Canopy Growth 
NASDAQ: CGC

Autoren dieser Analyse:

Christian Lämmle

Christian Lämmle

"Markets are never wrong, only opinions are."
- Jesse Livermore

1. Das Unternehmen

Kurzvorstellung

Nachdem wir vor einer Woche die Analyse zu Aurora Cannabis veröffentlicht haben, widmen wir uns nun dem aktuell wertvollsten Cannabis-Konzern der Welt: Canopy Growth. Auch dieses Unternehmen agiert noch nicht profitabel, allerdings gibt es einige andere Vorteile und Chancen.

Charttechnisch ist Canopy Growth in einem übergeordneten langfristigen Aufwärtstrend, welcher seit 2018 korrigiert wird und nun eine eher neutrale Struktur aufweist. 

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 16.06.2021.

WKN/ ISINA140QA / CA1380351009
BrancheCannabis
Einordnung nach Peter LynchFast Grower
WLA-Rating4/10
Marktkapitalisierung9,39 Mrd. USD
Dividendenrendite0,00 %
KGV-6,4
FirmensitzSmith Falls (Ontario, Kanada)

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Geschäftsmodell & Branche

Unsere vorletzte Analyse thematisierte Aurora Cannabis. Hier hatten wir den Sektor bereits etwas angeschnitten und konnten uns ein gutes Bild über die aktuell größten Player verschaffen. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist Canopy Growth derzeit der größte Cannabiskonzern der Welt (9,91 Mrd. US-Dollar am 12.06.21). 

Die Infos über die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel und den Unterschied zwischen CBD und THC sind auch hier wieder wichtig, weswegen wir sie aus der Analyse von Aurora Cannabis übernommen haben.

Cannabis ist in der jüngeren Geschichte überwiegend als (Einstiegs)droge in Verruf geraten. Von Gesellschaft und Politik lange überwiegend verachtet, entdeckt die Wissenschaft seit einigen Jahren die medizinischen Vorteile wieder. Das hat zu einer immer weiter fortschreitenden Legalisierungs-Diskussion in fast allen Ländern der Welt geführt hat. 

Seit Jahrtausenden sind die Kräfte von Cannabis als Heilpflanze bereits bekannt. Ursprünglich stammt sie wohl aus Zentralasien und breitete sich von dort auf der ganzen Welt aus. Neben der Wirkung als Rauschmittel und Medizin wird und wurde die Cannabispflanze übrigens auch zum Herstellen von Seilen und Textilien verwendet. 

Exkurs: CBD vs. THC 

CBD und THC sind zwei von bisher 110 entdeckten Cannabinoiden der Cannabispflanze. Das sind die Wirkstoffe, die in der Pflanze vorkommen. Die beiden sind am bekanntesten und werden deswegen auch von der Industrie am meisten vermarktet. Obwohl die Differenz nur in einem einzigen Atom liegt haben beide eine komplett unterschiedliche Wirkung.

CBD (Cannabidiol)

CBD wirkt auf den menschlichen Körper entspannend. Es entsteht kein Rauschzustand. CBD-Öle sind in den letzten Jahren in Deutschland immer beliebter. Man verspricht sich damit positive Auswirkungen auf die Gesundheit, unter anderem durch Stresssenkung, Stärkung des Immunsystems und tieferen / besseren Schlaf. Nutzhanfsorten mit einem hohen CBD Anteil und einem THC Anteil von unter 0,2% sind in der Europäischen Union legal (0,3% in den USA). 

THC (Tetrahydrocannabinol)

THC wirkt aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung psychoaktiv auf unsere Hirnrezeptoren und verursacht das klassische “high sein”, den Rauschzustand. Durch den Wirkstoff erleben Menschen einen veränderten Geisteszustand, ein beeinträchtigtes Gedächtnis, sowie schlechtere Koordination. Das macht also die Droge aus. In Europa ist THC aktuell noch streng reguliert und wird nur medizinisch (legal) verkauft, ganz im Gegensatz zu einzelnen Staaten in den USA oder Kanada. Dort ist es als Genussmittel erlaubt. 

Fehlender Burggraben – ein Problem der Cannabis-Branche

Ein großes Problem der aktuellen Cannabis-Player ist in unseren Augen der nicht vorhandene Burggraben. 

1. Auch wenn es einige Regularien gibt, so bedarf es keines großen Know-Hows, um in der Cannabis-Welt Fuß zu fassen- das zeigt sich an den hunderten Cannabis-Pennystocks, die wöchentlich aus dem Boden sprießen.
Sollte die Branche ins Blickfeld großer Tabak-/ Lebensmittel- / und Getränkekonzerne geraten, so besteht die Gefahr, dass mit tiefen Geldbörsen alle aktuellen (kleinen) Marktteilnehmer*innen von der Bildfläche gefegt und/ oder aufgekauft werden. 

