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Rollins Aktie Analyse

112 % Rendite mit nur 29 % Risiko?

Aktualisiert am 19.06.2026. Analyse vom 19.06.2026

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Auf der Suche für unser langfristiges Dividendenportfolio haben wir uns auf Aktien konzentriert, die sich seit mehreren Jahrzehnten in stabilen technischen Aufwärtstrends mit entsprechender Kursrendite befinden. Eine dieser Aktien ist die des US-amerikanischen Unternehmens Rollins Inc., welches eine über 100 Jahre alte Historie besitzt. In der Vergangenheit war das Unternehmen im Bereich Marketing, Öl und Gas tätig, ist nun aber wieder zum Kerngeschäft, der Ungezieferbekämpfung zurückgekehrt. Ob das Unternehmen nun interessant ist, haben wir für dich in dieser Analyse herausgefunden.

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Durch die Veränderung des globalen Klimas, haben sich bereits in den letzten Jahren die tropischen und subtropischen Zonen Richtung der Pole verschoben. Das geschieht durch einen Wandel der Meeresströme. Die Erwärmung des tropischen Ozeans führt dazu, dass sich die warmen Meeresregionen vergrößern. Klimaforscher gehen von 100-200 Kilometern pro Grad Erwärmung der jährlichen Durchschnittstemperatur aus.

Der Bruder von Gary Rollins, dem CEO des Unternehmens, ist Richard Randall Rollins. In seinem Besitz waren laut Marketscreener knapp über 50 % der Aktien des Konzerns, allerdings verstarb er im Jahr 2020. Nun befinden sich die Aktien in seinem Nachlass und sind deshalb wohl weiterhin im Familienbesitz. Rollins kann daher durchaus als Familienunternehmen betrachtet werden, denn sowohl die Führung als auch die Mehrheit der Anteile liegen innerhalb der Familie Rollins.

Einige der Folgen sind bereits jetzt in Deutschland zu sehen: Tier- und Insektenarten, die noch vor 10 Jahren lediglich auf der italienischen Seite der Alpen zu finden waren, finden sich nun hier in unseren Breitengraden. Viele der neuen Tierarten, z. B. Termiten, gelten als Schädlinge und können sich durch die Verschiebung der Klimazonen immer weiter ausbreiten. Die Tiere leben nur in warmen Breitengraden (siehe Abb. 8) und ernähren sich von Holz, Humus oder Gras. In den Vereinigten Staaten sind sie bereits seit langem eine große Plage, vor allem weil dort deutlich mehr mit Holz gebaut wird als in Europa.

In dieser Abbildung sind die Klimazonen nochmal zu sehen. Klar erkennbar ist die Übereinstimmung von Termitenausbreitung und subtropischen sowie tropischen Breitengraden.

All das soll die Einleitung für das Geschäftsmodell von Rollins sein. Das Kerngeschäft ist Termiten- und Schädlingsbekämpfung, fast überall auf der Welt (auch wenn im Moment nahezu der komplette Umsatz in den USA generiert wird). Schädlingsbekämpfung ist und wird höchstwahrscheinlich auch in Zukunft immer ein lukratives Geschäft bleiben und Rollins baut das eigene immer weiter aus.

Termiten- und Schädlingsbekämpfung

Als Dienstleistungsunternehmen sorgt Rollins für die Schädlingsbekämpfung bei privaten sowie kommerziellen Kunden. Dazu gibt es mehrere hundertprozentige Tochterunternehmen/Franchises, von denen wir die wichtigsten in Abb. 10 abgebildet haben. Die meisten haben jeweils noch einen Schwerpunkt wie z. B. Bekämpfung von Nagern (Northwest Exterminating) oder sind nach operierenden Ländern/ Regionen aufgeteilt.

Die Preisgestaltung ist abhängig von der jeweiligen Kundensituation. Also wie schlimm ist der Schädlingsbefall, wieviel Aufwand muss betrieben werden, um die Schädlinge rauszubekommen etc. Wir haben uns das genauer angeschaut und dabei die jeweiligen Marken bzw. Franchise untersucht, die Rollins betreibt.

Zusätzlich zur direkten Bekämpfung lassen sich über die Tochterunternehmen von Rollins auch Reparaturen und Präventationsmaßnahmen, nach oder noch vor dem Schädlingsbefall, buchen.

Orkin (Franchise)

Orkin wurde 1964 von Rollins zu hundert Prozent aufgekauft. Das Unternehmen gab es davor bereits sehr lange und zwar seit 1901. Das Unternehmen fokussiert sich auf die Schädlingsbekämpfung von Schädlingen für private und kommerzielle Kunden. Man betreibt sogar ein eigenes Ausbildungszentrum für Angestellte, um das Wissen über die verschiedenen Arten von Schädlingen und deren Bekämpfung zu vertiefen.

Die Schädlinge, die Orkin bekämpft, reichen von Ameisen, über Kakerlaken bis hin zu Termiten.

Um das Wachstum der Marke Orkin voranzutreiben bietet Rollins ein Franchise-Programm im Stil von Subway an. Das soll vor allem dazu dienen, in Märkte und Regionen vorzudringen, bei denen es sich nicht lohnt ein komplettes Ökonomie-System aufzubauen inkl. Infrastruktur.

Critter Control (Franchise)

Critter Control hat sich auf die Bekämpfung von Tieren fokussiert. Es geht hier also weniger um Insekten, stattdessen mehr um Ratten im Keller, Maulwürfe im Garten und Eichhörnchen im Dachgestell. Zusätzlich zur Entfernung bietet man auch direkt die Reparatur von Beschädigungen durch wilde Tiere an.

Auch hier arbeitet Rollins teilweise über ein Franchise-Konzept. Einige der Franchise-Unternehmen wurden jedoch wieder komplett zurückgekauft. Das Unternehmen ist bereits seit über 40 Jahren aktiv.

Historie

Die Vorgeschichte

Auch wenn Rollins selbst erst 1948 gegründet wurde, so beginnt die Historie des Unternehmens schon Ende des 19. Jahrhunderts. 1893 wurde bspw. die Waltham Pest Control gegründet, welche später von Rollins übernommen wurde. Relevant ist zudem vor allem die Entstehung von Orkin im Jahr 1901 — das Unternehmen, dessen Akquisition durch Rollins später zu einem historischen Ereignis wurde. Der Gründer von Orkin hatte bereits im Alter von 14 Jahren mit dem Verkauf von Rattengift begonnen.

Die Gründung von Rollins

Die Brüder John W. Rollins und O. Wayne Rollins gründeten 1948 die Rollins Broadcasting Co. mit der simplen Idee, dass man über eine jüngst erworbene Radiostation Werbung für den Autohandel von John machen würde. Im Laufe der Zeit kaufte man weitere Radiostationen dazu, aber widmete sich auch anderen Bereichen wie dem Fernsehen. 1960 gehörten sechs Radio- und drei TV-Stationen im Osten der USA zum Unternehmen.

Im weiteren Verlauf begann Rollins mit Übernahmen von anderen Unternehmen. Zunächst im selben Sektor mit einem Geschäft für Außenwerbung und weiteren Rundfunksendern, wobei man auch geografisch weiter Richtung Westen und Süden (Mexiko) expandierte, aber dann auch in komplett fremden Branchen: 1964 kaufte man sich bspw. in den Kosmetik-Bereich und Anbau von Zitrusfrüchten ein. Auch wenn die Geschäftsfelder kaum unterschiedlicher sein könnten, folgte die bedeutendste Übernahme erst danach — und diese ging in die Geschichte ein…

Übernahmen

1964 wendete man rund 62 Mio. USD für die Akquisition von Orkin auf. Heute wären das inflationsbereinigt über eine halbe Milliarde USD. Das Besondere an der Übernahme war die finanzielle Situation von Rollins, denn die Akquisitionssumme betrug mehr als das Siebenfache von Rollins Umsatz. Man arbeitete also mit einem enormen Hebel auf das eigene Kapital und der Fall war damals so außergewöhnlich, dass er später auch als Fallbeispiel an der Harvard Business School verwendet wurde.

Aber damit noch nicht genug: Der riskante Schritt ist die eine Sache, hinzu kommt aber, dass die Geschäftsführung von Rollins überhaupt keine Ahnung von der Branche von Orkin hatte. Durch Kontakte zu anderen Größen aus der Branche bekam der Konzern aber das nötige Kapital, um die Übernahme zu tätigen. Mit mehr als 800 Büros in 29 Staaten war Orkin bereits ein enorm großes Unternehmen und Rollins konnte die eigenen Möglichkeiten im Werbebereich hier nun nutzen. Gewissermaßen war diese Akquisition auch wegweisend für die weitere Geschichte des Konzerns, denn es folgten unzählige weitere Übernahmen.

Als nächstes stieg man in das Geschäft der professionellen Instandhaltung von Gebäuden ein, dann baute man die Präsenz im Segment der Schädlingsbekämpfung weiter aus, wo Orkin ja bereits tätig war.

