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ICON Aktie Analyse

Fleißiger Helfer der Pharmabranche

Analyse vom 05.02.2023

von Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Die Pharmabranche ist ein riesiges Wachstumsfeld. Es gibt viele große Player, die jedes Jahr Milliarden an Dollar für die Forschung von neuen Medikamenten ausgeben. Das benötigt Ressourcen und ist eine Wissenschaft für sich, die sich viele Konzerne nicht immer leisten wollen oder können. Hier kommt ICON ins Spiel. Das Unternehmen unterstützt Kunden in der Auswahl von Wirkstoffen für Medikamente und in der kompletten Phase der klinischen Studien, bestehend aus vier Teilen, in denen geprüft wird, ob ein Wirkstoff oder ein Medikament zugelassen werden kann. ICON will dabei global zur ersten und besten Anlaufstelle werden, wenn es um Informationen, Lösungen und Leistungen im Bereich der klinischen Forschung nach Medikamenten und Medizinequipment geht. Im Bereich der Branchenanalyse verwechsle ich (Jan) die Onkologie und Kardiologie – bitte davon nicht verwirren lassen und ignorieren. Danke und viel Spaß mit dem Podcast! LG Jan

1. Das Unternehmen

Historie

Gründung

ICON wurde 1990 von Dr. John Climax und Dr. Ronan Lambe in Dublin gegründet und startete mit einem kleinen Team von insgesamt fünf Personen. Seit Beginn an war die Mission der beiden Doktoren, dass sie das Leben von Patienten auf der ganzen Welt verbessern wollten, indem sie den Entwicklungsprozess von neuen Medikamenten, Geräten usw. beschleunigen. Diese Geschäftsidee ging hervorragend auf und die Expansion schritt zügig voran.

Noch vor der Dotcom-Blase ging ICON 1998 an die Börse und ist seitdem an der NASDAQ gelistet.

Expansion

Bereits im Jahr nach der Gründung eröffnete ICON ein Büro in Winchester (Südengland), worauf etliche weitere Standorte auf der ganzen Welt folgten. 1992 konnte das Büro in Philadelphia (USA) eingeweiht werden, drei Jahre später folgte Deutschland und anschließend Tokio (Japan). Seit 1998 ist ICON auch in Südamerika vertreten und 2002 expandierte das Unternehmen nach Südafrika. Auch in Israel (1999) und Indien (2005) ist ICON präsent.

Das Tempo der Eröffnungen neuer Standorte ging zugleich einher mit diversen Akquisitionen von Unternehmen auf der ganzen Welt. ICON beharrt zwar selbst darauf, dass der Großteil des Wachstums organisch erzielt wurde, aber ohne die Vielzahl an Übernahmen (in fast jedem Jahr) wäre die Entwicklung wohl kaum möglich gewesen. Auf diese Weise konnte auch das eigene Angebot an Leistungen immer wieder erweitert werden. Speziell in der Gesundheitsbranche gehören Übernahmen zu einem wesentlichen Bestandteil der Expansionspolitik um bspw. neue Entwicklungen aufzukaufen, ohne die ersten Entwicklungsschritte durchführen zu müssen. Bei ICON spielt dies zwar keine besondere Rolle, aber dafür konnte mit einer Vielzahl an Käufen die Position als Marktführer innerhalb von rund 30 Jahren erreicht werden. Ausschlaggebend war letztendlich die Akquisition von PRA Health Sciences in 2021.

Marktmacht durch Akquisition von PRA Health Sciences

Durch die Übernahme von PRA Health Sciences beschäftigt ICON heute insgesamt rund 40.000 Mitarbeiter und gilt laut eigener Aussage als fortschrittlichstes Unternehmen im Sektor der Gesundheitswissenschaft und ist damit die weltweit größte klinische Auftragsforschungseinrichtung (CRO). Der Konzern unterhält dafür mehr als 100 Standorte in rund 50 Ländern.

PRA Health Sciences war selbst ein Auftragsforschungsinstitut aus den USA, welches bereits 1976 gegründet wurde. Zwischenzeitlich hatte die bekannte Beteiligungsgesellschaft KKR das Unternehmen im Jahr 2013 übernommen und mit einer weiteren Fusion für einen Wachstumsschub gesorgt. Der wohl größte Durchbruch in der Unternehmensgeschichte war die Beteiligung am Durchbruch des Wirkstoffs, mit dem Hepatitis C behandelt werden kann.

