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Qualys Aktie Analyse

Risikoarme Investition in einen Megatrend

Aktualisiert am 11.11.2025. Analyse vom 11.11.2025

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Cybersecurity ist in unserer heutigen Welt mit einer global immer weiter zunehmenden Digitalisierung einer der Megatrends an der Börse. Unternehmen wie Crowdstrike, Cloudflare, Okta oder Zscaler konnten in den vergangenen Jahren massive Renditen einfahren. Doch der Konkurrenzkampf unter den jungen Unternehmen ist groß und entsprechend auch das Risiko und die Volatilität der Aktien. In dieser Analyse wollen wir uns also einem Unternehmen widmen, welches rein aus Sicht der geringen Volatilität punkten kann. Wir stellen uns die Frage, ob der "alte Hase" Qualys in der Cybersecurity Branche noch mithalten und ob sich ein Investment nach der aktuell noch anhaltenden Korrektur lohnen könnte.

1. Das Unternehmen Qualys

Geschäftsmodell

Einleitung

Die weltweite Verbreitung des Internets hat auf der einen Seite die Etablierung vieler neuer Geschäftsmodelle ermöglicht und das alltägliche Leben an vielen Stellen vereinfacht. Allerdings gehen mit der Nutzung des Internets auch zahlreiche Risiken einher: So nutzen Kriminelle die globale Vernetzung von Geräten für mitunter äußerst lukrative Cyberattacken, welche sich sowohl gegen Privatpersonen als auch gegen Unternehmen richten. Während einige Player aus diesem Grund Lösungen im Bereich Cybersecurity für normale Bürger anbieten, hat sich Qualys auf cloudbasierte Anwendungen für Unternehmenskunden fokussiert, welche auf die Prävention vor Cyberattacken abzielen.

Wie für eine cloudbasierte Software üblich, basiert diese auf einem Software-as-a-Service-Modell (SaaS), für dessen Nutzung den Kunden im Rahmen eines Abonnements in der Regel jährlich Gebühren in Rechnung gestellt werden. Da Qualys über ein umfassendes Portfolio an Lösungen verfügt, eignet sich die Plattform des Unternehmens, welche wir im weiteren Verlauf dieses Abschnitts näher beleuchten werden, für eine Vielzahl an Unternehmen. Folglich verfügt Qualys über einen diversifizierten Kundenstamm aus u. a. folgenden Branchen:

  • Bildung
  • Finanzdienstleistungen
  • Versicherungen
  • Gesundheitswesen
  • Medien
  • Einzelhandel
  • IT
  • Versorgungsunternehmen

Die TruRisk Plattform

IT-Infrastrukturen werden mit dem Wachstum von Organisationen oder Unternehmen, in denen sie zum Einsatz kommen, zunehmend komplexer. Sie umfassen eine Vielzahl an verbundenen und miteinander kommunizierenden Geräten und digitalen Anwendungen wie Server, PCs, Laptops, Drucker, Datenbanken, Webanwendungen und so weiter. Werden diese Infrastrukturen nicht ausreichend geschützt, so ergeben sich ernstzunehmende Cyberrisiken, welche mitunter schwere finanzielle Schäden zur Folge haben können. Hier setzt die TruRisk Plattform von Qualys an, welche die in Abbildung 1 dargestellten Lösungen in verschiedenen Bereichen umfasst.

Hervorzuheben sind in erster Linie folgende Funktionen:

  1. Das „Sichtbarmachen“ und die Verwaltung der IT-Infrastruktur
  2. Die Erfassung und Analyse von großen Datenmengen
  3. Die Erkennung von Schwachstellen
  4. Die Quantifizierung von Cyberrisiken
  5. Die automatische Empfehlung von Maßnahmen zur Prävention
  6. Die Überprüfung dieser Maßnahmen

Unterm Strich soll dieser Funktionsumfang den Kunden von Qualys ermöglichen, sich bestmöglich gegen Cyberangriffe zu schützen. Darüber hinaus werden die Anwendungen fortlaufend weiterentwickelt und von Qualys geupdatet, um auch gegen die neuesten Risiken gewappnet zu sein.

Vertriebskanäle

Als weiterer wichtiger Faktor für das Geschäftsmodell sind die verschiedenen Vertriebskanäle von Qualys hervorzuheben. In diesem Zusammenhang lassen sich im Wesentlichen zwei unterscheiden: Der direkte Vertrieb und solcher über Partner. Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, konnte Qualys mittels des direkten Kontakts zu großen, mittleren und kleinen Unternehmen in 2023 ca. 57,00 % der Einnahmen generieren. Im Umkehrschluss waren rund 43,00 % der gesamten Einnahmen im vergangenen Geschäftsjahr auf den indirekten Vertrieb zurückzuführen.

Wie in Abbildung 2 ersichtlich ist, kooperiert Qualys zwecks indirekten Vertriebs mit verschiedenen, sogenannten „Partnern“. Hierzu gehören in erster Linie Beratungsfirmen wie bspw. Accenture, Infosys oder Deloitte, welche ihre Kunden bei verschiedenen Problemstellungen im IT-Bereich unterstützen. Sollte ein Klient seine Cyberrisiken reduzieren wollen, analysieren die Partner die individuelle Situation und verweisen ihn unter Umständen an Qualys, was wiederum zur Erwirtschaftung von Umsätzen führt. In Anbetracht des nicht unerheblichen Umsatzanteils ist der indirekte Vertrieb als wichtiger Pfeiler des Geschäfts von Qualys hervorzuheben.

Historie

Gründung

Nach eigenen Angaben zählt Qualys zu einem der ersten Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) im Bereich der IT-Sicherheit. Begonnen hat es durch eine große Investition in das Unternehmen durch Philippe Courtot im Jahr 1999, welcher später CEO wurde. Courtot erkannte bereits früh den zukünftigen Bedarf einer Erkennung von Netzwerkschwachstellen, welchen er mit Qualys bedienen wollte. Im Jahr 2000 brachte das Unternehmen QualysGuard auf den Markt, was Qualys zu einem der ersten Akteure im Bereich des Vulnerability Management machte. Diese Software konnte Unternehmensnetzwerke automatisch auf Schwachstellen scannen und nach verfügbaren Lösungen suchen. Im Laufe der Zeit erweiterte das Unternehmen seine Plattform um Funktionen wie Compliance, Malware-Erkennung und Webanwendungsscans.

Börsengang

Am 28. September 2012 ging Qualys an die Börse und wurde an der Nasdaq unter dem Börsenticker QLYS gelistet. Anschließend führte Qualys eine Cloud-Plattform und einen leichtgewichtigen Cloud-Agenten ein, um die Sicherheit und Compliance der globalen IT-Infrastruktur und Anwendungen von Organisationen kontinuierlich zu bewerten. Die neue Cloud-Plattform ermöglicht es Unternehmen, die Sicherheit und Compliance ihrer IT-Ressourcen in Echtzeit zu beurteilen und zu verwalten, unabhängig davon, ob diese vor Ort, cloud-basiert oder mobil sind.

Im Jahr 2021 gewann Qualys zwei Pwnie Awards in den Kategorien „Best Privilege Escalation Bug” und „Most Under-Hyped Research”.

Aktionärsstruktur

Die Aktionärsstruktur von Qualys wird durch zwei der größten Investmenthäuser angeführt. BlackRock ist mit 14,70 % der Anteile mit Abstand der führende Aktionär. Gefolgt von Vanguard mit einem ebenso erheblichen Anteil von 10,20 %. An dritter Stelle folgt die US-amerikanische Investmentgesellschaft Neuberger Berman mit 5,20 %. Alle weiteren Aktionäre halten weniger als 5,00 % der Anteile.

Geschäftsführung

Sumedh Thakar

Thakar ist seit 2021 President und CEO von Qualys. Er sieht sich selbst als einen Visionär im Bereich der Cybersicherheit und möchte diese Leidenschaft nutzen, um die digitale Welt sicherer zu gestalten. Seine Ausbildung und frühen Erfahrungen als Programmierer führten ihn 2003 zu Qualys, kurz nach der Gründung des Unternehmens. In einer Zeit, als Organisationen begannen, die Cloud zu nutzen, ohne sie als solche zu benennen, stieg Thakar von einem Ingenieur bis hin zum President und CEO im Jahr 2021 auf.

Davor war er Chief Product Officer: Er trieb die Vision des Unternehmens voran, um die Sicherheit effizienter zu gestalten und den Bereich des Vulnerability Managements mit integrierten Funktionen wie Patch-Management und Cybersicherheits-Asset-Management zu revolutionieren. Thakar ist Miterfinder von fünf US-Patenten für Cybersicherheitstechnologien in den Qualys-Angeboten.

Vor seiner Zeit bei dem Unternehmen arbeitete Thakar als Ingenieur bei Intacct, einem frühen Anbieter von cloudbasierter Finanz- und Buchhaltungssoftware. Zudem war er bei Northwest Airlines tätig, bei denen er komplexe Algorithmen entwickelte. Thakar hat einen Bachelor-Abschluss in Computertechnik mit Auszeichnung von der Savitribai Phule Pune University, Indien.

CEO-Vergütung

Im Geschäftsjahr 2023 wurde Thakar mit einem Grundgehalt i.H.v. 0,56 Mio. USD vergütet. Zusätzlich erhielt er über einen Short-Term Incentive Plan 0,28 Mio. USD und über einen Long-Term Incentive Plan einen Gegenwert von 6,93 Mio. USD. So kommt er insgesamt auf eine Vergütung von 7,77 Mio. USD.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch „Wir Lieben Aktien“ statt. Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden; der Kunde handelt stets auf eigenes Risiko.

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