
Appen Aktie Analyse
Appen Aktie kaufen?
Analyse vom 31.12.2020
Kurzvorstellung
Das <strong>australische Technologie-Unternehmen</strong> Appen bietet seinen Kunden Dienstleistungen im Bereich der <strong>künstlichen Intelligenz</strong> und dem <strong>maschinellen Lernen</strong> an. Der Konzern arbeitet seit über 20 Jahren mit großen Technologiefirmen zusammen und hat daher ausgezeichnete Erfahrung in diesen Segmenten. Da dieser Sektor in einem sehr bekannten Zukunftsmarkt tätig ist, konnte auch Appen in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verbuchen, was sich ebenfalls in der Kursentwicklung widerspiegelt. Dennoch handelt es sich um ein kleines Unternehmen mit weltweit neun Standorten, welches durch die starke Spezialisierung auf diese eine Branche großes Potenzial haben könnte. Gerade bei der jüngsten Korrektur stellt sich die Frage, ob ein Einstieg nun attraktiv sein könnte.
1. Das Unternehmen
Kurzvorstellung
Appen Ltd. ist ein global agierendes Unternehmen, welches im Bereich der künstlichen Intelligenz aktiv ist. Der Sitz befindet sich in Chatswood, Australien. Das Geschäft von Appen teilt sich in die Hauptbereiche „Relevance“ und „Speech and Image“ auf, welche im Folgenden näher erläutert werden. Zum Ende des Jahres 2019 waren 781 Mitarbeiter bei Appen beschäftigt. Nach einigen Übernahmen konnte das Unternehmen stets ein starkes Wachstum verbuchen, was sich laut eigenen Angaben auch weiter fortsetzen soll.
Mit einer Marktkapitalisierung von ca. 3 Mrd. AUD (< 2 Mrd. EUR) ist Appen ein eher kleines Unternehmen, aber dennoch führend in dem eigenen Sektor tätig.
Unternehmenshistorie
Im Jahr 1996 wurde das Unternehmen von Dr. Julie Vonwiller gegründet, welche anschließend von ihrem Mann unterstützt wurde. 2011 ging Appen schließlich mit der Butler Hill Group zusammen, welche seit 1993 in den USA existierte. Daraufhin hieß das gemeinsame Unternehmen Appen Butler Hill, jedoch wurde der Name 2013 in Appen geändert.
Ein Jahr zuvor fand die Übernahme von Wikman Remer statt, die in der Entwicklung von Plattformen und Lösungen für bestimmte Dinge (z.B. für Engagement von Mitarbeitern) tätig waren.
Seit 2015 ist Appen an der Börse in Australien (ASX) gelistet und wird von Mark Brayan als CEO geleitet. Gemessen zum aktuellen Kurs (24,80 AUD) entwickelte sich die Aktie hervorragend mit +4.842 % (Performance in AUD). Im Folgejahr kam es zu der Übernahme der Mendip Media Group, einem Transkriptionsservice-Anbieter aus Großbritannien. MMG spezialisierte sich auf die Umwandlung von Audio-Dateien in einen Text.
Die nächste Übernahme erfolgte 2017; es handelt sich um Leapforce (und RaterLabs), die unter anderem mithilfe einer Kapitalerhöhung aufgekauft wurden. Das Management versprach sich davon eine noch bessere Positionierung im Wachstumsmarkt der Künstlichen Intelligenz und nahm die führende Rolle als Anbieter im Markt für „search relevance“ ein. „Search relevance“ beschreibt die Genauigkeit und Qualität der Suchergebnisse bei einer Suchanfrage.
Im Jahr 2019 wurde Figure Eight übernommen, wovon man sich ein noch besseres Angebot für die Kunden verspricht. Appen profitiere nun von über einer Million „Crowd“-Arbeiter und der – laut eigenen Angaben – fortschrittlichsten KI-basierten-Plattform für Datenannotationen (die zugrundeliegende Funktionsweise dieser Technologien und Arbeitsabläufe wird unter dem Punkt Geschäftsmodell genauer erläutert).
Mission, Werte & Ziele
In Bezug auf die Mitarbeiter wird deutlich, dass Appen stets auf ein gutes Image bedacht ist. Gerade die Thematik des Datenschutzes und der Vertraulichkeit ist wichtig für die „Crowd“-Arbeiter, welche ihre Daten und Arbeitsleistung zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus rückt Appen bei der Arbeit die folgenden Werte in den Fokus, welche die Mission und Vision vervollständigen sollen:
1. Qualität (der Produkte und Dienstleistungen)
2. Team-Work (und Zusammenarbeit)
3. Kommunikation (untereinander und mit Kunden; Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein)
4. Mut (um Ziele zu erreichen, sowie harte Arbeit).
Dies alles soll dazu dienen, um die sechs Werttreiber des Unternehmens optimal zu fördern:
1. „Crowd“ (erklärt beim Geschäftsmodell)
2. Technologie, Prozesse und Systeme (also die Produkte und Dienstleistungen)
3. Soziale Verantwortung und ökologischer Fußabdruck
4. Mitarbeiter
5. Kunden und Marke
6. Finanzen
Fazit
Allgemein lässt sich somit ein nachhaltiger Ansatz bei der Unternehmensführung ableiten, was sich sowohl auf die Ökologie, als auch auf die Mitarbeiterführung bezieht. Dennoch soll der finanzielle Erfolg dabei nicht unberücksichtigt bleiben.
Geschäftsmodell
Appen ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich annotierter Datensätze für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Die Technologie von Appen wird unter anderem von Suchmaschinen, Spracherkennungssystemen, Social-Media-Plattformen und Herstellern von autonomen Fahrzeugen genutzt. Der Konzern arbeitet also mit hochsensiblen Daten, welche für Maschinen benutzt werden, damit diese besser auf gewisse Situationen reagieren können. Diese Daten, die dazu dienen Bilder, Audio oder andere Einflüsse auszuwerten, nennt man Annotationsdaten.
Appen setzt die Wünsche der Kunden durch das sogenannte Crowd-Management um. Das bedeutet, dass Appen unabhängige Auftragnehmer beispielsweise mit der Beschaffung oder Umstrukturierung von Daten beauftragt. Diese sind dann meistens auf Teilzeitbasis beschäftigt.
Appen Connect
Um diese „Crowd“ zu managen benutzt Appen das interne System „Appen Connect“. Dieses Programm hilft dem Konzern z.B. bei der Zuweisung von Arbeit an die Crowd-Arbeiter bzw. deren Bezahlung. Ebenfalls wird „Appen Connect“ aber auch für die Bearbeitung und Auslesung von Bewerbungen genutzt.
Client-Workspace
Des Weiteren nutzt Appen Client-Workspace, was wie eine Selbstbedienungsplattform (für die Kunden) funktioniert. Die Kunden wählen die Annotationsdaten aus, die sie benötigen, und passen diese entsprechend an. Somit stellt die Plattform eine Schnittstelle für die Kunden und Appen dar, soll die Zusammenarbeit erleichtern und vor allem die sensiblen Daten der Kunden vor Dritten sichern.
Annotationstool
Als dritten Aspekt nutzt Appen das „Annotationstool“. Hier können Kunden mit einer speziellen Software unstrukturierte Daten (also z.B. Text-, Bild- oder Audiodaten) in Trainingsdaten für Maschinen umwandeln. Dies läuft meist über ein Abo-Modell und wird hauptsächlich durch die Übernahme von „Figure Eight“ getragen.
Mit diesen drei Werkzeugen soll gewährleistet werden, dass der Kunde die Daten in der erforderlichen Qualität erhält und dabei die Aspekte Sicherheit und Geschwindigkeit optimal erfüllt werden.
Relevance
Der Bereich „Relevance“ (vormals Content Relevance) liefert kommentierte Daten, die in der Suchtechnologie (z.B. im E-Commerce und in den sozialen Netzwerken) genutzt werden. Die Systeme der Kunden arbeiten damit effizienter und sind besser auf die Nutzer der jeweiligen Kunden zugeschnitten.
Beispiel:
Sucht ein Kunde beispielsweise nach Handschuhen auf einer E-Commerce-Plattform, so erkennt der Algorithmus welche anderen Produkte (hier also Handschuhe) potenziell zusätzlich interessant sein könnten und schlägt dem Kunden z.B. eine passende Mütze oder Jacke vor.
Speech and Image
Die zweite Sparte heißt „Speech and Image“ (früher Language Resources). Hier werden verschiedene „Sprachen“ für Maschinen angeboten. Diese sollen die Maschinen intelligenter machen und ihre Reaktionen auf gewisse Geschehnisse optimieren. Kunden dieser Sparte sind beispielsweise Fahrzeugsysteme, internetfähige Geräte und Unterhaltungselektronik.
Einige Beispiele dafür sind die sprachgesteuerte Haushaltshilfe von Amazon (Alexa), der Sprachassistent von Apple (Siri), aber auch Übersetzungsdienstleister.
Appen ist damit in einem nicht mehr wegzudenkenden Zukunftsmarkt etabliert und teilweise mit extrem starken Marktpositionen bei Kunden vertreten.
Geschäftsführung
Der CEO von Appen (Mark Brayan) ist seit dem Jahr 2015 in seiner Position tätig und wird in der Führungsebene vom CFO Kevin Levine und CTO Wilson Pang begleitet. Die Gründer selbst sind nicht mehr im Unternehmen aktiv tätig, halten jedoch noch einen Aktien-Anteil.
Mark Brayan
Der CEO von Appen hat bereits über 25 Jahre Erfahrung im Bereich der Technologie und dazugehöriger Services gesammelt. Vor seiner Beschäftigung bei Appen war er bereits in führenden Positionen bei anderen Unternehmen tätig, mehrmals sogar bereits als CEO.
Passend zu seinen ausgeübten Tätigkeiten trägt er den akademischen Grad eines Master of Business Administration (MBA). In diesem Studiengang werden vor allem Bereiche des Managements abgedeckt.
Kevin Levine
Die Rolle des CFO nimmt seit 2016 der gelernte Wirtschaftsprüfer ein, welcher ebenfalls über mehr als 25 Jahre Job-Erfahrung in verschiedenen Unternehmen verfügt. Meist war Levine dabei bei Unternehmen beschäftigt, welche ein hohes Wachstum aufweisen können oder sogar noch Start-Ups waren. Diese Erfahrungen können ihm bei der Verantwortung über die Finanzen bei Appen wahrscheinlich weiterhelfen.
Wilson Pang
Die oberste technische Leitung (CTO) liegt seit 2018 bei Wilson Pang, welcher einst Elektrotechnik in China studierte. In seinem Job ist er für die Produkte von Appen und die gesamte Technologie verantwortlich, weshalb seine Rolle – gerade in einem Technologie-Konzern – nicht unterschätzt werden sollte.
In China war er in leitender Position bei CTrip, dem zweitgrößten Online-Reisebüro (bzw. Portal), tätig. Zuvor arbeitete er für renommierte Unternehmen wie eBay und IBM – zum Teil ebenfalls in der Führungsebene. Somit ist Pang auch international verknüpft.
Aktionärsstruktur
Das Gründer-Ehepaar Vonwiller hält weiterhin 9,13 % der Aktien von Appen. Darüber hinaus ist wichtig zu erwähnen, dass 43 Aktionäre (bzw. Gesellschaften) knapp ¾ des emittierten Kapitals (genau: 74,74 %) besitzen.
Stand: 31.12.2019
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