Wir Lieben Aktien

Capcom Aktie Analyse

Besser als Nintendo?

Analyse vom 08.02.2026

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Jeder kennt Nintendo, aber hast du schon mal von Capcom gehört? Falls nicht, sagen dir die Franchises des Unternehmens vielleicht etwas: Hierzu gehören nämlich Blockbuster wie Mega Man, Street Fighter oder Resident Evil, welche sich weltweit einer hohen Beliebtheit erfreuen. Der Spieleentwickler und -publisher hat in den letzten fünf Jahren einen Strategiewechsel vollzogen, wodurch eine erhebliche Beschleunigung der Umsatz- und Gewinnentwicklung erreicht wurde, diee wiederum zu einer Performance von in der Spitze 1.500,00 % in EUR in den letzten zehn Jahren führte. Stellt der Rückgang um über 40,00 % nun eine Kaufchance dar?

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Die Geschäftstätigkeit von Capcom Ltd. lässt sich im Grunde sehr einfach erklären: Das japanische Unternehmen ist als Entwickler und Publisher von Videospielen tätig. In den knapp 40 Jahren, welche seit der Gründung von Capcom vergangen sind, hat das Unternehmen mehrere weltweit bekannte Franchises erdacht, wobei Mega Man, Resident Evil und Street Fighter in diesem Kontext eine besondere Anerkennung verdienen. Ein Überblick kann Abbildung 1 entnommen werden.

Der Verkauf von Spielen dieser Franchises ist als absolutes Kerngeschäft von Capcom hervorzuheben, wie die spätere Umsatzverteilung nach Segmenten zeigen wird. Seit einigen Jahren fokussiert sich Capcom auf den digitalen Vertrieb, sodass der entsprechende Geschäftsbereich den Namen “Digital Contents” trägt und in allen wichtigen Regionen und Ländern unserer Welt operiert.

Weitere Einnahmequellen und Segmente

Der Verkauf von Videospielen wird durch verschiedene Randgeschäfte und Segmente ergänzt, welche Abbildung 2 entnommen werden können. So befasst sich Capcom Ltd. in einem Segment bspw. mit dem Betrieb von Spielhallen bzw. Arcades, in welchen physische Spielautomaten ausgestellt werden. Darüber hinaus finden in diesen Standorten überwiegend Live-Events statt, welche als zusätzliche Einnahmequelle dienen.

Als weiteres Segment des operativen Geschäfts von Capcom ist der Verkauf von Spielautomaten im Segment Amusement Equipments zu nennen. Zu guter Letzt verfügt Capcom über einige Segmente, die sich im Wesentlichen auf die Lizenzierung seiner Figuren für Film- und Fernsehproduktionen sowie auf Merchandising konzentrieren.

Historie

Gründung von Capcom Ltd.

Die Ursprünge des Unternehmens reichen in das Jahr 1979 zurück, als in Matsubara, Osaka, Japan, I.R.M mit dem Ziel der Entwicklung und des Vertriebs von elektromechanischen Spielgeräten gegründet wurde. Anfang der 1980er Jahre erfolgte die Erweiterung der Geschäftstätigkeit durch die Gründung weiterer Gesellschaften sowie eine Umfirmierung zu SANBI. Parallel dazu wurde die organisatorische Basis durch den Aufbau von Produktions- und Vertriebsstrukturen in der Region Osaka gestärkt. 

Einstieg in die Videospielentwicklung

Im Jahr 1983 wurde dann die ursprüngliche Capcom Ltd. gegründet, die sich auf den Vertrieb von Software konzentrierte. In diesem Zeitraum begann auch die eigene Entwicklung von Arcade-Spielen sowie der Aufbau eines direkten Arcade-Geschäfts. Mitte der 1980er Jahre erfolgte die internationale Expansion mit der Gründung einer Tochtergesellschaft in den USA. Gleichzeitig wurden erste Erfolge im Arcade- und Heimkonsolensegment erzielt, wodurch sich das Unternehmen als Entwickler und Publisher von Videospielen etablieren konnte. 

