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Novo Nordisk Aktie Analyse

Die beste Kaufchance des Jahres?

Analyse vom 02.02.2025

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Novo Nordisk hat sich in den letzten Jahren als einer der Top-Performer an der Börse etabliert. Getrieben von der enormen Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten wie Ozempic und Wegovy dominiert das dänische Unternehmen den Markt für Diabetes- und Adipositas-Therapien. Doch kann das Wachstumstempo auch in Zukunft aufrechterhalten werden? Oder drohen regulatorische Hürden und verstärkter Wettbewerb? In dieser Analyse werfen wir einen genauen Blick auf die Fundamentaldaten, Wachstumschancen und potenzielle Risiken der Novo-Nordisk-Aktie. Vor allem in Anbetracht der jüngsten Korrektur, in der die Aktie zeitweise fast die Hälfte ihres Wertes verlor, könnte ein Einstieg sich demnächst durchaus lohnen.

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Eine ungesunde Ernährungsweise und wenig Bewegung können zu Typ-2-Diabetes und Adipositas führen – Erkrankungen, die insbesondere in den Industrienationen immer mehr Menschen betreffen. Wie wir schon in unserer Analyse zu DexCom aufgezeigt haben, ist die Anzahl der Diabetiker zwischen den Jahren 2000 und 2021 weltweit von 151,00 Mio. Stück auf 537,00 Mio. angestiegen. Im Jahr 2045 sollen es bereits 783,00 Mio. Menschen sein. Bei übergewichtigen Menschen ergibt sich ein ähnliches Bild: So etwa ist beispielsweise in Deutschland etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig. Rund ein Fünftel leidet gar an Adipositas – Tendenz steigend.

Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein gigantischer, wachstumsstarker und hochprofitabler Markt, der von Novo Nordisk mit verschiedenen Arzneimitteln bespielt wird. Auf diese wollen wir im weiteren Verlauf des Abschnitts zum Geschäftsmodell einen Blick werfen und auch die Pipeline als Teil unserer Analyse beleuchten.

Diabetes und Übergewicht

Der eindeutige Fokus des operativen Geschäfts von Novo Nordisk liegt auf der Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes und Adipositas. Für Erstere entwickelt das dänische Unternehmen Novo Nordisk neben Insulin u. a. sogenannte GLP-1-Medikamente (Glucagon-like Peptide) wie Ozempic. Diese basieren auf einem Hormon, das bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels eine wichtige Rolle spielt.

Interessanterweise eignen sich GLP-1-Medikamente auch für die Behandlung von Übergewicht und Fettleibigkeit, da diese eine Verlangsamung der Magenentleerung und somit eine Hemmung des Appetits herbeiführen. Darüber hinaus wird die Fettverbrennung und der Stoffwechsel angetrieben, was sich ebenfalls positiv auf den Fettverlust auswirkt und somit auch auf die Bekämpfung von Fettleibigkeit. Das jüngste verfügbare Mittel von Novo Nordisk trägt den Namen Wegovy.

Allerdings ruht sich Novo Nordisk nicht auf vergangenen Erfolgen aus und arbeiten fortlaufend an einer Verbesserung der bestehenden Lösungen. So ist die Pipeline von Novo Nordisk im Research prall gefüllt, wie Abbildung 2 unserer Analyse entnommen werden kann. Die nächste Generation der Diabetes- und Adipositasmittel steht mit CagriSema bereits in den Startlöchern, auch wenn in diesem Zusammenhang zuletzt enttäuschende Studienergebnisse und Studiendaten vorlegt wurden. Nichtsdestotrotz streben die Dänen in ihrem Ausblick eine Zulassung im laufenden Kalenderjahr an und es ist auch darüber hinaus von weiteren Zulassungen in anderen Therapiebereichen auszugehen, sofern es die Studiendaten von Novo Nordisk hergeben.

Seltene Erkrankungen

Neben seinen Lösungen, die auf die Behandlung von Diabetes und Übergewicht abzielen, ist Novo Nordisk auch im Bereich der seltenen Erkrankungen positioniert. Genauer gesagt entwickelt Novo Nordisk eine Vielzahl an Medikamenten für verschiedene Bluterkrankungen. Daneben gehören auch Arzneimittel für Wachstumsstörungen oder Alzheimer zum Portfolio des Pharmakonzerns. Wie wir im weiteren Verlauf dieser Analyse noch darlegen werden, verliert der entsprechende Geschäftsbereich zunehmend an Bedeutung, da die Umsätze seit fast zehn Jahren stagnieren, während die Lösungen im vorherigen Segment immer mehr an Relevanz gewinnen und unfassbare Wachstumsraten generieren. Folglich dreht sich bei Novo Nordisk mehr oder weniger alles um Diabetes und Übergewicht, sodass wir auf die seltenen Erkrankungen an dieser Stelle unserer Aktienanalyse nicht weiter eingehen.

Historie

Die Gründung von Novo und Nordisk

Die Insulinherstellung in Skandinavien begann 1923. Dank der von August Krogh aus Kanada nach Dänemark gebrachten Extraktions- und Reinigungstechnik konnte das Nordisk Insulinlaboratorium Insulin selbst produzieren und vermarkten. Dies führte zu einer deutlichen Steigerung der Lebenserwartung von Diabetespatienten. Zwei Jahre nachdem sie das Nordisk Insulinlaboratorium verlassen hatten, gründeten die Brüder Harald und Thorwald Pedersen das Novo Terapeutisk Laboratorium.

Die Zeit als Konkurrenten

Bis zur Fusion zu Novo Nordisk im Jahr 1989 standen die beiden Unternehmen Novo und Nordisk im Wettbewerb zueinander.

In den 1960er Jahren erforschten und entwickelten beide Unternehmen Techniken zur Herstellung pharmazeutischer Produkte mittels Fermentation. Die Enzymexpertise von Novo führte zur Einführung des ersten mittels Fermentation hergestellten Waschmittelenzyms. Der daraus entstandene Geschäftszweig wurde im Jahr 2000 als eigenständiges Unternehmen mit dem Namen Novozymes abgespaltet.

Novo eröffnete 1969 eine Insulin Produktionsstätte in Kalundborg, Dänemark. Diese Anlage produziert nach wie vor die Hälfte des weltweiten Insulinbedarfs. Novo führte 1982 ein Human-Monokomponent-Insulin und 1987 die ersten Humaninsuline ein, die mittels gentechnisch veränderter Hefezellen hergestellt wurden. Humaninsulin ist identisch mit dem körpereigenen Insulin und hochrein, was eine breite Versorgung sicherstellt.

Nordisk brachte 1973 das erste humane Wachstumshormon auf den Markt, was das jetzige Unternehmen zu einem der weltweit führenden Hersteller dieser Art von Arzneimitteln machte.

Die Fusion zu Novo Nordisk

Um eine spezialisierte Versorgung und ganzheitliche Beratung anzubieten, gründeten Novo und Nordisk jeweils ein Diabeteskrankenhaus in Dänemark. Drei Jahre nach dem Zusammenschluss der Unternehmen im Jahr 1989 fusionierten sie auch die beiden Krankenhäuser zum Steno Diabetes Center, auf dessen ganzheitlichem Versorgungskonzept Novo Nordisk bis heute aufbaut.

Initiativen

In den 2000er Jahren unterstützte Novo Nordisk den Zugang zu medizinischer Versorgung in den ärmsten Ländern der Welt durch die Gründung der World Diabetes Foundation im Jahr 2002 und der World Haemophilia Foundation im Jahr 2005 sowie eine länderspezifische Preispolitik für Insulinpräparate. 2009 folgte Changing Diabetes® in Children, das die Versorgung von Kindern mit Typ-1-Diabetes in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sicherstellt. Seit 2014 setzt sich Novo Nordisk mit einem globalen Städte-Partnerschaftsprogramm dafür ein, den Einfluss des urbanen Lebens auf die Zunahme chronischer Erkrankungen zu bekämpfen. 2021 wurde das Engagement durch eine Partnerschaft mit UNICEF verstärkt, um Übergewicht und Adipositas bei Kindern vorzubeugen. Darüber hinaus startete das Unternehmen eine Umweltstrategie, um schädliche Auswirkungen der Medikamente auf die Umwelt zu vermeiden.

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von Novo Nordisk baut auf einer Sammlung kleiner Aktionäre auf. Zumindest gibt es nach aktuellen Daten keinen institutionellen Investor oder Aktionär, der mehr als 5,00 % der Anteile des Unternehmens hält.

Geschäftsführung

Lars Fruergaard Jørgensen - President und CEO

Jørgensen trat 1991 als Ökonom im Bereich Health Care, Economy & Planning in das Unternehmen ein und absolvierte im Laufe der Jahre Auslandseinsätze in den Niederlanden, den USA und Japan. 2004 wurde er zum Senior Vice President für IT & Corporate Development ernannt. Im Januar 2013 wurde er zum Executive Vice President und Chief Information Officer ernannt und übernahm die Verantwortung für IT, Qualität und Corporate Development. Im November 2014 übernahm er die Verantwortung für Corporate People & Organisation, sowie Business Assurance. Im Januar 2017 wurde Jørgensen zum President und CEO ernannt.

Neben der Tätigkeit bei Novo Nordisk ist Jørgensen President der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) und Mitglied des Verwaltungsrats der dänischen Nationalbank. Er hat 1991 einen MSc in Finance and Business Administration an der Aarhus School of Business in Dänemark erworben.

CEO-Vergütung

Die Vergütung des CEOs baut sich wie folgt auf: Das Grundgehalt liegt bei 17,90 Mio. Dänischen Kronen, was umgerechnet 2,40 Mio. EUR entspricht. Über eine Pension kommen hierzu weitere 1,80 Mio. DKK, sowie durch Benefits 0,30 Mio. DKK. Weiterhin erhielt er für das Fiskaljahr 2023 17,20 Mio. DKK über Short-term und 31,00 Mio. DKK über Long-term Incentives. Insgesamt ergibt sich daraus eine Vergütung von 68,20 Mio. DKK, was umgerechnet 9,14 Mio. EUR entspricht.

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