
Kurzvorstellung
Während McDonald’s vor allem durch seine Burger und Chipotle Mexican Grill durch mexikanische Spezialitäten bekannt ist, positioniert sich Wingstop – wie der Name vermuten lässt – im Segment der Chicken Wings. Das Angebot geht jedoch über Wings hinaus und umfasst auch knochenlose Chicken Tenders, Burger, diverse Beilagen sowie Desserts. Dank seiner ausgeklügelten Franchise-Strategie konnte Wingstop die Umsätze und Gewinne in den letzten fünf Jahren um mehr als 25,00 % pro Jahr erhöhen und seine Konkurrenten deutlich outperformen. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Die beste Aktie im Bereich der Quick Service Restaurants – aktuell sogar mit einem Abschlag von rund 50,00 %?
1. Das Unternehmen
Geschäftsmodell
Einleitung und Menü
Wie einleitend beschrieben, fokussiert sich jede Fast-Food-Kette auf eine bestimmte Kategorie von Speisen. Bei Wingstop steht Hähnchenfleisch im Mittelpunkt, das in zwölf verschiedenen Geschmacksrichtungen serviert wird; darüber hinaus werden verschiedene Arten davon angeboten. Neben Chicken Wings gibt es auch knochenlose Tenders, Burger sowie verschiedene Beilagen. Ein Überblick kann Abbildung 1 entnommen werden.
Strategie
Wingstop fährt in mehrerer Hinsicht eine besondere Strategie. Beginnen wir mit dem Franchise-Konzept: Genau wie McDonald’s wird der überwiegende Anteil der Restaurants von Wingstop von Franchisenehmern betrieben, genauer gesagt 98,00 %. Im Umkehrschluss betreibt das Unternehmen in etwa 2,00 % der Restaurants als Flagship-Stores selbst, um Neuerungen auszutesten. Es gibt allerdings zwei wesentliche Unterschiede im Vergleich zur Strategie von McDonald’s: Erstens kauft Wingstop keine Immobilien, um diese im Anschluss an seine Franchisenehmer zu vermieten, sondern unterstützt diese lediglich bei der Suche. Zweitens fokussiert sich Wingstop auf B-Standorte, da diese günstiger sind und die Expansion somit schneller vorangetrieben werden kann.
Darüber hinaus zielt Wingstop auf jüngere Kunden ab, nämlich Millenials sowie Gen Z. Die wichtigsten Konsumenten der Restaurantkette sind zwischen 18 und 35 Jahren alt. Angesprochen wird diese Zielgruppe durch einzigartiges sowie virales Social Media Marketing, indem Wingstop mit weltweit bekannten Influencern oder Sportlern kooperiert. Darüber hinaus zeigt Wingstop in seinen Restaurants verschiedenen Premium Content wie Fußball, Basketball, American Football sowie Kampfsport. Die auf Millennials und Gen Z ausgerichtete Strategie wird durch eine benutzerfreundliche App ergänzt, die hohe Bestellraten fördert.
Historie
Gründung
Wingstop wurde 1994 in Garland, Texas, gegründet. Bereits 1997 folgte die erste Franchise-Eröffnung. Fünf Jahre später vermeldete das Unternehmen die Ausgabe von zwei Millionen Chicken Wings. Eine besonders beliebte Neuerung wurde 2005 mit dem Mittagsmenü eingeführt, gefolgt von den boneless Produkten im Jahr 2009.
Wachstum und Börsengang
In den folgenden Jahren setzte das Unternehmen auf internationale Expansion – angefangen mit Mexiko im Jahr 2010, gefolgt von Singapur im Jahr 2013 und den Philippinen im Jahr 2014.
Nach einem stetig guten Wachstum folgte zwischen 2014 und 2016 eine Boomphase, in der Wingstop die am schnellsten wachsende Restaurantkette in den USA war. In dieser Zeit ging das Unternehmen zudem an die Börse.
Corona und Expansion
Nach dieser Zeit konzentrierte sich das Unternehmen ab 2019 darauf, erneut eine Wachstumstory zu schreiben und warb mit dem Slogan „Where Flavor Gets Its Wings“. Mit der neuen Zusammenarbeit mit DoorDash als Lieferservice gelang ihnen der nächste Wachstumsschub während der Corona-Krise. Auch neue Konzepte wie das rein digitale Restaurant “ThighStop” wurde ausprobiert.
Seither setzt Wingstop wieder auf das Wachstum durch Expansion. Im Jahr 2021 fiel die Entscheidung, in den kommenden Jahren 100 Standorte in Kanada zu eröffnen. In den darauffolgenden zwei Jahren folgten zudem Südkorea, Australien und Neuseeland.
Geschäftsführung
Michael Skipworth
Skipworth ist der President und CEO von Wingstop und damit ein wichtiger Teil im Management. Zuvor war er innerhalb des Unternehmens in verschiedenen Management-Funktionen in den Bereichen Finanzen, Rechnungswesen und operative Steuerung tätig, darunter als President und COO.
Vor seinem Eintritt bei Wingstop war er als Vice President und Corporate Controller bei Cardinal Logistics tätig und wurde dort zum Senior Vice President of Finance and Accounting befördert. Davor arbeitete er im Bereich Audit und Assurance bei KPMG.
CEO-Vergütung
Für das Fiskaljahr 2024 erhielt der CEO ein Grundgehalt in Höhe von 0,79 Mio. USD, was nur eine untergeordnete Rolle in der Vergütung darstellt. Durch Non-Equity Incentives wurde Skipworth mit weiteren 1,80 Mio. USD vergütet. Den größten Anteil der Vergütung erreichen die Stock Awards, welche ein Gegenwert von 6,63 Mio. USD aufweisen. Insgesamt erreicht der CEO damit eine Vergütung von 9,25 Mio. USD.
Im Vorjahr 2023 lag das Grundgehalt bei 0,74 Mio. USD. Auch in diesem Jahr erreichten die Stock Awards mit 4,43 Mio. USD die größte Position in der Vergütungsstruktur. Insgesamt belief sich die Vergütung auf 6,85 Mio. USD.
Die Gesamtvergütung für das Fiskaljahr 2022 belief sich auf 4,12 Mio. USD.
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur von Wingstop wird – wie bei vielen US-amerikanischen Unternehmen – von zwei der größten Vermögensverwalter der Welt dominiert. Angeführt wird die Liste durch BlackRock mit einem Anteil von 12,66 %, gefolgt von Vanguard mit 10,54 %. Ansonsten wird kein Anteilseigner mit mehr als 5,00 % der Anteile ausgewiesen
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