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Oracle Aktie Analyse

Ein alter Hase in Zeiten von Web 3.0

Analyse vom 10.07.2022

von Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Viele Hardwarehersteller sind in den letzten Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden. Unternehmen wie IBM, die früher als top-notch galten, sind aufgrund der fehlenden Anpassung ihrer Geschäftsmodelle hin zur Digitalisierung stark in den Nachteil gegenüber moderner Konkurrenz geraten. Heute haben wir bei Technologieunternehmen die Auswahl zwischen Software- und Hardwareherstellern. Viele neue Softwarehersteller sind jedoch nicht profitabel und konnten ihr Geschäftsmodell, was die Effizienz angeht, noch nicht voll beweisen. Doch was, wenn es Unternehmen gibt, die alle Komponenten von heutiger Technologie vereinen und sowohl in ihrer Software- als auch ihrer Hardwaresparte sehr erfolgreich und seit Jahren profitabel sind? Genau so ein Unternehmen ist Oracle. Bereits 1977 gegründet, beweist der Konzern Jahr für Jahr, dass ihre Produkte für Unternehmenskunden die höchsten Standards erfüllen. Dieser fundamentale Katalysator spiegelt sich auch im langfristig wunderschönen Aufwärtstrend wider. All das hat uns dazu gebracht, Oracle zu analysieren.

1. Das Unternehmen

Historie

Gründung

Oracle wurde im Jahr 1977 unter dem Namen „Software Development Laboratories“ von Larry Ellison, Ed Oates und Bob Miner gegründet. Vom Gründungsteam und im weiteren zeitlichen Verlauf ist der Mitbegründer Ellison dabei die bedeutendste Person. Er interessierte sich auch schon vor der Unternehmensgründung für Datenbanken und beschäftigte sich eingehend mit dieser Thematik, die Oracle später zum Weltkonzern machte.

Den Namen Oracle bekam dabei das erste Datenbanksystem des Konzerns, welches 1979 für die CIA (Auslandsgeheimdienst der USA) entwickelt wurde. Eine weitere Datenbank verkaufte man einige Zeit später an einen wichtigen Stützpunkt der US Air Force, was zeigt, dass man schnell namhafte Kunden für sich gewinnen konnte.

Die Umbenennung vom Unternehmen selbst erfolgte 1982 zunächst in Relational Software und dann in Oracle.

Aufstieg zum Weltkonzern

Nicht einmal zehn Jahre nach der Gründung ging Oracle schließlich an die Börse und stieg 1987 zum weltweit größten Datenbankverwaltungsunternehmen auf. Wiederum zwei Jahre später schaffte Oracle es in den Aktienindex S&P 500. In dieser kurzen Zeit ist das eine bemerkenswerte Leistung.

Den Status als Marktführer musste auch Oracle damals stetig verteidigen und aus diesem Grund war das Unternehmen auf neue Innovationen angewiesen. 1992 stellte der Konzern Oracle7 als bahnbrechende neue Datenbank vor. Drei Jahre später kündigte Ellison eine neue Produktstrategie für Oracle Software an, die für das Internetzeitalter wichtig sein würde. Nichtsdestotrotz etablierten sich neben Oracle auch andere Marktgrößen wie SAP. Gegen dieses deutsche Unternehmen reichte der US-amerikanische Konzern in 2007 Klage aufgrund einer Urheberrechtsverletzung ein.

Über den Wolken und weiteres Wachstum

2013 wurde die gesamte Oracle Database (Datenbankmanagementsystem-Software) in die Cloud überführt und das Unternehmen stieg auf diese Weise richtig in einen neuen Wachstumsmarkt ein. Im Laufe der Jahre wurde das Engagement in diesem Bereich immer weiter ausgebaut.

Im Jahr 2018 startete Oracle die erste autonome Datenbank und wagte sich damit in den nächsten Zukunftsmarkt vor. Laut eigener Aussage handelt es sich bei der genannten Datenbank um die erste ihrer Art, welche selbst-korrigierend, selbst-optimierend und selbst-verwaltend ist.

