
Workiva Aktie Analyse
Langweilige Geschäftsmodelle sind die besten
Analyse vom 25.12.2022
von Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung
Wer schonmal unternehmerisch tätig war, der weiß, wie stressig Bürokratie ist. Früher oder später muss jedes Unternehmen in dieses Thema neben dem operativen Geschäft viel Energie stecken. Dementsprechend gibt es dafür auch Softwares und Möglichkeiten der Vereinfachung. Das Unternehmen Workiva setzt genau hier an. Die cloudbasierte Plattform Wdesk verbindet alle Daten und Teams innerhalb eines Konzerns, um bspw. regulatorische, finanzielle und ökologische Berichterstattung mit deutlich weniger Arbeit, als bei herkömmlichen Prozessen zu gewährleisten. Dafür konnten bereits mehr als 5.300 Organisationen weltweit als Kunden gewonnen werden, darunter drei Viertel aller Fortune 500 Unternehmen (500 umsatzstärkste Konzerne in den Vereinigten Staaten). So werden viele der Daten in Compliance und Berichten der Börsenaufsicht von Workiva gesammelt und erfasst. Das klingt vielleicht wie ein langweiliges Geschäftsmodell, ist aber sehr spannend, vor allem in Hinsicht auf das Wachstum von Workiva – und wie wir bereits erfahren haben, sind die Unternehmen mit langweiligen Kerngeschäften oft die besten. Wir haben uns Workiva in dieser Analyse genauer angeschaut.
1. Das Unternehmen
Historie
Gründung
Im August des Jahres 2008 wurde das Unternehmen WebFilings von insgesamt sechs Mitbegründern gegründet – in Kalifornien, so wie es für ein Technologie-Unternehmen typisch ist. Für den heutigen CEO Marty Vanderploeg war das damals nicht die erste Gründung und somit konnte er bereits einige Erfahrungen miteinbringen (später mehr zu seiner Person). Generell bestand das Team aus zwei Wirtschaftsprüfern und vier Ingenieuren, welche renommierte Positionen in ihren bestehenden Jobs innehielten.
Aus den Tätigkeiten der Mitbegründer lässt sich auch auf die gemeinsame Idee der Plattform Wdesk schließen, welche die Verwaltung und Einreichung von Finanzdokumenten und weiteren Unterlagen für Unternehmen vereinfachen sollte. Im Laufe der Zeit konnten die Möglichkeiten für Kunden bzw. das generelle Angebot natürlich erheblich ausgeweitet werden.
Expansion in verschiedener Hinsicht
Nachdem Mitte 2014 die Umbenennung in Workiva erfolgte, fand im Dezember 2014 schließlich der Börsengang statt. Die weitere Historie war dann geprägt von der Fortentwicklung des Angebots sowie der Expansion. Dabei konnte Workiva große Konzerne als Kunden dazugewinnen und erhielt diverse Auszeichnungen von Gartner, Forbes etc.
Im Jahr 2019 eröffnete das Software-Unternehmen Niederlassungen in Frankfurt und Paris und trieb damit die europäische Expansion des Geschäfts voran. Außerdem unterhält die Firma inzwischen auch Standorte in Amsterdam und London und auf dem Heimatkontinent in Kanada sowie in den USA.
Ebenfalls im Jahr 2019 kürte „The American Business Awards“ eine neue hilfreiche Erweiterung der Plattform von Workiva zudem zur technologischen Innovation des Jahres. Weitere Integrationen und Partnerschaften verbesserten das Nutzererlebnis immer weiter und sorgten u. a. für das stetige Nutzerwachstum.
Ein sehr wichtiger Schritt für die weltweite Expansion (speziell nach Europa) erfolgte im April 2020, als Workiva eine Lösung für europäische Unternehmen in 23 Sprachen integrierte, um ihnen bei der Berichterstattung gemäß des notwendigen Standards der ESMA (Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde) zu helfen. Zuvor war dies nur für Konzerne aus den USA möglich, welche den Regelungen der SEC (also der dortigen Wertpapieraufsichtsbehörde) unterliegen.
Im Mai 2021 weitete Workiva das Angebot für die Kunden noch einmal aus und integrierte Funktionen, die die Berichterstattung nach ESG-Standards für Unternehmen vereinfachen. Im Zuge der immer größer werdenden Bedeutung der Nachhaltigkeits-Thematik ist dies ein strategisch wichtiger Zug, von dem sich die Unternehmensführung für die Zukunft noch viel Potenzial erhofft.
Heute und die Zukunft
Eine weitere Möglichkeit zur Expansion, welche mit zunehmender Unternehmensgröße meistens folgt, ist die Akquisition von Konkurrenten oder Firmen, die das eigene Portfolio gut ergänzen. Workiva begann damit 2021 und kaufte gleich drei Unternehmen: OneCloud, AuditNet und Arelle. Diese Form des Wachstums möchte Workiva auch in Zukunft weiterhin verfolgen, als ein fester Bestandteil der Strategie, die die Zukunft bestimmen soll.
Drei weitere Aspekte, die in der jüngsten Vergangenheit wichtig für die Expansion waren, aber auch in Zukunft relevant sein werden, sind folgende Punkte:
- Kundenwachstum (u. a. durch Zufriedenheit und den Verkauf mehrerer Lösungen an einen Kunden)
- Globale Expansion (außerhalb von Nordamerika; genannt werden Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika)
- Partner-Ökosystem (Vergrößern der geografischen Reichweite und Beschleunigung der Adaption bspw. KPMG, PwC oder Oracle)
Mission, Werte und Nachhaltigkeit
Mission
Workiva verfolgt die Mission, die transparente Berichterstattung voranzubringen und zu vereinfachen, um die Welt letztendlich zu verbessern. Dies bezieht sich nicht nur auf finanzielle und nicht-finanzielle Daten eines Unternehmens, sondern auch auf die ESG-Berichterstattung, wodurch zugleich noch die Verbindung zur Nachhaltigkeit hergestellt werden kann. Natürlich agiert Workiva hier nicht direkt selbst nachhaltig, aber trägt einen Teil dazu bei, dass Firmen auf der ganzen Welt diesbezüglich transparenter auftreten.
Werte und Innovation
Das Software-Unternehmen aus den USA priorisiert sieben verschiedene Werte beim alltäglichen Geschäft. Neben dem Erfolg der Kunden stehen dabei Aspekte wie Vertrauen, Integrität und Verantwortlichkeit im Mittelpunkt, welche unmittelbar mit dem Geschäftsmodell von Workiva zusammenhängen – schließlich geht es hier um Daten, Transparenz etc.
Die letzten Werte sind Kollaboration, Inklusion und Innovation. Speziell letzterer Punkt ist wichtig, da das Unternehmen selbst hohe Wachstumsambitionen an sich selbst stellt und dies soll teilweise durch die Weiterentwicklung des Angebots möglich werden.
Intern gibt es bei Workiva den sogenannten „Ideation to Incubation”-Prozess, bei dem Mitarbeiter ihre Ideen direkt vor dem Chief Operating Officer und einem Task Force Team pitchen können. Darüber hinaus werden die zweiwöchige LINK-Konferenzen veranstaltet, an denen 2021 mehr als 450 Leute aus den globalen Forschung- & Entwicklungsteams teilgenommen haben.
Nachhaltigkeit
Wie bereits bei der Mission erläutert, setzt sich Workiva bereits im Rahmen des Geschäftsmodells für die Nachhaltigkeit bzw. eine bessere Berichterstattung gemäß der ESG-Kriterien ein. Damit soll es für Unternehmen auch möglich sein, sinnvollere Entscheidungen für eine bessere Zukunft und Welt zu treffen. Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen auch im kleinen Ausmaß in der Gesellschaft bei Projekten und spendet fünfstellige Summen.
Als wichtigste ESG-Entwicklungen innerhalb des eigenen Unternehmens führt Workiva die folgenden Punkte an:
- Vertrauen und Zugehörigkeit innerhalb des Unternehmens fördern
- Einstehen für die Wahrheit für eine bessere Kundenbindung & -zufriedenheit
- transparente Wirkung (Engagement in der Gesellschaft, Freiwilligenarbeit der Mitarbeiter, nachhaltiger Betrieb)
Darüber hinaus hat sich Workiva als Ziel gesetzt, den eigenen CO2-Abdruck zu verringern und sparsamer mit Ressourcen umzugehen. Laut eigener Aussage kann den eigenen Kunden durch das Angebot von Workiva genau dasselbe gelingen, denn sie sparen bspw. bei Mitarbeiterreisen oder dem Druck und Versand von Dokumenten ein. Zudem achtet das Software-Unternehmen bspw. auf die Verwendung von erneuerbaren Energien der Zulieferer z. B. beim Betrieb der Datencenter von AWS (Amazon).
Aktionärsstruktur
Die Mitbegründer von Workiva halten alle keine nennenswerten Beteiligungen mehr an dem Unternehmen, obwohl bspw. Vanderploeg sogar noch als CEO tätig ist. Der größte Aktionär ist die Vanguard Group mit einem Anteil von 8,67 %, worauf der Investmentmanager Riverbridge Partners mit 4,62 % folgt. Die einzigen weiteren Großaktionäre, in dessen Besitz sich mehr als 3,00 % der Anteile befinden, sind das T. Rowe Price Investment Management mit 3,63 % und der Vermögensverwalter Champlain Investment Partners mit 3,24 %.
Geschäftsmodell
Einleitung
Workiva hat es sich zur Aufgabe gemacht, transparente Berichterstattung von Unternehmen einfach möglich zu machen. Laut eigenen Aussagen „für eine bessere Welt“. Die moderne Arbeits- und Unternehmenskultur verlangt immer mehr Transparenz und Richtlinien, die von Unternehmen eingehalten werden sollen. Das betrifft Verbraucher, Mitarbeiter, Aktionäre oder andere Investoren und bezieht sich auf finanzielle und nicht finanzielle Informationen wie bspw. Umweltschutz. Die Lösungen von Workiva wurden dazu entwickelt, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Das Unternehmen ermöglicht die Rationalisierung von Prozessen sowie Verbindung von Daten und Teams innerhalb einer Organisation – und das alles innerhalb einer sicheren, kontrollierten und revisionssicheren Cloud-Plattform mit dem Namen Wdesk.
Das Geschäftsmodell ist also grundsätzlich auf einer Software-as-a-Service-Lösung aufgebaut, was wir aufgrund der skalierbaren Umsätze immer gerne als potenzielle Aktionäre sehen. Ungefähr 86,00 % der Einnahmen von Workiva stammen aus Abonnement- und Support-Gebühren, der Rest aus weiteren Dienstleistungen.
Während die Kunden von Workiva mehr als 100 verschiedene Anwendungsfälle der Plattformen nutzen, organisiert das Unternehmen sich selbst in vier verschiedenen Kerngeschäft-Feldern:
- regulatorische Berichterstattung (Regulatory Reporting)
- nicht-regulatorische Berichterstattung (Non-Regulatory Reporting)
- integriertes Risiko (integrated Risk)
- Finanzdienstleistungen (Financial Services)
Workiva-Plattform
Das Unternehmen unterstützt Kunden durch die Verbindung und Umwandlung von Daten aus Systemen für Enterprise Resource Planning (ERP), Governance, Risiko und Compliance (GRC), Human Capital Management (HCM) und Customer Relationship Management (CRM) und andere Cloud- und On-Premise-Anwendungen von Drittanbietern. Die Plattform wird genutzt, um mit Daten verknüpfte Dokumente mit großer Kontrolle, Konsistenz, Genauigkeit und Kontrolle zu erstellen, zu überprüfen und zu veröffentlichen. All das ist selbstverständlich skalierbar und flexibel, sodass Kunden alles leicht anpassen können, um ihre Geschäftsprozesse in Echtzeit zu definieren, zu automatisieren und zu ändern. All das geht mit sehr vielen Trends der modernen Marktwirtschaft. Arbeitsprozesse wandern in die Cloud und werden digitaler. Das Arbeitsumfeld wird weltweit mehr Online / Remote oder Hybrid. Die regulatorischen Vorschriften für Konzerne werden ebenfalls immer komplexer und die Anforderungen von Investoren an ESG-Datensätze immer höher.
Regulatory Reporting
Die sich immer ändernden Vorschriften und Mandate machen die Berichterstattung mit Einhaltung dieser immer komplexer. Bis vor Kurzem wurden die meisten Berichte von Unternehmen über mehrere Teams und Abteilungen in vielen globalen Standorten erstellt – das will Workiva mit der eigenen Plattform ändern. Der komplette ESG-Berichterstattungsprozess wird zentralisiert und der Einblick in Daten vereinfacht. So können Unternehmen an regulatorische Instanzen oder Investoren unkompliziert Einblicke in ihre Prozesse gewähren. Das beinhaltet z. B. SEC-Einreichungen (US-Börsenaufsicht) oder Gewinnmitteilungen und Jahresabschlüsse.
Non-Regulatory Reporting
Öffentliche und private Unternehmen, Regierungsbehörden und Hochschuleinrichtungen müssen eine große Anzahl komplexer Finanz- und Managementberichte erstellen. Eine Vielzahl von Betriebskennzahlen müssen erfasst, verfolgt, verwaltet, und dazu müssen Berichte erstellt werden. Auch das macht Workiva einfacher.
Integrated Risk
Zuerst müssen wir klären, was es mit dem Begriff „Integrated Risk“ oder „Integrated Risk Management“ überhaupt auf sich hat. Diese Begrifflichkeit wurde zuerst im Jahr 2017 vom Marktforschungsinstitut Gartner ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine Reihe proaktiver, unternehmensweiter Praktiken, die zur Sicherheit und dem Risikotoleranzprofil eines Unternehmens beitragen. Es geht im Endeffekt darum, die Risiken im breiten Kontext einer Geschäftsstrategie abzuwägen. Wenn ein neues Produkt herauskommen soll, oder eine Gegebenheit der Wirtschaft sich ändert, dann wird das in Bezug auf das Risiko für das Unternehmen bewertet. Heutige Risikomanagement-Programme, wie auch das von Workiva, beziehen IT- und Geschäftsverantwortliche eines Konzerns digital ein. Die Wirtschaft ist heutzutage immer komplexer, in Hinblick auf Globalisierung, digitale Prozesse und Abhängigkeit von Dritten, weswegen dieser Mechanismus nicht mehr wegzudenken ist.
Workiva verkauft die eigene Plattform an Teams, die u. a. in diesen Bereichen arbeiten: Unternehmensrisikomanagement, SOX-Compliance (ein US-amerikanisches Bundesgesetz, welches 2002 nach dem Enron-Skandal ins Leben gerufen wurde und die Berichterstattung von Unternehmen verbessern soll). Kunden können Daten aus allen Abteilungen sammeln und diese Informationen dann zentralisieren. So haben CEOs und CFOs immer einen ausreichenden Überblick.
Financial Services
Zu den Kunden von Workiva zählen auch Banken, Versicherungen und andere Finanzdiensleister. Diese haben nochmal ein anderes Kaliber an Vorschriften, die sie einhalten müssen. Da wäre in den USA der Dodd-Frank-Act (Änderung des Finanzmarktrechts nach der Finanzmarktkrise 2007) oder auch Basel III (eine Eigenkapitalvorschrift vom Basler Ausschuss für das Bankwesen) und viele weitere. Auch hier hilft Workiva bei der Rationalisierung von branchenspezifischen Compliance und Kapitalmarkttransaktionen.
Burggraben
Einleitung
Der Burggraben von Workiva lässt sich in erster Linie durch zwei Faktoren charakterisieren. Zum einen besitzt das Unternehmen ein starkes Netzwerk, welches aus 19 Standorten in Nordamerika, der Europäischen Union und Asien sowie mehr als 200 Beratungs- und Technologiepartnern besteht. Hierzu zählen SAP, Workday, Capgemini, Deloitte und viele weitere. Diese Partner helfen dabei, das Angebot von Workiva abzurunden und attraktiver für die Nutzer zu machen.
Eine noch wichtigere Rolle spielt, unserer Meinung nach, allerdings der Kundenstamm des Unternehmens. Wie Abbildung 4 zu entnehmen ist, konnte die Anzahl an Nutzern zwischen 2012 und 2021 von 1.421 auf 4.315 gesteigert werden, was einer Zunahme um 13,14 % pro Jahr entspricht. Zum Zeitpunkt dieser Analyse beläuft sich die Kundenanzahl bereits auf 5.541. Die Nutzer von Workiva entstammen außerdem den unterschiedlichsten Branchen, was die Abhängigkeit von der Entwicklung einzelner Industriezweige reduziert: Von Banken über Konsumgüterunternehmen bis hin zu öffentlichen Einrichtungen ist alles vorhanden.
Porters Five Forces
Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Workiva aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.
| Externe Kraft | Stärke | Begründung |
|---|---|---|
| Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern | Stärke2/5 | Begründung Der Markt für die Lösungen von Workiva ist verhältnismäßig stark fragmentiert. Auf der einen Seite konkurriert das Unternehmen mit Wettbewerbern ähnlicher Größenordnungen wie BlackLine. Auf der anderen Seiten vertreiben auch etablierte Konzerne wie Oracle Lösungen, welche sich teilweise mit den Dienstleistungen von Workiva überschneiden. Daher stufen wir die Rivalität unter bestehenden Mitbewerbern als tendenziell hoch ein. |
| Bedrohung durch neue Wettbewerber | Stärke3/5 | Begründung Grundsätzlich ist der Markt für Reporting-Lösungen aufgrund seiner dynamischen Entwicklung als attraktiv für neue Wettbewerber einzustufen. Diese haben jedoch einige Hürden zu überwinden, um ernstzunehmende Konkurrenten zu werden. Denn sie sind unbekannt und verfügen über keinen bestehenden Kundenstamm. Dennoch stufen wir die Eintrittsbarrieren insbesondere in Relation zu anderen Branchen als eher niedrig ein und vergeben daher 3 Punkte. |
| Verhandlungsmacht der Lieferanten | Stärke3/5 | Begründung Im vorherigen Abschnitt haben wir bereits das Partnernetzwerk von Workiva thematisiert, welches die Lösungen des Unternehmens ergänzt. Während dieses einen wichtigen Beitrag zum Burggraben des Unternehmens leistet, könnte der Verlust von Schlüsselpartnern auch eine erheblichen Einfluss auf die Attraktivität der Plattform haben. Als weitere Lieferanten sind AWS und GCP zu nennen. Insgesamt bewerten wir diese externe Kraft als mittelstark. |
| Verhandlungsmacht der Kunden | Stärke5/5 | Begründung Workiva verfügt über einen äußerst diversifizierten Kundenstamm, welcher von der Unternehmensführung als sehr loyal beschrieben wird. Im vergangenen Geschäftsjahr war außerdem kein einziger Abnehmer für mehr als 1,00 % der Einnahmen von Workiva verantwortlich. Zusätzlich kann ein Wechsel zu konkurrierenden Anbietern u. U. mit hohen Wechselkosten bspw. für Umschulungen der Mitarbeiter einhergehen. Daher stufen wir diese externe Kraft als schwach ein. |
| Bedrohung durch Ersatzprodukte | Stärke3/5 | Begründung Statt die Plattform und die Dienstleistungen von Workiva in Anspruch zu nehmen, entscheiden sich einige Unternehmen dafür, in eigene Infrastrukturen für das Reporting zu investieren. Allerdings kann Workiva, wie zuvor beschrieben, stetig wachsende Nutzerzahlen und hohe Kundenbindungsraten aufweisen, weshalb wir es für eher unwahrscheinlich halten, dass eine Vielzahl an Unternehmen aus diesem Grund abwandert. |
Burggraben-Rating
mit Porters Five Forces
Geschäftsführung
Marty J. Vanderploeg
Marty Vanderploeg ist Mitbegründer des heutigen Workiva und war in den ersten Jahren als Managing Director und Chief Operating Officer für das Unternehmen tätig. Sechs Jahre nach der Gründung (2014) wurde er zum President ernannt und vier weitere Jahre später übernahm Vanderploeg den CEO-Posten. Es steht also völlig außer Frage, dass er das Unternehmen gut kennt und das Wachstum der letzten Jahre zeigt zudem seine Qualitäten als Geschäftsführer.
Der CEO verfügt allerdings über weitaus mehr Erfahrungen als “nur” die 14 Jahre bei Workiva. Im Jahr 1990 mitbegründete er das Unternehmen Engineering Animation, wo er dann als Chief Technology Officer arbeitete. In seiner Position leitete er die gesamte Entwicklung von Tools für Computergrafiken, die in den verschiedensten Branchen Anwendung finden. Nachdem Engineering Animation für einige Jahre ein sehr hohes Wachstum verbuchen konnte, wurde die Firma von Unigraphics Solutions (gehört heute zu Siemens USA) im Jahr 2000 übernommen.
Vor seiner Karriere als Unternehmer war Vanderploeg fast zehn Jahre als Professor für Maschinenbau an der Iowa State University aktiv und gründete und leitete hier auch das Visualisierungslabor. Zuvor studierte er und schloss mit einem Bachelor- und Master-Abschluss im Bereich Maschinenbau ab, woraufhin er noch einen Doktortitel auf diesem Fachgebiet erwarb.
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