
ZipRecruiter Aktie Analyse
Mit künstlicher Intelligenz gegen den Fachkräftemangel
Analyse vom 11.12.2021
von Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung von ZipRecruiter
Jobanzeigen in der Zeitung sind out. Auch die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts wird vom Internet und der Digitalisierung mehr und mehr dominiert. Heute finden Unternehmen und Headhunter ihre Mitarbeiter über Netzwerke wie LinkedIn oder Xing. Wir haben uns ein Unternehmen angeschaut, das hier seit 2010 mitmischt und uns vor allem die Frage gestellt, ob ZipRecruiter es schafft gegen die große Konkurrenz anzukommen. Dazu sei gesagt, dass jeder gute Wachstumsmarkt voll von Mitbewerbern ist. Das ist grundsätzlich ein gutes Zeichen für einen Gesamtmarkt.
1. Das Unternehmen
Historie
Idee und Gründung
ZipRecruiter wurde im Jahr 2010 von Ian Siegel, Joe Edmonds, Ward Poulos und Will Red in Santa Monica (USA) gegründet. Die Idee der vier Freunde entstand wie so häufig aus dem eigenen Bedarf nach einer solchen Lösung wie sie ZipRecruiter heute anbietet. Man erkannte also eine Marktlücke bzw. einen Missstand und wollte diese Chance nutzen.
Ian Siegel berichtete in einem Interview von den ständigen Problemen in Bezug auf die Arbeitswelt, denen er bei seiner Tätigkeit für diverse Internet-Start-ups begegnete. In der Regel waren diese Unternehmen schlichtweg zu klein, um eine eigene HR-Abteilung (Human Resources, also Personalwesen) einzurichten, sodass er sich nebenbei selbst um neue Arbeitskräfte kümmern musste. Dabei durchsuchte er dann etliche Websiten nach potenziellen Angestellten und druckte die Lebensläufe aus. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass jedes Portal eine andere Methode zur Datensammlung verwendete und somit eine klare Struktur fehlte (teilweise hatte er je nach Portal von den verschiedenen Bewerbern auch nur unterschiedliche Informationen) — insgesamt also ein riesiger ineffizienter Zeitfresser, was Ian Siegel schließlich erkannte und besser gestalten wollte.
Zudem ist bei dem Start-up hervorzuheben, dass sie seit dem 1. Tag profitabel wirtschaften. Dies trifft auf viele Technologie-Unternehmen nicht einmal zum Zeitpunkt des Börsengangs zu. Seit dem Beginn von ZipRecruiter rannten die Kunden dem Unternehmen förmlich die Türen ein, als ob es Black Friday wäre — so formulierte es Ian Siegel sinngemäß in einem Interview. Auf einen solchen Ansturm war auch ZipRecruiter zunächst nicht vorbereitet, denn damit hatte man nicht gerechnet. Zwei Jahre nach der Gründung unterstützte man bereits 10.000 Firmen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter.
Entwicklung des Produkts
Expansion
Die Aufnahme von Risikokapital zögerte das Unternehmen zunächst hinaus. 2014 erhielt es in der ersten Finanzierungsrunde schließlich 63 Mio. USD, die für die weitere Expansion genutzt werden sollten — die Summe war in Los Angeles zu dem Zeitpunkt ein neuer Rekord für eine Serie-A-Finanzierung (also die erste größere Finanzierungsrunde). Laut startupedia lag die durchschnittliche Finanzierung der Serie A im Jahr 2020 bei 15,60 Mio. USD.
Die Runde wurde von IVP (Institutional Venture Partners) angeführt, welche bereits seit 1980 tätig sind und derzeit rund 7 Mrd. USD verwalten. Insgesamt investiert man laut eigener Aussage in die “Later-Stage-Companies” (Unternehmen, die schon recht weit in der eigenen Entwicklung sind und in der Regel kurz vor dem Börsengang stehen), die am schnellsten wachsen und die “Marktführer von morgen” sein sollen. Dies sieht IVP anscheinend also auch bei ZipRecruiter so.
Mit zunehmendem Unternehmenswachstum eröffnete ZipRecruiter im Jahr 2015 einen Standort in Israel für die eigene Forschungs- & Entwicklungsabteilung. Israel ist vor allem im Bereich IT für eine ausgeprägte Start-up-Szene bekannt und das Land investiert auch selbst vergleichsweise hohe Summen in den Bereich der Forschung & Entwicklung.
2017 ging ZipRecruiter eine Partnerschaft mit Facebook ein, die das Angebot des Unternehmens auf der eigenen Plattform integrierten. Mit dem Social-Media-Riesen an der Seite konnte das Wachstum dann weiter fortgesetzt werden und 2018 berichtete man von insgesamt 430 Mio. Jobsuchenden, die die Plattform nutzten. Dem gegenüber standen rund 1,50 Mio. Unternehmen.
2018 sammelte ZipRecruiter dann noch einmal 156 Mio. an frischem Kapital ein und erreichte zu diesem Zeitpunkt das erste Mal eine Bewertung von über 1 Mrd. USD — also eine Einordnung als sogenanntes Unicorn.
Im August 2021 kündigte ZipRecruiter eine Partnerschaft mit der UFC, der weltweit besten Organisation im Bereich MMA (Mixed Martial Arts, Kampfsportart), an. ZipRecruiter möchte auf diese Weise das eigene Angebot mit der innovativen Technologie bei Millionen von Zuschauern bekannt machen. Der CEO und Mitbegründer Ian Siegel sieht vor allem eine Chance darin, dass mehr als die Hälfte aller US-Amerikaner eine neue Anstellung in Erwägung ziehen.
Laut ZipRecruiter hat die UFC weltweit mehr als 625 Mio. Fans und 166 Mio. Abonnenten im Bereich der sozialen Medien. Jährlich werden 40 Live-Events veranstaltet, die auf Fernseher in knapp 900 Mio. Haushalten übertragen werden.
Börsengang
Im April 2021 wagte ZipRecruiter den Schritt an den Kapitalmarkt und ist seitdem an der New York Stock Exchange gelistet. Den Börsengang vollzog man allerdings nicht mit einem klassischen IPO sondern mit einem Direktlisting — so wie es bspw. auch Palantir Ende 2020 machte.
Bei einem Direktlisting werden im Gegensatz zum IPO keine neuen Aktien herausgegeben, sondern Altaktionäre stellen ihre Anteile zur Verfügung. Wesentlich ist noch zu erwähnen, dass jegliche Sperrfristen für den Verkauf von Aktien, die Investoren bei einem normalen IPO haben, hier nicht existieren.
Mission, Strategie und Werte
Mission
ZipRecruiter sieht den eigenen Markt erst in der Aufbauphase und sieht gerade darin das große Wachstumspotenzial. Übergeordnet verfolgt man die Mission: Menschen aktiv mit ihrer nächsten großen Chance zu verbinden. Dies möchte man durch die Vereinfachung des gesamten Arbeitsmarkts für beide Parteien (also Arbeitgeber und -nehmer) schaffen. Dass man sich in der Pionierrolle in einem neu aufstrebenden Markt sieht, zeigt auch ein Zitat des CEOs aus dem letzten Quartalsbericht, mit welchem dieser betont man stehe erst ganz am Anfang.
Strategie
ZipRecruiter möchte das Wachstum durch eine steigende Anzahl an Arbeitgebern und Arbeitsuchenden im eigenen Netzwerk fördern, was auch relativ naheliegend ist. Insgesamt soll dies von einer intelligenter werdenden Technologie begleitet und begünstigt werden.
Werte
ZipRecruiter vereinfacht den Jobvermittlungsprozess aber nicht nur, sondern ist selbst auch als hervorragender Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Das Unternehmen gewann gleich zwei Preise von Comparably für die beste Work-Life-Balance und die zufriedensten Mitarbeiter.
Dass ZipRecruiter sehr mitarbeiterorientiert arbeitet sieht man auch am aktuellen Stand in der Pandemie, wo nicht nur alle von zuhause aus arbeiten (dies ist schließlich nichts allzu Besonderes.), sondern wo auch ein Hybrid-Modell für die Zukunft vorgestellt wurde. Die Angestellten können sich künftig aussuchen, wann sie von wo aus arbeiten — von zuhause aus oder im Büro.
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur von ZipRecruiter unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen börsennotierten Unternehmen, denn ein Großteil der Aktien befindet sich in festen Händen.
Die Investmentgesellschaften IVP (die ersten großen Investoren von ZipRecruiter), Wasatch Advisors und Wellington Management halten gemeinsam über 50 % der Unternehmensanteile. IVP hatte ich in der Historie bereits beschrieben. Wasatch (Global) Investors ist ein bekannter Small-Cap-Aktienmanager, welcher eine Überrendite anstrebt. Wellington Management verwaltet über 1 Bio. USD und gehört deshalb zu den größten Investmentgesellschaften auf der ganzen Welt.