In neue Innovationen investiert Oracle aber auch mit dem eignen Start-up-Förderungsprogramm im technischen Bereich, welches bereits 2016 auf weltweit neun Zentren ausgebaut wurde. Darüber hinaus tätigte man im Laufe der Jahre etliche Akquisitionen, um die Marktstellung zu festigen und das Angebot auszuweiten. Auf der eigenen Website stellt Oracle 26 Unternehmen vor, die man seit 2011 übernommen hat. Bei einem weiteren, Cerner (IT-Spezialist aus dem Gesundheitswesen), ist die Akquisition noch im Gange. Diese Anzahl bezieht sich aber nur auf die wichtigsten, größten Übernahmen. Oracle ist generell für eine aggressive Übernahmestrategie bekannt.

Mission, Prinzipien und Nachhaltigkeit

Mission

Die Mission von Oracle umfasst die Entwicklung einer neuen Perspektive auf Daten mit der Entdeckung neuer Informationen und der Realisierung ungeahnter Möglichkeiten. Insgesamt resultiert daraus, dass man das Maximum aus der Währung der heutigen Zeit herausholen möchte – den Daten.

Engagement

Der US-Konzern engagiert sich ziemlich stark für verschiedenste Projekte und fördert, wie bereits erwähnt, auch Start-ups. Auf verschiedene Art und Weise wurden im letzten Geschäftsjahr zudem 19 Mio. USD an über 7.000 gemeinnützige Organisationen gespendet. Auffällig ist v. a. das Engagement in Indien, welches von der Summe verhältnismäßig hoch ausfällt. Zuletzt war dies auch auf Soforthilfen in Zusammenhang mit der Pandemie zurückzuführen. Ansonsten liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung von Frauen, Kindern und Wanderarbeitern.

Nachhaltigkeit

Auch auf das Thema Nachhaltigkeit legt Oracle viel Wert. Auf der eigenen Website ist man dabei in Bezug auf die Umwelt sehr transparent und zeigt die Entwicklung verschiedener Kennzahlen: Abfall, Energie, Emissionen usw.

2020 konnte man eine Reduktion der absoluten Emissionen um 44 % gegenüber dem Jahr 2015 erreichen, was das ursprüngliche Ziel von 20 % deutlich übertrifft. Auch für die nahe Zukunft hat sich der Konzern einige Ziele gesetzt:

Bis 2050 möchte Oracle, wie viele andere Unternehmen auch, die Netto-Null in Bezug auf die Emissionen erreichen. Es gibt allerdings noch diverse weitere Zwischenziele und ein gesonderter Fokus wird auf die Oracle Cloud gelegt. Mit der Cloud soll erreicht werden, dass Kunden umweltfreundlicher agieren:

Mit Oracle Cloud Infrastructure konnten wir die IT-Betriebskosten deutlich senken, den Energieverbrauch um 20 Prozent reduzieren, die Verwaltung und Compliance vereinfachen und die Skalierbarkeit bieten, die wir für unsere nachhaltigen Wachstumspläne benötigen.
– Vlad Moca, Deputy Group IT Director, KMG Rompetrol SRL (übersetzt)

Beim Betrieb der Cloud will Oracle aber auch selbst umweltfreundlich sein. Die Standorte in Frankfurt, London und Amsterdam werden bereits jetzt nur mit erneuerbaren Energien betrieben. Bis 2025 soll dies dann auf die gesamte Oracle Cloud zutreffen. Derzeit werden insgesamt 51 Standorte von dem US-Konzern mit grünem Strom versorgt.

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von Oracle zeigt gleich zwei Großaktionäre, welche gemeinsam weit über die Hälfte der Anteile halten. 42,90 % besitzt der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende Larry Ellison. Mit einem so großen Anteil kann er bereits eine einfache Mehrheit bewirken, wenn nur Anteilseigner mit 14,20 % der Aktien nicht an einer Abstimmung teilnehmen.

Der zweite Großaktionär ist die Capital Research & Management Co. mit einem Anteil von 18,40 %, welche zur US-amerikanischen Investmentgesellschaft Capital Group gehören.

Es gibt noch weitere Investmentgesellschaften und größere Anteilseigner, allerdings halten diese alle weniger als 5 % der Aktien.

