Wir Lieben Aktien

Linde Aktie Analyse

Gibt das Unternehmen auch in Zukunft Gas?

Analyse vom 03.09.2024

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Die Verwendung von Gasen wie Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Wasserstoff, Xenon ist in den Produktionsprozessen von unglaublich vielen Industrieunternehmen nicht mehr wegzudenken. Folglich werden diese auch als „Industriegase“ bezeichnet. Die Branche zeichnet sich Dank meistens langfristiger Abnahmeverträge, welchen häufig eine Laufzeit von mehreren Jahrzehnten zugrunde liegt, durch eine hohe Stabilität sowie ein attraktives Gewinnpotenzial aus. Darüber hinaus entfallen mehr als vier Fünftel des globalen Marktvolumens auf nur vier Player, wodurch sich eine oligopolistische Struktur ergibt. Alles Faktoren, welche eine Investition in die Aktien der führenden Player vielversprechend erscheinen lässt, zumal anhand der aktuell vorliegenden Schätzungen von einer Fortsetzung der historischen Trends auszugehen ist und die Hersteller über tiefe Burggräben verfügen und von dieser Entwicklung aller Voraussicht nach profitieren werden.

1. Das Unternehmen Linde

Kurzportrait der Linde Aktie

Im Rahmen dieser kurzen Aktienanalyse bzw. Research werfen wir daher einen Blick auf das in Irland beheimatete Unternehmen Linde, welches mit einem Weltmarktanteil von rund einem Drittel noch vor Konkurrenten wie Air Liquide aus Frankreich, Air Products and Chemicals aus den Vereinigten Staaten sowie Nippon Sanso aus Japan als Weltmarktführer einzuordnen ist. Linde verfügt über eine globale Positionierung bei Abnehmern vieler verschiedener Branchen und besitzt folglich ein diversifiziertes Geschäftsmodell, welches langfristig steigende Erlöse, Gewinne und Dividenden verspricht (u. a. im Hinblick auf das Geschäft mit Wasserstoff). Dass Linde für seine Anleger und Aktionäre ohne Frage als „Qualitätsunternehmen“ mit eher niedrigen Risiken und stetigen Renditen zu bewerten ist, spiegelt sich in hervorragenden Ergebnissen in unseren fundamentalen und technischen Wir Lieben Aktien-Ratings wider, welche sich jeweils auf 9 von 10 Punkten belaufen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse liegt das Kursziel der Analysten bei 478,19 USD, welche die Aktie zudem zum Kauf empfehlen, wodurch sich relativ zum aktuellen Aktienkurs ein Renditepotenzial von ca. 2,00 % ergibt.

Historie von Linde

Gemeinsam mit mehreren Geschäftspartnern und Investoren gründete Carl von Linde im Jahr 1879 die „Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG“, welche als Vorläufer der heutigen Linde plc gilt. In den vorherigen Jahren forschte der in Wiesbaden lebende Carl von Linde an der Entwicklung einer Kältemaschine, welche als Gegenstand der Unternehmung diente, wie der Name bereits vermuten lässt. In den darauffolgenden Jahren fokussierte sich Linde auf sein Geschäft mit Kältemaschinen und gab seine Position als Professor an der Technischen Universität in München auf. In den 1890er-Jahren widmete sich Linde schließlich der Entwicklung des nach ihm benannten Linde-Verfahrens, welche auf die Zerlegung von Luft in seine verschiedenen Bestandteile abzielte.

Das Linde-Verfahren wurde daraufhin immer weiter verbessert, bis es in der Lage war, fast reinen Sauerstoff herzustellen. Dieser Durchbruch verhalf Linde, national sowie international zu expandieren und Industriegase zu vertreiben. Wie für erfolgreiche, marktführende Unternehmen typisch, hat auch Linde mehrere Übernahmen getätigt, um die internationale Expansion voranzutreiben und sein operatives Geschäft zu diversifizieren. Nach einer Übergangsphase während des Zweiten Weltkriegs fokussierte sich Linde erneut auf sein Kerngeschäft der Luftzerlegung und konnte u. a. dank des Wirtschaftswunders in Deutschland hohe Wachstumsraten vorweisen. Bis zu den 2010er-Jahren setzte das Unternehmen seinen Erfolgskurs fort und wuchs zu einem weltweit führenden Hersteller von Industriegasen heran.

Im Januar 2019 wurde schließlich die Fusion mit Praxair abgeschlossen, welche seit 2016 vorbereitet wurde und als wichtigster Meilenstein der jüngeren Geschichte von Linde zu beschreiben ist. Interessant ist dieser Merger u. a., weil die Entstehung von Praxair teilweise auf das während des Ersten Weltkriegs konfiszierte US-Geschäft von Linde zurückzuführen ist. Seitdem ist Linde, wie zuvor bereits beschrieben, mit knappem Vorsprung vor Air Liquide als Weltmarktführer einzuordnen.

Einstufung nach dem GICS

Die Herstellung von verschiedenen Industriegasen ist der eindeutige Fokus des operativen Geschäfts der Linde plc, was wiederum ausschlaggebend für die Einordnung anhand des GICS ist. Da Industriegase als Grundstoffe gelten, ist Linde dem gleichnamigen Sektor zuzuordnen. Eine tiefergehende Klassifikation ist wie folgt vorzunehmen:

  • Industriegruppe: Grundstoffe
  • Industrie: Chemikalien
  • Subindustrie: Industriegase

Branchendefinition nach dem GICS

Geschäftsmodell von Linde

In etwa neun Zehntel der gesamten Einnahmen und Gewinne von Linde (WKN: A3D7VW) auf Konzernebene entfallen auf die Herstellung und die Verteilung von Industrie- und Edelgasen. Doch was genau ist das eigentlich? Unter diesem Begriff versteht man sämtliche Gase (welche auf der Zerlegung von Luft basieren), die in den Produktionsprozessen von Unternehmen verwendet werden. In der Regel befassen sich diese mit der Massenherstellung von Konsum- und Produktionsgütern.

Als wichtigste Industrie- und Edelgase sind folgende zu nennen:

  • Wasserstoff
  • Sauerstoff
  • Stickstoff
  • Helium
  • Argon
  • Kohlendioxid

Nachdem die Gase in den Luftzerlegungsanlagen von Linde plc produziert wurden, werden diese an die Abnehmer des Marktführers verteilt. Hierzu greifen die Iren auf ihre eigene Infrastruktur bestehend aus kilometerlangen Pipelines zurück. In einigen Fällen befinden sich die Produktionsanlagen aufgrund der hohen Abnahmemengen gar auf den Flächen der Kunden, welche zumeist verschiedenen Bereichen der Industrie entstammen. Mit diesen werden im Regelfall langfristige Verträge abgeschlossen, welche u. a. die Weitergabe von steigenden Kosten beinhalten. In Kombination mit der geographischen Diversifikation sowie der verschiedenen Herkunft der Abnehmer ergibt sich ein krisenresistentes, vergleichsweise stabiles Geschäftsmodell mit einem stetigen Umsatzwachstum.

In etwa ein Zehntel der Einnahmen von Linde sind im Umkehrschluss auf verschiedene Randgeschäfte zurückzuführen, wie Abbildung 2 entnommen werden kann. Der Großteil dieser Einnahmen entfällt auf den Geschäftsbereich namens Engineering, welcher sich mit allen Schritten rund um den Bau von Luftzerlegungsanlagen befasst. Darüber hinaus erbringt Linde verschiedene Dienstleistungen im Bereich des Projektmanagements.

Geschäftsmodell von Linde

Lass uns Feedback da!

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Lob, Kritik? Wir nehmen alles dankend an. Wenn du uns kostenlos unterstützen möchtest, lass uns eine Rezension auf Trustpilot da – oder schreib uns einfach auf Discord.

Folge und kontaktiere uns

Newsletter

Jetzt abonnieren und keine Analyse mehr verpassen.

Transparenzhinweis

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

Mehr Infos unter: wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss