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KI Aktie Analyse

Smallcap als Megatrend-Profiteur!

Analyse vom 18.06.2023

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Das Thema KI (künstliche Intelligenz) sorgte zuletzt für unfassbare Rallyes bei einigen Aktien wie NVIDIA oder C3.ai. Allerdings gibt es auch bei diesem Trend Aktien, die von der breiten Masse zwar gar keine Aufmerksamkeit erhalten, aber dennoch zu den größten Profiteuren gehören könnten. Wir haben genau so ein Unternehmen gefunden und behalten den Namen aufgrund der Exklusivität unseren Mitgliedern vor. Es handelt sich um einen Fast Grower, der in den letzten Jahren Wachstumsraten von über 35,00 % p. a. erzielen konnte. Darüber hinaus vertrauen einige der größten Konzerne der Welt (bspw. Unilever oder Disney) seit vielen Jahren auf die Leistungen dieses Unternehmens. Zugleich kann die Aktie auch aus der technischen Perspektive mit einem Aufwärtstrend überzeugen.

1. Das Unternehmen

Geschäftsmodell

Einleitung

Nachdem Technologieunternehmen an der Börse zuletzt – dem schwierigen Marktumfeld geschuldet – schwächelten, begann bei vielen bereits der Abgesang auf diese ehemaligen Anlegerlieblinge. Seit einigen Monaten gehört das der Vergangenheit an, denn es gibt ein neues Thema, das in aller Munde liegt: Künstliche Intelligenz (KI).

Nachdem das amerikanische Unternehmen OpenAI seinen auf KI basierenden Chatbot ChatGPT veröffentlichte, wurden einer breiten Öffentlichkeit die vielfältigen und erstaunlichen Anwendungsmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz bekannt. Auch das Unternehmen unserer heutigen Analyse arbeitet seit vielen Jahren u. a. an Lösungen im Bereich KI, doch nicht nur das: Trotz der relativen Unbekanntheit ist das im Jahr 2003 in Argentinien gegründete Technologieunternehmen Globant S.A. einer der global wichtigsten Anbieter von vielfältigen IT-Lösungen wie Softwareentwicklung, Datenanalyse oder der Digitalisierung von Geschäftsprozessen.

Das Unternehmen hat seinen Sitz, anders als die große Mehrzahl der Hightechunternehmen nicht im Silicon Valley, in den USA, sondern im beschaulichen Luxemburg. Der Entwicklung des operativen Geschäfts hat dies nicht geschadet – ganz im Gegenteil. Globant erwirtschaftet im Jahr 2022 Rekordumsätze in Höhe von etwa 1,78 Mrd. USD. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lag der Gesamtumsatz des Unternehmens noch bei etwa 413,00 Mio. USD. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich die Anzahl von Kunden mit einem jährlichen Umsatz von über 1,00 Mio. USD und die Mitarbeiterzahl erhöhte sich von etwas unter 7.000 auf über 26.000.

Mit dem aktuellen Hype um künstliche Intelligenz bietet Globant nun die nächste große Chance an, die erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortzuführen. Globant arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit über 10 Jahren an KI-Lösungen und wurde zuletzt vom renommierten IDC MarketScape report als eines der führenden Unternehmen im Bereich künstlicher Intelligenz eingestuft. Grund genug, uns im Folgenden das Geschäftsmodell von Globant näher anzuschauen.

Globale Ausdehnung und Umsatzverteilung

Globant bietet seinen Kunden vielfältige IT-Services, die individuell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, handelt es sich dabei insbesondere um Entwicklung von Software, Datenanalyse oder die digitale Transformation von Unternehmen. Zudem besteht jahrelange Expertise in Bereichen wie Cloud-Computing, maschinellen Lernens oder künstlicher Intelligenz.

Kurz gesagt: Das Unternehmen begleitet seine Kunden dabei, den digitalen Wandel zu vollziehen, um damit den technologischen Herausforderungen der Neuzeit gewachsen zu sein.

Zur Bewältigung dessen hat Globant sich global in über 25 Ländern Standorte aufgebaut, wie die folgende Grafik zeigt:

An dieser Stelle erwähnenswert: Das Unternehmen erwirtschaftet fast 65,00 % der Umsätze in Nordamerika, wo sich auch die meisten der größten und finanzstärksten Kunden von Globant befinden. Weitere 22,00 % entfallen auf Südamerika und etwas über 10,00 % auf Europa. Gänzlich anders stellt sich die Situation allerdings bei den Mitarbeitern des Unternehmens dar – fast 80,00 % der Arbeitskräfte werden in Südamerika beschäftigt, wo das Lohnniveau zum Vorteil von Globant deutlich unter dem in den USA oder Europa liegt.

Einen Wettbewerbsvorteil hat sich Globant in der Gewinnung von großen Kunden erarbeitet. Viele große, namhafte Konzerne wie etwa Unilever, American Express, Electronic Arts, Dell oder mercado libre nehmen Dienstleistungen oder Lösungen von Globant in Anspruch.