Mission, Werte und Nachhaltigkeit

Mission

ICON sieht es als eigene Mission an, das Leben der Patienten zu verbessern, indem die Entwicklung von Arzneimitteln und Geräten mit innovativen Lösungen beschleunigt wird. Das Unternehmen bestätigt die erfolgreiche Umsetzung des Ziels selbst und gibt an, dass es bei 18 der 20 bestverkauften Medikamente an der Entwicklung beteiligt war.

Eins ist naheliegend: ICON schreibt den eigenen Qualitätsstandards einen hohen Stellenwert zu, welche den Anforderungen der Kunden, Patienten und Behörden gerecht werden sollen. Dadurch möchte das Unternehmen u. a. die eigene Vision in die Realität umsetzen, in der sich ICON als bevorzugten Partner in der klinischen Entwicklung sieht.

Werte

Auch bei den Werten von ICON wird deutlich, welche Aspekte in der Branche besonders geschätzt werden. Immer wieder betont der Konzern diverse Systeme für das Management und die Sicherstellung der hohen Qualität. Darüber hinaus möchte ICON die eigene Mission mit einer besonderen Kultur der Eigenverantwortung umsetzen, welche auch OwnIt@ICON genannt wird. Wie heutzutage üblich, werden Werte wie Integrität, Zusammenarbeit und Inklusion dabei hervorgehoben. Zudem nennt ICON auch die geforderte Agilität, die ein Unternehmen zwar generell vorweisen sollte, aber die natürlich speziell von einem Forschungsunternehmen gefordert wird.

Nachhaltigkeit

In Bezug auf die Thematik der Nachhaltigkeit und ESG-Ziele zeigt sich ICON sehr transparent und gibt, im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, auch einen (aus meiner Sicht (Jan)) leicht verständlichen Überblick über die bisherigen Fortschritte. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, zumindest nicht in der einfachen Nachvollziehbarkeit.

ICON möchte nicht nur selbst nachhaltig handeln, sondern diesen Einfluss auch auf die eigenen Mitarbeiter ausüben und in sämtlichen Gesellschaften, in denen man tätig ist, etwas Positives bewirken. Die Ziele stützen sich dabei einerseits auf das Gesundheitswesen, das durch die eigene Forschung verbessert werden soll. Außerdem fördert ICON Werte wie Diversität, Inklusion und Zugehörigkeit und möchte bis 2025 auch ein geschlechtergerechtes, ausgeglichenes Verhältnis auf der Ebene der Vice Presidents des Konzerns schaffen. Bisher ist dies zu 80,00 % umgesetzt worden. Den Mitarbeitern möchte der Konzern zudem die bestmögliche Erfahrung bieten und Talente fördern.

Des Weiteren verfolgt ICON natürlich auch Ziele in Hinblick auf die Umweltthematik und möchte hier bis 2025 nur noch erneuerbare Energien verwenden, wobei der bisherige Fortschritt mit 8,00 % noch nicht sonderlich nennenswert ist. Bis 2030 soll der Energieverbrauch darüber hinaus um 20,00 % reduziert werden (aktuell 8,00 % weniger gegenüber 2018) und bei den Kohlenstoffemissionen soll die Nettonull erreicht werden (aktuell 16,40 % weniger als 2018).

Aktionärsstruktur

Der größte Anteilseigner von ICON ist Massachusetts Financial Services (einer der ältesten Vermögensverwalter der Welt) mit einem Aktienpaket in der Größe von 9,78 %. Darauf folgt der Verwalter Capital Research & Management mit 8,05 % und WCM Investment Management mit 7,57 %. Auch Invesco hält 5,65 % der Aktien und der letzte Verwalter mit einem Anteil von über 5,00 % ist Wellington Management mit 5,21 %. Insgesamt sind dies alles bekannte Unternehmen aus der Finanzdienstleistungsbranche, aber keine auffälligen Aktionäre. Der Mitbegründer Dr. John Climax besitzt laut ICON immerhin noch 0,62 % der Aktien.

Geschäftsmodell

Einleitung

„Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.“ Mit diesem Zitat beschrieb Ludwig Börne im frühen 19. Jahrhundert das ewige Dilemma der Menschheit. Auch heute gibt es noch unzählige Erkrankungen, die weder komplett verstanden noch geheilt werden können. Unternehmen aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesundheitsbranche haben sich zur Aufgabe gemacht, dies zu ändern. Einer der wichtigsten Aspekte dabei: Die Entwicklung und Erforschung neuer Behandlungsmethoden und Medikamente. Der Zulassungsprozess medizinischer Produkte und Arzneimittel gestaltet sich für Unternehmen aus der Pharmabranche jedoch in aller Regel kostspielig und zeitintensiv – und ist zudem mit erheblichen regulatorischen Hürden verbunden. Eine Herausforderung, die für viele kleine oder mittlere Biopharma-Unternehmen nicht eigenständig zu bewältigen ist.

