Campari Aktie Analyse 

MIL: CPR // Analyse vom 22.01.2023

Von Jan Fuhrmann und Christian Lämmle

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Campari Aktie kaufen? | Aktienanalyse | WKN: A2P8B7 | ISIN: NL0015435975 | Ticker: CPR (MIL)

„Das kleinste größte Unternehmen in der Spirituosenindustrie“ – so beschreibt sich Campari immer wieder selbst. Und so unzutreffend ist das gar nicht. Auch wenn jeder bestimmt schon mal ein Getränk von Campari probiert oder gesehen hat, wissen nur die wenigsten, dass es sich hierbei um ein eigenes Unternehmen handelt und nicht wieder eine von vielen Marken eines riesengroßen Konzerns. Und auch an der Börse ist Campari fast schon ein Hidden Champion – seit der Finanzkrise konnte sich die Aktie fast verzehnfachen. Das sind für uns schon direkt genug Gründe, einen näheren Blick auf Campari zu werfen. Ob Campari auch in dein Portfolio passt, beantworten wir jetzt.

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Im Podcast wird eine Burggraben-Punktzahl in Höhe von 16 genannt – gemeint sind natürlich 15 Punkte. 

KapitelTimestamp
Einleitung, Historie, Aktionärsstruktur, Werte und Nachhaltigkeit 00:00:00
Geschäftsmodell, Burggraben und Geschäftsführung00:13:52
Fundamentale Kennzahlen00:30:32
Branche & Konkurrenz00:42:24
Chancen, Risiken, Bewertung, Technische Analyse01:02:05

Kurzportrait

Campari ist ein Traditionsunternehmen, welches den Wandel aus der Nische zu einem großen Player aus dem Bereich der Spirituosen geschafft hat. Inzwischen gehören mit Ouzo12, SKYY Vodka, Averna oder Aperol etc. weitaus mehr Marken als nur Campari zum Produktportfolio.

Seit fast drei Jahrzehnten setzt das italienische Unternehmen neben dem eigenen organischen Wachstum auch auf Akquisitionen, um die Marktposition zu sichern und gute Erträge zu erzielen. Diese Strategie setzt das Unternehmen sehr erfolgreich um und hält trotzdem die Balance zu einem eher familiären Unternehmen, bei dem Werte und Mitarbeiter hoch geschätzt werden.

Charttechnisch überzeugt die Aktie mit einem stabilen langfristigen Aufwärtstrend, welcher nun bereits seit über einem Jahr korrigiert. Der Dynamik der Verkäufer geht allerdings seit geraumer Zeit verloren, sodass sich gute Einstiegsgelegenheiten ergeben könnten.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 21.01.2023.

WKN/ ISINA2P8B7/NL0015435975
BrancheBasiskonsumgüter
Peter Lynch EinordnungAverage Grower
Fundamentales WLA-Rating?/10
Technisches WLA-Rating?/10
Porters Burggraben-Rating?/25
Marktkapitalisierung11,60 Mrd. EUR
Dividendenrendite0,61 %
KGV29,21
FirmensitzSesto San Giovanni (Italien)
Gründungsjahr1860
Mitarbeiter3.842

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen

Historie

Gründung

Im Jahr 1860 entwickelte Gaspare Campari den roten Aperitif Campari, welcher auch heute noch bekannt ist. Das daraus entstandene Unternehmen heißt heute vollständig Davide Campari-Milano, woraus nicht nur die Stadt der Gründung (Mailand), sondern auch der Name des Sohnes des Gründers abzuleiten ist.

Erst im Jahr 1904 eröffnete Campari das erste Werk und förderte in der nächsten Zeit vor allem diverse Bars, die für Campari mit dem entsprechenden Logo warben. Auf diese Weise gewann das Unternehmen und das Getränk an Bekanntheit – zunächst in Italien und dann auch in anderen Ländern wie bspw. in den USA. Dies bekam der ursprüngliche Entwickler des Erfolgsrezepts von Campari allerdings schon nicht mehr mit, denn er verstarb im Jahr 1882.

Konzentration des Sortiments

Ab dem Jahr 1926 sorgte Davide Campari, der Sohn des Gründers, für frischen Wind im Unternehmen und reduzierte bspw. das inzwischen ausgeweitete Portfolio an Getränken auf lediglich zwei Angebote. In den Mittelpunkt rückte die weltweite Bekanntheit der Marke Campari, was von nun an als Mission verfolgt wurde.

