Wir Lieben Aktien

Meta Aktie Analyse

Große Chance oder Milliardengrab?

Analyse vom 26.02.2023

von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Kurzvorstellung

Meta ist eines der bekanntesten Unternehmen der heutigen Zeit und fast jeder nutzt täglich mindestens ein soziales Netzwerk des Konzerns. Dennoch gibt es eine Vielzahl an Problemen, die den Konzern in der jüngsten Vergangenheit geschwächt haben: Langsameres Nutzerwachstum, viele Bots, enorm hohe Ausgaben für das Metaverse, steigende Konkurrenz durch TikTok und andere Plattformen usw. Andererseits hat die Aktie diese Probleme ebenfalls eingepreist und die Folge war ein Kursrutsch von fast 80,00 % ausgehend vom Allzeithoch. Zuletzt kündigte Zuckerberg für 2023 das “Year of Efficiency” an und gewann das Vertrauen der Anleger teilweise zurück. Ist Meta also der perfekte Turnaround-Kandidat?

1. Das Unternehmen Meta

Historie

Gründung

Bereits 2003 fiel der damalige Harvard-Student für Psychologie und Informatik Mark Zuckerberg durch eine eigens programmierte Seite auf. Sie hieß facemash.com, auf welcher zwei zufällig ausgewählte Bilder von Studentinnen aus den Akten der Uni gezeigt wurden. Der Benutzer durfte anschließend entscheiden, welche von beiden attraktiver ist. Die Seite wurde bereits nach wenigen Tagen, wegen Protesten der Studentinnen, von Zuckerberg offline genommen.

Mit der Hilfe von Dustin Moskovitz, Chris Hughes und Eduardo Saverin gelang es Zuckerberg am 04. Februar 2004, seine Seite unter dem Motto „Facebook – Eine offene und vernetzte Welt“ für alle Harvard-Studenten online zu stellen. Facebook (sinngemäß Jahrbuch) fand zügig Anklang unter den Studenten. Zuckerberg reagierte auf das Interesse und stellte seine Seite bereits ein Jahr später für alle Ivy-League-Universitäten zur Verfügung. Die Gründer zogen zusammen nach Palo Alto, Kalifornien, um dort thefacebook.com weiter aufzubauen. Noch im gleichen Jahr traf Zuckerberg auf Sean Parker – einen der Mitbegründer des Musik-Streaming-Dienstes Napster. Nach dem Gespräch wurde das „the“ vor Facebook gestrichen und Parker stieg als Berater bei Facebook ein.

Facebook

Im Dezember 2004 erreichte die Website bereits eine Mio. Nutzer. Die Pinnwand auf Facebook wurde eingeführt. 2005 folgte Facebook-Fotos.

Ein Jahr später wurde der News Feed eingebaut und die Website für jeden zugänglich gemacht. Zuvor konnte man nur nach einer Einladung einen Account auf der Seite eröffnen.

2008 wurde Facebook als App im Apple Store angeboten. Im gleichen Jahr wurde das komplette Design der Website verändert, so wie die meisten von uns Facebook wohl kennengelernt haben.

Zwei Jahre später konnte Facebook bereits 500 Mio. erstellte Accounts feiern. Die eine Milliarde-Nutzer-Marke wurde 2012 überschritten und weitere drei Jahre später konnte Facebook dieselbe Menge an täglichen Nutzern messen.

Der Facebook Messenger ging 2011 live. Die heute bekannten Funktionen wurden nach und nach der Website hinzugefügt, so kam die „Donation“-Funktion 2013, Facebook Live 2015, der Marketplace 2016 und Facebook Watch 2017.

Instagram und WhatsApp

Instagram (2012) und WhatsApp (2014) sind die wohl bekanntesten und erfolgreichsten Akquisitionen von Meta.

Instagram Direct wurde 2013 hinzugefügt, Stories folgten 2016, Shopping 2017 und Reels 2020. Die Marke von einer Mrd. aktive Nutzer konnte Instagram 2018 erreichen.

WhatsApp erreichte die Marke bereits ein Jahr zuvor. 2016 kam die End-zu-End-Verschlüsselung, welche nach starker Kritik an dem Datenschutz des Meta-Konzerns eingeführt wurde.

Börsengang und Metaverse

Am 18. Mai 2012 wurde Meta an der NASDAQ gelistet. Mark Zuckerberg durfte an diesem Tag die Eröffnungsglocke der Technologiebörse leuten. Um ihn herum scharten sich hunderte Unternehmensmitarbeiter, welche den damals größten Börsengang aller Zeiten feiern wollten. Bereits in der ersten halben Stunde wurden 300 Mio. Aktien gehandelt.

Heute fokussiert sich Meta stark auf das Metaverse, eine Konvergenz zwischen physischer Realität und virtuellem Raum im Kontext des vernetzten Digitalraums. Dafür wurde bereits 2014 die Basis geschaffen. In diesem Jahr wurde der VR-Brillen-Hersteller Oculus übernommen und das Connectivity Lab wurde eröffnet. 2021 wurde Horizons Workrooms vorgestellt, ein virtueller Raum, in welchem Meetings mit Avataren stattfinden können. Mit einer Investition von 2,50 Mio. USD in den XR Programs and Research Fund, unterstützt Meta unabhängige Forschung über das Metaverse.

Um nochmal die Anstrengungen im Metaverse zu unterstreichen, heißt der Konzern seit dem 28. Oktober 2021 Meta.

Prinzipien, Vision, Mission und ESG

Prinzipien

Menschen eine Stimme geben.
Nach Meta haben Menschen das Recht, gehört zu werden und sich zu äußern. Was nach eigener Aussage manchmal auch bedeutet, dass der Konzern sich für Menschen einsetzt, deren Meinung sie nicht teilen.

Verbindungen und Communitys aufbauen
Meta’s Dienste sollen Menschen helfen, sich miteinander zu vernetzen und die Welt näher zusammenzubringen.

Meta ist für alle da
Hilfreiche Technologien sollen allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Da Meta’s Geschäftsmodell auf Werbeanzeigen beruht, können die Dienste kostenlos angeboten werden.

Menschen und Privatsphäre schützen
Meta versteht es als Verantwortung, Menschen zusammenzubringen, zu fördern, sie zu schützen und Risiken abzuwenden, damit sie gemeinsam Großes schaffen können.

Wirtschaftliche Chancen fördern
Meta’s Tools sollen gleiche Voraussetzungen schaffen, damit Unternehmen wachsen, Arbeitsplätze geschaffen werden und die Wirtschaft gestärkt werden kann.

Vision

“We are in the business of building better realities – and not just virtual ones.”, Meta 2021

Meta möchte einen gerechten und ausgewogenen Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft erreichen. Dafür arbeitet Meta mit anderen Firmen zusammen, um integrative Lösung für einen gesünderen Planet zu schaffen. Ihnen ist dabei wichtig, dass niemand zurückgelassen wird.

Schutz der Menschen und des Planeten durch verantwortungsvollen Betrieb – durch die Minimierung des Energieverbrauchs, des Wasserverbrauchs und der Emissionen ist das der Beitrag, den Meta leisten möchte.

Meta möchte Kernprodukte und Dienstleistungen anbieten, um den Zugang zu klimawissenschaftlichen Informationen und handlungsorientierten Ressourcen zu ermöglichen.

Mission

Seit 2018 engagiert sich der Konzern bei der Audubon Society, welche Lösungen für Wasserverteilung und Qualität sucht.

2020 schaffte es Meta, die Ziele, die Treibhausgas-Emissionen um 75,00 % zu reduzieren und die Stromversorgung von globalen Aktivitäten zu 100,00 % durch erneuerbare Energien abzudecken.

2021 setzte Meta sich das nächste Ziel, eine Mrd. Gallonen (1 gal. = 3,78 L) Wasser zu restorieren. Weiterhin wollen sie bis 2030 pro Jahr mehr Wasser zurück in den Umlauf bringen, als sie selbst verbrauchen.

ESG – Environmental, Social and Governance

“The possibilities our technology will unlock for people only matter if we have a safe and thriving planet.”, Mark Zuckerberg

Meta veröffentlichte im Nachhaltigkeitsreport 2021 eine Prioritätenmap, welche die Dringlichkeit spezieller ESG-Themen verdeutlichen sollte. Die Themen wurden dabei nach wichtig, sehr wichtig und kritisch aufgeteilt.