Ward Poulos, Joe Edmonds und Willis Redd sind drei der vier Gründer von ZipRecruiter. Übrig bleibt Ian Siegel, welcher auch heute noch als CEO für ZipRecruiter tätig ist. Allerdings verkaufte er in der letzten Zeit immer wieder Aktien und gehört nicht zu den größten Anteilseignern.
Geschäftsmodell
Einleitung
ZipRecruiter geht mit dem Trend „Digitalisierung der Arbeitswelt“ und hat eine Plattform geschaffen, die das Finden von Jobs für Arbeitnehmer vereinfachen soll — und auf der Gegenseite natürlich das Finden von guten Mitarbeitern für den Arbeitgeber. Dafür hat das Unternehmen auch einen eigenen Algorithmus entwickelt, der die Genauigkeit für die Suche beider Seiten erleichtern und optimieren soll. Ein sehr interessantes Geschäftsmodell der Zukunft, wie wir finden.
Welches Problem löst ZipRecruiter?
Das Unternehmen sieht den Jobmarkt auch online weiterhin als „schmerzhaft“ ineffizient an. Seit 20 Jahren müssen sich Jobsuchende durch dutzende Portale klicken und nach den für sie passenden Angeboten suchen. Außerdem gilt es ständig up-to-date zu bleiben und jeden Tag wieder nachzuschauen, ob neue Jobangebote auf den Markt gekommen sind. Jeder, der schonmal aktiv auf Jobsuche war, kennt dieses Problem.
Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die überwältigt sind von den hunderten Angeboten, die ihnen online geboten werden, mit den angeblich besten Möglichkeiten, nach Fachkräften zu suchen. Fast schon wie in der Marketingszene — auch hier gibt es tausende Angebote, die einem aufgetischt werden und es ist als Unternehmen sehr sehr schwierig das „richtige“ auszuwählen, was am Ende auch zum bestmöglichen Ergebnis führt.
ZipRecruiter löst dieses Problem und fungiert als eine „Partnervermittlung“ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dabei gibt das Unternehmen den Arbeitgebern alle Tools an die Hand, um nach richtigen Kandidaten screenen zu können. ZipRecruiter schlägt außerdem proaktiv Kandidaten für einen Job vor.
Auf der anderen Seite werden Jobsuchende von ZipRecruiter u. a. über ein intuitives Suchsystem für passende Jobs „begleitet“, gepaart mit übersichtlichen Dashboards bspw. gefüllt mit Statusupdates zu offenen Bewerbungen. Das ist einer der Gründe, warum die App laut AppFollow seit 2017 auf Platz 1 der beliebtesten Jobsuche-Apps ist, sowohl im Google Play Store, als auch im Apple App Store. Insgesamt wird die App bei 391.900 Bewertungen mit 4,8 Sternen bewertet. Somit schneidet man besser ab als bekannte Konkurrenten wie LinkedIn, Craigslist oder Glassdoor.
Verbesserung der Matches und Kundenzufriedenheit durch künstliche Intelligenz
Wir haben es in der Überschrift und auch im Text immer mal wieder angesprochen. ZipRecruiter ist nicht nur eine einfache Vermittlungshomepage, sondern ganz nach Silicon Valley Manier ein US-High-Tech-Konzern mit einer Menge modernster Technologien, die im Hintergrund laufen.
Im Juni 2015 hat das Unternehmen in Israel ein Research & Development Center eröffnet, das Anfang 2018 eine künstliche Intelligenz hervorgebracht hat. Diese künstliche Intelligenz liest seitdem die Milliarden an Interaktionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern im Netzwerk von ZipRecruiter aus. Diese Daten werden dann ausgewertet, um die Matches und Empfehlungen auf dem Marktplatz von ZipRecruiter für beide Parteien zu optimieren.
Die Deep Learning basierte Verhaltensanalyse modelliert und analysiert Klicks, Bewerbungen, Einstellungssignale und zahlreiche andere Interaktionen, um die Ergebnisse aller Teilnehmer zu verbessern. Die Akzeptanz von Bewerbungen ist von Dezember 2017 noch 39 % auf Dezember 2020 56 % gestiegen. Das dürfte ein Indiz für die Effizienzverbesserung durch die KI sein.
