
Ferrari Aktie Analyse
Italienischer Mythos mit Renditepotenzial
Aktualisiert am 18.08.2026. Analyse vom 18.08.2026
von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann
Kurzvorstellung
Ferrari – der Inbegriff italienischer Ingenieurskunst, Luxus und Motorsport-Leidenschaft. Während andere Autobauer in der Masse untergehen, fährt Ferrari auf einer exklusiven Spur – sowohl auf der Straße als auch an der Börse. Doch wie behauptet sich der Mythos aus Maranello gegen die starke Konkurrenz aus Deutschland? Marken wie Porsche, Mercedes-AMG oder BMW M bieten leistungsstarke Alternativen mit ähnlicher Zielgruppe, doch Ferrari gelingt es seit Jahrzehnten eine unvergleichliche Aura der Exklusivität zu bewahren. In dieser Analyse werfen wir einen detaillierten Blick auf das Geschäftsmodell, die finanziellen Kennzahlen und die Zukunftsaussichten von Ferrari – und prüfen, ob sich derzeit ein Investment lohnt. Warum Ferrari vielleicht nicht einfach nur ein Autohersteller, sondern vielmehr eine Luxusmarke mit Kultstatus ist, erfährst du jetzt.
1. Das Unternehmen Ferrari
Geschäftsmodell
Einleitung
Wenn es um schöne und schnelle Autos geht, ist eine Marke als besonders präsent hervorzuheben: Ferrari. Ein Name, den jedes Kind schon einmal gehört hat. Der italienische Sportwagenbauer ist Inhaber einer der ikonischsten und prestigereichsten Marken unseres Planeten, wodurch zahlreiche Wettbewerbsvorteile und Eigenschaften entstehen, die das Unternehmen schon fast zum Luxuskonzern und weniger zum Automobilhersteller machen.
Dies führt in erster Linie zu einer sehr steigen Umsatzentwicklung: Während Mercedes-Benz und BMW regelmäßig mit dem zyklischen Charakter der Branche zu kämpfen haben, kann sich Ferrari diesem vollkommen entziehen. Darüber hinaus erwirtschaften die Italiener Gewinnspannen von denen andere Hersteller nur träumen können. Diese lassen sich mit der hohen emotionalen Bindung sowie der damit einhergehenden Verhandlungsmacht erklären, die das Geschäftsmodell hergibt.
Einnahmequellen
Doch womit verdient Ferrari eigentlich Geld? Wie wir im weiteren Verlauf der Analyse noch detailliert thematisieren werden, erwirtschaftet das Unternehmen den Großteil der Umsätze – wer hätte es erwartet – als Hersteller von Autos und Ersatzteilen. Dabei agiert das Unternehmen bewusst mit begrenzten Stückzahlen, um die Exklusivität der Marke zu wahren und diese nicht zu verwässern. Wie auch andere Hersteller hat Ferrari verschiedene Fahrzeugkategorien – diese können Abbildung 2 entnommen werden.
Als ergänzender Geschäftsbereich ist das Renngeschäft von Ferrari hervorzuheben, wobei es sich hier in erster Linie um die Formel 1 handelt. Durch die Teilnahme der Italiener fließt ihnen ein Anteil der Werbeerlöse zu, die durch den Wettbewerb generiert werden. Darüber hinaus vertreibt der Sportwagenbauer im Rahmen von „Ferrari Lifestyle“ verschiedene Merchandising-Artikel wie Modeartikel oder Modellfahrzeuge als weitere Einnahmequelle. Nicht ohne Grund wird Ferrari daher auch teilweise als Luxushersteller betitelt.
Historie von Ferrari
Gründung von Ferrari
Ferrari wurde 1947 von Enzo Ferrari in Maranello, Italien, gegründet. Das Unternehmen hat seinen Ursprung im Rennsport. Damals hatte Ferrari das Ziel, mit einem eigens kreierten Rennwagen seinen ehemaligen Arbeitgeber Alfa Romeo auf der Rennstrecke zu schlagen. Von den Rennwagen ging es dann schnell zu Sportwagen in Einzelanfertigungen und Kleinserien, hierbei fanden sie schnell internationale Anerkennung. Ein bedeutender Meilenstein war der Sieg des Ferrari 166 MM bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1949, der den Grundstein für Ferraris Ruf im Motorsport legte. In den 1950er Jahren debütierte Ferrari in der Formel 1 und erzielte 1951 den ersten Sieg. Bis heute hält Ferrari den Rekord mit den meisten Siegen in der Formel 1. Die Einführung ikonischer Modelle wie dem 250 Testa Rossa und dem 250 GTO festigte Ferraris Position als führender Hersteller von Hochleistungsfahrzeugen.