Geschäftsmodell

Übersicht

Oracle entwickelt, fertigt und verkauft sowohl Software- als auch Hardwareprodukte an Unternehmenskunden. Dazu kommen Dienstleistungen, die diese ergänzen (z. B. Finanzierung, Beratung, Schulung und Hosting-Services). Das detaillierte Produktportfolio von Oracle ist riesig, nicht zuletzt wegen der zahlreichen Zukäufe und Akquisitionen. Deswegen werden wir uns auf die relevantesten konzentrieren. Ob ein Produkt/eine Geschäftssparte relevant ist, ist davon abhängig, wie umsatzstark sie im Moment ist und/oder wie viel Wachstumspotenzial sie in Zukunft bereit hält.

Oracle Cloud

Die Oracle Cloud ist die am schnellsten wachsende, globale Datenzentrum-Infrastruktur. Im Moment gibt es 20 Standorte mit Datenzentren. Die Oracle Cloud hat Kunden in 38 Ländern, inklusive 6 weiteren Regionen, die bis Ende 2022 erschlossen werden sollen. Oracle bietet mehr als 100 Cloud-Infrastruktur- und Plattformdienste an. In den meisten Regionen bietet Oracle ein Portfolio an Cloud-Anwendungen (SaaS) an. In den Bereichen Anwendungen und Infrastruktur unterstützt Oracle mit Public- und Hybrid-Cloud-Optionen den lokalen Zugriff, die regionale Compliance und eine echte Business Skalierung.

Oracle Cloud Infrastructure

Die Oracle Cloud Infrastruktur bietet Unternehmenskunden autonome Vorgänge, bereits vorintegrierte Sicherheitssysteme und skalierbare, flexible und serverlose Services. Wichtige Unternehmensanwendungen können über die Cloud Infrastruktur mit hoher Leistung und ständiger Verfügbarkeit ausgeführt werden, während die Kosten gegenüber lokalen, eigenen Datenbanken gesenkt werden. Eine Studie von IDC zum geschäftlichen Nutzen zeigt, dass Unternehmen, die Oracle Cloud Infrastructure nutzen, Vorteile in Höhe von 5 Mio. USD pro Jahr realisieren.

Unternehmenskunden kriegen von Oracle alles geboten, was sie für die Migration, Erstellung und Ausführung ihrer gesamten IT-Prozesse brauchen. Das geht von vorhandenen Unternehmens-Workloads bis hin zu Cloud-nativen Anwendungen und Datenplattformen. Die Cloud der nächsten Generation wurde entwickelt, um Anwendungen schneller, sicherer und kostengünstiger auszuführen. Oracle Cloud ist die erste Public Cloud, die von Grund auf so entwickelt wurde, dass sie eine bessere Cloud für jede Anwendung ist. Durch die Umgestaltung der Kerntechnik und des Systemdesigns für Cloud-Computing hat Oracle Innovationen geschaffen, die die Migration beschleunigen, die Zuverlässigkeit und Performance für alle Anwendungen verbessern und die vollständigen Services anbieten, die Kunden zum Erstellen innovativer Cloud-Anwendungen benötigen.

Das Cloud Adoption Framework OCI unterstützt Unternehmen beim Wechsel in die Cloud durch die Bereitstellung einer wertvollen Sammlung von Cloud-Ressourcen, Best Practices, Tutorials und Bereitstellungstools. Mit diesem Framework können Kunden eine robuste Cloud-Strategie definieren, eine erfolgreiche Work-Migration planen und die vollständige Verwaltbarkeit von Cloud-Umgebungen sicherstellen. Das Cloud Adoption Framework bietet Kunden eine Methode zur Nutzung der integrierten Cloud-Effizienzen von Oracle wie Cloud Lift Services und wichtigen Wertprogrammen wie Oracle Support Rewards. Je mehr Kunden Oracle Cloud Infrastructure verwenden, desto mehr sparen sie. Kunden erhalten für jeden in OCI ausgegebenen US-Dollar Prämien in Höhe von 0,25 bis 0,33 USD. So können Supportrechnungen für Tech-Softwarelizenzen bis auf null gesenkt werden.

Oracle Cloud Applications

Laut Oracle nutzen mehr als 30.000 Unternehmen aller Größen Oracle Cloud Applications, um ihre wichtigsten Front- und Backoffice-Geschäftsabläufe auszuführen. Jede Anwendungssuite ist auf die Zusammenarbeit ausgelegt, um die IT-Komplexität zu beseitigen und den maximalen Nutzen aus vorhandenen Daten zu ziehen. Die Anwendungen basieren auf Oracle Cloud Infrastructure und liefern damit die Skalierbarkeit, Sicherheit und Performance, die Unternehmen von heute erwarten.

Basierend auf mehr als einem Jahrzehnt der Innovation bietet Oracle ein komplettes Anwendungsportfolio für das moderne digitale Unternehmen. Die Cloud-Plattform von Oracle bietet ein gemeinsames Datenmodell, umfasst die neueste Technologie und liefert regelmäßig neue Funktionen, die den Kunden helfen, ihr Unternehmen zu modernisieren und zu erneuern.
– Tim Jennings, Chief Analyst, Enterprise IT, Omdia (übersetzt)

Oracle Cloud Applications ist eine umfassende Suite von Cloud-Anwendungen, die miteinander zusammenarbeiten. Es handelt sich dabei um SaaS-Anwendungen, die konsistente Prozesse liefern und eine Single Source of Truth für alle wichtigen Geschäftsfunktionen von Unternehmensressourcenplanung, Lieferkettenmanagement und Humankapitalmanagement bis hin zu Werbung und Kundenerfahrung bilden. Damit konkurriert Oracle stark mit der Software von SAP „SAP S/4HANA“. Mit den Anwendungen der Oracle Suite können Unternehmen ihre Kundeninteraktion verbessern, die Agilität ihres Unternehmens steigern und schneller auf Veränderungen agieren.

Hardware und Software

Java

Java sollte auch für viele Nicht-ITler ein bekannter Begriff sein. Sie ist die Programmiersprache und Entwicklungsplattform Nr. 1. Mit ihr lassen sich Kosten reduzieren, Entwicklungszeiträume verkürzen, Innovationen vorantreiben und Anwendungsservices verbessern. Mit Millionen von Entwicklern, die weltweit mehr als 51 Mrd. Java Virtual Machines ausführen, ist Java weiterhin die Entwicklungsplattform der Wahl für Unternehmen und Entwickler.

Neben der Programmiersprache Java, zum Formulieren von Programmen, besteht die Java-Technik noch aus zwei weiteren Bestandteilen. Das Java-Development-Kit ist ein Entwicklungswerkzeug, das grundlegende Teile wie einen Übersetzer und Bibliotheken enthält. Die Java-Laufzeitumgebung ist eine standardisierte Software-Plattform, um die entwickelten Programme ausführen zu können.

Oracle Database

Oracle Database (auch Oracle Database Server, Oracle RDBMS) ist eine Datenbankmanagementsystem-Software von Oracle. Die Oracle Database bietet markführende Performance, Skalierbarkeit und Sicherheit, sowohl On-Premises (in lokalen Netzwerken) als auch in der Cloud. Oracle Database 19c ist die aktuelle Langzeitversion und bietet ein Höchstmaß an Versionsstabilität und den längsten Support für Fehlerbehebungen. Sie ist v. a. geeignet für anspruchsvolle analytische und betriebliche Arbeitslasten.

Oracle Database 21c ist die neuere „Probe“-Version von 19c und befindet sich derzeit in der Testphase. Kunden können hier bereits Einblicke in zahlreiche neue Funktionen und Verbesserungen erlangen. Dazu gehört eine verbesserte Multimodell-Unterstützung durch ein datenbankinternes JavaScript und native Blockchain-Tabellen sowie Multiworkload-Verbesserungen wie AutoML und Sharding-Erweiterungen, die in zukünftige Langzeitversionen integriert werden.

MySQL

Oracle MySQL HeatWave ist ein vollständig verwalteter Datenbankservice. Für Datenbankadministratoren und Anwendungsentwickler ist es der einzige Service, mit dem sie OLTP- und OLAP-Workloads direkt aus ihrer MySQL-Datenbank ausführen können. Da MySQL für OLTP optimiert ist, verwenden viele MySQL-Implementierungen eine separate OLAP-Datenbank für Geschäftsanalysen. Mit MySQL HeatWave können Kunden Analysen auf Daten ausführen, die in MySQL-Datenbanken gespeichert sind. So ist es nicht erforderlich, die komplexe, zeitaufwendige und kostspielige Datenverschiebung und -integration über OLTP- und OLAP-Datenbanken hinweg durchzuführen. MySQL Autopilot verwendet fortschrittliche Techniken für maschinelles Lernen, um HeatWave zu automatisieren, damit die Nutzung vereinfacht und die Performance und Skalierbarkeit weiter verbessert werden kann.

Burggraben

Einleitung

Zunächst lässt sich festhalten, dass die Lösungen von Oracle von mehreren hunderttausend Unternehmenskunden auf der ganzen Welt verwendet werden. Sobald die Software einmal implementiert wurde, ist es nicht ohne weiteres möglich zu einem Konkurrenten zu wechseln.

Darüber hinaus lässt sich der Burggraben des Unternehmens durch die folgenden Statistiken untermauern. Laut dem aktuellen DB-Engines Ranking für Datenbanksysteme verfügt Oracle mit einem Ranking Score von 1.266,89 Punkten über die beliebtesten Lösungen in diesem Bereich. Der Score wird durch die folgenden Faktoren ermittelt:

  • Anzahl an Treffern in Suchmaschinen
  • Allgemeines Interesse an dem System
  • Häufigkeit von technischen Diskussionen über das System
  • Anzahl von Job-Angeboten, in denen das System genannt wird.
  • Anzahl an Profilen in professionellen Netzwerken, in denen das System aufgeführt wird.
  • Relevanz in sozialen Netzwerken

Auf dem zweiten und dritten Platz befinden sich MySQL mit 1.206,05 Punkten und Microsoft SQL Server mit 944,81 Punkten.

In Abbildung 8 ist außerdem der Anteil von Unternehmen dargestellt, welche verschiedene Public Cloud Systeme eingeführt haben bzw. verwenden. Diese Statistik ist auf regelmäßig durchgeführte Befragungen von Flexera Software zurückzuführen.

Demzufolge belegt Oracle hinter den Hyperscalern Microsoft, Amazon und Google den vierten Platz. Während in 2017 noch 5 % der befragten Unternehmen angegeben haben, die Lösungen des Unternehmens zu verwenden, waren es in diesem Jahr bereits 27 %.

Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Oracle aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.

Externe KraftStärkeBegründung
Rivalität unter bestehenden WettbewerbernStärke2/5Begründung

Amazon, Microsoft, Alphabet und SAP sind nur einige innovative Weltkonzerne, welche zu den direkten Mitbewerbern von Oracle gehören, weshalb sich die Konkurrenzsituation als sehr ausgeprägt charakterisieren lässt. Aufgrund der nicht zu vernachlässigenden Marktanteile von Oracle, welche im Rahmen der Branchenanalyse thematisiert werden, vergeben wir dennoch 2 von 5 Punkten.

Bedrohung durch neue WettbewerberStärke4/5Begründung

Die Markteintrittsbarrieren für neue Wettbewerber werden von Oracles Unternehmensführung als eher gering eingestuft. Nichtsdestotrotz sehen wir die Bedrohung durch diese externe Kraft im Vergleich zur Rivalität unter bestehenden Mitbewerbern als gering an, da Oracle, Microsoft und Co. über Jahrzehnte an Erfahrung, eine hohe Reputation sowie riesige Kundenstämme verfügen.

Verhandlungsmacht der LieferantenStärke3/5Begründung

Im Hardware-Segment besitzt Oracle Beziehungen zu Lieferanten. Hier wird die Produktion der Lösungen an Auftragsfertiger ausgelagert. In diesem Zusammenhang ist Oracle nur einer von vielen Kunden. Da die Relevanz des entsprechenden Geschäftsbereichs jedoch seit geraumer Zeit rückläufig ist, stufen wir den Einfluss der Lieferanten als eher gering ein.

Verhandlungsmacht der KundenStärke3/5Begründung

Oracle pflegt Beziehungen zu über 430.000 Unternehmenskunden auf der ganzen Welt und ist dabei von keinem einzelnen Abnehmer abhängig. Wie bereits beschrieben, ist es nach einer Implementierung der Software nicht ohne Wechselkosten möglich zu einem konkurrierenden Produkt zu wechseln. Ingesamt halten wir 3 von 5 Punkte für angemessen.

Bedrohung durch ErsatzprodukteStärke4/5Begründung

Mit seinen Produkten ermöglicht Oracle die Verwaltung und Analyse von Daten – der Währung unserer Zeit. Dass der Softwarekonzern verstärkt auf cloud-basierte Lösungen setzt, sehen wir ebenfalls als positiv an. Die Bedrohung durch Ersatzprodukte ist daher als niedrig zu beurteilen, weshalb wir für diese externe Kraft 4 von 5 Punkte vergeben.

