
Die 17 besten Auto Aktien
Welche Auto Aktien sollte man jetzt kaufen?
Beitrag vom 18.10.2023
von Jan Fuhrmann und Tilman Reichel
Das erwartet dich in diesem Blog
In diesem Blog geht es um Auto Aktien, bekannte Autohersteller und die Automobilbranche, welche im Zeitalter des rasanten Wandels und der technologischen Innovationen eine zentrale Rolle in unserem Leben und auf den globalen Märkten spielt. Doch diese Branche steht vor nie dagewesenen Herausforderungen, welche nun bewältigt werden müssen. Vor allem asiatische Länder und die dortigen Auto Aktien sind, aufgrund der Veränderungen in der Branche, seit den letzten Jahren auf dem Vormarsch, wovon die Aktionäre stark profitieren. Aber welche Autohersteller profitieren am meisten und in welche Auto-Aktien lohnt es sich als Aktionär zu investieren, wenn man in diesem Sektor anlegen möchte? Beliebte deutsche Autoaktien bei Privatanlegern sind bspw. die Konzerne Volkswagen oder Mercedes Benz (ex Daimler), aber bei einer eher hohen Volatilität liefern diese seit Jahrzehnten verhältnismäßig geringe Renditen ab - trotz hoher Dividende bzw. Dividendenrendite. Autohersteller wie Tesla oder BYD aus dem Bereich der Elektromobilität können zwar eine gute Wertentwicklung vorweisen, aber sind teilweise sehr hoch bewertet und mit risikoreich. Welche Aktien sind also die besten Auto Aktien (also die Dauerläufer) aus der Branche, die seit Jahrzehnten konstant abliefern? In welche der besten Auto Aktien sollte man sein Geld anlegen? Wann sollte man diese Autoaktien kaufen? Gibt es eine beste Automobil Aktie? Welche Risiken muss man beachten?
1. Automobil Aktien und die weltweiten Exportanteile
Einleitung zu Auto Aktien
Die Automobilbranche hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der dynamischsten und bedeutendsten Industrien weltweit entwickelt, was man ebenso auch bei den Autoherstellern und den Auto Aktien beobachten konnte. Hinter der Branche liegt die lange Geschichte vom Automobil, welche von Innovationen, technologischem Fortschritt und sich wandelnden Marktbedingungen geprägt ist. Begonnen hat alles nach der Erfindung des Automobils im Jahr 1885 durch Carl Benz. Durch Persönlichkeiten wie Henry Ford erlebte die Fließbandproduktion von Automobilen einen Aufschwung, welcher bis heute, wenn auch abgeschwächt, anhält. So wurden über die Jahre nicht nur Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen, sondern auch die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändert. Die jüngsten Herausforderungen für Autohersteller sind dabei der Übergang zu Elektroautos, dem autonomen Fahren, Umweltauflagen, die Auswirkungen bzw. Nachwirkungen der globalen Pandemie und der Chipmangel. Durch diese Veränderungen konnten auch ganz neue Konkurrenten wie Tesla den üblichen Automobilkonzernen Marktanteile abnehmen. Um dies zu bewältigen, müssen die Unternehmen gut aufgestellt sein und sowohl ihre Strategie als auch das Unternehmensdesign ständig neu anpassen und weiterentwickeln.
Die Situation in Deutschland und dem Rest der Welt
Im Jahr 2022 erwirtschaftete die Automobilindustrie weltweit einen Umsatz in Höhe von 2,52 Bio. US-Dollar und gehört in vielen Industrienationen zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Vor allem in Deutschland ist die Abhängigkeit von Autoherstellern und den Zuliefern groß, was man auch an der Börse erkennen kann – viele Aktien aus dem DAX sind Automobilaktien oder zumindest Konzerne, die von der Branche abhängig sind. Am bekanntesten sind die Konzerne Volkswagen, BMW, Mercedes Benz (ex Daimler) und Porsche, welche bei Anlegern vor allem wegen ihrer hohe Dividendenrendite beliebt sind.
Die weltweite Automobilproduktion zeigt ein kontinuierliches Wachstum und die Anzahl der weltweit produzierten Kraftfahrzeuge erreichte 2017 mit über 97,3 Millionen ihren Höhepunkt. Von dieser Anzahl machten rund 75 Prozent die Personenkraftwagen und 25 Prozent Nutzfahrzeuge aus. Ausnahmen des Wachstums bilden dabei lediglich die Weltwirtschaftskrisen 2001 und 2008/2009. In diesen Zeiträumen gaben auch die Kurse der Automobilaktien ordentlich nach. Von 2018 bis einschließlich 2020 sank die weltweite Produktion von Automobilen um knapp 20 Prozent und verzeichnete damit den längsten und stärksten Rückgang, von dem sich bis heute noch nicht wieder erholt wurde.
Bis zum Jahr 2030 wird erwartet, dass der Umsatz der Automobilindustrie weltweit auf etwa 4 Bio. US-Dollar ansteigen wird. Dennoch wird in den kommenden zwei Jahrzehnten ein rückläufiges Marktvolumen für den Automobilverkauf prognostiziert, was auf die zunehmende Bedeutung von Shared Mobility-Diensten zurückzuführen ist – ganz ohne Risiken ist das Geschäft der Autobauer also natürlich nicht. Im Jahr 2015 nutzten beispielsweise etwa sieben Millionen Menschen weltweit Carsharing-Dienste. Bis zum Jahr 2025 wird erwartet, dass sich diese Zahl weltweit verfünffachen wird. Neben Carsharing wird auch das sogenannte Ride Hailing (Dienstleistungen zur Personenbeförderung wie z. B. Taxis oder Uber) zu einem bedeutenden Trend im Bereich der Mobilität. Das dahinterstehende Risiko für die Autobauer ist eine verringerte Nachfrage nach Automobilen der Privatpersonen.
Die aktuelle Situation in Deutschland
Die Automobilindustrie stellt mit Abstand Deutschlands bedeutendsten Industriezweig im Bereich des verarbeitenden Gewerbes dar und trägt, mit einem Anteil von fast fünf Prozent, maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auch im internationalen Bereich gehört Deutschland zu einem der wichtigsten Standorte für die Herstellung von Kraftfahrzeugen. Es ist die Heimat großer Autohersteller wie Volkswagen, Mercedes Benz (ex Daimler) und BMW (alle genannten sind an der Börse notierte Autoaktien) sowie führender Zulieferunternehmen der Automobilindustrie, darunter Bosch, ZF Friedrichshafen und Continental (Bosch und ZF Friedrichshafen sind keine börsennotierten Autoaktien). Es ist somit auch nicht überraschend, dass deutsche Autoaktien und Unternehmen einen wesentlichen Bestandteil des DAX (Aktienindex an der Börse) ausmachen.
Der Automobilstandort Deutschland lebt von offenen Märkten und vom Export. So wurden im August 2023 etwa 192.500 der hierzulande produzierte Personenkraftwagen ins Ausland exportiert, wobei diese Zahl im Vergleich zum Vormonat leicht rückläufig war. Nichtsdestotrotz entspricht dies einem Exportanteil von etwa 72 Prozent aller in Deutschland gefertigten Automobilen und einem Anstieg von rund zwei Prozent gegenüber August 2022.
Den größten Abnehmer stellen dabei die Vereinigten Staaten, mit einem Exportwert von nahezu 35 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022, dar. Platz zwei belegt die Volksrepublik China, die rund 30,7 Milliarden US-Dollar ausgibt. Obwohl die meisten Einnahmen der deutschen Automobilkonzerne aus den USA stammen, stellt Europa nach der Anzahl der exportierten Fahrzeuge den bedeutendsten Markt dar. Von den insgesamt etwa 2,65 Millionen exportierten Pkw fanden ungefähr 1,45 Millionen Exemplare, also rund 55 Prozent, ihren Weg in europäische Länder. Dennoch blieb die Gesamtzahl der exportierten Fahrzeuge auch im Jahr 2022 unter den Werten von 2019, bevor die Pandemie ausbrach. Bereits vor diesem globalen Ereignis waren die Exportzahlen spürbar gesunken. Grund dafür waren die in der Einleitung angesprochenen Trends, der Brexit und ein Handelskrieg zwischen den USA und China – alles Gründe, warum auch die Auto Aktien immer wieder unter Druck gerieten.
Asien auf der Überholspur
Obwohl Deutschland für seine Automobile und die deutschen Autoaktien (bspw. die Konzerne Volkswagen, BMW oder Mercedes Benz) bekannt ist, sollte vor allem der Blick in die Region Asiens und auf die dortigen Automobilkonzerne bzw. die Auto-Aktien geworfen werden. Grund dafür ist, dass im Jahr 2022 rund 56 Prozent der weltweit produzierten Personenkraftwagen in Asien hergestellt wurden. Den größten und einen sehr beachtlichen Anteil machte dabei China aus, welcher allein rund 32 Prozent betrug und im Vergleich zu den Vorjahren weiter ausgebaut wurde. Dahinter folgten Japan mit 9,1 Prozent und Indien mit rund 6 Prozent.
Auch in Bezug auf die Exporte hat sich ein bedeutender Wandel vollzogen. Im Jahr 2022 übertraf die Volksrepublik China erstmals Deutschland mit etwa 2,5 Millionen exportierten Pkw und belegte somit den zweiten Platz hinter Japan. Im Juli 2023 verkündete China auch Japan in Bezug auf die Exportzahlen von Personenkraftwagen überholt zu haben. Somit hat China einen bemerkenswerten Anstieg hingelegt und innerhalb von nur 22 Jahren seinen Weltmarktanteil verneunfacht. Dies übertrifft die kombinierte Produktion der USA, Japans, Deutschlands und Südkoreas, die bei rund 30 Prozent liegt. China stellt somit heute jedes dritte weltweit produzierte Auto her. Doch auch Indien verdient Anerkennung für seinen erheblichen Anstieg, bei dem sich sein Weltmarktanteil mehr als vervierfacht hat, während Brasiliens Weltmarktanteil leicht zurückging.
Dies sah allerdings nicht immer so aus. So zählten beispielsweise Indien und Brasilien vor 20 Jahren nicht einmal zu den zehn größten Ländern in der Produktion von Automobilen. In der Zwischenzeit sind Kanada, Frankreich und Großbritannien aus diesem erlesenen Kreis der zehn größten Automobilproduzenten ausgeschieden und wurden von Brasilien, Indien und Thailand abgelöst. Der Hauptgrund für diese Veränderung wird darum im nächsten Themenabschnitt dargelegt.
All diese Entwicklungen auf dem Automobilmarkt haben auch Auswirkungen auf die Auto Aktien heute, deren Kurse und die Auto-Aktien Prognose für die Zukunft, was vor allem für die Aktionäre wichtig ist. Es ist inzwischen viel zu kurz gedacht lediglich deutsche Autoaktien zu berücksichtigen, auch wenn diese Automobilkonzerne hierzulande bei Anlegern und Anlegerinnen sehr beliebt sind. Speziell im Hinblick auf die aussichtsreiche Elektromobilität und die Elektroautohersteller (bzw. die E Auto Aktien wie BYD oder Tesla) müssen andere Regionen beachtet werden.
Verschiebung der Marktanteile und Internationalisierung der Standorte
Die Globalisierung der Produktionsstandorte in der Automobilindustrie hat sich seit dem Ende der neunziger Jahre als die dominierende Strategie der weltweit führenden Automobilhersteller etabliert. So produzieren die Unternehmen nun vor allem in Regionen, in denen die höchsten Gewinnmargen erzielt werden können, was letzten Endes den Anlegern der Automobilaktien zugute kommt. Die hohe Exportquote zeugt von einer großen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings geht damit auch eine verstärkte Abhängigkeit von globalen Entwicklungen in der Wirtschaft und Politik für die gesamte Branche und einzelnen Unternehmen einher. Diese Veränderung der Produktionsstandorte hat in der Automobilindustrie in den letzten zwei Jahrzehnten eine tiefgreifende Umstrukturierung der weltweiten Produktionsstandorte bewirkt.
Im Jahr 2000 lag der Produktionsanteil der fünf Länder USA, Japan, Deutschland, Spanien und Frankreich noch bei 60 Prozent der weltweiten Automobilproduktion. Allerdings hat sich dieser Anteil innerhalb von 22 Jahren nahezu halbiert und beträgt heute lediglich rund 30 Prozent. Gleichzeitig besaßen die drei Länder Brasilien, China und Indien im Jahr 2000 einen Produktionsanteil von lediglich 8 Prozent an der weltweiten Automobilproduktion. Doch im Verlauf der letzten zwei Jahrzehnte hat sich dieser Anteil mehr als verfünffacht und erreicht im Jahr 2022 41 Prozent. Damit überholen Brasilien, China und Indien heute in der Produktion von Automobilen zusammen die Gesamtproduktion der USA, Japans, Deutschlands, Spaniens und Frankreichs.
Im Verlauf dieser zweiundzwanzig Jahre haben sich die Weltmarktanteile der USA und Deutschlands nahezu halbiert. Während im Jahr 2000 noch fast jedes dritte Auto aus diesen Ländern stammte, entspricht dies heute nur noch jedem sechsten Auto. Auch daran wird nochmal deutlich, was für eine wichtige Rolle China heutzutage spielt, da dort aktuell mehr Autos hergestellt werden als im Jahr 2000 von Deutschland und den USA zusammen. Somit ist eine gewisse Abhängigkeit vieler Automobilhersteller (und deshalb auch von den Autoaktien) von China nicht zu leugnen – schon rein aus Sicht der Produktion.
Einstellung zu chinesischen Automarken
Angesichts des erheblichen globalen Anteils an der Automobilproduktion in China ist die nachfolgende Grafik auch sehr interessant. Eine Umfrage aus dem Jahr 2022 ergab, dass lediglich 15 Prozent der deutschen Befragten es für wahrscheinlich/sehr wahrscheinlich halten würden, ein Elektrofahrzeug einer chinesischen Automarke bzw. von einem chinesischen Autohersteller zu kaufen. Neben der Beliebtheit von chinesischen Elektrofahrzeugmarken im eigenen Land, erfreuen sich die Elektroautos von chinesischen Unternehmen auch in den Vereinigten Staaten einer gewissen Beliebtheit – und das obwohl der weltweit führende Automobilhersteller im Bereich der Elektromobilität und zugleich die wertvollste Automobilaktie, Tesla, aus den USA stammt. Über ein Drittel der Befragten gaben an, dass sie es für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich halten, bei einem Elektrofahrzeugkauf ein Auto eines chinesischen Unternehmens in Betracht zu ziehen. Im Gegensatz dazu zeigt sich in Japan die geringste Bereitschaft, ein Elektrofahrzeug einer chinesischen Marke zu wählen, da lediglich 3 Prozent der Befragten diese Option in Betracht ziehen würden. Obwohl so viele verschiedene Automobilmarken ihre Fahrzeuge China produzieren lassen, genießen chinesische Autohersteller also nicht unbedingt den besten Ruf außerhalb von China.
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