Als kritisch für Stakeholder und für das Geschäft von Meta, wurden dabei folgende Themen eingeordnet:

Social (Soziales):
Diversität, Gleichberechtigung and Inklusion
Datenschutz und Datensicherheit
Menschenrechte
Minimierung der Verbreitung von Falschinformationen

Governance (Unternehmensführung):
Verantwortungsvolle Produktgestaltung
Inhaltliche Führung
Vertrauen und Integrität
Unternehmensführung

Environmental (Umwelt):
Kein Eintrag

Aktionärsstruktur

Meta hat deren Stammaktien in die zwei Klassen A und B aufgeteilt, wobei letztere mit dem 10-fachen Stimmrecht ausgestattet sind. Es gibt ungefähr 6-mal mehr Class A als Class B Aktien.

In der Liste der Top-10-Investoren der Class A Aktien befinden sich viele bekannte Fondsmanager wie die Vanguard Group, Fidelity Management & Research (Fidelity), SSgA Funds Management, BlackRock Funds Advisors, T. Rowe Price Associates und Capital Research & Management. Jedoch nur die Vanguard Group mit 7,60 % überschreitet die 5,00 % Marke. Fidelity liegt knapp darunter mit 4,44%.

Mark Zuckerberg und die Chan-Zuckerberg-Initiative halten insgesamt 95,33 % der ausstehenden Class B Aktien (Stand: 26.02.2023). Auf diese Weise behält er, ähnlich wie die Gründer von Google bei ihrem Unternehmen, die Oberhand.

Geschäftsmodell

Einleitung

Jeder, der diese Analyse gerade liest, nutzt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mindestens ein Produkt von Meta. Sind wir dadurch Kunden? Eher nicht. Bei Meta sind die Nutzer das Produkt, denn das Geschäft ist heute vor allem werbebasiert. Der Konzern verdient Geld, indem Unternehmen für Werbung bezahlen, die dann den Nutzern der sozialen Medien angezeigt wird. Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Reichweite von Anzeigen und der Anzahl an Konkurrenten, die ebenfalls in einem bestimmten Bereich Werbung schalten wollen. Wenn wir also das Geschäftsmodell von Meta richtig verstehen wollen, müssen wir uns zunächst die aktuellen Umsatzquellen und Plattformen anschauen und danach die Visionen, die der Konzern von Mark Zuckerberg im Metaverse sieht. In Zukunft will der Konzern weg von 2D-basierten Bildschirmen wie Smartphones oder PCs und hin zum dreidimensionalen Metaverse.

Social Media als Kerngeschäft

Anfang 2022 waren global rund 4,62 Mrd. Menschen bei sozialen Netzwerken angemeldet. Das ist mehr als die Hälfte der kompletten Weltbevölkerung. Mehr als 3,00 Mrd. Menschen sind dabei Kunden bzw. liefern Daten, die Produkte für Meta sind. Dabei belegt Facebook immer noch Platz eins mit 2,91 Mrd. Nutzern, gefolgt von YouTube (2,56 Mrd.), WhatsApp (2,00 Mrd.), Instagram (1,478 Mrd.) und dem chinesischen WeChat (1,26 Mrd.). Wenn man die Marktanteile nach Seitenabrufen filtert, dann ist Facebook die ungeschlagene Nummer eins mit 66,90 %, gefolgt von Twitter (12,36 %) und Instagram (9,62 %). Das Wachstum sank zuletzt jedoch bei Facebook und Instagram, während Twitter leicht gewachsen ist.

Global gibt es eigentlich nur zwei große Player, die die Social-Media-Landschaft dominieren. Im Westen ist das Meta und in Asien Tencent. Meta’s Aufgabe ist es, Technologien zu entwickeln, die Menschen auf der ganzen Welt über das Internet verbinden, Communities zu finden und Unternehmen aufzubauen. Die Produktgruppen des Unternehmens ermöglichen es, eine Verbindung mit anderen Menschen aufzubauen über Smartphones, Computer, Wearables oder auch Virtual-Reality-Geräte. Auf den Plattformen von Meta lassen sich Videos, Fotos, Nachrichten, Texte oder Audiodateien öffentlich, für eine große Masse an Menschen oder privat teilen. In Zukunft soll all das, wie bereits erwähnt, immer mehr in einer dreidimensionalen Welt passieren, dem Metaverse. Das Metaverse soll dabei in die aktuellen Produkte von Meta (WhatsApp, Instagram, Facebook, Messenger) integriert werden. Aber was genau ist das Metaverse und warum beschäftigt diese leicht dystopische Vision derzeit so viele Gemüter im Silicon Valley?

Was ist das Metaverse?

Der Begriff Metaverse stammt aus dem 1991 erschienen Roman „Snow-Crash“ von Neal Stephenson. Hier beschreibt der Autor eine globale virtuelle Realität, in der reale Menschen als Avatare agieren können. Interessant ist dabei, dass das Metaverse dort eine dystopische Zukunft verursacht, in der die fiktive Welt von Großkonzernen und organisiertem Verbrechen gelenkt wird. Staaten haben wegen digitalen Währungen keine Möglichkeit mehr, adäquat zu versteuern und werden größtenteils irrelevant. Menschen können zwar aussteigen, driften aber teilweise komplett in das Metaverse ab und werden in der echten Welt dysfunktional.

Beim Metaverse handelt es sich also um eine digitale Welt, die sich an unserer physischen Realität anlehnt, diese jedoch virtuell erweitert. Im Endeffekt also eine Vereinigung der Handlungsräume des Internets in Kombination mit unserer Wirklichkeit. Ungefähr so wie ein Videospiel, nur dass es kein wirkliches Ziel oder ein Quest gibt, sondern einfach eine alternative digitale Welt. Meta-Chef Mark Zuckerberg ist dabei nicht der einzige CEO aus dem Silicon Valley, der diese Vision verfolgt. Auch der Fortnite-Macher Epic Games bspw. hat 2021 ähnliche Pläne verkündet. Der Risikokapitalgeber Matthew Ball hat 2020 ein Essay mit dem Namen „The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who will Build It, and Fortnite“ veröffentlicht, welches im Silicon Valley und angeblich auch bei Meta als Pflichtlektüre gilt. Ball definiert das Metaverse anhand von sieben Eckpunkten:

  1. Das Metaverse kann nie beendet oder pausiert werden (wie unsere echte Welt). Es läuft immer weiter.
  2. Das Metaverse ist immer live. Es gibt zwar zeitlich begrenzte Events, aber als Ganzes ist es immer in Echtzeit.
  3. Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Teilnehmer.
  4. Im Metaverse gibt es eine eigene Wirtschaft. Firmen und einzelne Personen können im Metaverse investieren, handeln und für ihre Arbeit im Metaverse vergütet werden.
  5. Das Metaverse umfasst sowohl die physische, als auch digitale Welt. Es gibt sowohl offene, als auch geschlossene Plattformen innerhalb des Metaverse.
  6. Digitale Objekte sind im Metaverse austauschbar – so wie heute in einem Videospiel.
  7. Das Metaverse ist voll von Inhalten und Erfahrungen, die von Individuen, Gruppen oder Unternehmen erstellt werden.

Family of Apps

Meta teilt das eigene Kerngeschäft in zwei Teile auf. Diese schauen wir uns jetzt genau an und starten mit der Family of Apps. In beiden Geschäftsbereichen werden die Umsätze primär über den Verkauf von Werbeplätzen an Vermarkter gemacht. Nur ein verschwindend geringer Anteil fällt an den Verkauf von Hardware. Wenn ein Kunde Anzeigen bei Meta kauft, dann können diese spezifisch an eine Gruppe von Personen geschaltet werden. Gefiltert werden kann nach Alter, Geschlecht, Interessen und Verhalten. Meta sammelt Daten über die Nutzer der eigenen Plattformen, um dann maßgeschneiderte Werbeanzeigen zu schalten. Diese Geschäftspraxis stand in den letzten Jahren auch immer wieder in der Kritik und wurde teilweise beschnitten z. B. durch neue Datenschutzmaßnahmen in der Software von Apple. Jetzt werfen wir einen Blick auf die einzelnen Apps von Meta.

Facebook

Facebook war das erste soziale Netzwerk von Meta und auch der ursprüngliche Name des Konzerns. Mit der geänderten Vision des Metaverse wurde auch der Name von Facebook auf Meta geändert – schließlich ist der Konzern jetzt mehr als nur eine einzelne Social-Network-Plattform. Auf Meta können die Nutzer eine Gemeinschaft aufbauen und mit Freunden und Bekannten kommunizieren. Das Netzwerk gibt einem die Möglichkeit, das eigene Leben in Form von Bildern, Videos, Audios und Texten zu teilen. So kann über aktuelle Ereignisse diskutiert, Beziehungen gepflegt, aufgebaut und Interessen geweckt werden. Außerdem sind wirtschaftliche Möglichkeiten über Marketplaces vorhanden.

Instagram

Als reine Plattform zum Teilen von Bildern gestartet, ist Instagram heute viel mehr zu einem neuen Facebook geworden, welches vor allem bei jungen Leuten auf dem aufsteigenden Ast ist. Hier gibt es den klassischen Feed in Form von Bildern und zusätzlich Reels (Kurzvideos) im Format von TikTok, Stories, Livestreams, Shops und Private Nachrichten. So können die Nutzer sich mit ihren Ikonen und Lieblingsunternehmen connecten.

Messenger

Beim Messenger handelt es sich um einen einfaches, aber leistungsstarkes Nachrichtenprogramm, bei dem sich Menschen in Gruppen oder privat unterhalten können. All das plattformübergreifend und über Text, Bilder, Videos, Audios oder GIFs. Früher war der Dienst ein fester Teil von Facebook und ist inzwischen komplett ausgearbeitet als eigenes Programm.

Whatsapp

Der Fokus bei WhatsApp ist private und verschlüsselte Kommunikation zwischen zwei Personen, auch wenn es daneben noch Gruppenchats im engen Raum oder Broadcast-Möglichkeiten gibt.

Reality Labs

Alle Umsätze, die in diesem Segment gemacht werden, fallen über den Verkauf von Hardwareprodukten für virtuelle Realitäten und den entsprechenden Softwares an. Die Augmented- und Virtual-Reality-Produkte sollen Menschen dabei helfen, sich überall und jederzeit verbunden zu fühlen. Meta Quest lässt also Menschen mit modernster VR-Hardware und Software große Distanzen überwinden.

Burggraben

Einleitung

Aus unserer Sicht stellt die Gesamtheit der Menschen, welche auf den Plattformen von Meta aktiv sind, den wichtigsten Faktor für den Burggraben des Unternehmens dar. Denn nur wenn eine Plattform von vielen Nutzern verwendet wird, ist sie auch für Werbetreibende attraktiv. Die Marktanteile von Meta in Relation zu den wichtigsten Wettbewerbern werden wir im Rahmen der Branchenanalyse näher thematisieren.

Als Beispiel für die langfristige Entwicklung der Nutzerzahlen haben wir in Abbildung 5 das Wachstum der täglich aktiven Nutzer von Facebook dargestellt. Während im Jahr 2012 noch 0,62 Mrd. Menschen die Plattform nutzten, wurde in 2022 erstmals die Grenze von 2,00 Mrd. Nutzern erreicht. Dies entspricht einem jährlichen Anstieg um 12,46 %. Zu beachten ist allerdings, dass die Wachstumsdynamik in den letzten Jahren stark abgenommen hat und nicht eindeutig beziffert werden kann, inwiefern Fake-Accounts zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Des Weiteren wollen wir die Bedeutung der Marken, welche Meta unter seinem Dach vereint, an dieser Stelle nicht vernachlässigen. Denn laut Interbrand gehören mit Facebook und Instagram gleich zwei der 100 weltweit wertvollsten Marken zu dem Konzern. Die Agentur beziffert die aktuellen Werte auf jeweils ca. 35,00 Mrd. USD, was Platz 16 und 17 von 100 entspricht. Während Facebook seinen Peak bereits im Jahr 2017 bei einem Markenwert i. H. v. 48,19 Mrd. USD erreichte, wird Instagram erst seit 2020 von Interbrand gelistet und kann seitdem einen steigenden Markenwert vorweisen.

Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Meta aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.

Externe KraftStärkeBegründung
Rivalität unter bestehenden WettbewerbernStärke2/5Begründung

Mit Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp verfügt Meta über vier Plattformen mit marktführenden Positionen, welche von Nutzern auf der ganzen Welt verwendet werden. Dennoch steht das Unternehmen in regem Wettbewerb mit anderen sozialen Medien und Messaging-Diensten wie Snapchat, Twitter, TikTok, YouTube oder Telegram, die ebenfalls bemüht sind, Nutzer möglichst an sich zu binden. Daher vergeben wir für diese externe Kraft nur 2 von 5 Punkte.

Bedrohung durch neue WettbewerberStärke3/5Begründung

Neue Wettbewerber in der Branche von Meta unterscheiden sich in einem zentralen Punkt von den bestehenden Playern: ihnen fehlt in der Regel ein Netzwerk aus Nutzern. Ohne Nutzer, welche gezielt angesprochen werden können, sind Plattformen für Werbetreibende wenig interessant. Dennoch halten wir es für nicht ausgeschlossen, dass neue und bisher unbekannte Plattformen bspw. durch einen Hype an Bedeutung gewinnen und zu Konkurrenten von Meta heranwachsen könnten.

Verhandlungsmacht der LieferantenStärke4/5Begründung

Um die Plattformen am Laufen halten zu können, betreibt Meta zahlreiche Rechenzentren. Für deren Errichtung und Instandhaltung sowie für die Herstellung von Hardwareprodukten, welche im Rahmen des Geschäftsbereichs Reality Labs vertrieben werden, kooperiert das Unternehmen mit mehreren Zulieferern. Da den Geschäftsberichten keine Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten zu entnehmen sind, halten wir 4 von 5 Punkte für angemessen.

Verhandlungsmacht der KundenStärke3/5Begründung

Die Verhandlungspositionen zwischen Meta und seinen Kunden ordnen wir als ausgeglichen ein. Denn einerseits war in 2022 kein einziger Kunde für mehr als 10,00 % der Einnahmen verantwortlich. Auf der anderen Seite können Werbetreibende problemlos und ohne erhebliche Wechselkosten auf andere Plattformen umsteigen. Des Weiteren ist es Meta in der zuletzt angespannten makroökonomischen Lage nicht gelungen, den durchschnittlichen Preis für eine Werbeanzeige aufrechtzuerhalten.

Bedrohung durch ErsatzprodukteStärke3/5Begründung

Für den Großteil der Nutzer von Meta erfüllen die Plattformen des Unternehmens im Kern einen Zweck: den der Unterhaltung. Somit existiert grundsätzlich eine sehr hohe Zahl an Ersatzprodukten oder -aktivitäten (bspw. Sport, Videospiele, Bücher, Serien). Für die Nutzung von sozialen Medien spricht hingegen, dass die Zeit, welche Nutzer auf den entsprechenden Plattformen verbringen, tendenziell ansteigt. Daher bewerten wir die Bedrohung durch Ersatzprodukte mit 3 Punkten.

Burggraben-Rating

mit Porters Five Forces

Gesamt: 15/25

Geschäftsführung

Mark Zuckerberg

Zuckerberg, Gründer, Vorstandsvorsitzender und CEO, ist heute für die allgemeine Ausrichtung und Produktstrategie des Unternehmens verantwortlich. Er ist außerdem Mitbegründer und Co-CEO der Chan Zuckerberg Initiative, die Technologie nutzt, um einige der größten Herausforderungen der Welt anzugehen – von der Bekämpfung von Krankheiten über die Verbesserung der Bildung bis hin zur Reformierung des Strafrechtssystems. Zuckerberg studierte Informatik an der Harvard University.

Bei Meta gibt es eine Besonderheit in der Gehaltsstruktur. Während andere Executive Officers bis zu 960.000 USD im Geschäftsjahr 2021 verdienten, erhielt Zuckerberg nur einen USD. Dabei haben wir uns nicht vertippt, der CEO von Meta hatte dies vor einiger Zeit genau so beschlossen und wollte damit wahrscheinlich zeigen, wie sehr er an die Firma glaubt. Zuckerberg kostet die Firma trotzdem viel Geld. So werden allein für den Schutz des CEOs zweistellige Mio. Beträge jährlich ausgegeben.

Lass uns Feedback da!

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Lob, Kritik? Wir nehmen alles dankend an. Wenn du uns kostenlos unterstützen möchtest, lass uns eine Rezension auf Trustpilot da – oder schreib uns einfach auf Discord.

Folge und kontaktiere uns

Newsletter

Jetzt abonnieren und keine Analyse mehr verpassen.

Transparenzhinweis

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

Mehr Infos unter: wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss