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Fortinet Aktie Analyse

Megatrend Cybersecurity für Mega-Rendite

Aktualisiert am 02.09.2025. Analyse vom 02.09.2025

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung von Fortinet

In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Unternehmen und Privatpersonen immer mehr Informationen online teilen und auf Cloud-basierte Systeme zugreifen, wird Cybersecurity zu einer immer größeren Herausforderung. Die Gefahr von Cyberangriffen und Datenlecks wächst stetig, und Unternehmen müssen sich zunehmend gegen komplexe Bedrohungen wie Ransomware, Phishing und Advanced Persistent Threats (APTs) wappnen. In diesem Kontext kommt Fortinet ins Spiel, ein führender Anbieter von Cybersecurity-Lösungen, der Unternehmen dabei hilft, ihre Netzwerke, Daten und Anwendungen vor Bedrohungen zu schützen. Die Fortinet-Aktie hat in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen und befindet sich seit IPO in einem Aufwärtstrend. In dieser Aktienanalyse werden wir uns genauer mit Fortinet befassen und untersuchen, welche Faktoren zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Wir werden auch die Herausforderungen und Chancen analysieren, die sich für das Unternehmen und die Cybersecurity-Branche insgesamt ergeben, da die Nachfrage nach sicherheitsbezogenen Dienstleistungen weiterhin rapide wächst.

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Die Sicherheit von Datenbeständen und Datenverkehr im Internet ist in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu einem zentralen Thema geworden. Immer mehr Informationen werden versendet, empfangen und gespeichert – und trotz zunehmender Sensibilisierung gelingt es Hackern immer wieder, Daten abzufangen oder Systeme zu kompromittieren. Laut einer Untersuchung von RiskIQ kostet Cyberkriminalität global gesehen alle Unternehmen zusammen jede Minute 2,9 Millionen US-Dollar – und die Tendenz ist weiterhin steigend.

Ein Grund dafür sind die teilweise eklatanten Lücken von Unternehmen aller Größen im Bereich Cybersecurity. Die Lösung für solche Mängel sind ausgefeilte Hard- und Softwarelösungen für den Schutz von Online-Netzwerken und Datenverkehr. Einer der Vorreiter und absoluten Pioniere auf diesem Gebiet – das Unternehmen hält über 1200 Patente für Lösungen im Bereich der IT-Sicherheit – ist Fortinet. Gegründet im Jahr 2000 und seit November 2009 börsennotiert, hat sich Fortinet innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten und größten Unternehmen im Cybersecurity-Markt entwickelt. Laut dem Marktforschungsinstitut Brand Essence Research wird dieser Markt bis zum Jahr 2027 einen Gesamtwert von über 400 Milliarden US-Dollar haben und jährlich um über 12 Prozent wachsen.

Als globaler Akteur in diesem unumstrittenen Zukunftsmarkt bietet Fortinet sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen jeglicher Art an. Über 68 % der 2000 größten globalen Unternehmen nutzen im Bereich Cybersecurity Lösungen von Fortinet. Der operative Erfolg des Unternehmens ging in den letzten zehn Jahren einher mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 27 Prozent der Fortinet-Aktie. Seit dem Börsengang Ende 2009 hat sich der Aktienkurs um ca. 2.800 % erhöht und blieb auch von größeren Korrekturen verschont.

Segmente und Kunden

Fortinet beschäftigt über 12.500 Mitarbeiter und vertreibt Hardware und Software um den Schutz von Daten und Netzwerken von Unternehmen zu garantieren, das operative Geschäft unterteilt man in die beiden Sektoren products und services – etwa 60 Prozent der Umsätze des Unternehmens entfallen auf letzteren Unternehmensbereich, zu dem überwiegend im Abo-Modell angebotene Dienstleistungen zählen. Dazu später mehr. Der restliche Teil der Umsätze wird mit dem Verkauf von Produktlösungen erwirtschaftet.

Sowohl geographisch als auch im Hinblick auf verschiedene Kundengrößen ist Fortinet bestens diversifiziert: Das Unternehmen vertreibt seine Lösungen in deutlich über 100 Ländern weltweit, am heimischen Markt in den USA wurden im Jahr 2022 27 Prozent der Umsätze erzielt, zudem sind Europa und Asien weitere wichtige Absatzmärkte.

Zu den Kunden von Fortinet zählen sowohl kleine, mittlere als auch große Unternehmen aus verschiedensten Branchen sowie Regierungs-organisationen.

Produkte und Services

Wie wir bereits gesehen haben, hat es sich Fortinet zur Aufgabe gemacht in einer digitalen Welt Unternehmen aus allen Bereichen, Benutzer, Daten sowie Anwendungen vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Erreicht wird dies dadurch, dass Software und Hardware von Fortinet Cyber-Angriffe sichtbar macht (sonst bleiben diese von den Betroffenen oft völlig unbemerkt) und diese anschließend blockiert beziehungsweise Lösungsmöglichkeiten dafür anbietet.

Mit dem Vertrieb sowohl von Hard- als auch Software vereint das Unternehmen das Beste aus beiden Welten und bietet Kunden entsprechend ganzheitliche Lösungen für die IT-Sicherheit.

Hier liegt die besondere Stärke des Geschäftsmodells von Fortinet: Auf den einmaligen Verkauf von Hardware und der dazugehörigen Software folgt von Kundenseite aus in aller Regel die Inanspruchnahme der angebotenen Servicedienstleistungen. Diese werden im Abo-Modell angeboten und bescheren Fortinet somit wiederkehrende Einnahmen und hohe, sonst nur aus klassischen Software as a Service Sektor bekannten Margen.

Bei einem näheren Blick auf das Produktportfolio und die angebotenen Dienstleistungen von Fortinet wird schnell klar, dass das Unternehmen mit seinen Lösungen nahezu das gesamte Spektrum der Informationssicherheit abdeckt. So vielfältig und unterschiedlich wie die Bedrohungen durch Hacker und Cyberangriffe sind auch die Produkte und Dienstleistungen von Fortinet: So bietet das Unternehmen unter anderem Firewalls, Antivirenprogramme, Live-Überwachung zum Schutz vor unbefugten Zugriffen oder Lösungen für die Cloud- oder Endpunktesicherheit an.

Die Kernplattform bildet dabei noch heute die erstmalig 2002 auf den Markt gebrachte Hardware Fortigate, bei der es sich zunächst um eine reine Firewall handelte, die nach und nach um viele Funktionalitäten erweitert wurde.

Beruhte der Erfolg von Fortinet zunächst auf dem Verkauf von Hardware wie der Firewall Fortigate und dazugehörigen oder ergänzenden Softwarelösungen, baut das Unternehmen heutzutage zunehmend auf Serviceangebote. Dazu zählt etwa FortiGuard, einem Service der mithilfe eines globalen Research-Teams und künstlicher Intelligenz permanent Ausschau nach Bedrohungen für die IT-Sicherheit von Unternehmen hält und Lösungen dafür entwickelt. Zudem bietet Fortinet rund um die Uhr technischen Support an, stattet diverse Institutionen mit Lehrmaterialien aus, bietet Schulungen an und betreibt eigene Forschung im Bereich Cybersecurity.

Historie

Gründung

Fortinet wurde im Jahr 2000 von den Brüdern Ken Xie und Michael Xie in Sunnyvale (Kalifornien) unter dem Namen Appligation gegründet. Beide brachten bereits Gründungserfahrung mit, aber dazu später mehr im Kapitel zur Geschäftsführung. Im Dezember desselben Jahres fand die Umbenennung in ApSecure statt, bevor später der Name Fortinet eingeführt wurde. Dieser basiert auf dem Begriff “Fortified Networks”, was so viel bedeutet wie “verstärkte Netzwerke” und auch direkt den Tätigkeitsbereich in der Cybersecurity-Branche verrät.

2002 brachte Fortinet das erste Produkt namens FortiGate auf den Markt, welches auch heute noch unter demselben Namen geführt wird. Es handelt sich hierbei um eine Firewall, welche ein Netzwerk (z. B. von einem Unternehmen) vor Bedrohungen aus dem Internet schützt, indem es den Datenverkehr überwacht und verdächtige Aktivitäten blockiert.

Expansion

Im Dezember 2003 begann Fortinet mit der Expansion und weitete das Angebot zunächst auf Kanada aus. Im Februar 2004 folgte dann die Expansion nach Großbritannien und im selben Jahr wurden noch weitere Standorte in Asien, Europa und Nordamerika eröffnet. Wie üblich bei den jungen Tech-Unterehmen, war Fortinet zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht profitabel und setzte alles daran schnell zu wachsen.

Den ersten Quartalsgewinn erzielte Fortinet erst im Jahr 2008 und im selben Jahr beschleunigte das Unternehmen das Wachstum noch durch Akquisitionen. Zunächst kaufte Fortinet die Patente von IPLocks, einer Firma aus dem Bereich der Datenbanksicherheit und -auditierung. Dasselbe führte Fortinet bei Woven Systems durch, welche als Spezialist im Ethernet-Switching (Technologie, mit der Computer in einem Netzwerk miteinander verbunden werden können, um Daten auszutauschen) galten. Ende des Jahres 2009 hatte Fortinet bereits 15,00 % des Gesamtmarkts eingenommen und war somit einer der wichtigsten Player geworden.

Von 2012 bis 2016 tätigte Fortinet vier weitere nennenswerte Akquisitionen, wozu der App-Hosting-Service XDN, der IT-Sicherheits- und Überwachungssoftware-Anbieter AccelOps und der IoT-Sicherheitsanbieter Bradford Networks gehörten.

Börsengang

Der Börsengang von Fortinet erfolgte nach der Finanzkrise im Jahr 2009 und das Unternehmen sammelte dabei zunächst rund 50 Mio. USD an frischem Kapital ein. Zu einem späteren Zeitpunkt emittierte Fortinet noch weitere Aktien und erhielt auf diese Weise weiteres Kapital, mit dem der Expansionskurs vorangetrieben werden konnte.

Aktionärsstruktur

Laut dem Marketscreener hält von den Vermögensverwaltern lediglich Vanguard mit 8,27 % ein Aktienpaket, welches mehr als 5,00 % umfasst. Interessant ist zudem der Aktienbesitz der beiden Gründer, welche ja auch heute noch relevante Positionen innerhalb des Unternehmens einnehmen. Ken Xie, der CEO von Fortinet, verfügt über die Entscheidungsgewalt 9,91 % der Aktien (zum Teil als Besitzer der Aktien und zum Teil als Treuhänder; letzterer bei der „The Xie Foundation”). Sein Bruder Michael Xie, welcher President und CTO des Unternehmens ist, hat mit 8,95 % einen etwas geringeren Einfluss. Auch er hält einen Teil der Aktien selbst und tritt darüber hinaus als Treuhänder auf (für “The K.A. Family Trust”, “The K.A. Children’s Trust” und “The Xie Foundation”).

Geschäftsführung

Ken und Michael Xie

Ken Xie und Michael Xie sind nicht nur das Gründerduo von Fortinet, sondern sind auch heute noch als größte Investoren und führende Personen im Management die wichtigsten Köpfe im Unternehmen.

Ken Xie ist seit Oktober 2000, also seit Beginn an, CEO und Mitglied des Board of Directors. Zuvor war er einer der Gründer von NetScreen Technologies, ein Unternehmen für Netzwerksicherheitsprodukte, das später von Juniper Networks übernommen wurde. Darüber hinaus war er CEO von SIS und ist Mitglied der National Academy of Engineering. Ken Xie hat einen Bachelor- und Masterabschluss in Elektrotechnik von der Tsinghua University in China sowie einen Masterabschluss in Elektrotechnik von der Stanford University.

Michael Xie ist seit November 2013 President und CTO (Chief Technology Officer) von Fortinet und seit Februar 2001 Mitglied des Board of Directors. Vor Fortinet war er als Vice President of Engineering bei ServGate Technologies tätig und arbeitete zudem als Software Director und Architect bei NetScreen sowie als Senior Software Engineer bei Milkyway Networks Corporation. Michael Xie hat einen Master in Elektrotechnik an der University of Manitoba in Kanada erworben und einen Bachelor- und Masterabschluss in Automobiltechnik von der Tsinghua University in China gemacht.

Die beiden Gründer von Fortinet bringen jeweils mehr als zwei Jahrzehnte an Erfahrung in der Branche mit und haben bereits mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet. Ken Xie vertritt Fortinet darüber hinaus im Board of Directors der Cyber Threat Alliance sowie als Gründungsmitglied des Center of Cybersecurity des World Economic Forums – hier kann er sicher einige wichtige Kontakte knüpfen.

CEO-Vergütung

Ken Xie hat in den Jahren 2020 und 2021 ein Grundgehalt von 750.000 USD erhalten, aber seine Gesamtvergütung ist aufgrund von Aktienoptionen, Aktienprämien und „nicht-aktienbasierten Anreizen” gestiegen. In den Jahren 2019, 2020 und 2021 betrug sein Gesamtgehalt:

  • 2019: 9,63 Mio. USD
  • 2020: 10,65 Mio. USD
  • 2021: 14,20 Mio. USD

Michael Xie, welcher in seiner Position als President und CTO ein Grundgehalt in Höhe von 445.000 USD bekommt, erhielt in den letzten Jahren folgende Gesamtvergütung:

  • 2019: 4,29 Mio. USD
  • 2020: 4,31 Mio. USD
  • 2021: 5,78 Mio. USD

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