
Texas Pacific Land Aktie Analyse
Das profitabelste Energieunternehmen der Welt
Analyse vom 09.11.2025
von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung
Das Geschäft mit fossilen Brennstoffen hat nicht nur einen stark zyklischen Charakter, sondern geht darüber hinaus mit hohen laufenden Kosten für die Exploration und infolgedessen niedrigen Gewinnspannen einher – vorausgesetzt, man übernimmt die Produktion selbst. Doch wie verhält es sich, wenn einem das Land gehört, auf dem diese stattfindet? Letzteres trifft auf Texas Pacific Land zu. Einem Unternehmen, das mehr als 3.569 Quadratkilometer an Fläche im Permian Basin sein Eigentum nennen kann. Mit Margen von teilweise über 80,00 % zählt Texas Pacific Land zu den profitabelsten Unternehmen der Welt – und auch die Aktie hat sich in den vergangenen Jahren als klarer Outperformer erwiesen.
1. Das Unternehmen Texas Pacific Land
Geschäftsmodell von Texas Pacific Land
Einleitung: Texas Pacific Land als Landbesitzer
Das Permian Basin bzw. das Permische Becken ist ein sogenanntes Sedimentbecken, das sich über die US-Bundesstaaten Texas und Neumexiko erstreckt. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Rohstoffdichte im Hinblick auf Öl- und Erdgasvorkommen sowie einer hervorragenden Infrastruktur, welche in den letzten 100 Jahren errichtet wurde, gehört das Permische Becken zu den wichtigsten Fördergebieten fossiler Energieträger unseres Planeten. Zur Einordnung: Nur im restlichen Teil der USA, Saudi-Arabien und Russland wird mehr Rohöl gefördert.
Ein Großteil der Landmassen im Permischen Becken befindet sich im Eigentum von privatwirtschaftlichen Unternehmen: So besitzt und verwaltet die Texas Pacific Land Corporation eine Fläche rund 3.569 Quadratkilometern, was so groß wie das Saarland und Berlin zusammen ist. Diese Ländereien nutzt Texas Pacific Land allerdings nicht selbst, sondern verpachtet diese in erster Linie an verschiedene Energieunternehmen. Diese Strategie bzw. dieses Geschäftsmodell geht mit verschiedenen Vorteilen einher, die wir im weiteren Verlauf dieser Analyse noch detailliert thematisieren werden.
Einnahmequellen
Texas Pacific Land nutzt seine Landmassen auf verschiedene Art und Weise, um Einnahmen zu generieren. Wie eingangs bereits erläutert, umfasst dies jedoch nicht die eigenständige Nutzung, sondern vielmehr die Verpachtung der Flächen an Energieunternehmen. Diese zahlen entsprechend ihrer Produktionserlöse Lizenzgebühren an Texas Pacific Land, die selbst keinerlei Kosten für Bohrungen oder den Betrieb der Förderanlagen haben.
Dieses Haupteinnahmequelle wird durch verschiedene Randsegmente ergänzt: So erzielt Texas Pacific Land weitere Umsätze durch Wegerechte und seit einigen Jahren auch durch den Verkauf von Wasser, welches für die Öl- und Gasförderung vonnöten ist. Darüber hinaus erhebt das Unternehmen Gebühren für die Nutzung seiner Ländereien zwecks der Entsorgung von Abwasser. Auffällig ist, dass die wasserbezogenen Umsätze in letzter Zeit stark an Bedeutung gewonnen und zur Stabilisierung der Umsatz- und Gewinnentwicklung von Texas Pacific Land beigetragen haben.
Strategische Neuausrichtung
Fast 130 Jahre lang hat der Vorstand von Texas Pacific Land das Unternehmen größtenteils passiv gemanagt. Im Jahr 2016 wurde schließlich eine strategische Neuausrichtung beschlossen, um die Landmassen und Ressourcen aktiv zu vermarkten und zu nutzen. So wurde bspw. das zuvor beschrieben Wassergeschäft stark ausgebaut, was zu einem ungewöhnlich starken Wachstum der Umsätze führte. Darüber hinaus wurde das Kerngeschäft dahingehend erweitert, dass Texas Pacific Land mittlerweile auch Gebühren für die Nutzung der Infrastruktur wie Pipelines erhebt. Dass der Großgrundbesitzer diese Änderung durchsetzen konnte, deutet auf eine attraktive Verhandlungsposition hin.
Darüber hinaus arbeitet Texas Pacific Land an einer gezielten geographischen Expansion: Es werden vereinzelt weitere Flächen im Permischen Becken erworben, um nicht nur vom Wachstum der Erlöse auf bestehender Fläche abhängig zu sein, sondern diese fortlaufend zu erweitern. Unterm Strich hatte diese strategische Neuausrichtung einen erheblichen Einfluss auf die Fundamentals von Texas Pacific Land, welche wir im zweiten Kapitel unserer Aktienanalyse ausführlich betrachten werden.
Historie
Gründung von Texas Pacific Land
Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1871 zurück, als durch eine bundesstaatliche Konzession der Auftrag erteilt wurde, eine transkontinentale Eisenbahnverbindung von Texas nach Kalifornien zu errichten. Im Gegenzug gewährten die Bundesstaaten Texas, Kalifornien sowie die heutigen Gebiete von Arizona und New Mexico Landzuteilungen für jede gebaute Meile Schiene.
Bis 1881 wurden insgesamt 972 Meilen Strecke fertiggestellt, was einen Anspruch auf rund 3,5 Millionen Acres Land in Texas begründete. Nach der Insolvenz im Jahr 1888 wurde dieses Land in einen Treuhandfonds überführt, der später als Texas Pacific Land Trust bekannt wurde. Die Zertifikate des Trusts wurden an der New York Stock Exchange notiert.
Von den Schienen zum Öl
Im Jahr 1920 wurde mit der Texas and Pacific Abrams #1 in Mitchell County das erste Ölvorkommen im Permian Basin erschlossen. Wenige Jahre später folgte der Bau der ersten Pipeline in diesem Gebiet.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Mineralienvermögen unter den Ländereien von Texas Pacific Land (TPL) an die Aktionäre ausgegliedert und in das Unternehmen TXL Oil überführt. TPL behielt dabei bestimmte nicht-partizipierende Lizenzrechte (NPRI) an ausgewählten Grundstücken.
Gefolgt von dem Erwerb von TXL Oil durch Texaco, das zu diesem Zeitpunkt über mehr als zwei Millionen Acres unerschlossenes Land in Westtexas verfügte. Im Jahr 2000 wurde Chevron Texaco für 36,00 Mrd. USD übernommen und ist seither in großen Teilen des Permian Basin, einem der bedeutendsten Erdöl- und Erdgasfördergebiete der USA, für TPL tätig.
Neue Vorkommen
Nach einem langjährigen Produktionsrückgang im Permian Basin setzte ab 2010 durch die Entwicklung von Fracking eine erneute Produktionssteigerung ein, die erhebliche zusätzliche Reserven erschloss. Ab 2015 führte die intensive Erschließung vieler Flächen zu einem deutlichen Anstieg der Lizenz- und Royalty-Einnahmen von TPL.
Im Juni 2017 wurde die Tochtergesellschaft Texas Pacific Water Resources gegründet, die auf die Bereitstellung umfassender Wasserlösungen für Öl- und Gasunternehmen im Permian Basin spezialisiert ist.
Aktionärsstruktur von Texas Pacific Land
Die Aktionärsstruktur von TPL wird durch die US-amerikanische Investmentgesellschaft Horizon Kinetics mit einem Anteil von 15,60 % angeführt. An zweiter Stelle befindet sich mit 10,70 % Vanguard, gefolgt von BlackRock mit 7,90 %. Weiterhin befindet sich mit 5,00 % noch State Street Capital in der Liste.
Geschäftsführung
Tyler Glover
Glover ist President und CEO von TPL sowie Mitglied des Verwaltungsrats. Darüber hinaus bekleidet er die Position des Presidenten und CEO der Tochtergesellschaft Texas Pacific Water Resources bereits seit der Gründung des Unternehmens. Glover verfügt über rund 17 Jahre Erfahrung im Bereich Energiedienstleistungen und Landmanagement und stammt aus Midland, Texas, USA.
CEO-Vergütung
Die Vergütung von Glover basiert auf einem Grundgehalt in Höhe von 0,85 Mio. USD, welche durch Stock Awards in einem Gegenwert von 4,76 Mio. USD erweitert wird. Des Weiteren erhält der CEO 1,77 Mio. USD durch einen Non-Equity Incentive Plan. Abgerundet wird die Vergütung durch 35,10 USD, womit für das Fiskaljahr 2024 eine Gesamtvergütung von 7,41 Mio. USD erreicht wurde.
Im Vorjahr fiel die Vergütung etwas niedriger aus. Dabei waren vor allem die um 1,00 Mio. USD niedriger ausgefallenen Stock Awards entscheidend. Die Gesamtvergütung belief sich auf 6,11 Mio. USD. Für das Fiskaljahr 2022 erhielt der CEO eine Vergütung von 6,29 Mio. USD.
Lass uns Feedback da!
Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Lob, Kritik? Wir nehmen alles dankend an. Wenn du uns kostenlos unterstützen möchtest, lass uns eine Rezension auf Trustpilot da – oder schreib uns einfach auf Discord.
Newsletter
Jetzt abonnieren und keine Analyse mehr verpassen.
Transparenzhinweis
Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.
Mehr Infos unter: wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss




