
Kurzvorstellung
Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Umsatzentwicklung vieler Branchen erheblich beeinflusst. Während einzelne Bereiche der Wirtschaft mit vorübergehenden Einbrüchen zu kämpfen hatten und sich bis heute noch nicht vollständig erholen konnten, verzeichnete insbesondere der E-Commerce-Sektor aufgrund der Ausgangsbeschränkungen einen spürbaren Wachstumsschub, was mit einer überdurchschnittlichen Performance der Aktien aus diesem Sektor einherging. In den vergangenen Quartalen, Monaten und Wochen stellte sich jedoch eine Normalisierung dieses Trends sowie eine Rückkehr auf den langfristigen Wachstumspfad ein. Doch wie sieht es für die kommenden Jahre aus? Sind entsprechend der vorliegenden Prognosen und Schätzungen weiterhin überdurchschnittliche Wachstumsraten möglich? Diese Fragen beantworten wir anhand eines führenden Players in der folgenden Kurzanalyse bzw. Aktienchecks.
1. Das Unternehmen Shopify
Kurzportrait der Shopify Aktie
Die zunehmende Popularität und Verbreitung des Internets auf der ganzen Welt und die darauf aufbauende Vernetzung hat in den vergangenen Jahrzehnten die Entstehung völlig neuer Geschäftsmodelle ermöglicht und bestehende wie den klassischen Handel bzw. Commerce disruptiert. Hiervon konnte auch Shopify (WKN: A14TJP, Ticker: SHOP) profitieren, ein in Kanada beheimateter Softwarekonzern welchen wir im Rahmen dieser Analyse näher beleuchten. Zum Kerngeschäft des Unternehmens, dessen Aktienkurs sich aktuell auf rund 75,00 USD beläuft, gehört ein Baukasten für individuelle Onlineshops, welcher keinerlei Programmiererfahrung voraussetzt und von zusätzlichen Dienstleistungen abgerundet wird, doch dazu später mehr. Shopify gilt als Profiteur der Corona-Pandemie, welche ein kurzzeitig starkes Umsatzwachstum auslöste, wodurch die Anleger in diesen Wochen und Monaten eine starke Performance verbuchen konnten. In den letzten Quartalen waren die Wachstumsraten der Kanadier allerdings rückläufig, was zu einem erheblichen Einbruch des Aktienkurses führte. Inzwischen konnte sich dieser jedoch stabilisieren und im Vergleich zum Kursziel der Analysten ergibt sich ein Renditepotenzial von immerhin 18,82 %.
Historie von Shopify
Shopify – ein kanadisches Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Im Alter von nur 21 Jahren wanderte Tobias Lütke, ein deutscher Fachinformatiker nach Kanada aus. Dort programmierte Lütke, weil geeignete Software zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung stand, im Jahr 2004 mit Freunden einen Onlineshop für Snowboards und entsprechendes Zubehör. Lütke und Co. erkannten das Potenzial des noch jungen E-Commerce-Marktes und verschoben ihren Fokus auf eine Plattform zur einfachen Erstellung von Onlineshops. So wurde Shopify im Jahr 2006 geboren.
Dank seiner intuitiven Benutzeroberfläche gewann Shopify schnell an Beliebtheit, denn die Software ermöglichte auch Menschen mit wenig oder gar keiner Programmiererfahrung, sich eine Präsenz im Internet für ihr Unternehmen aufzubauen. In den darauffolgenden Jahren wurde der Funktionsumfang der Plattform kontinuierlich ausgebaut. Als wichtiger Meilenstein ist bspw. die Anbindung einer Programmierschnittstelle hervorzuheben, welche es externen Personen ermöglicht, Apps für Shopify Stores zu entwickeln.
Durch die kontinuierliche Verbesserung von Shopify – welche bis zum heutigen Tag andauert – ist die Software für Unternehmen jeglicher Größe attraktiv. So gehören sowohl KMU, als auch international operierende Konzerne zum Kundenstamm der Kanadier. Als weiteres wichtiges Ereignis ist der Börsengang von Shopify im Jahr 2015 an der NYSE unter dem Ticker SHOP zu einem Kurs von 2,80 USD hervorzuheben. Insgesamt ist festzuhalten, dass Shopify unter Lütkes Führung Dank seines im Verhältnis starken Umsatzwachstums zu einem der wichtigsten Player im E-Commmerce-Sektor mit einer Marktkapitalisierung im Wert von mehreren Milliarden USD geworden ist, für seine Anleger eine überdurchschnittliche Performance bzw. Rendite generieren konnte und voraussichtlich noch viele Quartale und Jahre eines dynamischen Wachstums vor sich hat.
Geschäftsmodell von Shopify
Das Geschäftsmodell von Shopify lässt sich vergleichsweise einfach beschreiben, zumal dieses nur aus zwei Segmenten besteht. Mit einem Umsatzanteil von 74,00 % in 2023 waren die sogenannten „Merchant Solutions“ für den deutlich überwiegenden Anteil der Einnahmen verantwortlich. Innerhalb dieses Geschäftsbereichs stellt Shopify seine Plattform für Händler zur Verfügung. Nach einer kostenlosen Testphase zahlen diese verschiedene Gebühren (es gibt also mehrere Stufen) – bspw. einen Anteil des Transaktionsvolumens. Auch für den Bezahlungsdienst Shopify Pay werden bei Inanspruchnahme Gebühren erhoben. Als weitere Einnahmequellen lassen sich folgende identifizieren:
- Verkauf einer Point of Sale-Hardware
- Verwaltung von Sendungen mit „Shopify Shipping“
- Währungsumwandlungen
Im Umkehrschluss waren die „Subscription Solutions“ zum Zeitpunkt dieses Aktienchecks für ca. ein Viertel der gesamten Einnahmen von Shopify in 2023 verantwortlich. Wie der Name bereits nahe legt, generiert Shopify innerhalb dieses Segments Abonnementeinnahmen, denn für die Nutzung der Plattform müssen die Händler wiederkehrend (also monatlich oder jährlich) Gebühren zahlen. Die Händler zahlen je nach Stufe, die sie nutzen, eine andere Summe, die an die jeweilige Stufe angepasst wird. Darüber hinaus umfassen die Abonnementeinnahmen von Shopify Umsätze, welche durch den Verkauf von Apps oder Themes bzw. Designs erzielt werden. Betrachtet man die Einnahmenstruktur bzw. vergleicht die Segmente von Shopify, so liegt auf der Hand, was der größte Hebel für das operative Geschäft ist: Die Akquise neuer Händler, welche die Software nutzen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, expandiert Shopify fortlaufend.
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