Das Geschäftsmodell von ZipRecruiter unterliegt dadurch einer Art Schneeballeffekt. Mehr Daten führen zu mehr Erfolg auf beiden Seiten. Das führt zu mehr Bewerbern im Netzwerk, was wiederum zu mehr Arbeitgebern sowie zunehmenden Datensätzen führt und somit für noch mehr Optimierung des Netzwerks sorgt.
Wie verdient ZipRecruiter Geld?
Im Prinzip werden Gebühren bei ZipRecruiter nur von den Unternehmen verlangt. Dieses Konzept kennen wir auch schon von Paypal, bei dem ebenfalls Transaktionsgebühren von den Unternehmen, die Paypal verwenden, eingezogen werden. Für Arbeitsuchende ist ZipRecruiter kostenlos. Das ist der klassische Customer Focus, den man hier in gewisser Weise fährt und soll dazu führen, dass sich so viele qualifizierte Arbeitskräfte wie möglich im Netzwerk aufhalten. Vor allem in Branchen, in denen überwiegend ein Fachkräftemangel herrscht, ist das ein kluges Konzept. Bei LinkedIn oder Xing zahlt man bspw. auf beiden Seiten. Wenn man hier besser gesehen werden will, muss man auch als Arbeitsuchender eine Gebühr entrichten.
Allein in den USA haben Unternehmen laut einer Studie von IBISWorld in den Jahren 2001-2020 im Schnitt 205 Bio. USD pro Jahr für die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften ausgegeben. Davon betreffen 13 Bio. USD Ausgaben für Online-Angebote.
Um genauer zu werden: Arbeitgeber zahlen für das Einstellen von Stellenangeboten und weiteren Funktionen des Job-Marktplatzes. Kosten entstehen dabei entweder über einen Fixpreis, also z. B. für ein Jobangebot, welcher pro Tag oder pro Jahr gezahlt wird. Außerdem gibt es die Möglichkeit pro „Klick“ auf das Angebot zu zahlen. Die Höhe der Kosten orientiert sich dabei an den Anforderungen, die der Arbeitgeber für das Jobangebot hat. Desto anspruchsvoller die Anforderungen für die Ausschreibung sind, desto höher der Preis. Da sind wir wieder beim Thema qualifizierte Fachkräfte.
Burggraben
Der Burggraben von ZipRecruiter wird hauptsächlich durch zwei Faktoren bestimmt. Zum einen wurde in der Vergangenheit viel Geld in den Aufbau der Marke investiert. Der internationale Bekanntheitsgrad des Unternehmens ist in Relation zu einigen Konkurrenten zwar gering, in den USA konnte ZipRecruiter jedoch bereits Bekanntheit erlangen und eine beachtliche Anzahl von Arbeitsuchenden an Arbeitgeber vermitteln. Auf dem Technologie-Vergleichsportal G2 erreicht ZipRecruiter noch vor namhaften Konkurrenten wie LinkedIn, Indeed oder Monster den höchsten Popularitätswert in den Vereinigten Staaten, was die Beliebtheit der Dienstleistungen und der Marke unterstreicht.
Zum anderen stellt das Netzwerk von ZipRecruiter einen wichtigen Beitrag zum Burggraben dar. In Abbildung 13 ist die Anzahl zahlender Arbeitgeber pro Quartal seit 2018 dargestellt, welche die Plattform von ZipRecruiter verwendeten. Während bis zum ersten Quartal von 2020 kein eindeutiger Trend zu erkennen war, wurde in Folge der Corona-Pandemie ein starker Rückgang verzeichnet. Seit Beginn des aktuellen Geschäftsjahrs ist jedoch eine deutliche Erholung zu erkennen und zum aktuellen Zeitpunkt befindet sich die Anzahl zahlender Arbeitgeber sogar auf einem Allzeithoch.
Eine höhere Menge zahlender Arbeitgeber treibt zunächst das Umsatzwachstum von ZipRecruiter an, sorgt darüber hinaus aber auch dafür, dass die Plattform für Arbeitsuchende attraktiver wird.
Wie beim Geschäftsmodell bereits erläutert, führen die Daten, welche fortlaufend gesammelt und von der künstlichen Intelligenz ausgewertet werden, zu einer stetigen Verbesserung des Algorithmus und der Matches. Dies wird durch die folgenden Statistiken verdeutlicht.
Denn die Akzeptanz von Bewerbungen bzw. der Anteil an Matches, welche von Arbeitgebern mit einem Daumen hoch bewertet werden, ist eindeutig steigend. Weiterhin nimmt die durchschnittliche Anzahl an Tagen, nach denen ein Job auf ZipRecruiter besetzt wird, kontinuierlich ab. Während es im Dezember 2016 im Mittel noch 39 Tage dauerte, bis für eine Stellenausschreibung ein geeigneter Kandidat gefunden wurde, waren es im Dezember 2020 nur noch 16 Tage. Nach eigenen Angaben erhalten 80 % der Arbeitgeber bereits nach 24 Stunden ein Match mit einem geeigneten Arbeitsuchenden.
Porters Five Forces
Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient einer Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser ZipRecruiter aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.
| Externe Kraft | Stärke | Begründung |
|---|---|---|
| Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern | Stärke1/5 | Begründung ZipRecruiter konkurriert unter anderem mit Unternehmen, welche global operieren und zum Teil über eine erheblich größere Menge an finanziellen Mitteln verfügen. Dazu gehören zum Beispiel Microsoft, Facebook oder Alphabet. ZipRecruiter kann sich durch das intelligente Geschäftsmodell differenzieren, jedoch darf die Bedrohung durch bestehende Wettbewerber nicht unterschätzt werden. |
| Bedrohung durch neue Wettbewerber | Stärke2/5 | Begründung Besitzen potenzielle Wettbewerber nicht bereits eine hohe Bekanntheit oder einen großen Kundenstamm, so sind sie einem Henne-Ei-Problem ausgesetzt. Denn eine Jobbörse ist für Arbeitsuchende attraktiv, wenn diese von vielen Arbeitgebern genutzt wird. Umgekehrt haben Arbeitgeber wenig Interesse an Plattformen, welche nur wenige mögliche Kandidaten bietet. Daher stufen wir die Eintrittsbarrieren für unbekannte und finanziell schwache Unternehmen als hoch ein. Dennoch sollte diese externe Kraft beachtet werden. |
| Verhandlungsmacht der Lieferanten | Stärke3/5 | Begründung ZipRecruiter kooperiert mit anderen Jobbörsen, um deren offenen Stellen in die eigene Plattform integrieren zu können. Dies stellt einen wichtigen Faktor für das Unternehmenswachstum dar. Da ZipRecruiter mit mehreren „Lieferanten“ kooperiert und beide Seiten im Rahmen einer Zusammenarbeit profitieren, ordnen wir die Verhandlungsmacht der Lieferanten als eher gering ein. |
| Verhandlungsmacht der Kunden | Stärke3/5 | Begründung Die Kundschaft von ZipRecruiter besteht hauptsächlich aus den zuvor erläuterten zahlenden Arbeitgebern. Diesen Unternehmen werden flexible Zahlungsmodelle für den Zugang zur Plattform inklusive eines kostenlosen Probezeitraums angeboten, sodass die Dienstleistungen von ZipRecruiter für die meisten Kunden in Frage kommen sollten. |
| Bedrohung durch Ersatzprodukte | Stärke4/5 | Begründung Unternehmen benötigen qualifizierte Fachkräfte. Um solche zu finden, sind Online-Jobbörsen wie ZipRecruiter essenziell. Außerdem wird sich die Rekrutierungsbranche Schätzungen zufolge in den kommenden Jahren vermehrt ins Internet verlagern. Auf die Gefahr durch Automatisierung von Berufen gehen wir im Kapitel zu den Chancen und Risiken näher ein. |
Burggraben-Rating
mit Porters Five Forces
Geschäftsführung
Ian Siegel
Ian Siegel ist seit 2010 der CEO und President von ZipRecruiter. Ihm kam letztendlich auch die Idee für das Unternehmen, denn er bemerkte die Notwendigkeit einer Lösung für eine solche Jobvermittlung in seinem eigenen Arbeitsalltag.
Bevor Siegel ausschließlich bei ZipRecruiter arbeitete war er bereits in einigen Führungspositionen bei anderen Unternehmen beschäftigt. Bei Stamps.com, Rent.com und Pintage war er jeweils als Vice President aktiv und zuletzt noch bei MyLife.com als Chief Product Officer. Alle diese Unternehmen sind eher junge Internet-Firmen gewesen, die z. T. auch noch relativ klein waren. Siegel berichtete auch davon, dass manchmal keine eigene HR-Abteilung vorhanden war und er sich deshalb um neue Mitarbeiter kümmern musste — zum Glück aus heutiger Sicht, denn so kam ihm die Idee für ZipRecruiter.
Ian Siegel hat vor seiner Karriere am Oberlin College Soziologie studiert.
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