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GlaxoSmithKline Aktie Analyse

GlaxoSmithKline Aktie kaufen?

Analyse vom 24.04.2021

von Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung von GlaxoSmithKline

Der <strong>britische Pharma-Konzern</strong> GlaxoSmithKline plc ist im Jahr 2000 bei einer Fusion entstanden. Die Historie reicht jedoch bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurück.<br>Anleger erhalten bei dem Unternehmen, dessen Produkte wie Voltaren oder Odol-med 3 aus dem Alltag bekannt sind, <strong>knapp 6% Dividende</strong> pro Jahr. Charttechnisch bewegt sich die Aktie seit einigen Jahren <strong>seitwärts</strong> und hat zuletzt eine relevante Unterstützungszone getetestet.

1. Das Unternehmen

Vorstellung

GlaxoSmithKline ist ein bekanntes Unternehmen in der Pharma-Branche und hat unter anderem Produkte im Portfolio, welche im alltäglichen Gebrauch zu finden sind. Auch im Sektor der Impfstoffe und HIV-Behandlung ist der britische Konzern aktiv. Im Geschäftsjahr 2020 waren 94.066 Personen bei GSK beschäftigt. Der Firmensitz befindet sich in London, Großbritannien.

Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit ca. 67,24 Mrd. GBP und die Aktie ist im britischen Index FTSE 100 gelistet.

Unternehmenshistorie

Mission, Werte & Ziele

Unser Zweck ist es, Menschen dabei zu helfen mehr zu tun, sich besser zu fühlen und länger zu leben.
– GlaxoSmithKline plc (frei übersetzt)

GSK will das eigene Unternehmen verantwortungsbewusst führen und versteht darunter ein Zusammenspiel aus drei Aspekten:

1. Wissenschaft und Technologie so einsetzen, dass die gesundheitlichen Bedürfnisse der Kunden befriedigt werden.
2. Die Produkte sollen erschwinglich und verfügbar sein.
3. GSK will ein moderner Arbeitgeber sein. Dazu werden unter anderem die Aspekte der Diversität und des Wohlbefindens berücksichtigt.

Zudem vertritt der Pharma-Konzern vier Unternehmenswerte, welche das alltägliche Handeln bestimmen sollen:
Patientenfokus, Transparenz, Respekt und Integrität.

Um die Unternehmensziele aber zu erreichen, werden die Werte um vier Erwartungen ergänzt. Diese stellt GSK an sich selbst (bzw. die Mitarbeiter) um den Erfolg zu sichern: Mut, Verantwortlichkeit, Entwicklung und Teamarbeit.

2030

will GSK klimaneutral sein und einen positiven Einfluss auf die Natur haben.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von GSK ist simpel. Neben dem Verkauf von Pharmazeutika und Impfstoffen, bietet der Konzern seinen Kunden ein relativ breites Spektrum von Gesundheitsprodukten und Hygieneartikeln an (Verbraucher-Gesundheit). GSK ist außerdem in der Forschung nach neuen Wirkstoffen tätig.

Pharmazeutika (GSK Pharma)

Der Verkauf von Medikamenten ist der wichtigste Tätigkeitsbereich von GSK. Arzneimittel werden entwickelt und produziert für eine große Bandbreite an akuten und chronischen Krankheiten.

Unterteilt ist der Geschäftsbereich in fünf weitere Unterkategorien.

Atmung / Atemwegserkrankungen

Bei Atemwegserkrankungen ist GSK seit 50 Jahren tätig und hat eine Führungsrolle in der Behandlung von Patienten mit etablierten Medikamenten aufgebaut. Fokus ist vor allem die Behandlung von chronischen Erkrankungen wie Asthma und COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease/ chronisch obstruktive Lungenerkrankung), von der laut WHO weltweit ca. 210 Millionen Menschen betroffen sind.

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus)

Das HI-Virus löst die Krankheit AIDS aus, von der weltweit aktuell etwa 38 Millionen Menschen betroffen sind. Jedes Jahr sterben etwa 690.000 Menschen an den Folgen der Krankheit. Nur etwa 67% der Patienten werden medikamentös betreut.
(Quelle: www.welt-aids-tag.de)

Die Behandlung des HI-Virus ist ein großes Gebiet des Pharmazeutika-Bereichs. Hier wurde 2009 auch das erste zu 100% auf HIV spezialisierte Unternehmen gegründet. ViiV Healthcare ist mehrheitlich im Besitz von GSK. Andere Anteilseigner sind der US-Pharmakonzern Pfizer und der japanische Pharmakonzern Shionogi.

ViiV hat inzwischen 13 HIV-Arzneimittel entwickelt und dafür eine Zulassung bekommen. Weitere antiretrovirale (das HIV-Virus ist aus der Familie der Retroviren) Produkte befinden sich in der klinischen Forschung.

Bakterielle/ Parasitäre Infektionen

GlaxoSmithKline setzt einen Schwerpunkt auf dem Gebiet der Therapie von Infektionen. Der Fokus liegt hier vor allem auf Antibiotika.

Seltene Erkrankungen

Zu dieser Kategorie gehören alle Medikamente/ Wirkstoffe, die bei Krankheiten wirken, mit weniger als 5/100.000 betroffenen Menschen. Dementsprechend wird hier in der Regel weniger geforscht als bei bekannten “Volkskrankheiten”. Viele der Krankheiten sind vor allem angeborene Stoffwechselerkrankungen.

Onkologie/ Krebsforschung

Das ist ein relativ neuer Zweig der Geschäftsbereiche von GlaxoSmithKline. Hier wurde auch das TESARO, ein auf Onkologie spezialisiertes, biopharmazeutisches Unternehmen, übernommen. Aktuell sind 16 Wirkstoffe in der klinischen Forschung und Entwicklung.

Impfstoffe (GSK Bio)

Ein weiterer großer Bereich von GSK ist die Forschung und Herstellung von Impfstoffen. Hier besitzt das Unternehmen Wirkstoffe gegen unterschiedliche Krankheiten und teilt diese in Kinderimpfstoffe, Erwachsenenimpfstoffe und Reise-Impfstoffe ein.

Kinder-Impfstoffe

Laut eigenen Angaben sind weltweit rund 40% aller Kinder mit mindestens einem GSK-Impfstoff gegen eine ernsthafte Krankheit geschützt.

Erwachsenen-Impfstoffe

Hierzu gehören vor allem die Wirkstoffgruppen, die immer wieder erneuert werden müssen, um weiterhin vor Krankheiten zu schützen. Zudem auch Krankheiten, die im höheren Alter auftreten, zum Beispiel Gürtelrose und Pneumokokken.

Reise-Impfstoffe

Das sind vor allem die Impfstoffe gegen Krankheitserreger, die normalerweise nicht regulär verimpft werden. Dazu gehören unter anderem Impfstoffe gegen Hepatitis A und B, Meningokokken-Meningitis, Japanische Enzephalitis, Gelbfieber, und Cholera.

Verbraucher-Gesundheit
(GSK Consumer Healthcare)

Diese Sparte bezieht sich auf jene Produkte von GSK, die frei im Supermarkt oder rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Stichwort ist für den Patienten “selbst” Abhilfe schaffen.

Hergestellt wird für 4 Teilbereiche

– Zahn-und Mundgesundheit (Therapeutic Oral Health)
– Schmerzlinderung (Pain Relief)
– Nahrungsergänzungsmittel (Vitamins, Minerals and Supplements)
– Atemwege (Respiratory)

Hier sind die bekanntesten Marken aus den jeweiligen Teilbereichen:

Geschäftsführung

Dame Emma Walmsey

Seit dem April 2017 ist Emma Walmsey als CEO bei GSK tätig.

Vor der aktuellen Position war Walmsey bereits als CEO des Joint Ventures von GSK und Novartis aktiv (seit der Gründung in 2015). 2011 wurde Walmsey bereits in die Konzernleitung aufgenommen, nachdem sie ein Jahr bei dem Unternehmen beschäftigt war.
Zuvor arbeitete Walmsey fast zwei Jahrzehnte bei L’Oreal in diversen Führungspositionen. In dieser Zeit nahm sie Stellen auf der ganzen Welt an, unter anderem in China und in den USA.

An der University of Oxford hat Walmsey Master in “Classic and Modern Languages” erworben.

2019 wurde Emma Walmsey zudem in das Board of Directors von Microsoft aufgenommen. Die Britin ist Platz 17 der mächtigsten Frauen der Welt (laut Forbes für 2019). 2020 erhielt sie den britischen Verdienstorden für ihre Leistungen im Bereich der Pharmazie und trägt deshalb den Titel DBE (Dame Commander of the Order of the British Empire).

Dr. Hal Barron

Seit 2018 ist Dr. Hal Burron bei GSK tätig und nimmt die Positionen des CSO (Chief Scientific Officer) und President (Research & Development = Forschung & Entwicklung). Zudem ist er Mitglied vom Board of Directors als Executive Director.

Vor seiner Tätigkeit für GSK war Barron als President für denselben Bereich (Research & Development) bei Calico LLC (California Life Company; Tochterunternehmen im Sektor der Biotechnologie von Alphabet Inc.). In leitenden Positionen war der CSO von GSK davor schon bei Roche und Genentech. Bis zur Übernahme durch Celgene in 2018, war er in der Konzernleitung von Juno Therapeutics tätig.

In Washington hat Barron seinen Bachelor in Physik absolviert, an der Yale University machte er dann seinen Abschluss in der Medizin. An der University of California entwickelte er sich anschließend weiter.
Inzwischen hält Hal mehrere Patente für seine Arbeit in den Bereichen Thrombose und Angiogenese und hat außerdem unzählige Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.

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