
Kurzvorstellung von JP Morgan Chase
Es gibt Banken, die aufgrund ihrer Größe ein Risiko für das weltweite Finanzsystem darstellen. Wenn sie fallen, dann sorgen sie für eine Kettenreaktion, wie man es bereits 2008 und 2009 während der Finanzkrise beim Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers gesehen hat. Im Jahr 2016 ist eine Studie im Auftrag des US-Finanzministeriums zu dem Entschluss gekommen, dass JP Morgan die Bank ist, die im Moment das größte Risiko darstellt, gefolgt von Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs. In das Ergebnis flossen Faktoren wie die Größe der Bank, ihre Eigenkapitalquote und juristische Risiken ein. Umso faszinierender fanden wir unsere Recherchen zu JPMorgan Chase & Co.
1. Das Unternehmen
Historie
Gründung
Der heutige Gigant aus der Finanzbranche JPMorgan Chase & Co. entstand durch diverse Fusionen und eine sehr komplexe Historie, die bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Der Name JPMorgan Chase entstand erst 2000 durch die Fusion der Chase Manhattan Bank und JP Morgan. Im weiteren Verlauf erfolgte 2004 eine Fusion mit der Bank One und in der Finanzkrise übernahm die Großbank noch Bear Stearns und Washington Mutual – beide Unternehmen waren durch die Krise in eine Schieflage geraten, aus der sie sich nicht mehr hätten befreien können.
Die ersten Wurzeln des heutigen Finanzkonzerns liegen in der Manhattan Company, welche 1799 vom Bundesstaat New York gegründet wurde. Zunächst war das Unternehmen für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung zuständig, aber der Unternehmensüberschuss durfte für Bankgeschäfte genutzt werden. Auf diese Weise entstand die zweite Geschäftsbank in der Stadt New York City.
Im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte wurden weltweit viele weitere Banken gegründet. Infolge von Krisen und Kriegen kam es immer wieder zu schwierigen Phasen, Fusionen und erneuten Wachstumsphasen. In Abbildung 1 ist (vereinfacht) dargestellt, auf welche Weise so auch JPMorgan Chase & Co. entstanden ist. Begleitet wurde diese Geschichte von gewissen Wachstumsambitionen und Expansionen ins Ausland. Mit der Globalisierung und der zunehmenden Größe der Institutionen wagten auch Vorgänger der heutigen JPMorgan Chase & Co. den Schritt ins Ausland – in Russland, China und weiteren Wachstumsmärkten fasste man nach und nach Fuß.
Im weiteren Verlauf der Analyse werden wir nun für einen einfacheren Lesefluss nur noch von JP Morgan sprechen – dies ist auch die gängige Bezeichnung, die einem in den Medien immer wieder begegnet.
Innovationen und Entwicklungen
Als „alter Hase” der Branche ist JP Morgan (bzw. Vorgängerunternehmen) auch für viele Entwicklungen im Finanzwesen verantwortlich gewesen. Dazu zählte bspw. die Erfindung von American Depositary Receipts, besser bekannt als ADRs. Diese Finanzvehikel sind mit einer gewissen Anzahl von Aktien verbrieft und sind heute vor allem in Bezug auf Investments in chinesische Aktien bekannt. Hier erleichtern bzw. ermöglichen die ADRs den Handel.
1958 führte Chase die eigene erste Kreditkarte in New York ein und wiederum drei Jahre später nahm die elektronische Datenverarbeitung Einzug in der Branche. Im Jahr 1969 begann die Zeit der Geldautomaten (ATM) mit der Installation der ersten Vorläuferversion durch die Chemical Bank.
Der nächste große Schritt für den Sektor war die Veränderung des Geschäfts durch das Internet; Stichwort: Onlinebanking. Die Bank One, welche später in JP Morgan aufging, testete bereits 1980 eine erste Version des sog. „Home Bankings” namens Channel 2000. Fünf Jahre vor der Jahrtausendwende führte eine andere Bank, die heute Teil des Konzerns ist, ein eigenes System für Onlinebanking ein. 2010 folgte der nächste Schritt und das Mobile Banking wurde eingeführt.
Mission, Prinzipien und Nachhaltigkeit
Mission und Kernwerte
JP Morgan hat sich als Mission gesetzt, das beste Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt zu sein. Ein solches Superlativ ist als Ziel immer einfach formuliert, aber letztendlich wenig konkret. Anhand der Kernwerte Fairness, Integrität und Nachhaltigkeit wird die Richtung dieses Anspruchs allerdings deutlicher.
Geschäftsprinzipien
Das alltägliche Geschäft von JP Morgan orientiert sich an 20 wesentlichen Punkten, welche wiederum in vier Kategorien aufgeteilt werden. Anhand dieser werden die Prinzipien bzw. Grundsätze des Konzerns bereits deutlich:
- ausgezeichneter Kundenservice (3 Unterpunkte)
- operative Exzellenz (7 Unterpunkte)
- Engagement für Integrität, Fairness und Verantwortung (5 Unterpunkte)
- großartiges Team und Gewinnerkultur (5 Unterpunkte)
Dass das Team großartig bzw. die Arbeitsatmosphäre anscheinend angenehm ist, bestätigen auch diverse Auszeichnungen, die JP Morgan als einen der weltweit besten Arbeitgeber einstufen. Das Engagement und die Übernahme von Verantwortung zeigt der Konzern in Bezug auf diverse unterschiedliche Themen – u. a. Rassismus, aber natürlich auch Nachhaltigkeit und Umwelt.
Umwelt und Nachhaltigkeit
Die Thematik der Nachhaltigkeit gliedert sich in verschiedene Bereiche, wobei ich (Jan) mich im Folgenden vorrangig auf den Umweltaspekt beziehen werde. Nichtsdestotrotz setzt sich JP Morgan, auf unterschiedliche Art und Weise, auch für die Förderung der Wirtschaft in Entwicklungsmärkten ein. Im Umwelt-Zusammenhang hat sich das Unternehmen neun operative Ziele gesetzt, die als eigene Pflicht angesehen werden. Eine Auswahl davon:
Als Bank hat man aber auch die Möglichkeit, Geld für nachhaltige Zwecke einzusetzen. Bis 2030 sollen mehr als 2,50 Bio. USD für den Klimaschutz und nachhaltige Entwicklungen in Form von Finanzierungen und Erleichterungen verwendet werden. Dieses Ziel wurde erst im vergangenen Jahr, 2021, gesetzt.
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur von JP Morgan ist ziemlich unspektakulär, denn zu den größten Anteilseignern gehören vorrangig die bekanntesten großen Investmentgesellschaften wie bspw. Vanguard mit 8,68 %, SSgA Funds Management mit 4,79 % oder BlackRock Fund Advisors mit 4,62 %. Dies ist nicht verwunderlich, denn immerhin handelt es sich um einen der weltweit wichtigsten Akteure aus der Finanzbranche mit einer Marktkapitalisierung von weit über 300 Mrd. USD.
Aus diesem Grund ist man u. a. auch in den großen und bekannten Indizes vertreten, welche von den genannten Gesellschaften vertrieben werden.
Geschäftsmodell
Einleitung
JPMorgan Chase ist heute die nach Marktkapitalisierung größte Bank der Welt, im letzten Jahrzehnt hat sich das Unternehmen durch Fusionen und geschickte Übernahmen zur größten Bank der USA entwickelt. Niedrige Zinsen und eine lockere Geldpolitik der Zentralbanken sorgten seit der Finanzkrise im Jahr 2008 insbesondere in den USA für ein wirtschaftliches Wachstum, von dem auch JP Morgan profitierte. Kluge Investoren wissen: In Zeiten einer wachsenden Wirtschaft bieten Investments in solide aufgestellte Großbanken, eine fantastische Möglichkeit vom Gesamtwachstum einer Volkswirtschaft zu profitieren. Das zeigte sich folgerichtig auch am Aktienkurs von JP Morgan, der sich von Anfang 2009 bis Ende 2021 glatt verzehnfachte.
Im Jahr 2022 hat sich die Situation jedoch verändert. Globale Krisen, eine fast zweistellige Inflation in den USA und eine restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken sind Belastungsfaktoren, die auch den Bankensektor belasteten. Für Jamie Dimon bahnt sich als CEO des Unternehmens nach 2008 die nächste große Krise an, aus der JP Morgan damals, im Gegensatz zu anderen US-Großbanken, schadlos und bestärkt hervorging. Und auch heute könnte sich das Unternehmen vor allem aufgrund der breiten Aufstellung als krisensicher erweisen: In den USA zählt man 66 Mio. Privathaushalte als Kunden. Über 5 Mio. Kleinunternehmen und mehr als 80 % der S&P 500 Konzerne nutzen JP Morgan als Hausbank – unangefochtene Spitze in den USA. Der Konzern besitzt das am besten ausgebaute Filialbankennetz in den USA – in jedem amerikanischen Bundesstaat ist die Großbank präsent und baut das Filialnetz zudem, im Gegensatz zur Konkurrenz, weiter aus. Dazu ist JP Morgan auch im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung wohlhabender Kunden äußerst erfolgreich.
