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Salesforce Aktie Analyse

Cloud-Pionier auf dem günstigsten Bewertungsniveau seit der Finanzkrise

Analyse vom 12.04.2026

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung von Salesforce

Die Befürchtung der Marktteilnehmer, dass SaaS-Unternehmen durch Künstliche Intelligenz disputiert werden, hat vor Salesforce keinen Halt gemacht: Die Aktie des Weltmarktführers im Bereich der Customer Relationship Management-Software hat in den letzten 15 Monaten mehr als 50,00 % ihres Wertes einbüßen müssen und notiert in EUR auf demselben Niveau wie im April 2019, sodass die Aktionäre seit sieben Jahren unterm Strich keinerlei Kursrenditen verbuchen konnten. Im Einklang mit unserer antizyklischen Anlagephilosophie werden wir aufmerksam, wenn eine Aktie derart unbeliebt ist, obwohl sich die fundamentalen Kennzahlen weiterhin sehr positiv entwickeln. Liegt hier eine Mega-Chance vor oder ist die Gefahr durch KI real?

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Unternehmen, die den Überblick über ihre Kundenbeziehungen, Vertriebsprozesse und Serviceanfragen behalten wollen, kommen an Salesforce kaum vorbei. Der US-amerikanische Konzern ist der weltweit führende Anbieter von cloudbasierter Customer-Relationship-Management-Software (CRM, Kundenbeziehungsmanagement) und bedient mit seinen Lösungen Unternehmen nahezu jeder Größe und Branche. Darüber hinaus gilt Salesforce als Pionier des Software-as-a-Service-Modells und konnte auf dieser Basis zu einem der größten Softwareunternehmen der Welt skalieren.

Produktportfolio

Das Produktportfolio von Salesforce umfasst eine Vielzahl an Cloud-Lösungen, die unterschiedliche Bereiche der Kundeninteraktion abdecken. Die sogenannte Sales Cloud unterstützt Vertriebsteams im Wesentlichen bei der Verwaltung von Leads. Die Service Cloud ermöglicht eine Bearbeitung von Kundenanfragen über sämtliche Kanäle. Die Marketing Cloud liefert Werkzeuge für personalisierte Kampagnen und Kundensegmentierung. Darüber hinaus ergänzen die Commerce Cloud, die Data Cloud, Tableau (Analytics) sowie Slack (Kommunikation) das Gesamtangebot. Die Plattform bildet somit ein geschlossenes Ökosystem, das Unternehmen einen zentralen Zugang zu allen kundenbezogenen Daten und Prozessen ermöglicht.

Salesforce im KI-Zeitalter

Besondere Aufmerksamkeit verdient die strategische Ausrichtung von Salesforce auf Künstliche Intelligenz. Mit der Einführung von Agentforce hat das Unternehmen eine Plattform für autonome KI-Agenten geschaffen, die Routineaufgaben in Vertrieb, Service und Marketing eigenständig übernehmen können. In Verbindung mit der Data Cloud, der hauseigenen Datenplattform zur Verwaltung von Kundendaten, positioniert sich Salesforce als zentraler Anbieter für KI-gestützte Unternehmensanwendungen, was auch im Hinblick auf die befürchtete Disruption durch diese Technologie als positiv hervorzuheben ist.

Historie

Gründung im Silicon Valley

Im März 1999 gründeten Marc Benioff, Parker Harris, Dave Moellenhoff und Frank Dominguez Salesforce in einem Einzimmerapartment in San Francisco. Die Vision dahinter war klar: traditionelle CRM-Software war zu teuer und zu unflexibel. Benioff, der zuvor als jüngster Vice President in der Geschichte von Oracle gearbeitet hatte, wollte Unternehmensanwendungen erstmals vollständig über das Internet bereitstellen – ohne lokale Installation, ohne komplizierte Wartung. Das Schlagwort lautete „The End of Software” – ein Versprechen, das die gesamte Branche herausforderte.

Börsengang und Plattformaufbau

Im Juni 2004 wagte Salesforce den Schritt an die New Yorker Börse unter dem Ticker-Symbol CRM. Der Börsengang unterstrich den Erfolg des damals noch jungen Cloud-Geschäftsmodells und lieferte das Kapital für den nächsten Wachstumsschritt. Bereits 2006 folgte mit AppExchange ein strategischer Meilenstein: ein Ökosystem für Drittanbieter, das Salesforce vom reinen CRM-Anbieter zur offenen Plattform für Geschäftsanwendungen aufwertete. Parallel dazu wuchsen Umsatz und Kundenbasis Jahr für Jahr stets zweistellig.

Akquisitionen / Übernahmen als Wachstumstreiber

Besonders hervorzuheben sind die Akquisitionen / Übernahmen von ExactTarget im Jahr 2013, der die Marketing Cloud stärkte, sowie die Übernahme des Datenvisualisierungsspezialisten Tableau im Jahr 2019. Den bis dahin größten Deal schloss Salesforce im Dezember 2020 ab, als der Bürokommunikationsdienst Slack für 27,70 Mrd. USD übernommen wurde. Diese Zukäufe verwandelten Salesforce schrittweise von einem CRM-Spezialisten in eine umfassende Enterprise-Plattform.

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KI-Offensive mit Agentforce

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre entwickelte sich Salesforce von einem mittelgroßen Wachstumswert zum Schwergewicht im Dow Jones. Der aktuell wichtigste strategische Hebel ist die KI-Plattform Agentforce, mit der Unternehmen eigenständige KI-Agenten für Vertrieb, Service und Marketing einsetzen können.

Aktionärsstruktur

Die mit Abstand größte Position hält The Vanguard Group mit 9,30 % der Anteile. Dahinter folgen BlackRock mit 5,30 % der Anteile und State Street mit etwa 5,20 %. Gründer und CEO Marc Benioff hält mit 21,90 Mio. Aktien ebenfalls einen nennenswerten Anteil.

Geschäftsführung

Marc Benioff

Marc Benioff, Jahrgang 1964, ist Chairman, CEO und Mitgründer von Salesforce. Unter seiner Führung wurde das Unternehmen zum weltgrößten Anbieter von Enterprise-Applikationssoftware. Vor der Gründung von Salesforce verbrachte Benioff 13 Jahre bei Oracle, wo er zum jüngsten Vice President der Unternehmensgeschichte aufstieg. Benioff gilt nicht nur als technologischer Vordenker, sondern auch als einer der profiliertesten Philanthropen des Silicon Valley. Bekannt ist er für sein 1-1-1-Modell, bei dem Salesforce seit der Gründung je 1 % des Eigenkapitals, der Produkte und der Arbeitszeit seiner Mitarbeiter gemeinnützigen Zwecken widmet.

CEO-Vergütung

Im Geschäftsjahr 2025 erhielt Marc Benioff eine Gesamtvergütung von über 55,00 Mio. USD. Das Grundgehalt lag bei 1,55 Mio. USD, der Bonus bei 3,49 Mio. USD. Den weitaus größten Anteil machten jedoch aktienbasierte Vergütungsbestandteile aus: Stock Awards in Höhe von 28,03 Mio. USD sowie Option Awards von 17,40 Mio. USD unterstreichen, dass Benioffs Vergütung stark an die langfristige Kursentwicklung des Unternehmens gekoppelt ist. Hinzu kamen sonstige Vergütungsbestandteile von 4,61 Mio. USD, die unter anderem über 4,00 Mio. USD für persönliche Sicherheitskosten umfassen.

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Transparenzhinweis

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

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