Innovation und Expansion
In den 1960er und 1970er Jahren setzte Ferrari seine Innovationskraft fort und brachte eine Reihe von wegweisenden Modellen auf den Markt. Der Ferrari 365 GTB/4, bekannt als Daytona, und der 512 BB sind Beispiele für die technische und ästhetische Weiterentwicklung des Unternehmens. Ferrari expandierte auch seine Produktionskapazitäten und baute seine Präsenz auf internationalen Märkten aus. Die erfolgreiche Teilnahme an verschiedenen Motorsportveranstaltungen, einschließlich und maßgeblich der Formel 1, führte zu weiteren Erfolgen und festigte Ferraris Ruf als dominierende Kraft im Rennsport.
Technologische Durchbrüche und Motorsportdominanz
Das folgende Jahrzehnt war geprägt von bedeutenden technologischen Durchbrüchen, darunter die Einführung des Ferrari Testarossa, der zu einem Symbol für Luxus und Leistung wurde. Ferrari setzte auf Innovation und entwickelte das revolutionäre F1-Getriebe, welches die Leistung und Effizienz der Rennfahrzeuge erheblich steigerte. Darauffolgend begann Ferrari eine neue Ära der Dominanz in der Formel 1, insbesondere unter der Führung von Michael Schumacher, der mehrere Weltmeistertitel gewann und Ferrari an die Spitze des Motorsports zurückführte.
Führungswechsel nach 15 Jahren
Im neuen Jahrtausend setzte Ferrari seine Tradition der Exzellenz und Innovation fort. Die Einführung von Modellen wie dem Ferrari Enzo und dem LaFerrari demonstrierte die Fähigkeit des Unternehmens, Spitzentechnologie und atemberaubendes Design zu vereinen. Ferrari blieb auch im Motorsport erfolgreich und gewann zahlreiche Titel in der Formel 1. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnologie und die Expansion in neue Märkte haben Ferrari zu einem globalen Symbol für Luxus, Leistung und technische Meisterschaft gemacht. In den letzten Jahren konnte Ferrari durch deren konservative Haltung punkten.
Aktionärsstruktur von Ferrari
Die Aktionärsstruktur wird bei Ferrari durch das Unternehmen Exor angeführt. Die Investmentgesellschaft, geführt durch die italienische Unternehmerfamilie Agnelli, hält einen Anteil von 21,20 %. Der zweitgrößte Anteilseigner mit 10,61 % ist der Piero Ferrari Trust.
Geschäftsführung von Ferrari
Benedetto Vigna
Vigna ist seit September 2021 CEO von Ferrari. Vor seinem Eintritt in das Unternehmen war er seit Januar 2016 President der Analog-, MEMS- und Sensors-Gruppe von STMicroelectronics. Zusätzlich war er seit 2018 Mitglied des Executive Committee. Vigna trat 1995 in das Unternehmen ein und gründete die MEMS-Aktivitäten (Micro-Electro-Mechanical Systems) von STMicroelectronics. Unter seiner Leitung etablierten die MEMS-Sensoren des Unternehmens die Führungsposition bei großen OEMs in bewegungsaktivierten Benutzeroberflächen. Seine Verantwortlichkeiten wurden erweitert, um Konnektivitäts-, Bildgebungs- und Energielösungen einzubeziehen. Zudem leitete er eine Reihe erfolgreicher Schritte in neue Geschäftsbereiche, insbesondere mit Fokus auf die Industrie- und Automobilmarktsegmente.
Während seiner Karriere hat Vigna mehr als 200 Patente im Bereich der Mikromechanik eingereicht und zahlreiche Veröffentlichungen verfasst. Des Weiteren saß er in Vorständen mehrerer EU-finanzierter Programme, einschließlich Start-Ups, sowie weltweit anerkannter Forschungszentren in Asien und Amerika. Er hat einen Abschluss in Subnuklearer Physik von der Universität Pisa, Italien.
CEO-Vergütung
Für das Fiskaljahr 2024 erhielt der CEO eine Festvergütung von 1,53 Mio. EUR. Hierzu kam eine variable Vergütung, welche mit einem Gegenwert von 3,10 Mio. EUR mehr als doppelt so hoch ausfiel. Zusätzlich erhielt Vigna Pensionsleistung von 0,23 Mio. EUR. Weitere 3,12 Mio. EUR folgten durch Long-term-Incentives, womit er auf eine Gesamtvergütung i.H.v. 7,98 Mio. EUR kam.
Im Vorjahr sah die Vergütung sehr ähnlich aus, lediglich die Long-term-Incentives fielen mit 1,99 Mio. EUR deutlich geringer aus. Insgesamt wurde er mit 6,69 Mio. EUR vergütet.
In den Fiskaljahren 2022 und 2021 lag die Gesamtvergütung bei 4,99 und 4,48 Mio. EUR.
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