1965 entschied das Management schließlich, dass der Name Rollins Broadcasting nicht mehr wirklich passte und reduzierte diesen auf Rollins. Zugleich expandierte man auch geografisch mit dem Geschäft der Schädlingsbekämpfung in andere Länder wie Mexiko. Drei Jahre später erhielt Rollins keine Verlängerung der Genehmigung für den Betrieb von zwölf Radiostationen, denn es habe grobes Fehlverhalten und Betrug durch die Manager des Senders gegeben. Man bezog sich auf die Beziehung zwischen dem Sender und einer Werbeagentur, welche angeblich verheimlicht wurde. Dieser Zeitpunkt in der Historie ist insofern von Relevanz, da damit das Ursprungsgeschäft des Unternehmens angegriffen war — dennoch verbuchte man Ende der 1960er-Jahre Rekordumsätze. Man hatte das Geschäft also erfolgreich diversifiziert.

Im weiteren Verlauf weitete man die Tätigkeit noch weiter aus und gründete z. B. eine Tochter, welche führend im Bereich der ersten Alarmsysteme für Einbruch und Feuer war. In den 1970er-Jahren stieg man im Rahmen von Übernahmen in das Öl- und Gasgeschäft ein, erweiterte das Angebot für Heimwerker und die Werbesparte und begann auch mit einem Ankaufsdienst für jegliche Dinge (von Möbeln bis hin zu Booten). Bei der Gebäudewartung wurde man zu einem der größten Dienstleister und weitete das Angebot der Leistungen stetig aus. Nachdem Orkin mit der Rasenpflege begann, gründete man bald darauf ein separates Rasenpflegeunternehmen, Orkin Lawn Care, das Düngung, Unkraut- und Insektenbekämpfung sowie Aussaat im Angebot hatte.

Insgesamt wirkt das gesamte Geschäftsmodell zu der damaligen Zeit sehr umfangreich und für Anleger schon fast abschreckend. Es ist kaum zu überblicken und gar fragwürdig, wie sich ein Management in so vielen komplett verschiedenen Branchen auf Dauer gut auskennen kann: Von Werbung mit dem Betrieb von TV-Stationen über Öl und Gas bis hin zur Insektenbekämpfung.

Nachdem die Familie Rollins 1983 begann große Teile der eigenen Aktien zurückzukaufen, brach der Unternehmensgewinn aufgrund von dem schwächelnden Öl- und Gassektor ein. 1984 kam es schlussendlich zur Aufspaltung. Das gesamte Medien- und Werbegeschäft ging in Rollins Communications und die Tätigkeiten im Öl- und Gassektor in RPC Energy Services auf. Nach beiden Abspaltungen blieben bei Rollins noch die Dienstleistungen für Verbraucher im Segment der Schädlingsbekämpfung, Rasenpflege und Sicherheit. Ein großer, aber auf jeden Fall notwendiger Schritt für das Unternehmen. 1989 erreichte man erstmals wieder das Umsatzniveau wie vor den Spin-Offs.

Im weiteren Verlauf weitete man die einzelnen Tätigkeitsfelder zwar immer weiter aus und expandierte weltweit, aber man wagte sich nicht mehr in komplett fremde Branchen vor. Einige Akquisitionen die Rollins selbst für nennenswert hält sind folgende:

Börsengang

Der erste Börsengang erfolgte im Jahr 1961 an der American Stock Exchange, wobei vor allem das Listing an der NYSE sieben Jahre später relevant ist. Davon berichtet Rollins auch selbst in der eigenen Unternehmenshistorie.

Aktionärsstruktur

Geschäftsführung

Gary W. Rollins

Der Chairman und CEO von Rollins ist Gary W. Rollins, der Sohn des Mitbegründers des Unternehmens O. Wayne Rollins. Inzwischen ist er 77 Jahre alt und damit ist die Frage nach seiner Nachfolge gar nicht so unwichtig zu erwähnen — auch wenn wir ihm natürlich nur das Beste wünschen. Seit 53 Jahren ist Gary Rollins nun bei dem Unternehmen und in der gesamten Branche tätig, kennt diese daher sehr gut. Hinzuzufügen ist außerdem, dass der CEO auch außerhalb von Rollins Positionen innehält. Bei der Marine Products Corp. (Hersteller von Motorbooten) ist er Non-Executive Chairman, ebenso bei dem Spin-Off  RPC (dem ehemaligen Öl- und Gasgeschäft von Rollins).

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