnspannen unterm Strich angestiegen, wenngleich das Hoch bereits im Geschäftsjahr 2022 bei 28,01 % erreicht wurde. Die Analysten zeigen sich derzeit auch für die kommenden Geschäftsjahre optimistisch und erwarten, dass der US-amerikanische Techkonzern bis 2026 stetige Steigerungen auf bis zu 29,05 % verzeichnen können wird.

Wir halten es derzeit für wahrscheinlich, dass sich die zunehmende Relevanz des Services-Segments auch auf die Free Cashflow Marge nach 2026 positiv auswirken wird. Demnach kalkulieren wir mit einem Wachstum auf 30,00 % in 2028. Mit diesen Annahmen beläuft sich der faire Wert je Aktie in unserem Discounted Cashflow Modell auf 173,63 USD, was einer Überbewertung von 10,82 % entspricht.

Unsere Einschätzung  

Apple ist ein wunderbares Unternehmen, nur leider sind diese nur selten unterbewertet. Es besitzt einen der tiefsten Burggräben am Aktienmarkt, eine hohe Innovationskraft sowie ein tolles Geschäftsmodell, welches die Kunden langfristig bindet. Die Bilanz ist makellos und sowohl die Umsätze als auch die Gewinne steigen langfristig sehr stetig mit einer attraktiven Dynamik an. Allerdings gibt es ein Problem neben all diesen positiven Indikatoren: Die Bewertung. Denn selbst anhand unseres optimistischsten Szenarios lässt sich eine recht eindeutige Überbewertung der Aktie ermitteln. Folglich bietet sich zu den aktuellen Kursen kein Einstieg an.

Ein Großteil der überdurchschnittlichen Renditen, welche Apple in der Vergangenheit für die Investoren erzielen konnte, entstammt nunmal einem Anstieg des Bewertungsniveaus. Wie wir im entsprechenden Kapitel aufgezeigt haben, befinden sich sämtliche Multiples derzeit oberhalb der langfristigen Mittelwerte. In Anbetracht des prognostizierten Rückgangs der Wachstumsdynamik ist es fraglich, inwiefern das aktuelle Niveau aufrechterhalten werden kann. Folglich stellen wir die Investmentampel auf Gelb mit Tendenz zu Rot und erwarten eine Rendite von etwa 5,50 % bis 6,00 % pro Jahr.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 28: Bewertungsszenarien

6. Technische Analyse von Apple 

Charttechnische Trendeinordnung 

Übersicht

Trendeinordnung Apple Aktie
Abb. 29: Trendeinordnung

Langfristig

Langfristig (im Monats-Chart) befindet sich die Apple-Aktie seit dem Tief in 1997 in einem Aufwärtstrend, welcher zwischenzeitlich leicht an Dynamik verlor und ab 2019 wieder in einer höheren Trendgeschwindigkeit fortgeführt wurde. Auffällig sind die langen Trendbewegungen und vergleichsweise kurzen Abwärtsphasen.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 30: Langfristiger Trend im Monats-Chart

Mittelfristig

Auf der mittelfristigen Zeitebene (Wochen-Chart) hat der Aktienkurs von Apple von Juli bis Oktober letzten Jahres eine größere Abwärtsphase durchlaufen und bildete im Anschluss wieder ein neues Allzeithoch aus, um den Aufwärtstrend zu bestätigen. Dieses neue Hoch wurde allerdings direkt wieder abverkauft, sodass nun ein erneuter Ausbruch für die Trendbestätigung nötig ist.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 31: Mittelfristiger Trend im Wochen-Chart

Kurzfristig

Im Tages-Chart befindet sich Apple zum aktuellen Aktienkurs in einer neutralen Trendstruktur, denn mit dem Abverkauf zum Jahreswechsel wurde der Aufwärtstrend neutralisiert. Nichtsdestotrotz konnte sich die Aktie recht schnell wieder fangen und auch die wichtige Kurslücke von Beginn diesen Monats direkt wieder schließen.

Apple Aktie Analyse - Auch in Zukunft das beste Unternehmen der Welt?
Abb. 32: Kurzfristiger Trend im Tages-Chart

Aussicht

Die Apple-Aktie befindet sich aktuell nicht in einer Korrektur des langfristigen Aufwärtstrends, welche sich für Einstiege anbietet. Dies würde sich auch nicht ändern, wenn die Aktie die Verlaufstiefs aus Januar dieses Jahres noch einmal unterbietet. Erst mit einem Rutsch unter das mittelfristige Trendtief bei 165,67 USD gelangt Apple wieder in Kursregionen, in denen man nach Einstiegen für ein langfristiges Investment Ausschau halten kann. Ein solcher Abverkauf ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch unwahrscheinlich und zudem nicht wünschenswert, im Hinblick auf die Dynamik des übergeordneten Aufwärtstrends im Monats-Chart.

Derzeit befindet sich nur noch die Allzeithoch-Region als kleiner Widerstand über dem aktuellen Niveau. Ein Ausbruch würde den mittelfristigen Aufwärtstrend erneut bestätigen und die Aufwärtstrendbewegung auf der langfristigen Zeitebene kann fortgesetzt werden. Dieses Szenario ist als wahrscheinliches Szenario einzuordnen, solange sich die Aktie oberhalb der orange markierten Pufferzone befindet. Die Situation wird dementsprechend auch durch eine erneute Abwärtsphase nicht verändert, wodurch die Aktie maximal in eine mittelfristige Seitwärtsphase abrutschen würde. Dies würde nur zu einer Verzögerung des Ausbruchs führen. Die Stärke der Aktie in den letzten Tagen spricht ebenso für die bullische Perspektive.

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Abb. 33: Apple steht aktuell kurz vor einem erneuten Ausbruch.

Technisches Wir Lieben Aktien-Rating

Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt Apple beim aktuellen Aktienkurs 10 von 10 Punkte. Die Aktie erfüllt alle Kriterien problemlos und da sie sich derzeit auch nicht in einer Korrektur auf der langfristigen Zeitebene befindet, liegt auch keine nennenswerte Volumenakkumulation als Widerstand über dem derzeitigen Niveau.

Chartanalyse Rating für die Apple Aktie
Abb. 34: Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt Apple 10 von 10 Punkte.

Marktsymmetrie

Wie bereits erwähnt, befindet sich die Apple-Aktie aktuell nicht in einer Korrektur des übergeordneten Aufwärtstrends, sodass die derzeitige Abwärtsphase auch nicht entsprechend eingeordnet werden muss und es keine Kursziele zur Unterseite gibt. Die relevanten Korrekturen auf der langfristigen Zeitebene erreichten in der Vergangenheit immer ein Ausmaß von mindestens 30,00 % – eher etwas länger. Dieser Wert ist somit auch eine ungefähre Prognose für die nächste Abwärtsphase.

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Abb. 35: Rallye- und Korrekturlängen
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Abb. 36: Trendbasiertes Chance-Risiko-Verhältnis

Die Rainbow-EMAs ermöglichen eine Einordnung der Korrekturlänge, bereinigt um die Trendgeschwindigkeit der Aktie. Da die Apple-Aktie ihre Dynamik im Laufe der Zeit leicht änderte, ist dieses Tool daher sehr hilfreich, um die Abwärtsphasen einzuschätzen. In den vergangenen 20 Jahren endete jede Abwärtsphase auf dem Niveau der grünen bis maximal gelben EMAs.

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Abb. 37: Korrekturen im Verhältnis zur Trendgeschwindigkeit, dargestellt mit Rainbow-EMAs.

Systematisches Risiko 

Die Apple-Aktie weist für den Zeitraum der letzten 200 Wochen eine verhältnismäßig hohe Korrelation mit dem Gesamtmarkt (ACWI) auf und auch der Beta-Faktor liegt nahe 1, was dem Risikowert des ACWI entspricht. Dies ist wenig überraschend, denn Apple ist auch der stärkste Taktgeber in dem Index. Während die Aktien von Samsung und HP zumindest annähernd mit denen von Apple vergleichbar sind, liegt der Beta-Faktor von Xiaomi auf einem erheblich geringeren Niveau. 

Apple Aktienanalyse Prognose Risiko
Abb. 38: Systematisches Risiko und Korrelation von Apple zum ACWI

7. Fazit zur Apple Aktie

Allgemein

Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 3,00 Bio. USD ist Apple neben Microsoft das aktuell größte Unternehmen am Aktienmarkt. Der Techkonzern besitzt zudem die weltweit wertvollste Marke, was sich nicht zuletzt in einer ungewöhnlich hohen Kundentreue widerspiegelt. Während die Erlöse, welche Apple durch den Verkauf von Hardwareprodukten generiert, nur noch in einem geringfügigen Umfang gesteigert werden können bzw. hin und wieder sogar schrumpfen, wächst das Geschäft mit digitalen Dienstleistungen ununterbrochen an und stellt mittlerweile das zweitwichtigste Segment des Unternehmens dar.

In den kommenden Geschäftsjahren wird Apple voraussichtlich weiterhin in der Lage sein, steigende Umsätze und Gewinne zu verbuchen. Zum einen ist davon auszugehen, dass Apple im Hardwarebereich sowohl durch Preiserhöhungen als auch die Einführung neuer Produktkategorien Zuwächse erreichen können wird. Zum anderen wird sich das Unternehmen weiterhin auf sein Services-Segment konzentrieren, was die Margen voraussichtlich positiv beeinflussen wird.

Wie beschrieben, steht die Investmentampel, mit unseren Erwartungen und entsprechenden Kurszielen, auf Gelb mit Tendenz zu Rot und die Renditeerwartung beträgt 5,50 % bis 6,00 % pro Jahr.

Langfristig befindet sich Apple in einem sehr stabilen Aufwärtstrend, welcher keinerlei Mängel aufzeigt. Allerdings läuft aktuell auch keine Korrekturphase, sodass sich aus der technischen Perspektive keine attraktiven Einstiege für ein Investment ergeben.

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Abb. 39: Fazit unserer Analyse

Meinungen der Team-Mitglieder 

Jan

Der Apple-Konzern ist für mich schon seit vielen Jahren einfach besonders. Nicht nur die Produkte sind einfach gut, sondern Apple hat es geschafft, einen richtigen „Kosmos” drumherum aufzubauen, welcher mit den Services auch immer höhere wiederkehrende Einnahmen generiert – ein sehr wichtiger und attraktiver Schritt. Darüber hinaus ist die Macht der Marke selbst bei keinem anderen Unternehmen (zumindest aus dem IT-Sektor) so stark und vergleichbar. Kleinigkeiten, die mich stören, ist die leicht nachlassende Innovationskraft mit absoluten „Break-Through-Produkten” sowie die Schwierigkeit, das vorhandene Kapital in der Größenordnung noch sinnvoll zu investieren.

Als Dividendenaktie würde ich das Unternehmen dennoch in mein Depot aufnehmen, speziell auch da die Kennzahlenentwicklung und technische Qualität stimmt. Derzeit liegt allerdings keine attraktive Chance vor, weshalb ich mir die Aktie nur auf meine erweiterte Watchlist für die nächste Korrekturphase des langfristigen Aufwärtstrends lege. Es gibt allerdings keine Indikatoren, die aktuell auf eine solche zeitnahe Abwärtsphase hindeuten. Ob Apple es dann in mein Depot schafft und meine Anlageentscheidung positiv ausfällt, steht jetzt natürlich noch nicht fest.

Adrian  

Apple ist ein Unternehmen, bei dem ich mir im Moment einfach in keiner Weise vorstellen kann, dass es in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr relevant sein könnte – und das kann ich bei fast keinem anderen Unternehmen mit so einer Zuversicht sagen. Das ist die eine Perspektive, die andere Perspektive ist die des Investors. Hier ist Apple definitiv kein Wachstumswert mehr, wie es fälschlicherweise oft dargestellt wird.

Der Aktienkurs von Apple ist vor allem durch riesige Aktienrückkaufprogramme und gigantische Cash-Reserven so stabil. Daran sollte sich auch in der nächsten Zeit nichts ändern – entsprechend befindet sich die Aktie auch schon so lange in einem langfristigen Aufwärtstrend. Trotzdem korrigiert auch ein so brutaler Dauerläufer wie Apple alle Jahre wieder mal. Eine wirkliche Unterstützungszone im langfristigen Chart wird aber so gut wie nie getestet. Einstiege sind fast ausschließlich möglich über den Rainbow-EMA. Entsprechend würde ich Apple kaufen und in mein Dividendenwachstums-Portfolio aufnehmen, sollte eine entsprechende Korrektur des langfristigen Trends in eine passende Rainbow-Struktur stattfinden. Die Abwärtsphasen in 2013, 2016, 2018, 2020 und 2022 sind schöne Beispiele für solch attraktive Einstiege. 

Autoren dieser Analyse  

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Adrian Rogl

Risiko entsteht dann, wenn Investoren nicht wissen, was sie tun.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch “Wir Lieben Aktien”, oder durch einen für “Wir Lieben Aktien” tätigen Autor statt. Dieser Beitrag soll eine journalistische Publikation darstellen und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Wer an den Finanz- und Rohstoffmärkten handelt, muss sich zunächst selbstständig mit den Risiken vertraut machen. Der Kunde handelt immer auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. “Wir Lieben Aktien” und die für uns tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Es kann zu Interessenkonflikten kommen, durch Käufe und einen darauffolgenden Profit durch eine positive Kursentwicklung von in Artikeln erwähnten Aktien. 

Mehr Infos unter: https://wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss/ 

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