1932 präsentierte das Unternehmen mit Campari Soda den ersten Aperitif, der direkt in einer “Portion” gekauft werden konnte. Bis heute wird dieses Getränk in einer markanten kegelförmigen Glasflasche angeboten, die einem umgedrehten Glas ähnelt. Der Designer ist Fortunato Depero, welcher als einer der bekanntesten futuristischen Künstler der damaligen Zeit gilt.

Davide Campari starb schließlich im Jahr 1936, aber legte erfolgreich den Grundstein für viele Jahrzehnte des Erfolgs für Campari. Mit dem Ansatz, sich auf das Kernprodukt zu fokussieren, gelang die Expansion in 80 Länder bis zu den 1960er-Jahren und weitere 30 Jahre später fand der Vertrieb bereits in 190 Ländern statt.

Turning Point

In der eigenen Historie beschreibt Campari den Beginn der 1990er-Jahre als großen Turning Point in der Unternehmensentwicklung. Das Wachstum der Branche flachte plötzlich stark ab und nur wenige große Konzerne beherrschten ab sofort den Markt. Für Campari gab es deshalb zwei Optionen: Entweder sie beharren weiterhin auf das Festhalten an einem Kernprodukt und werden dadurch eher zu einem kleinen Nischenplayer oder sie ändern die Strategie, welche nun rund 60 Jahre hervorragend funktioniert hat. Der Konzern entschied sich für letzteres und Campari setzte sich selbst als Ziel, zu einer dominanten Marktmacht zu werden, was nur mit diversen Akquisitionen gelingen konnte.

Den Startschuss für die Umorientierung stellte die Übernahme vom italienischen Geschäft der BolsWessanen Gruppe aus den Niederlanden dar. Auf diese Weise integrierte Campari gleich mehrere Marken in das eigene Sortiment und führt diese Strategie bis heute fort. Einige bekannte Beispiele für Übernahmen sind folgende:

  • Cinzano von Diageo für 106,50 Mio. EUR (1999)
  • Ouzo12 für 16,20 Mio. EUR
  • SKYY Spirits für 235,40 Mio. EUR (50 %-Beteiligung, die später ausgebaut wurde) (2002)
  • Barbero1891 für 222,40 Mio. EUR (unter anderem Aperol) (2003)
  • Fratelli Averna für 103,70 Mio. EUR (2014)
 

Zu den größten Übernahmen zählen allerdings noch Wild Turkey and American Money (2009), eine 71,20 %-Beteiligung an der Société des Produkts Marnier Lapostolle (2016) und eine 70,00 %-Beteiligung an Wilderness Trail Distillery (2022). Auf diese Weise erweiterte Campari nicht nur die Produktpalette, sondern erwarb bspw. auch Unternehmen aus den Bereichen Verpackung und Vertrieb. Zudem veräußerte Campari einige Beteiligungen und Tochtergesellschaften im Laufe der Jahre wieder, aber dies erfolgte nur in einem geringeren Ausmaß.

Besonders ereignisreich war rückblickend das Jahr 2001, denn hier investierte Campari nicht nur in SKYY Spirits, sondern ging auch an die italienische Börse.

Mission, Werte und Nachhaltigkeit

Mission und Werte

Campari beschreibt sich im Rahmen der eigenen Mission als “das kleinste der großen Unternehmen in der Spirituosenbranche, das gemeinsam mit inspirierten und leidenschaftlichen Camparistas ikonische Marken und überragende Finanzerträge entwickelt”. Camparistas ist die Bezeichnung für die eigenen Mitarbeiter, was im Stil etwas an den Stil von Starbucks erinnert.

Bei der Verfolgung der Mission setzt Campari auf vier Werte: Integrität, Passion, Pragmatismus und Gemeinsamkeit. Aus meiner Sicht (Jan) gelingt es dem Konzern hervorragend, genau diese Werte auch in den Unternehmensberichten zu vermitteln und es passt auch zum typischen Bild von Italien (Passion, Leidenschaft, Temperament usw.). Dass auf die Mitarbeiter viel Wert gelegt wird, erkennt man zudem auch an diversen Kennzahlen wie der unüblich hohen und weiter steigenden Mitarbeiterzufriedenheit, den Investments in die Angestellten im Rahmen von Trainingsprogrammen und den sinkenden Verletzungen am Arbeitsplatz (durch präventive Maßnahmen). Campari berichtet zudem, dass sich die Mitarbeiter auf die Teilnahme an einem neuen Mitarbeiterbeteiligungsprogramm innerhalb einer Frist bewerben konnten, um selbst auch als Aktionär vom Erfolg von Campari profitieren zu können. Über 50,00 % der Belegschaft nahm dieses Angebot wahr – eine sehr hohe Rate.

Neben den Werten hat der Konzern fünf Verhaltensweisen, welche als Art Leitlinien betrachtet werden können, um langfristig die Mission und die eigenen Ziele zu erreichen:

  • demütig und hungrig sein (Wachstumsambitionen)
  • gemeinsam mehr Wert schaffen
  • Herausforderungen annehmen und den Wandel vorantreiben (stetige Weiterentwicklung)
  • es einfach halten und mit weniger mehr erreichen (Effizienz)
  • andere und den Planeten respektieren (Nachhaltigkeit)
 

Nachhaltigkeit

Campari stellt sich als Anbieter von alkoholischen Getränken nicht nur den gängigen Nachhaltigkeitsthemen, sondern auch dem bewussten Umgang mit dem Thema Alkohol. Besonders wichtig ist hierbei der Außenauftritt und die Kommunikationsstrategie, denn einerseits sollten Gefahren nicht verschwiegen werden und andererseits möchte Campari die eigenen Produkte natürlich dennoch verkaufen. Auf allen Vertriebs- und Werbekanälen hält sich das Unternehmen deshalb an bestimmte Leitlinien, die ein verantwortliches Marketing in den Mittelpunkt stellen. Erst in 2021 wurde diese Strategie neu überarbeitet und in allen Werbeinhalten, die ich (Jan) gesehen habe, steht in klein der Satz „Please enjoy responsibly.” (übersetzt: Bitte verantwortungsbewusst konsumieren.) oder ein vergleichbarer Satz. Inwiefern dies nun den Gefahren, die mit dem Konsum einhergehen, gerecht wird, muss jeder selbst bewerten.

Insgesamt nennt Campari vier Aspekte, in dessen Bezug sich der Konzern verantwortungsbewusst verhalten möchte: Trinken, Ausschenken, Kommunikation, Beschaffung (Herkunft der Produkte, Herstellung sowie die gesamte Wertschöpfungskette).

In Bezug auf die Umwelt hat das italienische Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit die eigenen Ziele übertreffen können. Bis 2025 wollte man in Europa auf 100,00 % erneuerbare Energien umstellen, was nun bereits 2021 gelang. Die Treibhausgasemissionen, die direkt aus dem operativen Geschäft entstehen, möchte Campari bis 2030 um insgesamt 30,00 % senken (in Bezug auf die Wertschöpfungskette um 25,00 %). In 2021 konnte hier bereits eine Reduktion um 21,00 % gegenüber 2020 erzielt werden. Darüber hinaus möchte Campari bis 2025 40,00 % weniger Wasser verbrauchen, was dem doppelten des ursprünglichen Ziels entspricht, da dieses bereits erreicht wurde. Der letzte Aspekt bezieht sich auf den Müll, welcher auf Deponien landet; auf diese Entsorgung soll bis 2025 vollständig verzichtet werden.

Aktionärsstruktur

Nachdem Domenico Garavoglia in den 1970er-Jahren die Kontrolle über Campari erlangte, vererbte er seine Anteile weiter. Heute werden sie von der Holding-Gesellschaft Lagfin gehalten, die 54,20 % der Aktien und 66,90 % der Stimmrechte besitzt, wenn man die “Special Voting Shares A” mitberücksichtigt. Der heutige Chairman Luca Garavoglia kontrolliert diese Holding und ist somit die bedeutendste Person bei Campari. Er führte das Unternehmen bereits durch schwierige Zeiten und begleitete die gesamte Neuausrichtung der Strategie in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Positionen. 

Geschäftsmodell

Einleitung

Beim Namen „Campari“ fällt den meisten Personen in Deutschland wahrscheinlich zuerst der namensgebende italienische Likör ein, der einen vorherrschend bitteren Geschmack aufweist, ein. Doch dahinter steht heute die ganze Campari-Gruppe, die wesentlich mehr zu bieten hat, als nur dieses eine Getränk. Zu den hergestellten Getränken gehören verschiedene Aperitifs, alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Gins, Liköre, Mineralwasser, Rum, Sekte, Tequilas, Whiskys, Wodkas, Weine und Champagner. Insgesamt 50 Premium- und Super-Premiummarken gehören inzwischen zum Portfolio des Unternehmens. Der Trend hin zu hochpreisigen Produkten existiert nicht nur in der Modebranche mit High Flyern wie LVMH (auch teilweise ein Spirituosenhersteller), Kering oder Hermès – sondern ist auch in der Getränke- und Spirituosenindustrie längst angekommen. Ähnlich wie die Konkurrenten Diageo oder Pernod Ricard setzt auch Campari immer mehr auf die hohen Gewinnmargen im Premiumsegment, wodurch man sich weiteres Wachstum erhofft.

Der Konzern hat, auch wenn der Geschäftssitz immer noch in Mailand sitzt, seine italienischen Wurzeln längst hinter sich gelassen und ist mit weltweit 22 Produktionsstätten und eigenen Vertriebsnetzwerken zum globalen Player aufgestiegen. Der globale Absatz wird regional in vier Teile eingeordnet. Der meiste Umsatz wird in Nord- und Südamerika generiert, darauf folgt Südeuropa, Mittlerer Osten und Afrika als vorletztes dann noch Nord-, Zentral-, und Osteuropa und zuletzt die Asien-Pazifik-Region.

Wachstumsstrategie

Die Wachstumsstrategie von Campari ist äußerst interessant. Das Unternehmen klärt präzise darüber auf, dass die Hälfte des gesamten Wachstums durch Akquisitionen entsteht. In den nächsten Jahrzehnten will sich der Konzern auf sorgfältig ausgewählte Übernahmen konzentrieren, um das eigene Portfolio und die globale Reichweite zu erhöhen, um ein führender Akteur zu bleiben. Hierfür wurden seit 1995 insgesamt 30 Akquisitionen mit einem Gesamtwert von mehr als 3,30 Mrd. EUR getätigt. Mehr als 10 Marken wurden währenddessen wieder mit einem Verkaufswert von mehr als 500 Mio. EUR abgestoßen.

Hinzu kommt, dass die Vertriebsnetzwerke der jeweiligen Marken sowohl in Industrie-, als auch in Schwellenländern gestärkt und weiter aufgebaut werden sollen. Die Produktionsprozesse sollen auch erhöht und optimiert werden. Zunehmend wird auch auf Digitalisierung und andere Technologien gesetzt, die das Geschäft skalierbarer, flexibler und kostengünstiger gestalten sollen. Global waren im Jahr 2021 genau 22 Marken für 89,00 % des Gesamtumsatzes verantwortlich.

Global Priority Brands (globale Marken)

Das wichtigste Segment für Campari sind die Marken, welche unter die Kategorie „Global Priority Brands“ fallen. Über diesen Bereich macht das Unternehmen mehr als die Hälfte des globalen Umsatzes. Die Produkte in diesem Bereich zeichnen sich durch eine starke Markenposition sowie hohe Gewinnmargen aus. Hier finden sich bekannte Namen wie Aperol, der namensgebende Campari, SKYY Vodka, Wild Turkey, Grand Marnier und Appleton Estate wieder. Innerhalb dieses Segments findet sich dann noch die Unterkategorie „Jamaican Rums Portfolio“ mit den Marken Appleton Estate, Wray & Nephew Overproof und Kingston 62. Auf einige der Marken wollen wir genauer eingehen.

Campari ist das namensgebende Getränk des Konzerns, das durch seine knallrote Farbe einen hohen Wiedererkennungswert besitzt. Der Geschmack ist vielseitig und bietet mit seiner bereits 1860 begonnenen Geschichte eine Quelle der Unvergesslichkeit (wie Campari es selbst nennt). Das Getränk wird heute in mehr als 190 Ländern verkauft und ist die Basis für viele Cocktail-Klassiker wie der Americano oder Negroni. Kernmärkte sind Italien, Vereinigte Staaten, Deutschland, Jamaika und Brasilien.

Aperol hat einen niedrigen Alkoholgehalt und zeichnet sich durch seine orange Farbe aus, sowie einen einzigartigen, bittersüßen Geschmack, der durch das von Campari geheim gehaltene Rezept entsteht. Es handelt sich dabei vor allem um ein Getränk der Gesellschaft, dass laut Campari für Lebensfreude steht. Im Jahr 2003 hat Campari das bereits 1919 gegründete Unternehmen Aperol aufgekauft. Seit dieser Übernahme hat sich der Absatz von Aperol durch vielfältiges Marketing verzehnfacht. Die Kernmärkte sind Italien, Deutschland, Vereinigte Staaten, Frankreich und Russland.

Der Wild Turkey ist eine amerikanische Ikone. Seit 1855 hat sich die Herstellung und Rezeptur des Kentucky Straight Bourbon Whisky nicht verändert. 2009 wurde die Marke von Campari übernommen und soll seitdem als Wachstumstreiber, vor allem im Premiumsegment dienen. Hierzu soll es immer wieder neue Variationen und Limited Editions geben.

SKYY ist ein Vodka, der sich durch seine hochmoderne Vierfach-Destillation auszeichnet, sowie ein innovatives Dreifach-Filtrationssystem. 2001 wurde das Getränk von Campari übernommen und bis heute bleiben die Vereingten Staaten der wichtigste Absatzmarkt; wo auch sonst, denn die Marke kommt aus San Francisco. Gleichzeitig wurde SKYY in internationale Märkte expandiert, auch Argentinien, China, Südafrika und Deutschland spielen inzwischen eine große Rolle im Absatz.

Regional Priority Brands (regionale Marken)

In die Kategorie Regional Priority Brands fallen in Deutschland nur teilweise beliebte Marken wie Bulldog Gin, The GlenGrant, Averna oder Frangelico. Kennzeichnend für diese Brands sind ihre bisher nur lokale Reichweite, die aber in Zukunft für noch mehr Wachstum sorgen könnten.

Der Bulldog ist ein Gin mit einem frischen und fruchtigen Geschmack, der im Jahr 2007 in den USA eingeführt wurde, wobei die zwölf Inhaltsstoffe aus acht verschiedenen Ländern stammen und in vier Destillationsverfahren perfekt gemischt werden. Seit 2014 (seit 2017 vollständig) ist er Teil der Campari-Gruppe und wird über eigene Vertriebsgesellschaften verkauft. Schlüsselmärkte sind Deutschland, Spanien, Belgien und Italien.

Interessant ist auch GlenGrant, eine Scotch-Whisky-Marke, deren Geschichte bis ins Jahr 1840 reicht und seit 2006 Teil von Campari ist. Die Marke ist inzwischen relativ stabil auf dem globalen Markt diversifiziert und hat in den letzten Jahren damit begonnen, sich auf länger gereifte Premiumprodukte zu konzentrieren. Die wichtigsten Märkte sind Italien, Frankreich und Deutschland.

Local Priority Brands (lokale Marken)

Die kleine aber feine Sparte Local Priority Brands beinhaltet unter anderem Campari Soda, Ouzo 12 oder Cabo Wabo. Das sind vor allem Marken, die in ihren Heimatmärkten gut verkauft werden, aber auf der anderen Seite sogar noch mehr Wachstumsmöglichkeiten bieten als die Regional Priority Brands.

Den Rest des Umsatzes fasst der Konzern in der Sparte „Rest of Portfolio“ zusammen. Hierunter fallen Marken, die nicht zur Kernstrategie von Campari gehören und über Agenturen verkauft werden oder in den letzten Jahren teilweise verkauft wurden.

Burggraben 

Einleitung

Campari kann mit seiner Produktpalette bereits seit mehreren Jahrzehnten absolut überzeugen und ist noch immer so innovativ, dass man auf neue Trends entsprechend reagieren kann. Und genau dieser Punkt ist einer der so entscheidenden Vorteile des Unternehmens, denn man ist zu jeder Zeit gedanklich auf einer Ebene mit dem Kunden und kann daher die Bedürfnisse seit langer Zeit sehr gut bedienen. Dennoch schwächt das allgemein eher niedrige Markenbewusstsein der Kunden in der Branche den Burggraben von Campari unserer Meinung nach ab. Hierdurch gelingt es gerade neueinsteigenden Unternehmen einfacher, Kunden zu gewinnen und es erscheint leichter in diesen Sektor einzusteigen.

Trotz des niedrigen Markenbewusstseins einiger Konsumenten stellen die Marken einen weiteren Teil des Burggrabens von Campari dar. Gerade die Marken aus dem Bereich der Global Priority Brands sind entscheidend für den Geschäftserfolg von Campari. Zu nennen sind hier insbesondere Aperol, Campari, Wild Turkey oder SKYY.

Autoren dieser Analyse  

Bild von Christian Lämmle
Christian Lämmle

"Markets are never wrong, only opinions are."
- Jesse Livermore

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