Genau hier setzt das Geschäftsmodell von ICON an, indem man für Kunden aus der Pharmabranche den Prozess der klinischen Studien unterstützt, aber auch im Vorhinein bei der Wirkstoffauswahl. Bevor wir uns anschauen, was das Unternehmen genau macht, hier nochmal zu den Grundlagen der klinischen Studien (Phase I-IV), die ein Medikament durchlaufen muss, bevor es zugelassen werden kann.

Vom Molekül zur Medizin

ICON bietet ein umfassendes Angebot an Beratung, klinischen Entwicklungs- und Vermarktungsdienstleistungen über ein globales Netzwerk von Niederlassungen in 46 Ländern an. Weltweit ist das Unternehmen dabei mitunter führend. Die Kunden des Konzerns sind dabei sowohl private Unternehmen als auch Regierungen und öffentliche Gesundheitsorganisationen. Die meisten der größten Pharmakonzerne weltweit haben eine Partnerschaft mit ICON. Das Ziel ist es, die Entwicklung von Medikamenten, aber auch die der medizinischen Geräte mit innovativen Lösungen zu unterstützen und zu beschleunigen.

Die Kunden können dabei auswählen, in welchem Ausmaß sie von ICON unterstützt werden wollen. Hier gibt es sowohl Stand-Alone-Services für einzelne Abschnitte der Forschung und Entwicklung, aber auch der komplette Entwicklungszyklus kann outgesourced (Full-Service-Delivery) werden. So kann sich im Endeffekt jeder auf seine eigenen Stärken konzentrieren.

Viele kleine oder mittlere Pharmaunternehmen sind nicht dazu in der Lage, den beschriebenen, kosten- und zeitintensiven Prozess klinischer Studien zur Zulassung ihrer potenziellen neuen Medikamente eigenständig zu bewerkstelligen. ICON übernimmt als Contract Research Organisation (Auftragsforschungsinstitut) für diese Unternehmen aus der Gesundheitsbranche den gesamten Prozess von der präklinischen Studie bis zur regulatorisch aufwendigen Zulassung bei den Behörden. Dadurch kommen mit Kunden langfristige Verträge und damit planbare und wiederkehrende Einnahmen zustande. Die Leistungen, die das Unternehmen bei der Durchführung klinischer Studien in den verschiedenen Phasen für Auftraggeber erbringt, sind so vielfältig wie komplex: Neben anfänglicher strategischer Planung, der Durchführung von Studien im Labor und am Menschen mittels einem eigenen Pool an Probanden, medizinischem Monitoring und Qualitätskontrollen, erfolgt auch die Abwicklung der Zulassung und die Beratung in Bezug auf die globale Vermarktung des neuen Medikaments durch ICON. Im Ergebnis bietet das Unternehmen seinen Kunden eine einzigartige Full-Service-Lösung mit Erfahrung und Expertise in den verschiedenen Aufgabenbereichen klinischer Studien.

Wachstumsstrategie

Die Skalierung von ICON soll global weiter vorangetrieben werden. Dabei setzt das Unternehmen auch immer mehr auf cloudbasierte Lösungen, die auch u. a. mithilfe von künstlicher Intelligenz zu schnelleren Resultaten, vor allem in der Wirkstoffentwicklung führen sollen. Durch die globale Vertretung ist auch der Zugang für ein breiteres bzw. diversifizierteres Portfolio an Testpersonen vorhanden, was ebenfalls einen guten Vorteil bringt.

ICON geht außerdem davon aus, dass das Outsourcing einzelner Prozesse in einer zunehmend globalen Welt auch in der Pharmabranche immer weiter zunehmen wird. Allein die Erhöhung der Gewinnmargen bei Medikamenten ist ein lockender Anreiz für große Konzerne, einen auf klinische Forschung spezialisierten Konzern anzuheuern, anstatt für jedes neue Medikament ein neues Team zusammenzustellen. In der Vergangenheit waren es vor allem größere Konzerne, die das Angebot von ICON wahrgenommen haben. Zuletzt findet dieser Trend auch immer mehr Anhang bei kleineren und mittelgroßen Firmen, die auch darin bestrebt sind, ihre Entwicklungseffizienz voranzutreiben.

