Wir Lieben Aktien
BMW Aktienanalyse Titelbild

BMW Aktie Analyse

Die beste deutsche Autoaktie?

Analyse vom 13.10.2024

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung von BMW

Während die deutsche Autoindustrie seit geraumer Zeit in der Krise steckt und fast alle deutschen Autoaktien auf Talfahrt sind, stellen wir uns die Frage, bei welchem Autohersteller sich jetzt ein Einstieg lohnen könnte. Welcher Konzern schafft die Transformation hin zum E-Auto oder vielleicht doch Wasserstoff? Und welcher Autohersteller kann sich gegen die zunehmende Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten, aber auch China durchsetzen? In dieser Analyse betrachten wir speziell die BMW Group und wollen herausfinden, ob die Wertpapiere jetzt nach der 35%-Korrektur von den Hochs 2024 einen Blick wert sind.

1. Das Unternehmen BMW

Geschäftsmodell von BMW

Einleitung

Das grundlegende Geschäftsmodell von BMW sollte jedem, der diese Analyse liest, bekannt sein. Das Unternehmen fokussiert sich in seinem Kerngeschäft auf den Verkauf von Automobilen für verschiedene Ansprüche und in verschiedenen Preisklassen. Im Rahmen seiner Kernmarke verkauft BMW somit Autos der Mittel- aber auch Oberklasse. Zum Portfolio gehören hierbei Kombinationskraftwagen (Kombis), Limousinen und SUVs. Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch die Marken Rolls Royce und Mini, die die Bayern unter ihrem Dach vereinen. Diese zielen wiederum auf andere Kundengruppen mit anderweitigen Bedürfnissen ab. Während Rolls Royce zu den weltweit absolut prestigereichsten Herstellern von Fahrzeugen für wohlhabende Menschen zählt, konzentriert sich Mini auf die Herstellung sportlicher Kompaktwagen.

Insgesamt deckt BMW durch sein breites Produktportfolio die meisten Teilbereiche der Automobilindustrie in ihren individuellen Ansprüchen hinsichtlich Sportlichkeit, Komfort oder Praktikabilität ab. Darüber hinaus werden selbstverständlich verschiedene Antriebsarten angeboten. So werden viele Fahrzeuge des Autobauers inzwischen auch mit Elektromotor anstelle eines klassischen Verbrenners angeboten. Doch dazu später mehr im Abschnitt bezüglich der strategischen Ausrichtung.

Überblick zum Portfolio von BMW

Finanzdienstleistungen

Die Erbringung von Finanzdienstleistungen im Rahmen der BMW Group Financial Services spielt seit vielen Jahren eine sehr wichtige Rolle für BMW. Abgesehen von der Tatsache, dass diese in Form von individuellen Leasing- oder Finanzierungsmodellen inzwischen eine weitere Einnahmequelle für die Bayern darstellen, wirkt sich der Geschäftsbereich positiv auf den Absatz sowie die Kundenbindung aus und ermöglicht die Gewinnung von wertvollen Daten. Darüber hinaus bietet BMW seinen Kunden in diesem Kontext umfassende Versicherungslösungen an, sodass sich mehr Menschen ihren Traum von einem BMW, Mini oder gar Rolls Royce erfüllen können.

Strategische Ausrichtung

Wie die meisten etablierten Automobilkonzerne stammt BMW aus einer Zeit, in der Verbrennungsmotoren die unangefochtene Nummer eins waren. Wenngleich sich in den meisten Märkten auch heute noch überwiegend Autos mit Benzin- und Dieselmotoren bewegen, hat die Elektromobilität in der jüngeren Vergangenheit stark an Popularität gewonnen, obwohl die Meinungen hierzu stark variieren.

Nichtsdestotrotz hat BMW wie auch Volkswagen, Mercedes-Benz und Co. u. a. aufgrund von politischen Rahmenbedingungen eine erhebliche Menge an finanziellen Mitteln in die Forschung und Entwicklung investiert, um von den Entwicklungen in diesem Bereichs profitieren zu können und  keinen technologischen Trend zu verschlafen. Neben hybriden Antrieben seiner “klassischen Modelle” besitzt der bayerische Autobauer inzwischen auch mehrere rein elektrische Fahrzeuge in seinem Portfolio.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass BMW hinsichtlich verschiedener Antriebsarten einen flexiblen Ansatz verfolgt, wodurch man auf verschiedene Szenarien einer zukünftigen Entwicklung vorbereitet ist. Wenngleich eine verstärkte Fokussierung auf neuartige bzw. aufstrebende Antriebsarten wie Elektro oder Wasserstoff sinnvoll erscheinen, werden auch weiterhin Verbrenner gebaut und weiterentwickelt, da diese nach wie vor gefragt sind.

Historie von BMW AG

Gründung

Die Geschichte von BMW geht auf Karl Rapp und Gustav Otto zurück. Aus den Rapp Motorenwerken entstehen 1917 die Bayerischen Motoren Werke (BMW), welche 1922 durch die Bayerische Flugzeug Werke (BFW) vollständig übernommen wurden. Daher zählt die Gründung der BFW am 7. März 1916 durch Gustav Otto als Gründungsdatum der heutigen BMW.

In den frühen Jahren konzentrierte sich BMW auf die Produktion von Flugzeugmotoren. Diese musste jedoch nach dem 1. Weltkrieg aufgrund eines Produktionsverbots eingestellt werden. Stattdessen fertigten das Unternehmen Eisenbahnbremsen und Einbaumotoren. Im Jahr 1920 entschied sich Knorr Bremse dazu, die Geschäfte von BMW zu übernehmen. Da hierbei das Interesse an den Bremssystemen überwiegte, wurde zwei Jahre später das Geschäftsfeld der Motoren an den Finanzier Camillo Castiglioni verkauft.

