
ATOSS Software Aktie Analyse
Die beste deutsche Aktie?
Analyse vom 22.03.2026
von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung
Egal ob Kleinunternehmen, Mittelständler oder Konzern: Wer im DACH-Raum auf der Suche nach einer Workforce-Management-Lösung ist, stößt früher oder später auf ATOSS Software. Der deutsche Softwareentwickler gehört in den deutschsprachigen Ländern zu den wichtigsten Playern und arbeitet darüber hinaus an der internationalen Expansion. Obwohl die Aktie von ATOSS Software in den letzten Monaten fast die Hälfte ihres Wertes einbüßen musste, gehört sie mit einem Total Return von rund 300,00 % in den letzten zehn Jahren zu den besten Aktien aus Deutschland – doch wie steht es um die Zukunft des Unternehmens?
1. Das Unternehmen ATOSS Software
Geschäftsmodell von ATOSS Software
Einleitung und Kerngeschäft
Wer die Personalplanung im Einzelhandel, in der Logistik oder im Gesundheitswesen im DACH-Raum organisiert, stößt früher oder später auf den Namen ATOSS Software. Das deutsche Unternehmen zählt zu den führenden Anbietern von Workforce Management-Software im deutschsprachigen Raum und unterstützt seine Kunden dabei, den Einsatz von Mitarbeitern effizienter, rechtskonform und kostensparender zu gestalten. In den letzten 40 Jahren hat sich ATOSS Software von einem klassischen Zeiterfassungsanbieter zu einem modernen SaaS-Unternehmen gewandelt, das mit seiner Staff Efficiency Suite eine umfassende Plattform für die gesamte Personalbedarfsplanung, Arbeitszeitgestaltung und Schichtplanung bereitstellt.
Auftragseingang für Softwarelösungen im Detail
Das Herzstück des Geschäftsmodells bildet die bereits erwähnte Staff Efficiency Suite, die sämtliche Prozesse rund um das Workforce Management auf einer integrierten Cloud-Plattform vereint: Personalbedarfsermittlung, Dienstplanung, Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement und Compliance. Die Software richtet sich dabei an mittlere und große Unternehmen, typischerweise ab mehreren hundert bis hin zu zehntausenden von Mitarbeitern, und wird in einer Vielzahl an Branchen wie dem Einzel- und Großhandel, der Industrie, dem Transportwesen, dem Gesundheitswesen sowie der öffentlichen Verwaltung eingesetzt.
An zweiter Stelle folgt das Segment „Time Control“, das sich eher an kleine und mittlere Betriebe richtet und eine schlankere Zeiterfassungslösung mit einem vereinfachten Funktionsumfang bereitstellt. Besondere Aufmerksamkeit verdient darüber hinaus der Geschäftsbereich „Crewmeister“, welcher im Jahr 2020 durch eine Akquisition ins Leben gerufen wurde. Crewmeister adressiert Kleinstunternehmen und Restaurants mit einer unkomplizierten Dienstplanungs- und Zeiterfassungslösung. Wenngleich das Segment bislang noch eine untergeordnete Rolle spielt, kann dieses zunehmend an Bedeutung gewinnen und rundet das Geschäftsmodell von ATOSS Software dahingehend ab, dass das Unternehmen sowohl kleine als auch mittlere Unternehmen sowie große internationale Konzerne adressieren kann.
Historie von ATOSS Software
Gründung und Zeiterfassung
Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1987 zurück. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Unternehmen von einem fünfköpfigen Team in einem kleinen Büro gegründet. Bereits in der frühen Phase lag der Fokus auf der Entwicklung einer standardisierten Softwarelösung für Zeitwirtschaft und Personaleinsatzplanung, die branchenübergreifend einsetzbar und auf unterschiedlichen Computersystemen lauffähig sein sollte.
Weiterentwicklung zum Spezialisten
Anfang der 1990er-Jahre konnte das Unternehmen erste größere Kunden gewinnen. Zu den frühen Großkunden zählten unter anderem Deutsche Bahn sowie Bayer. Diese Projekte trugen zur Etablierung der Lösungen im Markt für Workforce-Management-Software bei.
Ende der 1990er-Jahre erfolgte ein wichtiger technologischer Schritt: 1998 wurde ein Web-Client vollständig auf Basis der Programmiersprache Java entwickelt. Ein Jahr später wurden neue Vertriebsstandorte in Wien und Zürich eröffnet.
Börsengang
Darauf folgte der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse des Spezialisten. Im selben Jahr wurde das Unternehmen CSD Systemhaus in Cham, Bayern übernommen. In den folgenden Jahren setzte sich die Expansion fort. 2003 wurde die Aktie in den Prime Standard der Deutschen Börse aufgenommen, während weitere Großkunden gewonnen werden konnten.
Internationale Expansion und Rückenwind
2004 eröffnete das Unternehmen einen Entwicklungsstandort im rumänischen Timișoara, um die Softwareentwicklung auszubauen. Mit der Einführung der fünften Generation der Staff Efficiency Suite im Jahr 2008 begann eine strategische Weiterentwicklung der Softwareplattform. Durch neue Schnittstellen wurde die Integration mit externen Anwendungen ermöglicht, wodurch sich zusätzliche Einsatzmöglichkeiten in der unternehmensweiten Prozessoptimierung ergaben.
In den folgenden Jahren wurde das Lösungsportfolio weiter ausgebaut. Ab 2011 konnten Anwender von SAP-Systemen die Softwarelösung zur Personaleinsatzplanung über Schnittstellen in ihre bestehende Systemlandschaft integrieren. Parallel dazu wurde die internationale Präsenz ausgebaut, unter anderem durch einen Standort in Utrecht im Jahr 2014.
Cloud-Strategie und Kooperationen
Ab Mitte der 2010er-Jahre erfolgte eine stärkere Ausrichtung auf Cloud-basierte Lösungen. 2015 wurde neben klassischen On-Premises-Installationen auch ein Cloud-Angebot eingeführt. Im selben Jahr wurde mit Crewmeister eine Lösung für kleinere Unternehmen vorgestellt. Gefolgt von einer Kooperation mit SAP Deutschland, um Workforce-Management-Funktionen mit der HR-Plattform SAP SuccessFactors zu verbinden.
2018 bezog das ATOSS einen neuen Hauptsitz im Werksviertel am Münchner Ostbahnhof. Mit dem „Staff Center“ wurde zudem ein Self-Service-Tool für Mitarbeitende eingeführt. Unter anderem mit einem weiteren Standort in Osnabrück wurde das Wachstum weiter fortgesetzt.
Die Aufnahme der Aktie in den SDAX erfolgt im Jahr 2021. Nach weiteren zwei Jahren folgte die zusätzliche Aufnahme in den TecDAX und zählt damit zu den größten börsennotierten Technologieunternehmen Deutschlands. Gleichzeitig erwarb die Investmentgesellschaft General Atlantic rund 20 % der Unternehmensanteile und unterstützt seither die internationale Expansion.
Weitere Expansionsstrategie
ATOSS zielt auf eine weitere Expansion und Globalisierung der Geschäfte. Ein Schritt dafür war der Wandel in eine Europäische Gesellschaft (SE), wodurch es vereinfacht wurde, europäische Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen im Softwaresektor zu erhalten. Durch die Tochtergesellschaft Gurgaon wurde die Präsenz im asiatischen Markt gestärkt.
Aktionärsstruktur von ATOSS
Die Aktionärsstruktur von ATOSS Software wird mit 23,90 % durch das Family Office AOB Invest, welches im Besitz des CEOs Andreas Obereder ist, angeführt. Weitere 21,59 % werden von der Investmentgesellschaft General Atlantic Chronos gehalten. Die restlichen 54,51 % befinden sich im Free float.
Geschäftsführung
Andreas F. J. Obereder
Obereder gründete ATOSS 1987 in München mit dem Ziel, Softwarelösungen für Zeitwirtschaft und Personaleinsatzplanung zu entwickeln. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 führt er das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender und verantwortet insbesondere die strategische Ausrichtung sowie die langfristige Unternehmensentwicklung.
Als Gründer ist er weiterhin eng mit dem Unternehmen verbunden und zählt zu den wichtigsten Aktionären. Unter seiner Leitung entwickelte sich ATOSS zu einem international tätigen Anbieter von Workforce-Management-Software mit Kunden in zahlreichen Branchen und Ländern.
Obereder hatte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München BWL studiert.
CEO-Vergütung
Die Vergütung des CEOs baute sich für das Fiskaljahr 2024 durch ein Grundgehalt i.H.v. 690,00 Tsd. EUR auf. Hinzu kamen weitere Nebenleistungen in Höhe von 260,00 Tsd. EUR. Über einen variablen jährlichen Bonus erhielt er 155,00 Tsd. EUR. Insgesamt erhielt Obereder eine Gesamtvergütung von 1,11 Mio. EUR.
Im Vorjahr fiel die Vergütung mit 0,94 Mio. EUR geringer aus. Maßgeblich lag dies an dem kleineren Grundgehalt i.H.v. 540,00 Tsd. EUR.
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