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PKP Cargo Aktie Analyse

PKP Cargo Aktie kaufen?

Analyse vom 10.04.2021

von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Kurzvorstellung

Die <strong>polnische PKP Cargo S.A. </strong>gehört zu den größten Logistik-Unternehmen in Europa und ist vor allem in Polen und Tschechien tätig. Der Konzern ist ursprünglich eine Tochtergesellschaft der PKP Gruppe, welche nach dem Kalten Krieg (ab 1990) und verstärkt ab 2001 privatisiert wurde. Charttechnisch befand sich die Aktie in einem langfristigen Abwärtstrend. Allerdings hat PKP Cargo inzwischen eine <strong>Bodenbildung</strong> vollendet und damit eine Trendumkehr eingeleitet.

1. Das Unternehmen

Vorstellung

PKP Cargo ist der führende Logistik-Konzern in Polen und bietet seinen Kunden den Transport verschiedenster Güter und Waren an. Das Unternehmen möchte von den Entwicklungen im Rahmen der Neuen Seidenstraße (Handelsweg von China nach Europa) profitieren. Zum 31.12.2020 waren bei PKP Cargo 21.814 Personen beschäftigt. Der Firmensitz befindet sich in Warschau, Polen.

Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit ca. 0,85 Mrd. PLN und die Aktie war bis 2019 im WIG30 gelistet.

Unternehmenshistorie

Mission, Werte & Ziele

1. WAHL

für Kunden soll PKP Cargo sein. Dies soll durch das Angebot nachvollziehbarer Logistik-Services im Bereich des Schienengüterverkehrs und intermodalen Verkehrs erreicht werden.

FÜHREND

im Schienen-Gütertransport in Zentraleuropa zu sein. Dafür soll eine dominante Position im Bereich der Drei-Meere-Initiative und der Neuen Seidenstraße eingenommen werden.

Werte

PKP Cargo möchte ein gutes Umfeld für die Mitarbeiter schaffen und legt dabei besondern Wert auf die folgenden Aspekte:

1. Respekt
2. Verlässlichkeit
3. Kooperation
4. Gutes Management
5. Sicherheit
6. Professionalität
7. Modernität
8. Transparenz
9. Verantwortung

Des Weiteren engagiert sich das Unternehmen in der Gesellschaft und organisiert z.B. kulturelle Veranstaltungen in Polen und setzt sich für die Historie der Eisenbahnen ein. In Chabówka gibt es z.B. ein überregional bekanntes Eisenbahnmuseum.

Der Aspekt der Umwelt ist ein weiterer Punkt, bei dem sich PKP Cargo gewisse Ziele gesetzt hat. Laut dem Unternehmen ist der Schienengüterverkehr eine ökologische Variante zum Straßenverkehr.

Zudem wird in die Wartung der Bahnfahrzeuge investiert und neue Anschaffungen müssen den ökologischen Standards entsprechen. Außerdem werden Investitionen in die Entwicklung von neuen Bahnfahrzeugen vorgenommen.
Um umwelttechnischen Regulierungen Folge zu leisten werden Festbrennstoffkessel überholt oder stillgelegt.

PKP Cargo hält auch das Anbringen von zwei Bienenstöcken am Unternehmenssitz in Warschau für erwähnenswert.

Geschäftsmodell

Das Geschäft von PKP dreht sich um Transportdienstleistungen (Eisenbahn). Im Folgenden werden wir die einzelnen Leistungen, die das Unternehmen seinen Kunden erbringt genauer aufschlüsseln, die auch in Abbildung 2 grafisch dargestellt wurden.

(Eisenbahn-)Transport

Das ist das Kerngeschäft. PKP hat sich auf den Transport für große Industrieunternehmen spezialisiert. Die Rohstoffe, Teile und Waren sind unter anderem

– Kohle (1 Mio. Waggons in 2017)
– Baumaterialien, Zement (390.000 Waggons in 2017)
– Holz, Getreide (4,7 Mio. Tonnen Holz in 2017)
– Chemie, Treibstoff (6 Mio. Tonnen Treibstoff in 2014)
– Stahl, Eisenerz (12,6 Mio. Tonnen in 2017)
– Autos und Spezialfracht (400.000 Autos in 2017)

Hier profitiert man zudem von der zentralen geographischen Lage Polens und Tschechiens in der Europäischen Union.
Aktuell werden 475 Züge betrieben, die jeden Tag 300 bis 400.000 Tonnen an Waren bewegen.

Multimodaler Transport

Container sind eine sehr wichtige Komponente im globalen Handel, vor allem aufgrund ihrer einheitlichen Größe.
Das ermöglicht es, Waren von Transportweg zu Transportweg reibungslos zu transferieren. Polen ist in der sogenannten “Containerisierung” im Europaschnitt noch unter den Schlusslichtern. Das will PKP ändern. Dazu besitzt das Unternehmen auch hier eine Infrastruktur, in die immer weiter investiert werden soll.

Forwarding

Das Unternehmen bietet den Kunden eine weiterführende Logistikinfrastruktur an. Laut eigenen Angaben werden diesbezüglich 40.000 Bestellungen pro Jahr aus allen Wirtschaftssektoren entgegengenommen.

Hingegen der Standardvariante, einer Übergabe von Waren an Lastwagen (Straßenverkehr), bietet PKP auch eine Infrastruktur und bürokratische Abwicklung für die Weitergabe von Fracht an Flugzeuge und Schiffe in Europa und Asien an.

Umschlagterminals

Es werden aktuell 25 Umschlagterminals von PKP Cargo in Polen betrieben. Sechs davon sind an Schlüsselzonen an der östlichen Grenze und somit in einer strategisch vorteilhaften Lage.

Abstellgleise (Gleisanschlüsse)

Tatsächlich sind Abstellgleise bzw. Gleisanschlüsse für einzelne Unternehmen mitunter die wichtigsten Komponenten im Betrieb eines effektiven Schienenverkehrs, weswegen es sich lohnt diese Sparte hier extra zu erwähnen.

Es wurden Gleisanschlüsse für etwa ein Dutzend Unternehmen in Polen realisiert. Darunter die klassischen Kundenstämme aus dem Bergbau, der Stahlverarbeitung und Energieerzeugung. Insgesamt betreibt das spezialisierte Tochterunternehmen PKP Cargo Service aktuell 40 Abstellgleise.

PKP CARGOTABOR

PKP CARGOTABOR ist ein Mitglied der PKP Cargo Group. Das Tochterunternehmen ist für die Wartung, Aufrüstung und Reparatur des kompletten “rollenden Materials” verantwortlich. Dabei kümmert sich das Unternehmen nicht nur um PKP, sondern auch um andere Transportunternehmen.

Geschäftsführung

Czesław Warsewicz

Czesław Warsewicz hält die Position des CEO bei PKP Cargo inne, nachdem er bereits von 2015 bis 2018 Mitglied des Aufsichtsrats war.

Er studierte Ökonomie in Warschau und war im Anschluss in der Forschung in den Bereichen Risikokapital und Private Equity tätig. Zudem nahm er an der ersten polnischen Edition des AMP (Advanced Management Programs) von der IESE Business School (vielfach ausgezeichnete Universität) teil.

Von 1994 bis 1999 war Warsewicz bei diversen privaten Unternehmen beschäftigt. 1997 begann er seine Tätigkeit bei der Rolimpex Gruppe (Saatgutanbieter), wo er im Laufe der Zeit führende Positionen einnahm (u.a. CFO und Management Board Member). Von 2006 bis 2009 war Warsewicz der Präsident des Management Boards der PKP Intercity S.A. (Personenverkehr, Züge). Nach einer weiteren Führungsposition bei TALGO (Hersteller von Zügen), die er bis 2013 ausübte, war Warsewicz noch Teil der Unternehmensleitung von der Miller Graphics AB (Grafikdesign).

Leszek Borowiec

Leszek Borowiec ist Mitglied des Management Boards und für die Finanzen des Konzerns verantwortlich.

Borowiec schloss ein Studium im Bereich des Managements der Finanzen von Unternehmen ab und widmete sich im Anschluss der Buchhaltung. Am Institut der Ökonomie der polnischen Akademie der Wissenschaften absolvierte Borowiec zudem einen Executive MBA (Master of Business Administration).

Seit dem Jahr 2001 ist Borowiec ein Assistant Professor und Lecturer an der Universität in Warschau und zudem der Vorsitzende der Fakultät der Buchhaltung an der Universität der Finanzen und des Managements (ebenfalls in Warschau).
Von 2001 bis 2010 war Borowiec der CFO bei einem polnischen Transportunternehmen und führte in dem Betrieb nebenbei weitere Tätigkeiten aus. Im Anschluss war er bis 2011 als Experte bei Ernst & Young (Unternehmensberatung) im Sektor des Managements der Buchhaltung (für spezielle Geschäftsbereiche) angestellt.
Im weiteren Verlauf seiner Karriere war er in der Unternehmensleitung von der Solino S.A. (Straßenbau) und der Poczta Polska Group (Post) im Bereich der Finanzen und bei einem Postfinanzdienstleister als Präsident des Management Boards tätig.

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