Burggraben

Einleitung

Wie bereits zu Beginn im Kapitel des Geschäftsmodells ausführlich beschrieben, ist ICON ist eine weltweit führende Clinical Research Organisation (CRO), was zu Deutsch nicht anderes als Auftragsforschungsinstitut bedeutet. CROs sind also Dienstleistungsunternehmen, die für die Arzneimittel und Medizinprodukte produzierende Industrie tätig sind. Die von ICON angebotenen Dienstleistungen werden zum Großteil von Pharmaunternehmen in Anspruch genommen, aber auch von staatlichen und öffentlichen Gesundheitsorganisationen.

Ein hervorzuhebender Burggraben ist vor allem die starke Expertise und das breite Angebot des Unternehmens im Bereich der klinischen Studien. Das Unternehmen hat ein erfahrenes Team von medizinischen und wissenschaftlichen Experten, die in der Lage sind, komplexe klinische Studien durchzuführen und das Wissen der Branche in die Dienstleistungen des Unternehmens einfließen zu lassen. Dies ermöglicht es ICON, seinen Kunden eine breite Palette an hochwertigen Dienstleistungen im Bereich der klinischen Forschung, einschließlich Planung, Durchführung und Analyse von Studien sowie Regulierungsbetreuung als Teilpaket oder als Full-Service-Programm (sowie es das Unternehmen bezeichnet), zur Verfügung zu stellen. Durch die globale Präsenz mit Niederlassungen in über 40 Ländern und einem Netzwerk von mehr als 41.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen in der Lage, seine Dienstleistungen weltweit anzubieten und so eine breite Kundenbasis zu erreichen.

Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser ICON aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.

Externe KraftStärkeBegründung
Rivalität unter bestehenden WettbewerbernStärke2/5Begründung

Als Auftragsforschungsinstitut in dieser hoch spezialisierten Branche im Bereich der klinischen Forschungen, konkurriert ICON mit nur wenigen großen Unternehmen, die ebenfalls ähnliche Dienstleistungen anbieten. Allerdings bedarf es für einen großen Wettbewerb in diesem Markt nicht viele Mitbewerber, um eine hohe Konkurrenz vorzuweisen. In Bezug auf diese ist die Rivalität bzw. der Wettbewerb als dementsprechend hoch einzustufen. Je höher die Intensität des Wettbewerbs, desto geringer ist die Gewinnmarge von ICON und desto höher sind die Anforderungen an die Effizienz und die Innovation. In Anbetracht der angeführten Argumente können hier nur 2 Stärkepunkte vergeben werden.

Bedrohung durch neue WettbewerberStärke4/5Begründung

Das Eindringen neuer Unternehmen in den Markt als Konkurrenz zu ICON scheint uns erschwert. Der Markteintritt neuer Wettbewerber birgt aus unserer Sicht hohe Hürden, da es ein hohes Maß an spezialisiertem Wissen und Ressourcen erfordert, um erfolgreich in diese Branche einzusteigen. Als eine stark regulierte und spezialisierte Branche bietet die klinische Forschung kaum Raum für neue Marktteilnehmer. ICON hingegen kann hier mit Stärke glänzen, indem der Konzern auf eine Expertise von 4 von 5 Punkten zurückgreifen kann.

Verhandlungsmacht der LieferantenStärke3/5Begründung

Da ICON ein Dienstleistungsunternehmen ist und keine Rohstoffe oder Materialien im klassischen Sinne kauft, hat die Macht der Lieferanten auf den ersten Blick keinen großen Einfluss. Um jedoch klinische Studien durchführen zu können, benötigt das Unternehmen die Verfügbarkeit des Rohstoffes „Mensch“. Das Unternehmen ist also davon abhängig, geeignete sowie willige Patienten zu rekrutieren, um die entwickelten Wirkstoffe bzw. das zu untersuchende Medikament testen zu können. Die Verfügbarkeit geeigneter Patienten für die Aufnahme in Studien hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören u. a. die Größe der Patientenpopulation, die Zulassungskriterien und die Überweisungspraktiken von Ärzten, die wahrgenommenen Risiken und Vorteile des untersuchten Medikaments und die Verfügbarkeit alternativer Medikamente, einschließlich Medikamente, die separaten klinischen Studien unterzogen werden. Eine unzureichende oder unangemessene Patientenregistrierung kann daher zur Beendigung oder Verzögerung einer Studie führen, die ebenso mit erheblichen negativen finanziellen Auswirkungen einhergeht. Entkräftet wird die Verhandlungsmacht der Lieferanten durch die Möglichkeit, klinische Studien mittels mathematischer Modelle oder Computer-Modelle, die ohne menschliche Probanden die Wirksamkeit und Sicherheit eines Produkts mittels einer Simulation untersuchen, durchzuführen. Dies kann jedoch eine echte Studie nie ersetzen. Somit sehen wir 3 Punkte als angemessen an.

Verhandlungsmacht der KundenStärke2/5Begründung

Wie bereits erwähnt, ist ein hoher Anteil der Kunden große Pharmaunternehmen oder Biotechnologie-Unternehmen, die in der Regel starke Verhandlungsmacht haben. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dass ICON von einigen wenigen Großkunden abhängig ist. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich 31,60 % der Gesamtumsätze auf die fünf größten Kunden, davon generierte ein einzelner Kunde allein 8,00 % des Jahresumsatzes. Im Jahr zuvor, also 2019, wurden sogar 37,60 % der Umsätze von den fünf wichtigsten Kunden erzielt. Der größte Kunde trug 12,50 % und der zweitgrößte einen Anteil von 10,20 % bei. Der Verlust oder ein erheblicher Rückgang der Aufträge einer oder mehrerer dieser Schlüsselkunden könnten sich erheblich nachteilig auf ICON’s Betriebs- und Finanzergebnisse auswirken. Eine Kompensation dieses möglichen Verlustes kann aus unserer Sicht kurz- bzw. mittelfristig kaum bis gar nicht ersetzt werden. Kunden könnten zudem die Nutzung der angebotenen Dienstleistungen ganz einstellen oder einige Projekte fristlos oder kurzfristig stornieren (laut Unternehmen ist dies auch in der Vergangenheit bereits passiert). Als Grund wird hier das Versagen der getesteten Produkte und somit unerwartete oder unerwünschte klinische Ergebnisse des Produkts angegeben. Ebenso kann eine Entscheidung, dass eine bestimmte Studie nicht mehr notwendig oder durchführbar ist, negative Auswirkungen für ICON haben. Daher empfinden wir nur 2 von 5 Punkte als passend.

Bedrohung durch ErsatzprodukteStärke4/5Begründung

Bedrohung durch Ersatzprodukte oder -dienstleistungen: Dies bezieht sich darauf, wie leicht es für Kunden ist, von den Produkten oder Dienstleistungen von ICON auf Ersatzprodukte oder -dienstleistungen umzusteigen. Pharmaunternehmen oder staatliche sowie öffentliche Gesundheitsorganisationen sind oft nicht in der Lage, den langwierigen und kapitalintensiven Prozess von klinischen Studien auf sich zu nehmen. Es gibt zwar, wie erwähnt, einige alternative Methoden zur Durchführung von klinischen Studien, wie z. B. die Verwendung von Computersimulationen. Diese sind jedoch auch wieder sehr kostenintensiv und erfordern ein hohes Maß an Expertise. Aus unserer Sicht gibt es keine wirklichen Ersatzprodukte, wodurch realistische 4 von 5 Punkte vergeben werden könnten.

Burggraben-Rating

mit Porters Five Forces

Gesamt: 15/25

Geschäftsführung

Dr. Steve Cutler

Dr. Steve Cutler ist seit März 2017 als CEO bei ICON angestellt und war zuvor bereits drei Jahre als Chief Operating Officer und rund zwei Jahre als Group President für die klinischen Forschungsdienstleistungen für den Konzern tätig.

Bevor Dr. Cutler zu ICON wechselte, arbeitete er bereits bei unterschiedlichen Unternehmen aus der Branche. Seine Karriere begann bei Sandoz (heute Teil von Novartis) in Australien und Europa, wo er verschiedenen Tätigkeiten nachging. Danach war er für circa 14 Jahre bei Quintiles (dieselbe Branche wie ICON) in diversen Führungspositionen auf verschiedenen Kontinenten beschäftigt. Bevor er schließlich zu ICON wechselte, konnte er bei Kendle noch Erfahrungen als Chief Operating Officer und später CEO sammeln.

Ursprünglich studierte Dr. Cutler an der University of Sydney und promovierte hier auch. Seinen Masterabschluss in Business Administration erwarb er in Birmingham.

Im vergangenen Geschäftsjahr erhielt Dr. Cutler eine Gesamtvergütung in Höhe von rund 9,60 Mio. USD, was 10,81 % über dem Vorjahreswert liegt. Während sein Grundgehalt (1,15 Mio. USD) sogar geringer ausfiel, sorgten vor allem Boni für den Anstieg.

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