2. Die Eigenproduktion von Cannabis ist vergleichsweise leicht. Wenn Cannabis für Genusszwecke in einem Land legalisiert wird, kann sich einfach ausgedrückt jeder Fan eine eigene Cannabispflanze für den Eigenkonsum in die Wohnung stellen. Das ist auch heute schon teilweise der Fall. Privatpersonen dürfen beispielsweise in Uruguay (wo Genusskonsum legal ist) bis zu sechs Pflanzen anbauen. In Kolumbien und Chile ist der Besitz, Konsum und Anbau für private Zwecke ebenfalls freigegeben.

Constellation Brands – ein starker Partner

Das Problem des Burggrabens ist bei Canopy Growth leicht revidiert, durch Constellation Brands als Partner. 

Der US-Konzern Constellation Brands hält derzeit 38% der Anteile an Canopy Growth. Das Unternehmen ist das größte Wein-Unternehmen der Welt und der größte Anbieter von Alkohol in den Vereinigten Staaten. Damit hat Canopy einen sehr starken Teilhaber, der nicht nur stiller Halter ist, sondern auch aktiv beim operativen Geschäft unterstützt. So hat Canopy bspw. mit Hilfe von Constellation ein eigenes Cannabis-Getränk auf den Markt gebracht (siehe Abbildung 1c).

Global Cannabis

Dieses Segment fasst weitere Bereiche zusammen, darunter:

– Canada Recreational Cannabis (Genusskonsum, Kanada)
– Canada Medical Cannabis (Medizinischer Konsum, Kanada)
– International and Other Revenue (Medizinischer- und Genusskonsum, weltweit)

Es geht dabei also um sämtliche Marken und Produkte, die speziell von Canopy Growth sind.

Wir finden dabei die Breite an Produkten, die Canopy in peto hat besonders interessant.
Im Vergleich zu anderen Unternehmen gibt es nicht nur einfaches Gras zum Rauchen, sondern: 

– Getränke
– Vape-Liquids (zum Dampfen)
– Duschgel / Waschgel
– Kaugummi
– Lutschpastillen
– Gummibärchen
– Hautcreme

alles auf Basis von Cannabis, sodass Fans die grüne Pflanze komplett ins Leben integrieren können.
Ein weiterer Vorteil dieser Produkte: Man kann sie nicht einfach zu Hause herstellen, im Gegensatz dazu einen “Joint zu drehen”.

Einige der neueren Produkte haben wir in Abbildung 1d für euch rausgesucht. 

Other Consumer Products

Canopy ist relativ aktiv bzgl. des Aufkaufens und Investierens in andere Cannabiskonzerne. In diesem Segment werden alle Umsätze aufgeführt, die durch diese Anteile erzielt werden. Durch den Erwerb etablierter Marken konnte Canopy zum Beispiel einer der Marktführer für medizinisches Cannabis in Deutschland werden. Das Portfolio wird sowohl global diversifiziert, als auch in der Produktpalette. 

Storz & Bickel (Tuttlingen, Deutschland)
Hersteller für medizinische Cannabis-Vaporizer (einfach definiert: elektrische Zigaretten)
This Works (London, England)
Hersteller für Wellness-/ Schlaf-/ Hautpflegeprodukte auf Basis von Cannabis
BioSteel (Toronto, Kanada)
Hersteller für Sportgetränke, Eiweißpulver, Lutschpastillen und Kaugummis auf Basis von Cannabis

2. Fundamentale Ansicht

Kennzahlen

Der Umsatz ist seit 2017 enorm gestiegen. Insgesamt betrug die Steigerung über 1.400 %. Bei unserer Betrachtung haben wir den Bruttoumsatz (ohne Steuerbereinigung) herangezogen. Profitabel war Canopy Growth nie. Der operative Verlust hat sich konstant mit der Umsatzsteigerung vergrößert. 2020 betrug der operative Verlust rund 1,6 Mrd. CAD. 2021 (Geschäftsjahr endet immer zum 31.03.) waren es immer noch 1,2 Mrd. CAD. Dass die operativen Verluste in 2020 und 2021 so hoch ausgefallen sind, lag vor allem daran, dass der Konzern in diesen Jahren interne Umstrukturierungenvorgenommen hat. Hierbei wurden u. a. unprofitable Märkte abgestoßen und der Fokus auf andere Bereiche gelegt. Von diesen Maßnahmen war bspw. der südafrikanische Markt betroffen.

Die Kosten der Umstrukturierungen betrugen 2020 rund 623 Mio. CAD und 2021 ca. 534 Mio. CAD.

Ohne diese Kosten würde das EBIT somit deutlich weniger im negativen Bereich taxieren.

Zukünftig wird erwartet, dass das operative Geschäft immer näher an die Profitabilität herantritt. Gleichzeitig soll der Umsatz weiter um rund 40 % pro Jahr wachsen.

Bei der operativen Marge fällt natürlich direkt auf, dass diese negativ ist. Der Grund für die negative Gewinnspanne ist auf mehrere Punkte zurückzuführen:
Zum einen sind die Umsatzkosten derzeit noch sehr hoch. 2020 konnte beispielsweise nicht einmal eine positive Bruttomarge generiert werden. 2021 betrug diese in Bezug auf die Bruttoumsätze immerhin 11 %. Zum anderen jedoch, sind auch weitere operativen Kosten derzeit noch sehr hoch. Hierzu zählen neben den Bereichen Forschung und Entwicklung natürlich auch Marketing- und sonstige Vermarktungskosten. 

Dividenden schüttet der Konzern nicht aus.

Einordnung nach Peter Lynch

Chancen und Risiken

Die Chancen und Risiken sind natürlich ähnlich wie bei Aurora Cannabis, welche wir genau vor einer Woche analysiert hatten. Deswegen möchten wir in diesem Chancen-/Risikobericht auch nicht die Argumente der Analyse der letzten Woche wiederholen.

Was für Chancen hat Canopy Growth, die Aurora Cannabis nicht hat?

Der größte Unterschied ist meiner Meinung nach (Christian) der Großinvestor Constellation Brands. Constellation Brands ist ein etablierter und großer Konzern, welcher sich auf den Vertrieb von alkoholischen Getränken spezialisiert hat. Wie oben erwähnt hält Constellation Brands 38 % der Anteile. Mit einem solchen Partner hat Canopy Growth einen starken Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Cannabis-Unternehmen.

Den zweiten Vorteil, den ich hervorheben möchte ist, dass Canopy Growth bereits global bereiter aufgestellt ist als bspw. Aurora Cannabis. „Nur“ 60 % der Umsätze kommen aus Kanada, weitere 21 % aus Deutschland und 12 % aus den USA. Obwohl Cannabis für den großen Markt in Deutschland noch unzugänglich ist, macht es bereits einen großen Teil des Umsatzes aus. Gerade deshalb finde ich persönlich den Konzern aus dem Cannabis-Sektor mit Abstand am spannendsten. Was passiert wohl, wenn Cannabis in Deutschland legalisiert werden sollte? Canopy Growth ist allenfalls sehr gut aufgestellt, falls es zu einer Legalisierung kommen sollte.

Besondere Risiken, abgesehen derer, die letzte Woche bei Aurora beschreiben worden sind, sehe ich bei Canopy Growth nicht. Allerdings sind diese nicht gerade klein.

Da ich bei Aurora Cannabis geschrieben habe für wie wahrscheinlich ich es halte, dass der Konzern in den nächsten 5-10 Jahren insolvent geht, werde ich diese Einschätzung auch für Canopy Growth vornehmen. Hier sehe ich die Wahrscheinlichkeit nur bei 15 bis maximal 20 %, da der Konzern in meinen Augen deutlich besser positioniert ist. Dennoch ist natürlich auch hier ein große Gefahr, dass Cannabis einfach nicht früh genug und weitestgehend legalisiert wird sowie gesellschaftliche Akzeptanz erlangt. Dadurch würden die Umsatzkosten hoch bleiben und der Konzern wäre infolgedessen nicht mehr finanzierbar.

3. Charttechnische Trendeinordnung

Aussicht

Canopy Growth korrigiert bereits seit der Ausbildung des Allzeithochs (2018) und verlor im Tief über 80 % der Marktkapitalisierung. Nach der Ausbildung des Tiefs im Jahr 2020 konnte aber eine vergleichsweise dynamische Aufwärtsbewegung gestartet werden. Dabei wurden die Trendbewegungen meist auch von einem erhöhten Handelsvolumen begleitet, was für eine gewisse Trendstärke spricht.

Derzeit wird die letzte Aufwärtstrendbewegung (Oktober 2020 bis Februar 2021) korrigiert, wobei bereits ein vorläufiger Boden ausgebildet werden konnte. Unterhalb des aktuellen Kurses sind einige starke Unterstützungszonen identifizierbar. Wenn ein Ausbruch (aus der markierten Zone) nach oben erfolgt, wird über 26,96 USD eine Aufwärtsstruktur etabliert. Wichtig ist anschließend das Hoch bei 28,38 USD, welches für eine Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtsrichtung herausgenommen werden muss.

Live Kursdaten von Tradingview

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