Burggraben-Rating

mit Porters Five Forces

Gesamt: 16/25

Geschäftsführung

Lawrence J. Ellison

Im Jahr 2014 gab Larry Ellison den Posten als CEO an das Duo bestehend aus Safra Catz und Mark Hurd ab (heute ist nur noch Safra Catz CEO). Er selbst wurde in diesem Zuge zum CTO (Chief Technology Officer) und Vorstandsvorsitzenden von Oracle und ist auch heute noch in dieser Position tätig. Des Weiteren ist Ellison der größte Anteilseigner und hält 42,90 % der Aktien.

Larry Ellison wurde 1944 in New York als Sohn einer 19-jährigen alleinstehenden jungen Frau geboren. Seine leibliche Mutter gab ihn nach nicht einmal einem Jahr zu Verwandten, wo er schließlich aufwuchs. Seine akademische Laufbahn begann er mit einem Studium der Mathematik, wo er jedoch durch die Abschlussprüfung fiel, nachdem seine Stiefmutter verstarb.

Nachdem Ellison anschließend für unterschiedliche Unternehmen aus dem Computersektor tätig war, lernte er 1974 bei Ampex (Unternehmen für die Entwicklung von Ton- und Magnetbandgeräten) seine späteren Kollegen und Mitbegründer von Oracle kennen. Privat verfolgte er sein Interesse für Datenbanken und gründete 1977 mit Miner und Oates schließlich Oracle.

Heute gehört Ellison mit einem Vermögen von knapp 100 Mrd. USD (laut Forbes am 05.07.2022) zu den reichsten Menschen der Welt – laut Forbes ist er auf Platz 6 der Rangliste. Auch an Tesla ist der Milliardär beteiligt, wo er laut Marketscreener 1,45 % der Anteile hält. Bei dem Unternehmen unter der Führung von Elon Musk nimmt er auch die Rolle als Independent Director ein.

Mit seinem Geld hat Ellison Gutes vor, denn er hat sich der Kampagne „The Giving Pledge” angeschlossen, welche von Bill Gates und Warren Buffett 2010 gestartet wurde. Der Oracle-Großaktionär spendet mindestens 95 % seines Vermögens für wohltätige Zwecke. Wie genau mit seinen Aktien im Todesfall umgegangen wird, ist mir (Jan) aktuell nicht klar, jedoch gibt es auf den ersten Blick zwei Szenarien:

  1. Liquidierung aller Anteile und damit das Verursachen von einem Kursrutsch
  2. Eine Organisation (oder ähnliches) hält die Anteile vorerst, wobei dann die Frage offen bleibt, wie Entscheidungen mit seinem Stimmrecht getroffen werden. Dies ist sicherlich schwieriger als aktuell.
Safra A. Catz

Safra Catz ist bereits seit 2014 als CEO bei Oracle tätig. Zunächst war sie Teil einer Doppelspitze mit Mark Hurd, aber dieser verstarb 2019 nach kurzer schwerer Krankheit.

Catz wurde 1961 in Israel geboren und lebt seit ihrem 6. Lebensjahr in den USA. Ihr akademischer Werdegang begann mit einem Bachelor an der Wharton School der University of Philadelphia, welche zu den renommiertesten Business Schools weltweit gehört. 1986 erwarb Catz ihren Doctor of Law (Doktor in Rechtswissenschaften) an der Law School derselben Universität.

Ihre berufliche Laufbahn begann bei der Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette, bei der sie auch diverse Führungsposten bekleidete. 1999 wechselte sie dann zu Oracle und stieg direkt als Senior Vice President, also in einer ranghohen Position, ein. Bis zu ihrem Aufstieg zum CEO übernahm sie die Verantwortung für verschiedenste Bereiche innerhalb des Unternehmens. Insgesamt hat sie bei mehr als 130 Akquisitionen in der Durchführung mitgeholfen.

Forbes sieht Safra Catz als eine der mächtigsten Frauen weltweit und schätzt ihr Vermögen auf 1,50 Mrd. USD. Neben ihrer Tätigkeit für Oracle war Safra Catz für viele Jahre Director bei HSBC und aktuell hält sie dieselbe Position bei Disney inne.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

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