JP Morgan erweist sich im Bankensektor also als echter Allrounder. Das Unternehmen erwirtschaftet gleichermaßen zinsabhängige und zinsunabhängige Erträge, was zu einer gewissen Unabhängigkeit von der durch die Zentralbanken vorgegebenen Zinspolitik führt. Zu den zinsabhängigen Erträgen gehören klassisch an Unternehmen und Privatpersonen vergebene Kredite. Zinsunabhängig sind z. B. die fixen Gebühren in der Vermögensverwaltung und die Kontogebühren im Privatkundengeschäft.
Das operative Geschäft teilt das Unternehmen in die vier Segmente Consumer & Community Banking, Corporate & Investmentbank, Commercial Banking und Asset & Wealth Management auf. Diese Geschäftsbereiche schauen wir uns im Weiteren näher an.
Corporate & Investmentbank
Im Jahr 2021 war das Corporate & Investmentbanking neben dem Privatkundengeschäft der wichtigste Geschäftsbereich für JP Morgan. Mit einem Nettoumsatz von knapp 52 Mrd. USD und damit über 40 % der Gesamtumsätze des Unternehmens ist dieses Segment für den wirtschaftlichen Erfolg von JP Morgan von zentraler Bedeutung.
Nachdem bei allen großen Banken aufgrund der Corona-Pandemie die Umsätze im Investmentbanking kurzzeitig rückläufig waren, erholte sich dieser Geschäftsbereich in der Folgezeit schneller als die meisten Experten angenommen hatten. Insbesondere Börsengänge erlebten einen regelrechten Boom, JP Morgan war im Jahr 2021 an 7 der 10 größten Börsengänge direkt beteiligt. Ein profitables Geschäft für die Großbank, die unabhängig von der Kursentwicklung des neu an der Börse notierten Unternehmens Einnahmen in Form von Gebühren erzielt, die häufig im dreistelligen Millionenbereich liegen.
Investmentbanking
Doch was genau machen Investmentbanken eigentlich? Einfach ausgedrückt vermittelt die Bank zwischen institutionellen Investoren, die über das nötige Kapital verfügen und Unternehmen, die auf der Suche nach Fremd- oder Eigenkapitalfinanzierung sind. Die Investmentbank stellt die erforderlichen Kontakte her und berät sowohl Verkäufer als auch Käuferseite. Für diesen Service werden durch die Bank Gebühren erhoben. JP Morgan ist noch vor Goldman Sachs die nach erzielten Erträgen und erhobenen Gebühren erfolgreichste Investmentbank der Welt.
Weitere Aktivitäten
So simpel diese grundsätzliche Funktionsweise des Investmentbankings ist, so vielfältig sind die weiteren Tätigkeiten in diesem Bereich im Einzelnen:
- Neben Börsengängen sind Unternehmenskäufe und Fusionen (engl. Mergers & Acquisitions) die wichtigste Aktivität von JP Morgan im Segment Corporate & Investmentbank. Hier wurden im Jahr 2021 mehrere Rekorde erzielt und u. a. die 43 Mrd. USD schwere Fusion des Mediengeschäfts von AT&T mit dem TV Konzern Discovery abgewickelt.
- Durch Eigenhandel an den Märkten erzielt die Bank Gewinne und erhöht die allgemeine Liquidität.
- Zudem fungiert JP Morgan an den Finanzmärkten als Market Maker, stellt also An- und Verkaufspreise und verdient an den Spreads.
- Für institutionelle Kunden werden Aufträge ausgeführt und Vermögenswerte verwaltet.
Consumer & Community Banking
Mit knapp unter 40 % der Umsätze im Jahr 2021 ist das Consumer & Community Banking – das klassische Privatkundengeschäft – das nächste wichtige Geschäftssegment von JP Morgan. Hier macht sich vor allem der umfangreiche Ausbau des Filialnetzes des Unternehmens in den USA bezahlt.
Mehr als die Hälfte aller US-Haushalte zählen zu den Kunden bei JP Morgan, Tendenz weiterhin steigend. Das Unternehmen betreibt das Privatkundengeschäft unter der Marke CHASE und bietet Kunden in den fast 5000 landesweiten Filialen in den USA alle Services des modernen Bankengeschäfts: Immobilienkredite, Konsumkredite, Kreditkartennutzung, Beratung, Onlinebanking und mehr. Einlagen sind dabei für Kunden kostenlos, Erlöse werden über Zinserträge und Gebühren erwirtschaftet.