Globant Studios und Akquisitionen

Operativ agiert Globant über ein Studio-Modell – das heißt, dass das Unternehmen nicht gänzlich von einem zentralen Standort aus operiert, sondern über viele kleinere Niederlassungen. Das ermöglicht es dem Konzern, diese Studios hinsichtlich ihrer Aufgabenbereiche und der angebotenen Lösungen auf verschiedenen Branchen zu spezialisieren, um Kunden damit individuellere Lösungen anbieten zu können.

Jedes Studio konzentriert sich auf eine Technologie, eine Disziplin oder Branche – wobei eine Zusammenarbeit natürlich nicht ausgeschlossen ist. Die Globant Studios arbeiten eng mit Kunden zusammen, um deren Bedürfnisse zu verstehen, innovative Ideen zu erarbeiten und diese in hochwertige Technologielösungen umzusetzen. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Vision von Globant, Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation und der Nutzung neuer Technologien zu unterstützen.

Unterteilt sind die Globant Studios wie folgt:

  • Industry Reinvention Studios: Hier konzentriert man sich ganz darauf, Kunden aus unterschiedlichen Branchen individuelle Lösungen zu bieten. Dazu gehören etwa große Konzerne aus dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel oder den Medien sowie Banken und Versicherungen.
  • Digital Studios: In diesen Niederlassungen entwickelt Globant neue Technologien, aufgeteilt in unterschiedliche Themenbereiche. Neben künstlicher Intelligenz und Datenanalyse liegen die Schwerpunkte bei der Blockchain, dem Metaverse, Cybersecurity und der Cloud.
  • Enterprise Platforms Studios: In diesen Studios bündelt Globant die Expertise zur Plattformentwicklung und Integration von ERP (Enterprise-Resource-Planning)- oder CRM (Customer-Relationship-Management)- Systemen, etwa derer von SAP oder Salesforce.

Wie bereits erwähnt, hat Globant es geschafft, große Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden. Der Fokus des Unternehmens liegt jedoch nicht nur darin, weiterhin organisch zu wachsen und diese Geschäftsbeziehungen zu intensivieren, sondern der Konkurrenz technologisch voraus zu sein. Dies wird dadurch erreicht, dass das Unternehmen mit der Plattform Globant X innovative und häufig auf künstlicher Intelligenz basierende Lösungen entwickelt.

Abgesehen davon setzt Globant auf zahlreiche strategische Übernahmen innovativer Unternehmen, um so das eigene Produktportfolio zu ergänzen. Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Akquisitionen der vergangenen Jahre:

Historie

Four Friends in a Bar

Four friends in a bar. So begann die Geschichte von Globant in Argentinien im Jahr 2003. Martín Migoya, Guibert Englebienne, Martín Umaran und Nestor Nocetti teilten einen gemeinsamen Traum, dem sie bis heute nachstreben. Sie wollten das beste Unternehmen aufbauen, welches tiefgreifende Transformationen für Organisationen liefert und weltweite Karrieremöglichkeiten für IT-Profis schafft.

Seit der Gründung verfolgt das Unternehmen dieses gemeinsamen Ziel und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Organisationen durch transformative Lösungen voranzubringen und gleichzeitig weltweite Karrierechancen für IT-Profis zu schaffen. Globant strebt danach, die Spitzenposition in der Bereitstellung von tiefgreifenden Veränderungen für Unternehmen zu erreichen.

Akquisitionen

Die Geschichte von Globant ist geprägt von verschiedenen Meilensteinen und Erfolgen. Im Jahr 2008 erwarb Globant die Unternehmen Accendra und Openware, um die Spezialisierung in Microsoft-Technologien bzw. Infrastrukturdiensten zu vertiefen. Dies war der Beginn einer Reihe von Akquisitionen, welche das Wachstum und die Stärkung der Position von Globant vorantrieben.

Im Jahr 2011 erwarb Globant Nextive, ein in San Francisco ansässiges Unternehmen, um die Expertise im Bereich Mobile-Technologien zu erweitern. Zudem wurde 2012 das Unternehmen TerraForum übernommen, um die Innovationskraft und globale Präsenz zu stärken. Eine weitere bedeutende Akquisition erfolgte 2015 mit dem Erwerb von Clarice Technologies, einem innovativen Softwareunternehmen mit Betrieb in Indien.

Errungenschaften

Neben den Akquisitionen hat Globant auch bedeutende Errungenschaften erzielt. Im Jahr 2005 wurde das Unternehmen als Endeavor Entrepreneur ausgezeichnet und 2010 von Gartner als „Cool Vendor” in Business Process Services genannt. Globant wurde 2014 als erstes Softwareentwicklungsunternehmen aus Lateinamerika an der NYSE (New York Stock Exchange) börsennotiert. Zu finden ist es unter dem Ticker „GLOB“. Darüber hinaus veröffentlichte das Unternehmen zwei Bücher mit den Titeln „Die nie endende digitale Reise” (Englisch: “The Never Ending Digital Journey”), das Einblicke und Erkenntnisse in die digitale Transformation bietet und „Wie man sich künstliche Intelligenz aneignet“ (Englisch: “How to Embrace Artificial Intelligence”), welches versucht, das volle Spektrum der künstlichen Intelligenz zu vermitteln.