Neuausrichtung des Unternehmens

Mit dem neuen Geschäftsführer folgte eine neue Strategie. So stellte das Unternehmen im Jahr 1923 sein erstes Motorrad, die BMW R 32, vor. Mit dem Motorrad wurde auch der charakteristische Boxermotor mit quer zur Fahrtrichtung liegenden Zylindern und die Kardanwelle eingeführt.
Fünf Jahre später begann BMW mit der Automobilproduktion und erwarb die Fahrzeugfabrik Eisenach, Thüringen. Dort produzierte das Unternehmen bis zum 2. Weltkrieg, zunächst unter der Lizenz von Austin Motor und später durch die eigene Entwicklung.

Während des Zweiten Weltkriegs war BMW stark in die Rüstungsproduktion eingebunden und setzte in dieser Zeit auch viele Zwangsarbeiter ein. Nach dem Krieg stand das Unternehmen vor großen Herausforderungen, da die Werke von den Alliierten besetzt und teilweise demontiert wurden. In den Nachkriegsjahren begann BMW mit der Produktion von Haushaltsgeräten und Motorrädern, bevor 1951 mit dem BMW 501 das erste Nachkriegsautomobil vorgestellt wurde.

Herbert Quant rettet BMW

In den 1950er Jahren geriet das Unternehmen in eine finanzielle Krise, die beinahe zur Übernahme durch Daimler-Benz geführt hätte. Dank des Engagements von Kleinaktionären und dem Einzelaktionär Herbert Quandt blieb BMW jedoch unabhängig und konnte sich in den folgenden Jahren erholen. Mit der Einführung der „Neuen Klasse“ in den 1960er Jahren gelang BMW der Durchbruch im Automobilmarkt.

Expansion und neue Marken

In den folgenden Jahrzehnten expandierte BMW weiter und etablierte sich als einer der führenden Premium-Automobilhersteller weltweit. Wichtige Meilensteine waren die Gründung der BMW Motorsport im Jahr 1972, die Übernahme von Rolls-Royce im Jahr 1998 und die Einführung der Submarke BMW M. Zu der Jahrtausendwende folgte dann die Premium Marke Mini im Kleinwagensegment.

Bereits 2003 wurde über ein Joint Venture in China ein Produktionswerk aufgebaut, um für den dortigen Markt zu entwickeln und zu produzieren. 2012 folgte dann das zweite Werk. Auch im Bereich der Elektromobilität probierte sich BMW schon früh aus. Der BMW i3 wurde 2013 veröffentlicht und zeichnete sich durch ein modernes Design aus. Der Fokus der nächsten Jahrzehnte sollte nach der neuen Strategie „Next“ auf der technologischen Kompetenz, der digitalen Vernetzung von Mensch und Fahrzeug, sowie auf einer nachhaltigen Mobilität liegen.

Heute ist BMW mit den Marken BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad ein globaler Anbieter von Premium-Automobilen und -Motorrädern sowie Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen. Das Unternehmen legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und möchte bei einem effizienten Ressourcenmanagement stets führend in Innovationen sein.

Aktionärsstruktur der BMW Aktie

Die Aktionärsstruktur von BMW wird von der Familie Quandt angeführt. Stefan Quandt und Susanne Klatten sind die Kinder von Herbert Quandt, welcher im Jahr 1959 das Unternehmen vor der Übernahme durch Daimler-Benz bewahrte. Stefan Quant ist mit einem Anteil von 26,80 % der größte Aktionär, gefolgt von Susanne Klatten mit 21,70 %. Ansonsten findet sich kein Aktionär, der mehr als 5,00 % der Anteile von BMW hält.

Geschäftsführung der BMW AG

Oliver Zipse

Zipse ist seit August 2019 der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. Seine Karriere begann er als Trainee in der Entwicklung direkt bei BMW. Nach nur drei Jahren übernahm er die ersten Führungspositionen in der Entwicklung in München und später in Rosslyn, Südafrika. Über eine weitere Position in Oxford, Großbritannien, ging sein Weg zurück nach München als Leiter der Technischen Planung und Konzernplanung. Seit 2015 ist er Mitglied des Vorstands.

Das Studium schloss Zipse als Diplomingenieur im Maschinenbau ab. Zuvor studierte er Informatik und Mathematik in Salt Lake City, Utah, USA.

CEO-Vergütung

Die Vergütung des Vorstandsvorsitzenden für das Geschäftsjahr 2023 ergibt sich aus einer festen Vergütung i.H.v. 1,98 Mio. EUR. Gefolgt von Tantième die aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahrs einen Wert von 2,85 Mio. EUR erreichten. Über aktienorientierte Vergütung kamen hierzu weitere 3,20 Mio. EUR. Der Dienstzeitaufwand von Zipse wurde mit 0,71 Mio. EUR vergütet. Dadurch ergibt sich ein Gesamtverdienst von 8,87 Mio. EUR.

Lass uns Feedback da!

Verbesserungsvorschläge, Anregungen, Lob, Kritik? Wir nehmen alles dankend an. Wenn du uns kostenlos unterstützen möchtest, lass uns eine Rezension auf Trustpilot da – oder schreib uns einfach auf Discord.

Folge und kontaktiere uns

Newsletter

Jetzt abonnieren und keine Analyse mehr verpassen.

Transparenzhinweis

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

Mehr Infos unter: wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss