
Kurzvorstellung
Das<strong> Software-Unternehmen</strong> Opera bietet Produkte und Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen an, wobei der Umsatz vor allem mit den bekannten <strong>Browser</strong>-Angeboten und den <strong>News</strong>-Apps erzielt wird. Trotz der stark steigenden Anzahl aktiven Nutzer bei den Browsern notiert die Aktie noch immer über 30 % unterhalb des IPO-Kurses aus dem Jahr 2018. Aufgrund der jüngsten dynamischen Aufwärtsbewegung gelangt sie aber nun zunehmend in den Blick von Käufern.
1. Das Unternehmen
Kurzvorstellung
Opera Ltd. ist ein Software-Konzern, der vor allem für die gleichnamigen Browser bekannt ist. Aber auch im Nachrichten- und Finanzdienstleistungssektor ist das Unternehmen inzwischen aufgestellt. Gemäß eigener Aussage verzeichnet Opera jeden Monat über 380 Mio. aktive Nutzer auf der ganzen Welt. Zum 31.12.2019 waren 819 Mitarbeiter bei Opera beschäftigt und der Sitz befindet sich in Oslo, Norwegen.
Das Unternehmen weist lediglich eine Marktkapitalisierung von ca. einer Mrd. USD auf.
Unternehmenshistorie
Das Unternehmen Opera Software ist im Jahr 1995 von Jon Stephenson von Tetzchner und Geir Ivarsøy in Norwegen gegründet worden. Die beiden Gründer entwickelten den Browser Opera, welcher 1996 für Windows-Rechner veröffentlicht wurde. Ab dem Jahr 2000 (mit der Version 5.0) konnte der Browser kostenlos genutzt werden und die Finanzierung erfolgte durch Werbung innerhalb der Software.
2004 erfolgte der Börsengang von Opera an der Oslo Stock Exchange. Im darauffolgenden Jahr (Version 8.5 vom Browser) wurde die Schaltung von Werbung beendet. Die Einnahmen wurden von nun an hauptsächlich über „Google“ erzielt, welche als Standard-Suchmaschine bei Opera eingestellt wurde. Außerdem fand die Veröffentlichung von Opera Mini (dem Browser für Mobilgeräte) 2005 statt.
Im Jahr 2012 kam es zu einer Kooperation mit Airtel (Telekommunikationsunternehmen aus Indien), wobei vereinbart wurde, dass der Opera Mini-Browser den Kunden (mit Mobilgeräten) von Airtel zur Verfügung gestellt wird.
Drei Jahre später bekam Opera für den „Opera Web Pass“ und „Standard Web Pass“ eine Auszeichnung bei den „Global Mobile Awards“. Es gewann in der Kategorie „Bestes mobiles Produkt, Initiative oder Service in Schwellenländern“. Zudem kam es zu internen Umstrukturierungen bei dem Unternehmen, wobei die Opera Software ASA entstand. Auch das Logo wurde geändert – das markante „O“ war von nun an dreidimensional.
Im Jahr 2016 wurden große Teile des Unternehmens an Golden Brick Capital Private Equity Fund I Limited Partnership (aus China) für 600 Mio. USD verkauft. Nach dem Verkauf änderte der übrige Unternehmensteil den Namen in Otello Corporation ASA, da der Käufer zugleich auch die Namensrechte an Opera erwarb.
2017 ist mit Opera Neon ein neuer Konzeptbrowser veröffentlicht worden. Dieser soll aufzeigen, wie Browser zukünftig aussehen könnten. Im Folgejahr fand die Veröffentlichung von einer News App für Afrika statt, Opera News. Diese funktioniert mit einem System, welches auf künstlicher Intelligenz basiert. Kurz darauf wurde mit Opera Touch ein neuer Mobilbrowser publiziert und im Juli fand dann der Börsengang an der Nasdaq statt.
Zu den jüngsten Projekten gehört das Opera News Hub mit inzwischen mehr als 350 Mio. aktiven Nutzern. Es ist eine Plattform für Content-Creator. 2020 wurde der Finanzdienstleister PocoSys (und die Tochter Pocopay) übernommen. Im Rahmen der Corona-Pandemie ging Opera eine Kooperation mit der APO Group ein, um den afrikanischen Nutzern der Opera-Browser Informationen bezüglich des Corona-Virus zukommen zu lassen (via Browser / App). In der zweiten Jahreshälfte 2020 wurde die Nanobank als Zusammenschluss des Fintech-Bereichs für Schwellenländer gegründet.
Mission, Werte & Ziele
Opera positioniert sich deutlich für die Weiterentwicklung von neuen Technologien, welche allen zur Verfügung stehen sollen (Open Standards). Opera setzt sich zudem das Ziel, dass die Nutzer die Browser mit Freude verwenden. Diese Begeisterung sollen auch die Mitarbeiter bei der Entwicklung haben. Bei den eigenen Produkten und Angeboten widmet sich das Unternehmen zudem einem ansprechenden Design und möchte alles simpel halten, sodass jeder gut damit umgehen kann.
Darüber hinaus besteht eine explizite Wachstumsstrategie von Opera, welche sich aus den folgenden Aspekten zusammensetzt:
1. Smartphone- und PC-Nutzer-Anzahl weiter vergrößern
2. Monetarisierung verstärken
3. Marke „Opera“ stärken und Nutzeranzahl erhöhen, um Chancen in benachbarten Märkten zu nutzen
4. Investitionen in Trends, bei denen Opera etwas bewirken kann.
Geschäftsmodell
Operas Hauptgeschäft im Jahr 2020, sowie in den zukünftigen Jahren, besteht aus dem Angebot von Webbrowsern und News-Apps. Diese Produkte werden sowohl für mobile Endgeräte, als auch für PCs und Laptops angeboten
Die Browser von Opera sollen dem Nutzer einen deutlichen Mehrwert gegenüber der Konkurrenz bieten. Einige Eigenschaften, mit denen das Unternehmen dies erreichen möchte, werden von Opera auf der Website für die Kunden präsentiert:
– integrierte und kostenlose VPN-Dienste, welche die Sicherheit und Privatsphäre erhöhen sollen.
– Ad-Blocker, um unnötige Werbung zu entfernen und das Surfen zu beschleunigen.
– Krypto-Wallets für gewisse Kryptowährungen.
– Energiesparmodus, um die Akkulaufzeit des Endgerätes zu verlängern.
– Erleichterungen für das Online-Shopping, wie z.B. das Umrechnen von Fremdwährungen.
– Nutzung von Social Media-Plattformen wie Whatsapp oder Facebook durch einfach bedienbare Leisten.
Zusätzlich sind die Browser von Opera KI-gesteuert (KI = Künstliche Intelligenz). Dadurch sollen diese besser auf den Nutzer abgestimmt werden, um das Surfen noch angenehmer zu gestalten.
Seit 2019 gibt es zusätzlich den „Opera GX“ Browser, welcher speziell für Gamer entwickelt wurde und neben den Standardfunktionen des normalen Opera Browsers z.B. noch das Anzeigen von neu erschienenen Spielen bietet.
Auch die Steuerung der Opera News-App basiert auf künstlicher Intelligenz. Derzeit gibt es die „Opera News“-App und die dazugehörige Lite-Version. „Opera News Lite“ bietet dem Nutzer weniger Daten als „Opera News“, aber dafür mehr Nachrichten allgemein.
Beide Apps versuchen durch die KI-Steuerung die Nachrichten passend auf den Nutzer anzupassen, um diesen möglichst lange an die App zu binden.
Bis zum zweiten Quartal im Jahr 2020 hatte Opera zusätzlich ein Fintech-Unternehmen namens „OKash“, welches 2019 für 128 Mio. USD des Umsatzes verantwortlich war. Dabei konzentrierte es sich hauptsächlich auf die afrikanischen Schwellenländer. Im zweiten Quartal wurde „OKash“ in die neu gegründete „Nanobank“ eingebracht. Zukünftig fallen die Fintech-Umsätze somit aus der Bilanz von Opera heraus und werden in der Bilanz der Nanobank abgebildet. Opera hält über 42 % an der Nanobank.
Geschäftsführung
Yahoui Zhou
Der chinesische Milliardär nimmt bei Opera den Posten als (Co-)CEO und Vorsitzender ein. Der 43-Jährige ist vor allem für die Gründung von Beijing Kunlun Technology bekannt, einem großen Spieleentwickler (und -anbieter) und Internet-Konzern. Dieses Unternehmen ist in Shenzhen an der Börse gelistet und weist eine Marktkapitalisierung von umgerechnet ca. 2,9 Mrd. EUR auf. Zudem war es (im Rahmen einer Investorengruppe) an dem Kauf von Opera beteiligt, wo Zhou nun seit 2016 seine Tätigkeit ausübt. 2020 gab es die Ankündigung, er werde den Vorsitz bei Beijing Kunlun an Wang Liwei abgeben.
Doch dieser Erfolg begleitete den Unternehmer nicht seit Beginn seiner Karriere. Zhou studierte Maschinenbau und optische Technologien und sein erstes Projekt „Vulcan Net“ war eine Website, auf der Animationen von Nutzern aus der Umgebung hochgeladen werden konnten. Das Unternehmen wurde zwar von der Tsinghua University (gilt als beste Universität Chinas) unterstützt, musste jedoch aufgrund der fehlenden Profitabilität geschlossen werden.
Im Anschluss war der heutige Milliardär häufig in verschiedenen Führungspositionen bei Technologie-Unternehmen beschäftigt.
Lin Song
Seit dem August 2020 nimmt Lin Song die Rolle als Co-Ceo neben Yahui Zhou ein. Song war bereits zuvor in diversen Positionen bei Opera beschäftigt, unter anderem als COO. Als Chief Operating Officer leitete er die gesamten betrieblichen Abläufe und Prozesse und war somit für das operative Geschäft des Unternehmens zuständig.
Frode Jacobsen
Der CFO des Unternehmens ist Frode Jacobsen, welcher auch vor der Übernahme von Opera (bzw. großen Teilen des ursprünglichen Konzerns) bereits für die Firma (bzw. den Vorgänger) arbeitete. Er studierte sowohl in Norwegen (Economics and Business Administration, Bachelor), als auch in Paris (Management, Master) und war für die Unternehmensberatung McKinsey & Company tätig. Zuletzt übte er auch dort einen Job in leitender Position aus.
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