Besonderen Wert legt das Unternehmen im Privatkundengeschäft auf Zufriedenheit und Vertrauen der Kunden. Ein Bereich, der vor allem bei Banken häufig vernachlässigt wird, aber dessen Wichtigkeit JP Morgan erkannt hat: Über 75 % der Privatkunden würden JP Morgan weiterempfehlen und zeigen sich mit dem Service zufrieden, ein Spitzenwert unter den Banken in den USA. Die Loyalität der Kundschaft zahlt sich für das Unternehmen wiederum aus. So verwaltet JP Morgan über 10 % der gesamten Einlagen unter Privatleuten in den USA und vergibt die meisten Kredite und Kreditkarten. Zudem betreibt die Großbank das erfolgreichste Onlinebanking-Portal in den USA.
Commercial Banking
Im Segment Commercial Banking werden Geschäftskunden betreut, überwiegend handelt es sich dabei um kleine bis mittlere Unternehmen mit einem Umsatz von über 25 Mio. USD. In diesem Geschäftsbereich liegt der Schwerpunkt auf individuellen und auf die jeweiligen Kunden ausgerichteten Leistungen, die sich zum Teil mit den für Privatkunden angebotenen Services überschneiden, zum Teil aber auch deutlich darüber hinausreichen.
Die Vergabe von Unternehmens- oder Immobilienkrediten steht häufig im Vordergrund, dazu erfolgt eine ganzheitliche finanzielle und steuerliche Beratung. Zudem stellt JP Morgan den Kunden moderne Zahlungsmöglichkeiten und Tools zur Überwachung der eigenen Finanzen zur Verfügung. Das Unternehmen ist nicht nur für Privatkunden, sondern auch für kleine Unternehmen die beliebteste Bank in den USA. Mit dem Geschäftsbereich des Commercial Banking erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2021 Umsätze von knapp 10 Mrd. USD, was etwa 8 % der Gesamtumsätze entspricht. Wichtiger als die Umsätze des Segments im Einzelnen sind jedoch Netzwerkeffekte: Unternehmen, die im geschäftlichen Bereich auf JP Morgan als Hausbank zurückgreifen, werden häufig auch im privaten Bereich zu Kunden.
Asset & Wealth Management
Sowohl die allgemeine Geldmenge als auch die Zahl wohlhabender und vermögender Menschen wächst seit vielen Jahren konstant an. Dieser Teil der Gesellschaft legt häufig großen Wert auf eine professionelle Verwaltung des eigenen Vermögens. JP Morgan bietet hier im Geschäftsbereich Asset & Wealth Management die Lösung an, meistens ergibt sich eine Win-Win-Situation. Wohlhabende Kunden wissen ihr Kapital in sicheren Händen, häufig ermöglichen professionelle Vermögensverwalter zudem Zugang zu Anlageklassen und Produkten, die Retail-Investoren verwehrt bleiben. Für diesen Service erhebt JP Morgan eine prozentuale Gebühr, die also wiederkehrende Einnahmen beschert.
Zudem muss die Bank kein eigenes Investment-Risiko eingehen, die Gebühren werden (ausgenommen teilweise vereinbarte Performance-abhängige Gebühren) unabhängig von der erzielten Rendite fällig.
Burggraben
Einleitung
Während der Unternehmenshistorie von JP Morgan, welche sich über zwei Jahrhunderte in die Vergangenheit verfolgen lässt, ist es dem Unternehmen gelungen, zu den größten und relevantesten Geldinstituten der Welt heranzuwachsen. JP Morgan bedient mehrere Millionen Kunden und belegt auf der Liste der weltweit größten Banken nach den Vermögenswerten hinter vier Konkurrenten aus China den fünften Platz.
Um die Positionierung von JP Morgan zu unterstreichen, sind in Abbildung 7 die Marktanteile des Unternehmens im wichtigsten Geschäftsbereich dargestellt, dem Investmentbanking. Während dieser in 2017 noch 8,20 % betrug, konnte bis zum Ende des letzten Geschäftsjahres ein erfreulicher Anstieg auf 9,50 % verzeichnet werden. In Nord- und Südamerika sowie EMEA ist JP Morgan der größte Player. Im Raum Asien-Pazifik wird aktuell der vierte Platz belegt.
Außerdem wollen wir in diesem Zusammenhang auf unsere Analyse zu BlackRock verweisen, in deren Branchenanalyse wir die zehn größten Vermögensverwalter unserer Erde besprochen haben. Auf dieser Liste belegte JP Morgan zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit Assets under management i. H. v. 7,11 Bio. USD den vierten Platz.