Konzernkonsolidierung

Nach einem Strategiewechsel wurden im Jahr 1989 alle bestehenden Gesellschaften unter dem Namen Capcom Ltd. zusammengeführt. Darauffolgend setzte das Unternehmen seine Internationalisierung fort, unter anderem durch Niederlassungen in Europa und Asien. Gefolgt durch die Börsennotierung, zunächst im außerbörslichen Handel und später an der Börse in Osaka. Das Produktportfolio wurde kontinuierlich ausgebaut und um mehrere erfolgreiche Spieleserien ergänzt. In dieser Zeit wurden Spieleklassiker wie Street Fighter und Mega Man entwickelt. 

Diversifikation

Mitte der 1990er-Jahre begann eine stärkere Diversifikation der Geschäftstätigkeit. Neben der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts wurden Tochtergesellschaften für Forschung und Entwicklung, Film- und Animationsprojekte sowie internationale Produktions- und Vertriebsfunktionen gegründet. In dieser Phase entstanden auch medienübergreifende Verwertungen, unter anderem durch Animationsserien und Kinofilme auf Basis bekannter Spielmarken. Die Börsennotierung wurde auf das Prime-Segment ausgeweitet, einschließlich der Aufnahme in den ersten Börsenabschnitt in Tokio. In dieser Phase wurde unter anderem Resident Evil erstmals veröffentlicht.

Digitale Transformation

Die strategische Ausrichtung wurde in den 2010er-Jahren verstärkt auf digitale Vertriebskanäle, eigene Entwicklungstechnologien sowie den Ausbau international erfolgreicher Marken ausgerichtet. Zeitgleich intensivierte das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen, Bildungsinitiativen und kulturellen Einrichtungen. In diesem Jahrzehnt gelang der Reihe Monster Hunter der internationale Durchbruch; zudem wurden Street Fighter IV und V sowie Resident Evil 7 veröffentlicht.

Aktuelle Wachstumsphase

Seit Beginn des aktuellen Jahrzehnts wurde die Konzernstruktur weiter angepasst, unter anderem durch die Gründung neuer Tochtergesellschaften, die Akquisition von Entwicklungsstudios sowie den Ausbau des Film- und Mediengeschäfts. Im Zuge der Umstellung der Marktsegmente der Tokioter Börse wurde das Unternehmen dem Prime Market zugeordnet. Bis zuletzt blieb das Unternehmen auf die weltweite Entwicklung, Veröffentlichung und medienübergreifende Verwertung von interaktiven Unterhaltungsinhalten fokussiert. 

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von Capcom wird durch das Unternehmen selbst angeführt. Dieses hält knapp 25,00 % der Anteile. Im free-float ist der mit Abstand größte Aktionär die Master Trust Bank of Japan mit insgesamt 16,20 %; gefolgt von Crossroad mit einem Anteil von 10,26 %. Weiterhin findet man JP Morgan Chase mit 8,26 % und die Custody Bank of Japan mit 6,13 %. Zusätzlich ist bemerkenswert, dass der CEO selbst 3,74 % der Anteile hält, während seine Familie insgesamt weitere 6,68 % besitzt, die auf drei Personen verteilt sind.

Geschäftsführung

Kenzo Tsujimoto

Tsujimoto ist einer der Gründer von Capcom und war seit der Unternehmensgründung als Präsident tätig. Im Jahr 1997 übernahm Tsujimoto zusätzlich das Amt des Vorsitzenden der Association of Copyright for Computer Software, einer Interessenvertretung im Softwarebereich. Gefolgt von der Position als CEO der Gesellschaft. Im Juli 2007 erfolgte seine Ernennung zum Chairman und Representative Director. 

Vor Capcom gründete er ein anderes Videospielunternehmen namens Irem. Neben seiner Tätigkeit im Kerngeschäft gründete Tsujimoto in den 1990er Jahren das Weinprojekt Kenzo Estate, dessen CEO er seit Dezember 2007 ist. Das Weingut in Napa Valley, Kalifornien, verfolgt strategische Ziele im Premiumweinanbau und der Gastronomie. Seit Februar 2010 ist er zudem Vertreter der Kenzo Estate Winery Japan.

Lass uns Feedback da!

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Lob, Kritik? Wir nehmen alles dankend an. Wenn du uns kostenlos unterstützen möchtest, lass uns eine Rezension auf Trustpilot da – oder schreib uns einfach auf Discord.

Folge und kontaktiere uns

Newsletter

Jetzt abonnieren und keine Analyse mehr verpassen.

Transparenzhinweis

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

Mehr Infos unter: wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss