Chugai Pharmaceutical Aktie Analyse

Pharma-Champion aus Japan

 TSE: 4519 – Analyse vom 04.06.2023
Von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Chugai Aktie Analyse Einleitungsbild

Chugai Pharmaceutical Aktie jetzt kaufen? | Aktienanalyse | WKN: 857216 | ISIN: JP3519400000 | Ticker: 4519 (TSE)

Die Pharmabranche ist grundsätzlich ein Bereich, in dem jeder engagierte Investor in irgendeiner Form beteiligt sein sollte. Globales Wachstum, oft sehr hohe Gewinnmargen und zukünftige Sicherheit mit einer immer älter werdenden Bevölkerung weltweit. In dieser Analyse wollen wir dir einen sehr spannendes Unternehmen aus Japan vorstellen, welches zwar Teil eines größeren Konzerns ist, dennoch eigenständig agiert. Dadurch kommen sehr spannende Synergien zustande, die massive Investitionen in neue Medikamente und somit auch viel Kurswachstum ermöglichen. Chugai Pharmaceutical ist eher unbekannt, neben den allzeit bekannten Riesen wie Pfizer, Johnson & Johnson, Roche, Novo Nordisk und vielen weiteren. Aber oft laufen sehr spannende Chancen eben lange unter dem Radar. In dieser Analyse wollen wir den Nebel ausgiebig lichten.

PDF zu unserer Aktienanalyse

Bitte logge dich ein, um dir die Analyse als PDF herunterzuladen (70 Seiten)…

Podcast zu unserer Aktienanalyse

Bitte logge dich ein, um dir den Podcast anzuhören… 

Kapitel
Timestamp
Einleitung, Historie, Werte und Nachhaltigkeit, Aktionärsstruktur
00:00:00
Geschäftsmodell, Burggraben und Geschäftsführung​
00:08:57
Fundamentale Kennzahlen
00:22:17
Branchenanalyse & Konkurrenzvergleich
00:33:38
Chancen und Risiken, Unsere Bewertung, Technische Analyse
00:42:58

Kurzportrait Chugai Aktie

Jeder kennt den Pharmariesen Roche, aber kaum jemand hat Chugai Pharmaceutical aus Japan auf dem Schirm. An diesem Unternehmen hält Roche rund 60,00 % der Anteile, was eine Betrachtung der Aktie noch interessanter macht.

Chugai Pharmaceutical kann allerdings auch mit der eigenen Entwicklung des operativen Geschäfts überzeugen. Allein die Wachstumsraten der letzten Jahre liegen bereits weit über dem Branchendurchschnitt und auch die Dividende wurde zuletzt stark gesteigert.

Aus der technischen Perspektive glänzt Chugai Pharmaceutical vor allem mit den äußerst langen und dynamischen Trendbewegungen. Zwar dauern auch die Korrekturen, die eher selten vorkommen, etwas länger an, aber eine solche Abwärtsphase hat die Aktie gerade erst hinter sich. Kürzlich gelang Chugai Pharmaceutical eine mittelfristige Stabilisierung. 

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 03.06.2023.

WKN/ISIN
857216/JP3519400000
Branche
Gesundheitswesen
Peter Lynch Einordnung
Average Grower
Fundamentales WLA-Rating
?/10
Technisches WLA-Rating
?/10
Porters Burggraben-Rating
?/25
Marktkapitalisierung
6,52 Bio. JPY
Dividendenrendite
2,06 %
KGV
20,61
Firmensitz
Chūō (Japan)
Gründungsjahr
1925
Mitarbeiter
7.771

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen Chugai Pharmaceutical

Historie von Chugai Pharmaceutical

Gründung

Aufgrund des großen Kanto-Erdbebens in Japan im Jahr 1923, entschied sich Juzo Ueno im März 1925, einen Importeur für Produkte des deutschen Pharmazieunternehmens Gehe zu gründen. Ueno nannte das Unternehmen Chugai Shinyaku Shokai, mit dem Ziel, nicht nur hochwertige Arzneimittel aus dem Ausland in ganz Japan zu vertreiben, sondern auch japanische Arzneimittel im Ausland anzubieten. (Chu-gai bedeutet „hinein” und „hinaus”.) Zu dieser Zeit war Ueno 32 Jahre alt und nahm den Geschäftsbetrieb mit sieben Mitarbeitern auf.

Seit der Meiji-Ära litten viele Menschen in Japan an Tuberkulose. Im Jahr 1930, zu einer Zeit, als Japan noch nicht über die Technologie zur Herstellung von Tuberkulosebehandlungen verfügte, entwickelte Chugai Salsobrocanon, ein Analgetikum, entzündungshemmendes und fiebersenkendes Mittel.

Der Ursprung des heutigen Konzerns liegt in zwei Unternehmen. Dem bereits erwähnten Unternehmen Chugai Shinyaku Shokai und Nippon Roche, welches von dem Schweizer Pharmazieunternehmen Roche im Jahr 1932 in Japan gegründet wurde. Roche begann bereits 1904, nur zehn Jahre nach seiner Gründung, Produkte nach Japan zu exportieren und von Anfang an konzentrierte sich Roche darauf, eine Basis für den zukünftigen japanischen Markt aufzubauen.

Im Jahr 1943, während der Zweite Weltkrieg an seinem Höhenpunkt war, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und änderte seinen Namen in Chugai Pharmaceutical (hier Chugai) um.

Neuanfang

Zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühte sich Chugai, das Geschäft inmitten einer schwierigen sozialen Umgebung wiederaufzubauen. Das Hauptquartier von Chugai sowie die Werke in Ikebukuro und Sakai wurden im Krieg zerstört, und das Takata-Werk fiel ebenfalls zur Hälfte einem Feuer zum Opfer. Dennoch gelang es unter der Führung des Gründers Ueno, das Takata-Werk bereits vier Monate nach Kriegsende wiederherzustellen. Trotz des Fortschritts beim Wiederaufbau stand das Unternehmen vor einer Krise, da die Nachfrage nach Salsobrocanon und anderen Produkten sank. Zwei neue Produkte halfen jedoch dabei, das Unternehmen vor dem Abgrund zu bewahren: Guronsan und Varsan.

Im Jahr 1951 gelang es Chugai, eine erfolgreiche industrielle Synthese von Glucuronsäure zu erreichen. Unter dem Namen Guronsan wurde es als medizinisches Mittel zur Entgiftung und Verbesserung der Leberfunktion eingeführt. Es erregte Aufmerksamkeit aufgrund weltweit führender Forschungsergebnisse und wurde in 31 Länder exportiert, hauptsächlich nach Europa. Der Umsatz im Wert von etwa 7,00 Mio. Yen im ersten Geschäftsjahr stieg vier Jahre später im Jahr 1955 auf über 1,00 Mrd. Yen und trug maßgeblich zum Wachstum von Chugai bei.

Im Jahr 1952 entwickelte Chugai das erste inländische Transpirationsinsektizid für den Hausgebrauch, das aus Lindan (γ-BHC), einem Halogenkohlenwasserstoff, hergestellt wurde. Das erste Produkt, Varsan, war eine Tablette, die in eine Zinnschaufel gelegt und mit der Hitze einer Kerze verdampft wurde. Bald darauf ersetzte eine Glühbirne die Kerze, ein Ring ersetzte den Löffel und das Produkt wurde zu Varsan Duftstoff, einem insektiziden Rauchmittel. Die Nachfrage nach dem Insektizid, das als Produkt für den Hausgebrauch begann, erweiterte sich auf Bürogebäude, Fabriken und Forstbetriebe.

Zu der Zeit, als Nippon Roche seine Tätigkeit in Japan aufnahm, gelang es dem Hauptsitz von Roche in Basel, Schweiz, verschiedene Vitamine zu synthetisieren, angefangen mit der Gesamtsynthese von Vitamin C im Jahr 1933. Letztendlich war das Unternehmen in der Lage, alle 13 Arten von Vitaminen zu liefern, was ihm den Spitznamen „Vitamin-König” einbrachte. In den 1960er-Jahren wurde Nippon Roche zum Vorreiter auf dem japanischen Markt für Tierfutter. Das Geschäft wuchs in den Bereichen Lebensmittel, Tierfutter und Pharmazeutika.

Von rezeptfreien zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

Die Einführung eines universellen Krankenversicherungssystems in Japan im Jahr 1961 führte zu einer raschen Zunahme der Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Mitte der 1960er-Jahre war Chugai heftiger Kritik an den rezeptfreien Arzneimitteln ausgesetzt, was zu einem drastischen Umsatzrückgang und einem Rückgang des Aktienkurses unter den Nennwert führte. Kimio Uyeno übernahm 1973 das Amt des Präsidenten. In seiner Neujahrsansprache im folgenden Jahr verkündete er intern seine Managementziele für den Wiederaufbau des Unternehmens und formulierte drei Leitlinien: Streben nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sozialem Bewusstsein und menschlicher Entwicklung.

In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre vollzog Chugai einen großen Wandel von rezeptfreien Medikamenten hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten und konzentrierte sich dabei auf die Immunologie als neues Forschungsfeld. Eine umfassende gemeinsame Forschung und Entwicklung von Picibanil®, einem Antitumor-Mittel, begann im Jahr 1965 und führte zu einer Markteinführung im Jahr 1975. Die erfolgreiche Entwicklung von Picibanil®, welches das Immunsystem aktiviert, trug dazu bei, den Namen Chugai in der Immunologie bekannt zu machen.

Für Chugai waren die 1970er-Jahre eine Zeit des Wandels der Forschungsaktivitäten. Der Wechsel von einer technologieorientierten Grundlagen- und angewandten Forschung hin zur internen Entwicklung von originellen neuen Medikamenten erforderte sowohl greifbare als auch immaterielle Veränderungen. Zu den Neulancierungen neuer Medikamente von Chugai in den 1980er-Jahren gehörten Alfarol®, ein Mittel zur Verbesserung des Kalzium- und Knochenstoffwechsels, Cefotax®, ein Cephalosporin-Antibiotikum der dritten Generation, und Sigmart®, eine Behandlung für Angina pectoris. Mit dieser Grundlage erreichte das Unternehmen 1984 erstmals einen Nettoumsatz von 100,00 Mrd. Yen.

Nippon Roche war das erste ausländische pharmazeutische Unternehmen, das in Japan vollwertige Produktionsstätten und Labore errichtete. Nach dem Bau des Werks in Oi im Jahr 1954 investierte das Unternehmen weiterhin aktiv in Einrichtungen und Personal. Das Unternehmen errichtete Werke in Kamakura (1967) und Fukuroi (1971) sowie ein Forschungszentrum in Kamakura (1972). Nippon Roche investierte auch aktiv in Humanressourcen und begann 1966 damit, Absolventen japanischer Universitäten einzustellen. Die Mitarbeiterzahl stieg von nur 120 im Jahr 1965 auf fast 1.000 im Jahr 1972.

Herausforderung Biotechnologie

In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre vollzog Chugai eine strategische Umstellung von chemischen Verbindungen hin zur Nutzung von Biotechnologien in der Arzneimittelentwicklung. Die ersten erfolgreichen Produkteinführungen nach dieser Umstellung waren Epogin® (1990) und Neutrogin® (1991). Diese Erfahrungen führten später zur Arbeit an therapeutischen Antikörpern. Ohne die Ausrichtung auf Biopharmazeutika in den 1980er-Jahren wäre Chugai heute vielleicht nicht das, was es ist.

Zu einer Zeit, als Japan die Technologie und das Know-how zur Entwicklung von Biopharmazeutika fehlten, investierte Chugai im Jahr 1983 in das US-amerikanische Unternehmen Genetics Institute und begann mit der gemeinsamen Forschung an Erythropoietin (EPO)-Formulierungen. Diese Entscheidung führte nur fünfeinhalb Jahre später zur Entwicklung von Epogin®. Die erfolgreiche Entwicklung dieses Produkts in so kurzer Zeit zeugt von den technologischen und organisatorischen Stärken von Chugai.

Im Jahr 1975 wurde in Roche’s Labor in Nutley, New Jersey, USA, eine Verbindung mit antikarzinogener Wirkung synthetisiert, aber ein kommerzieller Erfolg in Form einer Injektion galt als schwierig. Vor diesem Hintergrund begann das Nippon Roche Research Center mit der Entwicklung einer oralen Formulierung. Im September 1987 brachte Nippon Roche Furtulon®, ein orales Antikrebsmittel, auf den Markt, das zwei Jahre später einen jährlichen Umsatz von 10,00 Mrd. Yen erreichte. Das Umdenken hin zu einer oralen Formulierung führte hierbei zum Erfolg.

Allianz mit Roche

Mit dem Ziel, weltweit Patienten zu helfen und Innovationen zu beschleunigen, begann Chugai im Jahr 2002 eine strategische Allianz mit Roche, einem der weltweit führenden Pharmaunternehmen. Aus dieser Allianz entstand ein einzigartiges Geschäftsmodell, das die Stärken beider Unternehmen nutzte. Dieses Modell ermöglichte es Chugai, bereits im Ausland zugelassene Roche-Produkte zu lizensieren und die modernen Fachkenntnisse und Infrastruktur von Roche zu nutzen, um einen eigenen Wertbeitrag zu erweitern. Es gab jedoch keine Änderung des Namens oder der Vertreter, wie es bei Fusionen typischerweise der Fall ist. Es wurde vereinbart, dass Chugai weiterhin an der Börse notiert bleibt und die unternehmerische Unabhängigkeit behält. Dadurch kann Chugai nicht nur von den Synergien mit Roche in Bezug auf Vertrieb und Entwicklung profitieren, sondern auch eigenständige Geschäftsentscheidungen treffen.

Zehn Jahre später zeigte die Allianz bereits starke Synergien, mit einer Steigerung des Umsatzes um das 1,6-fache und mehr als einer Verdopplung des operativen Gewinns.

Seit 2008 hat Chugai durch die Aufnahme von Roche-Antikrebsmedikamenten in das Produktportfolio den größten Marktanteil im Bereich der Onkologie in Japan beibehalten.

Entdeckung von Antikörper-Wirkstoffen

Im Jahr 2005 führte Chugai Actemra ein, den ersten therapeutischen Antikörper, welcher in Japan entwickelt wurde. 15 Jahre nach seiner Einführung in Japan hat sich Actemra zu einem in über 110 Ländern weltweit vertriebenen Produkt entwickelt, über die Vertriebskanäle der Roche-Gruppe.

Chugai konzentriert sich auf die Entwicklung von Antikörpertechnologien der nächsten Generation. Die innovative Antikörper-Engineering-Technologie namens Recycling Antibody, welche die Wirkung eines Medikaments, durch mehrmalige Bindung an ein Antigen, verlängert, wurde im Oktober 2010 in der Nature Biotechnology vorgestellt. 

Zusätzlich wurde Sweeping Antibody, welches auf der Recycling Antibody-Technologie basiert, entwickelt. Bei dieser Technologie steht ein kleines Molekül (Switch-Molekül) im Fokus, das in hohen extrazellulären Konzentrationen in Tumoren vorhanden ist. Der Switch-Antikörper ist darauf ausgelegt, sich im Tumormikroumfeld nur an das Zielantigen zu binden, aber im normalen Gewebe nicht. Dadurch ist es möglich, eine große Menge an Antigenen mit weniger Antikörpern zu entfernen. Im August 2020 wurde Enspring, das erste auf der Recycling Antibody-Technologie basierende Medikament, zur Behandlung der Neuromyelitis-Spektrum-Störung (NMOSD), einer als unheilbar geltenden Krankheit, eingeführt.

Vision, Werte und Nachhaltigkeit bei Chugai Pharmaceutical

Vision und Mission

Chugai’s Mission besteht darin, sich mit Hingabe dafür einzusetzen, durch die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Produkte und Dienstleistungen einen Mehrwert für die medizinische Gemeinschaft und die menschliche Gesundheit weltweit zu schaffen.

Chugai strebt danach, zu einem führenden Innovator für fortschrittliche und nachhaltige patientenzentrierte Gesundheitsversorgung zu werden. Das einzigartige Potenzial in den Bereichen Wissenschaft und Technologie sowie die Allianz mit Roche sind dabei treibende Kräfte.

Werte

Chugai hat drei Kernwerte definiert, die das Fundament des Unternehmens bilden sollen. Diese Werte prägen die Arbeitsweise und Beziehung zur Gesellschaft.

Der erste Kernwert von Chugai ist die Patientenzentrierung. Der Konzern möchte höchsten Wert darauf legen, das Wohlergehen jedes einzelnen Patienten zur obersten Priorität zu machen. Die Bedürfnisse und Anliegen der Patienten sollen bestmöglich verstanden werden, um die bestmögliche Versorgung und Behandlung zu bieten.

Der zweite Kernwert ist der Pioniergeist. Chugai ermutigt seine Mitarbeiter dazu, ständig nach Innovationen zu streben. Sie sollen sich kontinuierlich verbessern und anders denken, um neue Wege zu finden, wie sie die Gesundheitsbranche vorantreiben können. Dieser Pioniergeist sieht Chugai als essenziell, um den sich ständig verändernden Anforderungen und Herausforderungen in der medizinischen Welt gerecht zu werden.

Integrität bildet den dritten Kernwert von Chugai. Das Unternehmen möchte stets die höchsten Standards setzen. Chugai möchte ethisch und verantwortungsbewusst handeln, um einen gemeinsamen Wert mit der Gesellschaft zu schaffen und verfolgt eine transparente und ehrliche Arbeitsweise, die auf Vertrauen und Respekt basiert.

Nachhaltigkeit

Chugai hat eine Liste an nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) erstellt. Dabei legt das Unternehmen die höchste Priorität auf gute Gesundheit und Wohlbefinden.

Gute Gesundheit und Wohlbefinden – Chugai verfolgt einen patientenzentrierten Ansatz, um innovative Medikamente zu entwickeln und Lösungen zur Heilung und Behandlung von Krankheiten bereitzustellen und unterstützt auch die Schaffung nachhaltiger Gesundheitssysteme und verbesserten Zugang zu Arzneimitteln.

Die folgenden vier SDGs sollen dabei helfen, das erste Ziel zu erreichen:

Anständige Arbeit und Wirtschaftswachstum – Das Unternehmen rekrutiert talentierte und diverse Mitarbeiter und schafft eine belohnende Arbeitsumgebung, in der Beschäftigte ihre Fähigkeiten entwickeln können. Es fördert auch Arbeitsbedingungen, die Zufriedenheit und Sicherheit am Arbeitsplatz schaffen.

Industrie, Innovation und Infrastruktur – Durch Investitionen in Forschung und Entwicklung sollen Innovationen im Gesundheitswesen vorangetrieben werden. Das Unternehmen baut auch offene Innovationsnetzwerke durch Zusammenarbeit mit Hochschulen und anderen Partnern auf.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster – Chugai legt Wert auf eine stabile Versorgung mit hochwertigen Produkten und setzt sich für die Wiederverwendung und Nachhaltigkeit natürlicher Ressourcen ein. Das Unternehmen verfolgt umfangreiche Umweltmanagementmaßnahmen und zielt auf die Reduzierung von Abfallemissionen ab.

Partnerschaften zur Erreichung der Ziele – Das Unternehmen arbeitet mit Forschungseinrichtungen, Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen spezialisierten Organisationen zusammen, um gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen. Es fördert den Dialog und die Zusammenarbeit mit Stakeholdern und engagiert sich in verschiedenen Initiativen und Programmen zur Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung.

Die letzten sechs SDGs, die Chugai’s Geschäftsaktivitäten unterstützen, sind wie folgt.

Geschlechtergleichstellung – Chugai fördert die Vielfalt und Inklusion in der Organisation, um allen Mitarbeitern unabhängig vom Geschlecht erfolgreiches Engagement zu ermöglichen. Der Konzern legt besonderen Wert auf die Förderung von Frauen in Führungspositionen und die Erweiterung des Pools potenzieller weiblicher Führungskräfte. Chugai strebt eine bessere Work-Life-Balance an und unterstützt die erfolgreiche Karriereentwicklung aller Mitarbeiter.

Sauberes Wasser und Sanitärversorgung – Es wird sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasserressourcen, die für die  Geschäftstätigkeiten unverzichtbar sind, eingesetzt. Chugai führt Tests zur ökologischen Auswirkung von Abwasser durch und praktiziert eine umfassende Abwassermanagement-Strategie, die über die Einhaltung von Vorschriften hinausgeht. Chugai arbeitet an der Reduzierung des Wasserverbrauchs und der Abwassereinleitung und setzt auf fortschrittliche Abwasserbehandlungstechnologien.

Verringerung von Ungleichheiten – Chugai strebt ein gerechtes und inklusives Arbeitsumfeld an, in dem jeder die gleichen Chancen und faire Behandlung erfährt. Der Konzern setzt sich für vielfältige Arbeitsplätze ein, in denen Menschen unterschiedlicher Hintergründe akzeptiert werden und ihr individuelles Potenzial entfalten können. Das Unternehmen führt entlang der Lieferkette eine umfassende Prüfung der Einhaltung von Menschenrechten durch und fordert Geschäftspartner auf, Gesetze, Vorschriften und Menschenrechte zu respektieren.

Maßnahmen zum Klimaschutz – Chugai ergreift in allen Geschäftsaktivitäten Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und setzen sich dafür ein, den Einsatz von klimaschädlichen Fluorkohlenstoffen und Kohlendioxid zu beenden. Das Unternehmen fördert Energieeinsparung, den Einsatz erneuerbarer Energien und verbessert kontinuierlich das Umweltmanagementsystem, um die Umweltauswirkungen zu verringern.

Leben an Land – Chugai engagiert sich für den Schutz der Artenvielfalt und führt Tests durch, um sicherzustellen, dass das von  eigenen Anlagen und Forschungslaboren abgeleitete Abwasser keine negativen Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme hat. Der Konzern fördert das Recycling von Industrieabfällen, um die Menge an Deponiemüll zu reduzieren, und setzt Maßnahmen zur Vermeidung von Bodendegradation um.

Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen – Neben der Förderung von Risikomanagement und Compliance fordert Chugai Geschäftspartner auf, Gesetze und Vorschriften einzuhalten und Menschenrechte zu respektieren. Das Unternehmen arbeitet daran, eine verantwortungsbewusste Lieferkette aufzubauen, die Maßnahmen gegen Bestechung umfasst.

Aktionärsstruktur von Chugai Pharmaceutical

Die größte Beteiligung liegt bei Roche Holding, mit einem Anteil von 59,89 %. Dies unterstreicht die enge Verbindung und die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen.

Ansonsten liegt nur die Master Trust Bank of Japan mit 8,85 % über der 5,00 %-Marke. Es folgt mit 3,66 % die Custody Bank of Japan.

Weitere Aktionäre, die unter der 5,00 %-Marke liegen, sind SMBC Nikko Securities, JPMorgan Securities Japan, State Street Bank West Client, State Street Bank and Trust Company, Northern Trust, Sumitomo Life Insurance Company und JP Morgan Chase Bank. Dabei hält nur SMBC Nikko Securities mit 1,16 % überhaupt mehr als 1,00 % der Anteile von Chugai.

Geschäftsmodell von Chugai Pharmaceutical 

Allgemein

Chugai besitzt ein einzigartiges Geschäftsmodell, aufgrund der strategischen Partnerschaft des Unternehmens mit dem zweitgrößten Pharmakonzern der Welt nach Umsatz – Roche aus der Schweiz. Dadurch können sich die Japaner effektiv auf ihre Forschung konzentrieren, denn viele Teile der weltweiten Vermarktung oder die späten Entwicklungsphasen von Wirkstoffen werden von Roche übernommen. Das erhöht die Profitabilität von Chugai enorm und schafft einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Pharmakonzernen in dieser Größe ohne strategische Partnerschaft. Im Gegenzug übernimmt Chugai die Vermarktung sowie teilweise die Weiterentwicklung einiger lizensierter Wirkstoffe von Roche in Japan. So entsteht eine sehr solide Einnahmebasis, auf die sich ein starker Fokus auf die Forschung lenken lässt.

Durch die Partnerschaft mit Roche ist Chugai Pharmaceutical ein einzigartiger Pharmakonzern, der nicht nur durch seine wahnsinnig hohe Profitabilität im Vergleich zur japanischen Konkurrenz punkten kann. Obwohl Chugai Teil von Roche ist, verfügt das Unternehmen über ein autonomes und unabhängiges Management. Im Endeffekt wird sich nur noch darauf konzentriert, ganz neue Wirkstoffe zu finden und auf die frühen Entwicklungsphasen klinischer Studien – die späteren Phasen werden, wie bereits erwähnt, tendenziell von Roche übernommen.

Abb. 1: Entwicklungsstadien eines Medikaments

Wachstum und Forschung

Seit 2012 konnte Chugai so die Ausgaben für Research & Development (R&D) um 100,00 % steigern und bringt fast jedes Jahr neue Produkte auf den Weltmarkt. Die Pipeline von Chugai ist dabei sehr beeindruckend mit 64 Projekten in der Entwicklung Ende 2022. Davon waren 24 in Phase I, 5 in Phase II, 35 in Phase III und 3 in Phase IV (Warten auf Zulassung). Allein im Jahr 2022 konnten so 12 Medikamente (unter anderem Tecentriq, Hemlibra, Vabysmo, Polivy) auf den Markt gebracht werden. Chugai ist weltweit bekannt für mehrere, sehr erfolgreiche Medikamente wie z. B. Rituxan (Wirkstoff: Rituximab), welches zur Behandlung von bestimmten Krebsarten und Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird. Ein weiteres bekanntes Produkt ist Actemra (Wirkstoff: Tocilizumab), welches für die Behandlung von rheumatoider Arthritis oder anderen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt wird.

Abb. 2: Grundlegender Wachstumsansatz von Chugai Pharmaceutical

In Zukunft will Chugai noch weiter und schneller wachsen, indem digitale Hilfsmittel heute noch langsame und mühsame Schritte der Medikamentenentwicklung beschleunigen sollen. Dazu gehört u. a. die Forschung nach Wirkstoffen mithilfe von künstlichen Intelligenzen, die auch in der Pharma- und Medizinbranche immer mehr Relevanz gewinnt. 

Chugai verfolgt eine sehr klare Strategie, die das zukünftige Wachstum betrifft. Die Bemühungen sind vor allem darauf fokussiert, die vorhandenen Wettbewerbsvorteile zu bündeln, zu denen u. a. die strategische Allianz sowie die eigenen hochmodernen Antikörpertechnologien zählen. Zudem arbeitet das Unternehmen viel mit bekannten akademischen Einrichtungen und Forschungsinstituten zusammen. Die globale Expansionsstrategie hat inzwischen zahlreiche Tochtergesellschaften und Niederlassungen in verschiedenen Ländern hervorgebracht, darunter mehrere in den USA, Europa und anderen Teilen Asiens.

Abb. 3: Strategie zur Entwicklung neuer Medikamente von Chugai Pharmaceutical

Übersicht über die 4 Schlüsselbereiche

Es gibt vor allem vier Bereiche, die wichtig sind für Chugai: Onkologie, Nephrologie, Immunulogie und Virologie. All das fasst Chugai jedoch unter dem Begriff „Business of Pharmaceuticals“ zusammen. Das umfasst auch die Entwicklung (R&D) von neuen Medikamenten, Herstellung und Vermarktung.

Abb. 4: Wichtigste Bereiche von Chugai Pharmaceutical im Überblick

Onkologie

Die Onkologie ist die Behandlung von Krebs, die wir bereits in vielen Analysen zu Pharmakonzernen besprochen haben. Auch für Chugai ist der Bereich ein sehr wichtiger – eigentlich der wichtigste überhaupt. Das Unternehmen entwickelt innovative Therapien zur Behandlung verschiedener Krebsarten. Die Ansätze fungieren dabei meist über Anitkörpertherapien, die konzernintern sowieso bereits ein Schwerpunkt sind. Wenn ein Medikament entwickelt wurde, wird es an Roche auslizensiert – die Schweizer kümmern sich dann mit ihrer globalen Infrastruktur für den Absatz auf dem Weltmarkt.

Ein Beispiel für Errungenschaften von Chugai ist das Medikament Hemlibra (Wirkstoff: Emicizumab), welches zur Behandlung von Hämophilie A, einer seltenen Blutgerinnungsstörung, eingesetzt wird. Beispiele für den Ansatz von Antikörpertherapien sind  u. a. Alecensa (Wirkstoff: Alectinib) zur Behandlung von bestimmten Formen von Lungenkrebs und Poliv (Wirkstoff: Polatuzumab Vedotin) zur Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom, einer bösartigen Erkrankung des lymphatischen Systems.

Nephrologie

Die Nephrologie befasst sich mit Erkrankungen der Nieren. Chugai entwickelt Medikamente zur Behandlung von Nierenerkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Nierenentzündungen. Ein wichtiges Medikament in diesem Bereich ist Mircera (Wirksoff: Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin Beta), ein langwirksames Erythropoese-stimulierendes Mittel (ESA) zur Behandlung von Anämie bei chronischer Niereninsuffizienz. Anämie ist ein medizinischer Zustand, der durch einen niedrigen Hämoglobinspiegel im Blut oder eine unzureichende Anzahl funktionsfähiger roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Chugai arbeitet auch an der Entwicklung von Therapien für andere Nierenerkrankungen wie membranöse Glomerulopathie.

Immunologie

Ein ebenfalls sehr wichtiger Bereich für Chugai ist die Immunologie, ein Spezialgebiet, welches sich mit dem menschlichen Abwehrsystem befasst. Das Unternehmen entwickelt Medikamente zur Behandlung von immunologischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Lupus und anderen Autoimmunerkrankungen. Chugai hat sich auf die Entwicklung von Biologika und monoklonalen Antikörpern spezialisiert, die das Immunsystem modulieren und gezielt bestimmte Erkrankungen bekämpfen.

Virologie

Chugai Pharmaceutical ist außerdem noch in der Virologie tätig und entwickelt antivirale Therapien. Das Unternehmen widmet sich der Bekämpfung von Virusinfektionen wie Hepatitis C, Influenza und anderen viralen Erkrankungen. Ein bedeutendes Medikament ist Hemlibra (Wirkstoff: Emicizumab), das zur Vorbeugung und Behandlung von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A eingesetzt wird. Chugai hat auch Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C entwickelt wie z. B. „HEPCG-L OSE” (Wirkstoff: Peginterferon Alfa-2b) und Copegus (Wirkstoff: Ribavirin).

Burggraben von Chugai Pharmaceutical

Einleitung

Chugai ist ein etablierter Pharmakonzern, welcher bereits in 2025 sein 100-jähriges Bestehen feiern wird. Dementsprechend fußt der Burggraben des Unternehmens auf mehreren Säulen, welche in diesem Zeitraum erarbeitet wurden. In diesem Zusammenhang sind u. a. die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten der Japaner zu nennen, denn es gelingt Chugai regelmäßig, innovative Medikamente zu entwickeln und zu vermarkten, was nach Angaben des Managements zu einer weltweit hohen Reputation führte. Hervorzuheben sind außerdem die Marktanteile, welche Chugai für sich beanspruchen kann. In Bezug auf verschreibungspflichtige Medikamente in Japan ist das Unternehmen als drittgrößter Player einzustufen. Im Bereich der Onkologie hat Chugai derweil sogar die Position des Marktführers inne.

Doch was Chugai erheblich von seinen Mitbewerbern unterscheidet, ist die bereits thematisierte, strategische Allianz mit Roche (siehe auch die besten Pharma Aktien). Seit mehr als 20 Jahren steht der Schweizer Pharmagigant, eines der größten Unternehmen der Branche, als starker Partner und Ankeraktionär an der Seite von Chugai. Diese Partnerschaft ermöglicht Chugai zum einen den Zugriff auf die Forschungsinfrastruktur sowie die globale Vertriebsplattform von Roche. Zum anderen hat Chugai das exklusive Recht erhalten, die Produkte der Schweizer in Japan zu vertreiben. Somit verfügt das Unternehmen seit dem Bestehen der Allianz über ein diversifiziertes Produktportfolio und kann sich dank der zusätzlichen Einnahmequellen noch stärker auf die eigene Forschung und Entwicklung fokussieren.

Autoren dieser Analyse  

Picture of Adrian Rogl
Adrian Rogl

Risiko entsteht dann, wenn Investoren nicht wissen, was sie tun.

Live Kursdaten von Tradingview

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss:

Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch “Wir Lieben Aktien”, oder durch einen für “Wir Lieben Aktien” tätigen Autor statt. Dieser Beitrag soll eine journalistische Publikation darstellen und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Wer an den Finanz- und Rohstoffmärkten handelt, muss sich zunächst selbstständig mit den Risiken vertraut machen. Der Kunde handelt immer auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. “Wir Lieben Aktien” und die für uns tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Es kann zu Interessenkonflikten kommen, durch Käufe und einen darauffolgenden Profit durch eine positive Kursentwicklung von in Artikeln erwähnten Aktien. 

Mehr Infos unter: https://wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss/

chartNeueste Depotkäufe 

Um die neuesten Depotkäufe zu sehen, musst du das entsprechende Paket gebucht haben und dich hier einloggen: 

lampNeueste Artikel 

Du möchtest weiterlesen?

Wir Lieben Aktien All-Inclusive

Du möchtest weiterlesen?

Wir Lieben Aktien All-Inclusive

313€ pro Monat  71 % Rabatt

89€ pro Monat

Keine Kündigungsfrist – Jährliche Abrechnung