Porters Five Forces
Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser JP Morgan aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.
| Externe Kraft | Stärke | Begründung |
|---|---|---|
| Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern | Stärke2/5 | Begründung Zu den Konkurrenten von JP Morgan zählen neben anderen Banken auch Hedgefonds, Broker, Versicherer, FinTech-Unternehmen usw. Demnach ist die Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern, obwohl JP Morgan eine beachtliche Größe erreicht hat und z. T. erhebliche Marktanteile für sich beanspruchen kann, als eher hoch einzuordnen. Diese Ansicht vertritt im Übrigen auch das Management. |
| Bedrohung durch neue Wettbewerber | Stärke4/5 | Begründung Neue Wettbewerber sollten es hingegen deutlich schwieriger haben, für JP Morgan zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten heranzuwachsen, da neben zahlreichen aufsichtsrechtlichen Hürden auch hohe Kapitalanforderungen bestehen. |
| Verhandlungsmacht der Lieferanten | Stärke3/5 | Begründung Wie zuvor beschrieben, sind mehrere Millionen Menschen Kunden bei JP Morgan. Gleichzeitig stellt diese Gruppe mit ihren Einlagen aber auch eine primäre Kapitalressource für das Unternehmen dar und kann daher auch als Lieferant betrachtet werden. Weiterhin sind IT-Dienstleister wie Ariba wichtige Kooperationspartner von JP Morgan. Insgesamt halten wir 3 von 5 Punkte für angemessen. |
| Verhandlungsmacht der Kunden | Stärke2/5 | Begründung Zu den Kunden von JP Morgan gehören zum einen Privatpersonen, aber auch institutionelle Anleger sowie Industriegesellschaften. Beim Wechsel zu einer konkurrierenden Bank könnten für diese Gruppe Wechselkosten in nicht unerheblichem Maße anfallen. Nichtsdestotrotz stufen wir die Verhandlungsmacht der Kunden aufgrund der umfangreichen Alternativen als hoch ein. |
| Bedrohung durch Ersatzprodukte | Stärke3/5 | Begründung „Banking is necessary, banks are not“, das behauptete zumindest Bill Gates in 1994. Und tatsächlich können einige der Dienstleistungen von traditionellen Banken inzwischen durch junge FinTechs ersetzt werden. Dass JP Morgan als Universalbank vergleichsweise stark aufgestellt ist, senkt die Bedrohung durch Ersatzprodukte allerdings. |
Burggraben-Rating
mit Porters Five Forces
Geschäftsführung
James (Jamie) Dimon
James Dimon, bekannt als Jamie Dimon, ist der derzeitige CEO und Chairman von JP Morgan und bekleidet diesen Posten bereits seit sehr langer Zeit. Da er 2006 zum CEO und im Folgejahr zum Chairman wurde, hat er das Unternehmen durch eine der schwersten Krisen geführt, die die Branche jemals erlebt hat: Die globale Finanzkrise ab 2007. Hier ging JP Morgan gewissermaßen als Gewinner hervor und konnte durch zwei Akquisitionen enorm wachsen.
Bevor Dimon die Leitung von JP Morgan übernahm, war er seit 2000 als CEO und Chairman von Bank One tätig, welche 2004 mit JP Morgan fusionierte. Zwischen 2004 und 2006 wirkte Dimon zunächst als Chief Operating Officer und President des Konzerns.
Schon vor der Jahrtausendwende konnte Dimon viele Erfahrungen bei verschiedenen Unternehmen aus dem US-amerikanischen Finanzsektor sammeln. Nachdem er seine Karriere bei American Express begann, wechselte er anschließend zu Commercial Credit, wo er die Rolle als Chief Financial Officer und President einnahm. Die 1990er-Jahre verbrachte er im Wesentlichen bei der Travelers Group als President und Chief Operating Officer und war dabei zugleich auch in der Führung einer Tochtergesellschaft – ebenfalls als Chief Operating Officer. 1998 wurde Dimon zum President der Citigroup, welche aus der Fusion von der Travelers Group und der Citicorp entstand.
Die akademische Laufbahn von Dimon begann mit einem Bachelor an der Tufts University und einem Master of Business Administration an der renommierten Harvard Business School.
Insgesamt hat Dimon also eine wirklich bemerkenswerte Karriere hinter sich, welche schon mit einem außergewöhnlichen Master-Abschluss begann. Nun ist er 66 Jahre alt und sein Vertrag läuft noch bis 2023. Ob dieser verlängert wird, ist ungewiss, denn immerhin hat er ein Alter erreicht, in dem der Eintritt in den Ruhestand nicht ungewöhnlich wäre.
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