Globant konnte durch die kontinuierliche Expansion und Investitionen in verschiedene Länder und Technologieunternehmen die Präsenz und Expertise weiter ausgebauen. Das Unternehmen wurde 2022 zum globalen Plattform Supporter von FIFA+ und regionalen Supporter der FIFA-WeltmeisterschaftTM. Zudem hat Globant im Laufe der Jahre weitere Akquisitionen getätigt, darunter CloudShift, Habitant, Walmeric, Atix Labs, Genexus, Sysdata, eWave, ad_bid, Nescara und KTBO.

Aktionärsstruktur

Das Unternehmen hat bedeutende Aktionäre, die Anteile von mehr als 5,00 % halten. T. Rowe Price Associates ist mit einem Anteil von 11,50 % der größte Aktionär, gefolgt von J.P. Morgan Chase & Co. mit einem Anteil von 8,16%. Ebenfalls signifikante Anteile halten der T. Rowe Price New Horizons Fund mit 7,70 %, BlackRock mit 6,85 %, Wasatch Advisors mit 5,75 % und Morgan Stanley mit 5,11 %. (Stand: 17.06.2023)

Geschäftsführung

Martín Migoya

Migoya ist ein Unternehmer seit seiner frühen Jugend. Er ist seit 2005 Chairman des Vorstands und Chief Executive Officer von Globant. Als CEO hat Migoya das Unternehmen von einem kleinen Start-up zu einer Organisation mit mehr als 27.000 Fachkräften und Präsenz in über 25 Ländern in Amerika, Europa und Asien geführt. Heute arbeitet Globant für erstklassige Kunden wie Google, Electronic Arts, Rockwell und Santander, um nur einige zu nennen.

Migoya ist leidenschaftlich daran interessiert, zukünftige Unternehmer zu inspirieren. Aus diesem Grund hält er häufig Vorträge bei verschiedenen Veranstaltungen und ist Jurymitglied im Panel der Endeavor Entrepreneurs und bei La Red Innova. Die MIT Sloan School of Management verfasste einen Fallbericht über Globant mit dem Titel „Globant, Leading the IT Revolution in Latin America” und lud Migoya ein, Vorträge vor MBA-Studenten zu halten. Auch Harvard und Stanford verfassten Fallberichte über das Unternehmen.

Migoya wurde 2005 zum Endeavor Entrepreneur gewählt und erhielt 2008 den Konex Award als einer der innovativsten Unternehmer des Jahres. Er wurde als einer der kreativsten Argentinier des Jahres 2009 (Círculo de Creativos de la Argentina) geehrt. 2011 wurde Martín Migoya von Latin Trade zum Emerging CEO of the Year ernannt. Er ist Mitglied der Young President’s Organization (YPO), Vorstandsmitglied von Endeavor Argentina, Mitglied der AEA (Asociación Empresaria Argentina), Mitglied des Produktionsrates von Argentinien und wurde 2013 mit dem Entrepreneur of the Year Award von Ernst & Young ausgezeichnet. Er ist Mitautor von zwei Büchern mit den Titeln „The Never Ending Digital Journey” und „Embracing the power of AI”, in denen er seine Gedanken darüber teilt, wie Technologien die Welt verändern und wie Marken sich anpassen müssen, um diese Revolution anzuführen.

Migoya hat einen Abschluss in Elektrotechnik von der Universidad Nacional de La Plata und einen Master-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Universidad CEMA.

CEO Vergütung

Im Zusammenhang mit dem Börsengang des Unternehmens wurde ein Aktienanreizplan angenommen. Dieser Plan beinhaltet die Gewährung von Aktienvergütungen, Optionen, Restricted Stock Units (RSUs), Performance Restricted Stock Units (PRSUs), Stock Equivalent Units (SEUs) und Performance Stock Equivalent Units (PSEUs) an Mitglieder der obersten Führungsebene und bestimmte andere Mitarbeiter.

Seit der Annahme dieses Plans bis zum Datum des vorliegenden Jahresberichts wurden insgesamt 30.000 Aktienvergütungen, 2.248.122 Optionen zum Erwerb von Stammaktien, 2.240.261 RSUs sowie 57.258 SEUs und PSEUs an die berechtigten Mitarbeiter gewährt, abzüglich etwaiger stornierter und/oder verwirkter Vergütungen.

Wie viel der jeweiligen Anteile Martín Migoya erhielt, wird nicht spezifiziert. Einzig seine Vergütung in Höhe von 300.342 RSUs für das Geschäftsjahr 2022 wird erwähnt.

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