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Französischer Small Cap Aktie Analyse – Erfolg seit 90 Jahren

Französischer Small Cap Aktie Analyse

Erfolg seit 90 Jahren

Name des Unternehmens exklusiv für Mitglieder - Analyse vom 21.01.2024
Von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Französischer Small Cap Aktie Analyse - Erfolg seit 90 Jahren | Aktienanalyse | WKN: ??? | ISIN: ??? | Ticker: ???

In dieser Aktienanalyse widmen wir uns einem äußerst spannenden Unternehmen, dass gleich auf Basis mehrerer Faktoren überrascht. Zum einen handelt es sich um einen Small Cap, also eine Aktie mit geringer Marktkapitalisierung und tendenziell auch mehr Wachstumspotenzial als bei Mid Caps oder Large Caps. An sich ist das nichts besonderes, wenn das Unternehmen nicht auch noch gleichzeitig ein langfristiger Dauerläufer wäre und seit IPO im Jahr 2006 in einem Aufwärtstrend laufen würde. Auch wenn die Börsenhistorie noch nicht so lange ist - die Unternehmensgeschichte kann auf 90 Jahre Erfolg zurückschauen. Und zuletzt hat der Konzern seinen Sitz auch noch in Frankreich, obwohl die meisten Dauerläufer aus den Vereinigten Staaten kommen. Den Leitindex des Landes, den CAC, hat der Nebenwert in der Vergangenheit locker outperformt, ebenso wie entsprechende Sektorindizes.

In dieser Aktienanalyse kommen also mehrere Argumente zusammen, die dieses Unternehmen auf den ersten Blick spannend machen. In dieser Analyse untersuchen wir, ob sich dieses Interesse auch bei tiefgründigerer Recherche bestätigt und ob sich ein Kauf zum aktuellen Kurs nach der anhaltenden Korrektur für Investoren und Anleger lohnen könnte oder ob andere Werte am Aktienmarkt oder gar Indizes bzw. ETFs (bspw. auf den französischen Markt, wie den CAC 40, oder den europäischen Markt, wie den STOXX) spannender sind.

Französische Small Cap Aktie
Französischer Small Cap Aktie Analyse

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Kapitel
Timestamp
Einleitung, Historie, Werte und Nachhaltigkeit, Aktionärsstruktur
00:00:00
Geschäftsmodell, Burggraben und Geschäftsführung​
00:11:44
Fundamentale Kennzahlen
00:24:48
Branchenanalyse & Konkurrenzvergleich
00:38:29
Chancen und Risiken, Unsere Bewertung, Technische Analyse
00:49:16

Kurzportrait

In dieser Aktienanalyse geht es um einen unbekannten Small Cap aus Frankreich, der über eine beeindruckende Historie im Bereich des Gesundheitswesens verfügt. Anders als die meisten Konzerne aus der Branche konzentriert sich dieses Unternehmen auf Tiere und deren Krankheiten. Mit den Arzneimitteln (nicht Gesundheitstechnologie oder Medizintechnik) ist der Konzern bereits auf fünf Kontinenten vertreten.

Aus der fundamentalen Perspektive kann der Nebenwert eine gleichmäßig positive Entwicklung in Bezug auf den Umsatz, aber auch die Marge vorweisen. Die Aktionäre profitieren davon in Form von Dividendensteigerungen, aber auch starken Kursgewinnen. Diese Qualität spiegelt sich auch im Chart der Aktie wider, der seit fast 15 Jahren einen stabilen langfristigen Aufwärtstrend zeigt.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 20.01.2024.

WKN/ISIN
Exklusiv für Mitglieder
Branche
Gesundheitswesen
Peter Lynch Einordnung
Average Grower
Fundamentales WLA-Rating
?/10
Technisches WLA-Rating
?/10
Porters Burggraben-Rating
?/25
Marktkapitalisierung
Small Cap
Dividendenrendite
ein bisschen Cash gibt’s…
KGV
unterdurchschnittlich
Firmensitz
Frankreich
Gründungsjahr
vor fast 100 Jahren
Mitarbeiter
exklusiv für Mitglieder
WKN/ISIN
A0LEWB/FR0004186856
Branche
Gesundheitswesen
Peter Lynch Einordnung
Average Grower
Fundamentales WLA-Rating
7/10
Technisches WLA-Rating
6/10
Porters Burggraben-Rating
15/25
Marktkapitalisierung
1,26 Mrd. EUR
Dividendenrendite
0,75 %
KGV
21,49
Firmensitz
Lure (Frankreich)
Gründungsjahr
1933
Mitarbeiter
2.521

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen

Historie

Gründung

Die Historie von Vetoquinol erstreckt sich über mehr als neun Jahrzehnte. Begonnen hat alles im Jahr 1933, mit der Gründung des Unternehmens durch Joseph Frechin. Er begann mit Produkten zur Behandlung von Tieren, welche die antiseptischen Eigenschaften von Oxychinolin nutzten. Das daraus resultierende Mittel, Vetoquinol, erlangte rasch Anerkennung.

Bis zum Jahr 1948 entwickelte Vetoquinol über 80 weitere Produkte, die ausschließlich der Tiergesundheit gewidmet waren. Mit seiner Expertise verbesserte es die Gesundheit von Rindern, Schweinen, Hunden, Katzen und indirekt auch die menschliche Gesundheit

Expansion

1977 folgte die Gründung der ersten Tochtergesellschaft in den Niederlanden. Dabei verfolgte der Konzern eine Strategie, die auf Nachhaltigkeit, Entwicklung und Unabhängigkeit basiert. Drei Jahre später wurde ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in dem Land mit der Hauptstadt Paris eingeweiht, womit Vetoquinol zu den Top-10 globalen veterinärpharmazeutischen Laboren zählte. Das Unternehmen setzt auf Innovation, Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Tierarzneimitteln und nicht-medizinischen Produkten.

1994 wagte Vetoquinol die ersten Schritte auf den US-amerikanischen Markt zu setzen, dem größten Markt für Tiergesundheit. Dadurch wurde die geografische Präsenz auf 23 Länder und 4 Kontinente ausgeweitet. Ein Jahr später folgte die Produkteinführung des Antibiotikums Marbocyl auf dem europäischen Markt. Die Verkaufszahlen überstiegen alle bisherigen Rekorde, wodurch sich Vetoquinol auf die nächste Ebene katapultierte.

Börsennotierung und Akquisitionen

Im Jahr 2006 erfolgte die Börsennotierung an der Pariser Börse unter dem Ticker VETO. Fünf Jahre später folgte der Markteintritt in Brasilien und damit drittgrößte Markt für Tiergesundheit.

2014 investierte Vetoquinol in den Reproduktionsmarkt und etablierte sich in Australien, um schließlich im Jahr 2018 eine Mehrheitsbeteiligung an Farmvet Systems zu erwerben. Dies ermöglichte dem Unternehmen, neue Lösungen mit „Livestock”-Tierärzten zu entwickeln und Züchtern zu helfen. Ein weiterer bedeutender Wachstumsmotor war die Akquisition von Clarion Biociências im Jahr 2019. Kein Jahr später erfolgte die Übernahme der Produkte Profender und Drontal in das Sortiment von Vetoquinol, was Vetoquinol einen bedeutenden Fortschritt im Segment der Antiparasitika ermöglichte.

Vision, Werte und Nachhaltigkeit

Vision/Mission

Die Vision von Vetoquinol lautet: „Das Leben der Menschen durch unsere Hingabe zur Tiergesundheit und -fürsorge zu bereichern.”

Die Mission ist es, „das reaktionsschnellste Unternehmen im Bereich Tiergesundheit zu sein, in dem Mitarbeiter, Experten, Partner und Kunden gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen für eine bessere Welt schaffen.” Vetoquinol engagiert sich dafür, einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere zu nehmen und dadurch das Leben der Menschen zu verbessern. Diese Hingabe erstreckt sich über alle Aspekte der Tiergesundheit und -pflege.

Werte

Vetoquinol erkennt das Engagement, die Verlässlichkeit, die Ehrlichkeit und die Fähigkeiten der Menschen an. Vertrauen bildet die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Vetoquinol schätzt die individuellen Beiträge jedes Teammitglieds.

Der Konzern möchte die Initiative ergreifen, Neuerungen einzuführen, aus Erfahrungen zu lernen und begrüßt unternehmerisches Denken und Handeln. Das Prinzip des Wagens soll dazu ermutigen, proaktiv Herausforderungen anzugehen, Innovationen zu fördern und aus Erfahrungen zu lernen, um kontinuierliche Verbesserungen zu erreichen.

Vetoquinol fördert interne und externe Partnerschaften. Vetoquinol respektiert und nutzt Diversität, Talent und die Kultur aller Menschen. Das Prinzip der Zusammenarbeit unterstreicht die Bedeutung der Teamarbeit, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch in der Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die Vielfalt der Talente und Kulturen wird geschätzt und diese Stärke für einen gemeinsamen Erfolg genutzt.

Nachhaltigkeit

Vetoquinol bekennt sich weltweit zu Nachhaltigkeit und setzt sich aktiv dafür ein, dass dieses Engagement auch in allen Tochtergesellschaften zum Ausdruck kommt. Hierfür wurde eine globale Politik für Sicherheit, Gesundheit und Umwelt implementiert. Diese soll gewährleisten, dass jeder Mitarbeiter daran arbeitet, die Umwelt zu schützen und eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. 2016 wurde Vetoquinol für das Engagement im Bereich ESG mit dem ersten Platz des Gaïa Index ausgezeichnet.

Aktionärsstruktur

Vetoquinol gehört zu der Holdinggesellschaft Soparfin. Diese hält 62,95 % der Anteile des Unternehmens. Étienne Frechin und Familie ist mit 4,06 % bei weitem der größte Einzelaktionär von Vetoquinol. Zugleich ist Étienne ehemaliger CEO und Vater des aktuellen Geschäftsführers Matthieu Frechin. Im Streubesitz befinden sich 32,52 %. Mit 3,47 % des Streubesitzes ist Fidelity der größte Investor. Weitere bekannte Investmenthäuser in der Liste der Top-10 sind Invesco mit 2,59 % und Vanguard 1,09 %. Auch Banken haben sich einen Anteil am Unternehmen gesichert. BNP Paribas ist mit 1,50 % und die Norges Bank mit 0,65 % vertreten.

Geschäftsmodell

Einleitung

Nicht nur Menschen leiden unter Krankheiten – auch Tiere sind häufig betroffen. Allerdings können wir ihnen nicht „unsere” Medikamente verabreichen, da sich die biologischen Voraussetzungen deutlich unterscheiden und eine Wirksamkeit nicht gegeben wäre. Dementsprechend existieren neben Herstellern von Arzneimitteln für Menschen auch Unternehmen wie Vetoquinol, welche sich um das Wohl der Tiere sorgen. Die Arzneimittel von Vetoquinol können zur Behandlung von Nutz- und Haustieren verwendet werden. Dabei konzentriert sich Vetoquinol auf die Arzneimittel und nicht auf entsprechende Medizintechnik oder Gesundheitstechnologie.

Französischer Small Cap Aktie Analyse - Erfolg seit 90 Jahren
Abb. 1: Geschäftsbereiche von Vetoquinol

Allerdings hat sich Vetoquinol auf vier Arten spezialisiert:  Kühe und Schweine (Livestock) sowie Hunde und Katzen (Companion Animals). Denn diese vier Tiere sind gemeinsam für einen kumulierten Anteil am Gesamtmarkt für Tierarzneimittel von ca. 80,00 % verantwortlich sind. Medikamente für andere Arten zu entwickeln würden zum einen mit hohen Kosten einhergehen und zum anderen nur einen geringen Einfluss auf die Umsätze nehmen.

Zum Zeitpunkt dieser Analyse verfügt das aus Frankreich stammende Unternehmen verfügt über ein diversifiziertes Produktportfolio, bestehend aus mehr als 4.000 Medikamenten. Die Anwendungsbereiche sind dabei äußerst vielfältig:

  • Mobilität, Schmerzen und Entzündungen
  • Dermatologie, Hygiene und Pflege
  • Anti-Parasiten
  • Eutergesundheit
  • Antibiotika
  • Fortpflanzung bzw. Fruchtbarkeit
  • Innere Medizin

Fokus auf Essentials

In den letzten Jahren hat sich Vetoquinol bei der Entwicklung neuer Produkte bzw. Medikamente auf eine Kategorie fokussiert, welche das Unternehmen die “Essentials” nennt. Nach eigenen Angaben zeichnen sich die Arzneimittel durch folgende Eigenschaften aus:

  • Sie besitzen ein hohes Wachstumspotenzial
  • Sie können von Züchtern sowie Haltern von Haustieren weltweit verwendet werden
  • Sie sollen die wichtigsten Therapiebereiche abdecken
Französischer Small Cap Aktie Analyse - Erfolg seit 90 Jahren
Abb. 2: Die "Essentials" als Fokus von Vetoquinol.

Als prominentes Beispiel der “Essentials-Reihe” von Vetoquinol sind Ergänzungsfutter für Hunde und Katzen hervorzuheben, welche unter der Marke “Flexadin” vertrieben werden und die Gelenkgesundheit unserer vierbeinigen Begleiter verbessern sollen.

Marken und hybride Wachstumsstrategie

Vetoquinol verfolgt eine hybride Wachstumsstrategie. Demnach gibt sich Vetoquinol nicht mit organischen Zuwächsen zufrieden, sondern such aktiv nach Übernahmezielen, um das Wachstum aus eigener Kraft zu beschleunigen. Im Rahmen dieser Strategie fokussiert sich Vetoquinol auf Unternehmen, welche Produkte für Kühe, Hunde und Katzen herstellen. In den vergangenen 20 Jahren wurden somit immerhin neun Akquisitionen durchgeführt, welche nicht nur zu einer zusätzlichen geographischen Diversifikation führten, sondern auch das Markenportfolio der Franzosen positiv beeinflussten. 

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Abb. 3: Marken von Vetoquinol

Wie wir im weiteren Verlauf dieser Analyse noch thematisieren werden, verfügt Vetoquinol über eine komfortable finanzielle Position, welche eine Fortsetzung dieser Strategie in den kommenden Geschäftsjahren erlaubt.

Burggraben

Einleitung

In 2023 feierte das Unternehmen Vetoquinol sein 90-jähriges Bestehen. Ein beachtlicher Meilenstein, welcher die Widerstandsfähigkeit des Herstellers von Tierarzneimitteln unterstreicht. Obwohl es sich bei Vetoquinol um ein eher kleines Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von nur etwas mehr als 1,00 Mrd. EUR handelt, gehören die Franzosen zu den zehn größten Playern der Branche und genießen in allen wichtigen Wirtschaftsräumen unserer Erde (Nord- und Südamerika, Europa, Asien) eine gute Reputation.

Der Burggraben von Vetoquinol liegt weiterhin in dem umfassenden Netzwerk des Unternehmens. Zum Zeitpunkt dieser Analyse betreibt Vetoquinol fünf Produktionsstätten in Frankreich, Polen und Kanada, welche in Summe für die Herstellung von 4.000 einzelnen Produkten verantwortlich sind. Darüber hinaus kooperiert Vetoquinol nach eigenen Angaben weltweit mit 100 Distributoren, welche die Franzosen beim Vertrieb unterstützen.

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Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Vetoquinol aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben.

Externe Kraft
Stärke
Begründung
Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
1/5
Nach eigenen Angaben gehört Vetoquinol zu den zehn größten Playern der Branche. Im Vergleich zu konkurrierenden Konzernen wie Zoetis oder IDEXX Laboratories ist Vetoquinol jedoch als eher kleiner Mitbewerber einzustufen. Trotz der bisherigen Erfolgsgeschichte des Unternehmens können wir für diese externe Kraft daher nur 1 von 5 Punkten vergeben.
Bedrohung durch neue Wettbewerber
3/5
Der Markt für Tiergesundheit hat in den vergangenen Jahren eine hohe Resilienz bewiesen. Zudem steigt das Marktvolumen langfristig sehr stetig an, was die Branche für neue Wettbewerber grundsätzlich attraktiv erscheinen lässt. Da allerdings nicht zu vernachlässigende Eintrittsbarrieren wie bspw. der Aufbau einer Reputation sowie ein funktionierender Produktionsablauf existieren, bewerten wir diese externe Kraft mit 3 Punkten.
Verhandlungsmacht der Lieferanten
3/5
Während Vetoquinol für die Herstellung der Produkte selbst verantwortlich ist, bezieht das Unternehmen zahlreiche Rohstoffe und Zutaten von ca. 2.300 Lieferanten auf der ganzen Welt. Nach Unternehmensangaben bestehen darüber hinaus keine Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferern, sodass wir die Verhandlungspositionen als ausgeglichen bewerten.
Verhandlungsmacht der Kunden
3/5
Gleiches gilt für die Verhandlungspositionen von Vetoquinol und Kunden. Für die Kunden spricht in diesem Zusammenhang, dass die Produkte von Vetoquinol Verbrauchsgüter sind und sich weder Wechselkosten noch Lock-in-Effekte generieren lassen. Für das französische Unternehmen spricht hingegen eine positive Entwicklung der Bruttomargen, woraus sich ableiten lässt, dass höhere Einkaufspreise ohne große Probleme an die Abnehmer weitergereicht werden können.
Bedrohung durch Ersatzprodukte
5/5
Um die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung versorgen zu können, steigt das Marktvolumen von Arzneimitteln für Nutztiere recht stetig an. In Industrieländern erfreuen sich außerdem Haustiere einer hohen Beliebtheit, sodass auch hier ein gleichmäßiger Anstieg verzeichnet werden kann. Darüber hinaus existieren derzeit keinerlei geeignete Ersatzprodukte zu den Lösungen von Vetoquinol und Co., um gesundheitliche Probleme von Tieren zu behandeln. Daher vergeben wir die volle Punktzahl.
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Abb. 4: In Porters Burggraben-Rating erzielt Vetoquinol 15 von 25 Punkte.

Geschäftsführung

Matthieu Frechin

Frechin, der Sohn von Étienne Frechin, ist seit April 2010 CEO von Vetoquinol. Im Mai des letzten Jahres wurde er zusätzlich zum Chairman ernannt. Zuvor war er der COO des Unternehmens.

Weiterhin ist Frechin Mitglied des Supervisory Boards von Soparfin, der Holdinggesellschaft von Vetoquinol, Chairman des Unternehmens Lustah und CEO von Demabel.

Frechin machte 1995 seinen Doctor of Pharmacy an der Universität in Nancy, Frankreich, und einen DEA in Wirtschaftsingenieurwesen.

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Abb. 5: Matthieu Frechin

2. Fundamentale Analyse

Kennzahlen

Picture of Aktienfinder
Aktienfinder

Die Prognosen aus diesem Abschnitt werden vom Aktienfinder zur Verfügung gestellt.

Umsatz

Entwicklung

Wie zuvor erläutert, fokussiert sich Vetoquinol auf die Herstellung von Tierarzneimitteln für Nutztiere wie Kühe und Schweine und für Haustiere wie Hunde und Katzen. Beide Märkte befinden sich aufgrund von unterschiedlichen Trends auf einem langfristigen Wachstumsmarkt. Was die Nutztiere betrifft, so profitieren Vetoquinol und die bestehenden Mitbewerber von einer wachsenden Weltbevölkerung. Denn um diese ernähren zu können und hohe Gesundheitsstandards zu gewährleisten, steigt der Bedarf für entsprechende Arzneimittel von Jahr zu Jahr an. Die Haustiere stellen allerdings den wachstumsstärkeren Teilbereich des Marktes dar. Denn in entwickelten Ländern mit hohem allgemeinen Wohlstand legen sich die Menschen gerne Hunde und Katzen zu, wodurch sich auch hier ein struktureller Anstieg des Marktvolumens für Arzneimittel beobachten lässt.

Die stetige Entwicklung der zugrundeliegenden Branche spiegelt sich zweifelsohne in den Umsätzen von Vetoquinol wider. Zwischen 2010 und 2020 verzeichnete das französische Unternehmen ein durchschnittliches Wachstum der Einnahmen um 4,25 % pro Jahr. Dementsprechend sticht der ungewöhnlich starke Umsatzsprung in 2021 deutlich hervor. Dieser ist jedoch einfach zu begründen: Durch die Lockdowns im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie haben die Menschen viel Zeit in ihren vier Wänden verbracht und sich daher Katzen und Hunde als Zeitvertreib zugelegt. Von dieser Entwicklung konnte Vetoquinol selbstverständlich profitieren, sodass sich das Wachstum der Erlöse seit 2018 auf 10,05 % pro Jahr beläuft.

In den vergangenen Quartalen hat sich allerdings eine Normalisierung eingestellt und die Wachstumsdynamik ist auf das vorherige Niveau zurückgekehrt. Demnach erwarten weder die Unternehmensführung von Vetoquinol noch die Analysten in den kommenden Jahren erneut einen sprunghaften Anstieg der Einnahmen. Diese sollen bis 2025 nach einem kurzzeitigen Rückgang auf 588,13 Mio. EUR erhöht werden können, was einem Wachstum von 2,90 % pro Jahr entsprechen würde. An dieser Stelle müssen wir jedoch auf die hybride Wachstumsstrategie der Franzosen hinweisen, welche eine Beschleunigung der organischen Zuwächse durch Akquisitionen vorsieht. Sollten entsprechende Transaktionen abgeschlossen werden, ist also mit einer höheren Dynamik zu rechnen.

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Abb. 6: Umsatzentwicklung und -verteilung
Umsatzverteilung nach Segmenten

Das Portfolio von Vetoquinol umfasst in erster Linie Produkte für vier Tiere: Hunde, Katzen, Schweine und Kühe. Diese lassen sich in zwei Kategorien untergliedern, aus welchen sich wiederum die Geschäftsbereiche von Vetoquinol ableiten lassen: Haustiere und Vieh.

Ersteres Segment, welches das französische Unternehmen als „Pets“ betitelt, war im vergangenen Geschäftsjahr für 67,68 % der gesamten Einnahmen verantwortlich. Zuletzt verzeichnete dieser Geschäftsbereich ein vergleichsweise hohes Wachstum, was mit den bereits beschriebenen Auswirkungen der Corona-Pandemie zusammenhängt.

Mit Produkten für Vieh bzw. „Food-producing animals“ erzielte Vetoquinol in 2022 im Umkehrschluss 32,32 % der Umsätze. Obwohl die Wachstumsgeschwindigkeit zuletzt unterhalb des Pets-Segments lag, entwickeln sich die entsprechenden Erlöse aufgrund einer hohen Nachfrage für tierische Proteine sehr stetig.

Umsatzverteilung nach Regionen

Für viele Jahre war das Heimatland von Vetoquinol Frankreich, der wichtigste Absatzmarkt des Unternehmens. Durch die fortlaufende internationale Expansion sowie zahlreiche Akquisitionen haben sich die Umsatzanteile in den letzten Jahrzehnten jedoch verschoben. So ist Vetoquinol zum Zeitpunkt dieser Analyse in mehr als 24 Ländern tätig und erwirtschaftet mittlerweile weniger als 15,00 % der gesamten Umsätze in Frankreich.

Obwohl sich die USA als wichtigster nationaler Einzelmarkt identifizieren lässt, entfällt der überwiegende Anteile der Erlöse von Vetoquinol mit 51,25 % nach wie vor auf den europäischen Kontinent, Tendenz sinkend.

Nord- und Südamerika waren in 2022 derweil für immerhin 36,00 % der Einnahmen des französischen Unternehmens verantwortlich. Allerdings verzeichnete Vetoquinol in den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, Brasilien und Co. überdurchschnittliche Wachstumsraten, sodass die Kontinente zeitnah zum umsatzstärksten Wirtschaftsraum werden könnten.

Im asiatisch-pazifischen Raum ist es Vetoquinol zuletzt ebenfalls gelungen, verhältnismäßig hohe Zuwächse zu generieren. Während Indien, Südkorea, China, Australien, Japan und Neuseeland vor zehn Jahren für nur 5,70 % der Umsätze verantwortlich waren, belief sich der Umsatzanteil im vergangenen Geschäftsjahr auf 12,75 %.

EBIT und Konzerngewinn

Die Entwicklung der operativen Ergebnisse und Nettoergebnisse von Vetoquinol lässt sich langfristig mit dem Umsatzwachstum vergleichen. Während die Gewinne in den vergangenen Jahren unterm Strich dynamischer gewachsen sind, treten jedoch nicht selten vorübergehende Einbrüche der Profitabilität auf. So wurden insbesondere die Konzerngewinne im Geschäftsjahr 2020 von hohen Goodwill-Abschreibungen beeinträchtigt, was einen Einruch um ca. ein Drittel zur Folge hatte. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten die Franzosen hingegen mit einem leicht überdurchschnittlichen Anstieg der Mitarbeitervergütungen sowie Währungsverlusten zu kämpfen, sodass die von uns betrachteten Kennzahlen einen leichten Rückgang zu verbuchen hatten. Nichtsdestotrotz belaufen sich die historischen Wachstumsraten auf 14,95 % bzw. 7,26 % pro Jahr.

Bis 2025 ist den aktuellen Prognosen der Analysten zufolge weiterhin von einem überproportionalen Anstieg der Gewinne in Relation zu den Umsätzen auszugehen. Dementsprechend sollen die operativen Ergebnisse um durchschnittlich 3,17 % erhöht werden können, wobei Vetoquinol unter anderem vom Einsatz neuer Technologien in der Verwaltung profitieren soll. Aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis in 2022 ist derweil zu erwarten, dass die Konzerngewinne von Vetoquinol in den nächsten drei Jahren um durchschnittlich 11,26 % anwachsen werden.

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Abb. 7: EBIT und Konzerngewinn

Margen

Wie beim Abschnitt zur Verhandlungsmacht der Kunden bereits beschrieben, ist Vetoquinol in den vergangenen Jahren in der Lage gewesen, höhere Preise für Rohmaterialien vollständig an die Abnehmer weiterzureichen und folglich stabile Bruttomargen zu erwirtschaften. Zwischen 2018 und 2022 steht demnach ein marginaler Anstieg von 69,33 % auf 70,63 % zu Buche.

Da die Nettogewinnspanne von Vetoquinol im vorliegenden Zeitraum von verschiedenen Sonderfaktoren verzerrt wird (Goodwill-Abschreibungen, Währungsverluste), konzentrieren wir uns auf die Entwicklung der EBIT Marge. Diese konnte dank des Umsatzsprungs in 2021, welcher nur einen unterdurchschnittlichen Anstieg der operativen Kosten zur Folge hatte, um einige Prozentpunkte gesteigert werden. Im vergangenen Geschäftsjahr schrumpfte die operative Marge hingegen von 16,64 % auf 15,67 %, was mit den zuvor beschriebenen Faktoren zu erklären ist. Die Analysten erwarten für das Geschäftsjahr 2023, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Allerdings sind daraufhin erneut steigende Werte zu erwarten, welche u. a. durch höhere Effizienzen im Zusammenhang mit der Implementierung neuer Technologien in der Verwaltung erreicht werden könnten. Der Einsatz neuer Technologien dient derzeit in vielen Branchen für solche Effekte.

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Abb. 8: Bruttomarge, EBIT Marge und Gewinnmarge

Gewinn- und Verlustrechnung

In der folgenden Abbildung ist die Gewinn- und Verlustrechnung von Vetoquinol dargestellt. Somit ein Überblick über die Erkenntnisse aus den vergangenen Kapiteln.

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Abb. 9: Gewinn- und Verlustrechnung

Dividendenpolitik und Aktienrückkäufe

Die Ausschüttungspolitik von Vetoquinol sieht vor, dass mindestens 15,00 % des Nettoergebnisses in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Dementsprechend entwickelten sich die Gewinnbeteiligungen seit dem Börsengang grundsätzlich analog zu den Gewinnen des Unternehmens und wurden fast ununterbrochen gesteigert. Obwohl sich im Nachhinein herausstellte, dass die Corona-Pandemie das Geschäft von Vetoquinol positiv beeinflusste, senkte das Management die Dividende für das Jahr 2019 als Vorsichtsmaßnahme von 0,48 EUR auf 0,38 EUR. In den letzten drei Jahren wurden die Ausschüttungen jedoch auf 0,80 EUR erhöht, sodass für den von uns betrachteten Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum von 13,62 % pro Jahr zustande kommt. Während sich zum Zeitpunkt dieser Analyse eine Dividendenrendite von 0,75 % bei einer Ausschüttungsquote von 19,70 % ergibt, rechnen die Analysten bis 2025 mit einem Anstieg um 9,54 % pro Jahr auf 1,05 EUR.

Vetoquinol besitzt ein Rückkaufprogramm und erwirbt fortlaufend eigene Aktien. Allerdings werden diese nicht eingezogen, was zu einer Reduzierung der Anzahl ausstehender Anteile führen würde, sondern für die Vergütung der Mitarbeiter im Rahmen von Bonusprogrammen verwendet. Dementsprechend stagnierte die Aktienanzahl in den vergangenen zehn Jahren bei 11,88 Mio. Stück.

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Abb. 10: Entwicklung der Dividende und der Anzahl ausstehender Aktien

Historische Kennzahlen

KUV

Mit Ausnahme des Geschäftsjahres 2022 verzeichnete der Nebenwert in den letzten fünf Geschäftsjahren einen deutlichen Zuwachs, welcher trotz eines historisch überdurchschnittlichen Umsatzwachstums nicht kompensiert werden konnte. Demnach stieg das Multiple bis 2021 von 1,64 auf 3,01 an. Während das KUV zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 2,41 leicht oberhalb des historischen Mittelwerts von 2,18 liegt, ist bis 2025 ein Rückgang auf 2,15 zu erwarten.

KGV

Bei der historischen Entwicklung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse ergibt sich eine erhebliche Abweichung: Durch den Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2020 verzeichnete das KGV einen sprunghaften Anstieg auf 51,68. Diesen berücksichtigen wir daher nicht bei der Berechnung des historischen Mittelwerts, welcher sich auf 22,63 beläuft. Für 2025 lässt sich anhand der Analystenschätzungen ein erwartetes KGV von 19,12 ermitteln.

KOCV

Auch bei der Entwicklung der Kurs-Cashflow-Verhältnisse von Vetoquinol ergibt sich eine Besonderheit: In 2020 verzeichnete das Unternehmen vorübergehend einen deutlichen Anstieg der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft, wodurch das KOCV auf 10,77 und somit deutlich unter den Durchschnittswert i. H. v. 15,16 schrumpfte. Die Analysten erwarten derzeit einen stetigen Anstieg der operativen Cashflows, sodass sich für 2025 ein KOCVe von 14,32 ergibt.

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Abb. 11: Entwicklung von KUV, KGV und KOCV

Einordnung nach Peter Lynch

In einer langfristigen Betrachtung kann Vetoquinol analog zur zugrundeliegenden Branche ein sehr gleichmäßiges Umsatzwachstum vorweisen, welches im mittleren einstelligen Bereich anzusiedeln ist. Die Corona-Pandemie führte in den letzten beiden Geschäftsjahren aufgrund der erläuterten Faktoren zu einer kurzzeitigen Beschleunigung der Wachstumsgeschwindigkeit. In den kommenden Geschäftsjahren ist allerdings von einer Normalisierung auszugehen, sodass Vetoquinol zukünftig voraussichtlich wieder Zuwächse im mittleren einstelligen Bereich generieren wird. Daher haben wir uns für eine Einordnung als Average Grower entschieden.

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Abb. 12: Vetoquinol ist ein Average Grower.

Fundamentales Wir Lieben Aktien-Rating 

Der Small Cap erfüllt zum aktuellen Kurs 7 der 10 Kriterien, welche wir im Rahmen unseres fundamentalen Wir Lieben Aktien-Ratings an Average Grower stellen und erreicht somit ein solides Ergebnis. Zum Punktabzug führen die prognostizierten Wachstumsraten der Umsätze, operative Ergebnisse sowie Gewinnspannen, welche aufgrund der hohen Ausgangsbasis unterhalb unserer Anforderungen liegen.

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Abb. 13: Vetoquinol erzielt im fundamentalen Rating für Average Grower 7 von 10 Punkte.

3. Konkurrenzvergleich und Branchenanalyse  

Allgemeine Infos über die Branche

Einordnung nach dem GICS

Zur besseren Einordnung definieren wir zuerst die Branche, basierend auf der zentralen Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Wir beziehen uns hierbei auf den Global Industry Classification Standard (kurz GICS), der zunächst den Sektor definiert, welcher sich wiederum in Industriegruppe, Industrie und Subindustrie unterteilen lässt.

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Abb. 14: Branchendefinition nach dem GICS

Markt für Tiergesundheit

Entwicklung der Marktgröße der Tiergesundheit

Der Markt für Tiergesundheit wuchs seit 2010 im Hinblick auf die Marktgröße um 4,86 % pro Jahr im Durchschnitt und konnte den Wert bis 2021 auf über 33,00 Mrd. USD steigern. Einhergehend mit einer steigenden Zahl an Haustieren steigt auch der Bedarf für entsprechende Gesundheitsprodukte an. Ein ebenso wichtiger Grund für einen immer größer werdenden Markt für Tiergesundheit ist die Bedrohung der Krankheitsübertragung auf den Menschen. Für die öffentliche Gesundheit ist es daher von entscheidender Bedeutung, dass in die Forschung und Entwicklung neuer Tierarzneimittel und -impfstoffe investiert wird, die sowohl das Tier als auch den Menschen vor einer Infizierung schützen.

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Abb. 15: Entwicklung des Marktes für Tiergesundheit
Markt der Tiergesundheit nach Regionen

Schaut man sich die regionalen Anteile des Tiergesundheitsmarktes an, agiert Vetoquinol in jedem der drei größten Märkte (Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik). Die meisten Anteile hierbei besitzt Nordamerika, die insgesamt 42,00 % des Gesamtmarktes einnehmen können. Der hohe Anteil resultiert aus einem hohen Bestand an Haus- und Nutztieren, wodurch die Nachfrage hier entsprechend hoch ist. Für Vetoquinol ist Nordamerika und insbesondere die USA der zweitwichtigste Markt. Europa beansprucht hier etwa 28,00 % des Gesamtmarktes, ist für Vetoquinol allerdings die umsatzstärkste Region.

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Abb. 16: Markt für Tiergesundheit nach Regionen
Markt der Tiergesundheit nach Produktgruppen

Bei Betrachtung der Anteile verschiedener Produktgruppen sind die Parasitizide das führende Produkt und nehmen etwa 34,00 % ein. Hiermit sind Produkte gemeint, die Parasiten abtöten oder deren Entwicklung hemmen und damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Tiere leisten. Einen solchen Parasitenschutz gibt es u. a. in Form von Tabletten, Kapseln oder auch Halsbändern und Injektionslösungen.

Neben der Parasitenbekämpfung und -vorbeugung sind ebenso Impfungen für einen wichtigen Teil des Marktes verantwortlich. 28,50 % des gesamten Tiergesundheitsmarktes waren 2021 auf diesen Teil zurückzuführen, der mit seinen verschiedensten Wirkstoffen ebenso eine wichtige Rolle bei der Tiergesundheit spielt.

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Abb. 17: Markt für Tiergesundheit nach Produktgruppen

Markt der Haustiere

Anzahl der Haustiere in Europa nach Ländern

Neben dem Tiergesundheitsmarkt an sich wollen wir ebenso einen Blick auf die Anzahl der Haustiere insgesamt in Europa nach Land werfen. Dies hilft zu bestimmen, wo genau sich die Abnehmerkreise befinden bzw. die potenziellen Kunden. Mit den Haustieren deckt Vetoquinol gemessen am Umsatz zum einen das wichtigste Segment als auch mit Europa die wichtigste Region ab.

Diese Statistik wurde 2021 von Russland angeführt, die als einziges Land über 50,00 Mio. Haustiere vorwiesen (ohne Fische). Der Heimatmarkt für Vetoquinol, Frankreich, kam zur selben Zeit auf einen Wert von 32,70 Mio. Haustieren und belegte damit den vierten Platz. Ein Platz hiervor lag Deutschland.

Gerade durch Corona ausgelöst, stieg weltweit die Anzahl an Haustieren stark an, ebenso wie sich die Haltung ihnen gegenüber positiv veränderte. Diese Phase stärkte die Aussichten für Vetoquinol nochmal weiter, gerade in der Zukunft wird man, wie wir gleich sehen werden, hiervon profitieren dürfen.

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Abb. 18: Anzahl der Haustiere in Europa nach Ländern
Kosten von Haustieren nach Alter

Wie bereits zum Ende der Grafik erwähnt, kann Vetoquinol vom Haustierschub durch Corona aus unserer Sicht gerade in den nächsten Jahren profitieren, was mit den steigenden Kosten bei Haustieren mit zunehmendem Alter zusammenhängt. Als Aushängeschilder haben wir hierzu die Durchschnittswerte von Hunden und Katzen rausgesucht.

Während sowohl die Ausgaben für Spielzeuge und Essen sowie für die routinemäßige Pflege ungefähr gleichbleiben, so steigen mit zunehmenden Alter gerade die unerwarteten Ausgaben zur Pflege der Tiere. Der größte Teil ist hierbei auf steigende Gesundheitsausgaben zurückzuführen, wo Vetoquinol einer von vielen Anbietern am Markt ist. Hierbei muss allerdings auch erwähnt werden, dass der französische Konzern ebenso routinemäßige Pflegeprodukte in seinem Portfolio vereint. Zu nennen wären hier bspw. Impfungen oder Wurmkuren.

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Abb. 19: Kosten für Hunde und Katzen nach Alter

Führende Tiergesundheitsunternehmen

Im Hinblick auf die führenden Tiergesundheitsunternehmen, basierend auf dem Umsatz, liegt Vetoquinol auf dem achten Platz mit etwa 600,00 Mio. USD (normalerweise in EUR angegeben, in dieser Grafik allerdings umgerechnet). Hiermit liegt der Konzern zwar innerhalb der Top-10, hat allerdings einen deutlichen Rückstand auf die obersten Plätze. Mit IDEXX Laboratories ist ein weiteres, von uns bereits analysiertes, Unternehmen vertreten und landet auf dem fünften Platz.

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Abb. 20: Führende Unternhmen der Tiergesundheitsbranche

Überblick über die Konkurrenz

Kennzahlen

In folgender Tabelle vergleichen wir die, am Aktienmarkt notierten, Konkurrenten von Vetoquinol anhand der Kennzahlen.

Unternehmen
Vetoquinol
Zoetis
Elanco
IDEXX Laboratories
WKN/ISIN
A0LEWB/FR0004186856
A1KBYX/US98978V1035
A2N6BH/US28414H1032
888210/US45168D1046
Mitarbeiter
2.521
13.800
9.740
10.780
Marktkapitalisierung
1,26 Mrd. EUR
86,49 Mrd. USD
7,19 Mrd. USD
43,50 Mrd. USD
Umsatz
0,53 Mrd. EUR
8,37 Mrd. USD
4,37 Mrd. USD
3,59 Mrd. USD
Umsatzwachstum (letzten 5 Jahre)
10,05 % p. a.
8,52 % p. a.
9,51 % p. a.
11,06 % p. a.
Umsatzwachstum (nächsten 3 Jahre)
2,90 % p. a.
7,03 % p. a.
1,82 % p. a.
9,21 % p. a.
Bruttomarge
70,60 %
70,30 %
57,34 %
59,89 %
EBIT Marge
15,02 %
36,44 %
7,85 %
30,06 %
KUV
2,41
10,33
1,65
12,13
KGV
21,49
37,93
52,88
Dividendenrendite
0,75 %
0,92 %
Ausschüttungsquote
19,70 %
31,71 %
Eigenkapitalquote
74,35 %
35,97 %
42,76 %
42,04 %
Nettoverschuldung/EBITDA
-0,67
1,35
5,60
0,55
Renditeerwartung für die nächsten drei Geschäftsjahre*
9,00 % p. a.
12,10 % p. a.
17,80 % p. a.
14,60 % p. a.

*Die Renditeerwartung entstammt der „Fairer Wert“-Funktion von Aktienfinder.net. Für die Ermittlung haben wir das durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre verwendet und in Kombination mit den erwarteten Nettoergebnissen bis zum Ende der nächsten drei Geschäftsjahre fortgeschrieben.

Entwicklung des fairen Werts

Da das gängige Fair-Value-Tool auf den (bereinigten) Gewinnen und den dazugehörigen Prognosen basiert, schwankte der faire Wert je Aktie für den Small Cap in den letzten Jahren recht deutlich, speziell in 2020 und 2021. In Zukunft wird mit einer langsamen, aber kontinuierlich positiven Entwicklung gerechnet (laut den Gewinnprognosen) und derzeit notiert die Aktie unmittelbar in der Nähe ihres Fair Values.

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Abb. 21: Entwicklung des fairen Werts auf Basis des bereinigten Gewinns

Performance seit 10 Jahren

Beim Vergleich der Performance (bzw. des Total Returns) fällt Vetoquinol mit einer Korrelation zu den anderen Aktien (außer Elanco Animal Health, denn hier erfolgte der Börsengang erst in 2018), aber dennoch einer viel schwächeren Rendite für die Anleger auf. IDEXX Laboratories und Zoetis haben in den letzten 10 Jahren deutlich besser performt, aber weisen beide auch eine höhere Volatilität als Vetoquinol auf. Indizes wie den ACWI (bekannter ETF für den Gesamtmarkt), CAC 40 (der CAC 40 ist der französische Leitindex) oder STOXX und auch entsprechende Sektorindizes (Gesundheitswesen, Gesundheitstechnologie, …) outperformte Vetoquinol allerdings. Die Abkürzung ACWI steht für den All Country World Index.

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Abb. 22: Performance von Vetoquinol und Konkurrenten inkl. reinvestierter Dividenden (in EUR)

4. Chancen und Risiken

Chancen 

Ausgabenprioritäten der Menschen (1)

Die erste Chance für Vetoquinol sehen wir in den Ausgabenprioritäten der Menschen bzw. in der gewissen Emotionalität der Branche, die sich hier positiv auswirkt. Helfen kann dieser Aspekt gerade dabei, in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld trotzdem weiter zu wachsen oder die Einnahmen stabil zu halten. Gleichzeitig ist auch der zum Ende der Branchenanalyse erwähnte Haustierboom, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, aufzuführen.

Für die Besitzer von Haustieren, die für einen Großteil der Erlöse von Vetoquinol verantwortlich sind, sind die Wegbegleiter weitaus mehr als „nur“ ihre Haustiere. 2021 gab es hierzu eine Umfrage, an der über 16.000 Tierbesitzer aus aller Welt teilnahmen. Hier ging hervor, dass über 90,00 % der Besitzer das Leben ihres Tieres unter keinen Umständen aufgeben würden und diese ein zentraler Teil der Familie seien. Entsprechend hoch ist hier also auch die Bereitschaft, Geld für benötigte Arzneimittel zu bezahlen, sofern das eigene Tier krank wird.

Aus Sicht des französischen Tiergesundheitsunternehmens ist dies ein klar positiv zu vermerkender Punkt, da bspw. auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen diese Emotionalität vorhanden ist. Für Vetoquinol direkt bedeutet dies u. a. mehr Stabilität in schwierigen Umfeldern, was sich in den Erlösen dieser Sparte zeigen würde.

Ebenso hatten wir bereits erläutert, dass die Ausgabenhöhe für unerwartete Gesundheitsausgaben bei Tieren gerade im Laufe der Lebenszeit stark ansteigt. Während der Coronazeit legten sich weltweit viele Personen ein Haustier zu und es kam zu einem regelrechten Boom. Auch das Leben dieser Tiere wird sich irgendwann in Richtung Ende bewegen, was durch den Boom ausgelöst, durchaus positive Effekte auf Vetoquinol haben kann. Dadurch, dass aber nicht nur Produkte angeboten werden, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn das Tier krank wird/ist, sondern bspw. ebenso Impfungen und Entwurmungsmittel und Medikamente vorzufinden sind, die auch bei einem gesunden Tier Anwendung finden, kann und konnte Vetoquinol genauso hiervon profitieren.

Abschließend führt die positive Emotionalität der Branche dazu, dass das Geschäftsmodell von Vetoquinol durchaus als krisenresistent beschrieben werden kann. Ebenso wird der Boom im Hinblick auf den Haustierbesitz der letzten Jahre dazu führen können, dass man in einigen Jahren von höheren unerwarteten Gesundheitsausgaben profitieren kann.

Innovationschancen und weiteres Wachstumspotenzial (2)

Die zweite Chance für Vetoquinol haben wir unter dem Punkt „Innovationschancen und weiteres Wachstumspotenzial“ zusammengefasst. Einen großen Teil der Innovationschancen nimmt natürlich die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des Konzerns ein, die möglicherweise neue, effektivere und zugänglichere Arzneimittel zum Vorschein bringen kann. Bei zweiterem Teil geht es hauptsächlich um die Präsenz in Asien, wo Vetoquinol sich bereits eine gute Marktposition aufbauen konnte und ebenso hier steigende Einnahmen verbucht.

Wie gerade im Bereich des Medizinsektors üblich, bemüht sich auch Vetoquinol, eine starke Forschungs- und Entwicklungspipeline aufzustellen und neue Produktinnovationen vorzustellen. Über 150 Mitarbeiter sind weltweit allein in diese Prozesse involviert, die laut Vetoquinol gerade ein Zusammenspiel verschiedener Teams aus unterschiedlichen Abteilungen benötigen. In erster Linie geht es dem französischen Konzern darum, den ganzen Projekten Zeit zu geben.

Der Fokus liegt nicht darauf, eine Pipeline mit unzähligen potenziellen Medikamenten vorzustellen, sondern gerade auf die Projekte zu setzen, die vielversprechend sind. Die Entwicklung selbst dauert meistens fünf bis zehn Jahre und erfordert laut Unternehmensangaben 3,00 Mio. bis 15,00 Mio. EUR an Investitionsaufwendungen. Hier kann man also durchaus von einem länger andauernden Prozess mit hohen erforderlichen Investitionen sprechen, der allerdings auch hohe Wachstumsmöglichkeiten offenbart und zum Bestehen in dieser Branch ebenso unerlässlich ist. Denn der Wettbewerb in der Branche ist gerade im Hinblick auf die Forschung sehr stark, was u. a. mit der unten gezeigten Grafik deutlich wird. 7,80 % der jährlichen Umsätze werden in Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert, also knapp 1,00 % mehr als in der Industrie für Computerhardware und elektronisches Equipment.

Über die genannten Punkte hinaus offenbaren sich, aus unserer Sicht, ebenso weitere Wachstumsmöglichkeiten. Zu nennen ist hier bspw. der Raum Asien-Pazifik, der aufgrund seines voranschreitenden Wohlstands auch in dieser Branche immer wichtiger wird und, wie wir in der Branchenanalyse gesehen haben, bereits 18,50 % der Marktgröße für sich beanspruchen kann. Vetoquinol ist ebenso in dieser Region verteten, verdient hier über 10,00 % der Gesamterlöse und verbucht mit Umsätzen hier das höchste Wachstum.

Abschließend besitzt auch Vetoquinol die Chance, durch erfolgreiche Forschungsarbeit zusätzliches Wachstum zu generieren. Vetoquinol konzentriert sich gemäß dem Motto „Klasse statt Masse“ vorwiegend auf vielversprechendere Projekte als möglichst viele Forschungsarbeiten in der Pipeline zu zeigen. Auch die Präsenz in Asien offenbart zusätzliches Wachstumspotenzial, was u. a. durch Wachstumsraten der Umsätze bereits in den vergangenen Jahren aufgezeigt wurde.  

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Abb. 23: Anteil der F&E-Ausgaben am Umsatz nach Branchen

Risiken

Verschärfungen der gesetzlichen Vorgaben (1)

Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel-hoch
Auswirkungen: mittel

Das erste Risiko für Vetoquinol sehen wir in Änderungen bzw. Verschärfungen von gesetzlichen Vorgaben in verschiedenen Bereichen. So könnte als einer der wichtigsten Abteilungen die Forschung hiervon betroffen sein und für Vetoquinol in erster Linie mehr Aufwand bedeuten.

Medikamente der Tiermedizin unterliegen ebenso wie solche der Humanmedizin einem teils langwierigen und in verschiedene Phasen aufgeteilten Zuslassungsprozess. Hierbei wird das Medikament u. a. auf seine Wirksamkeit und Sicherheit getestet, bevor es zum Verkauf am Markt zugelassen wird. Verschärfte Regulierungen durch gesetzliche Vorgaben sind also durchaus ein ernstzunehmendes Risiko, die neben Vetoquinol ebenso auf die Wettbewerber übertragbar sind.

Kommt es nun zu neuen Regelungen, bspw. im Umgang mit dem Zulassungsprozess, so sind für Vetoquinol steigende Kosten zu erwarten, die die Einführung neuer Medikamente aus der Pipeline erschweren würden. Auch ein Aufgeben bereits gestarteter Projekte kann hierdurch ausgelöst werden und sollte beachtet werden.

Erst Anfang 2022 kam es zu einem neuen EU-Beschluss, der u. a. den Einsatz von Antibiotika einschränkt und für einige Bereiche verbietet. Im selben Zug wird insbesondere die Kontrolle der Arzneimittel nach der Zulassung verschärft, was zwar aus sicherheitstechnischer Sicht ein durchaus sinnvoller Schritt ist, sich allerdings auf Vetoquinol eben auch negativ auswirken kann.

Die genannten Ereignisse der vergangenen Jahre zeigen auf, wie real diese Bedrohung ist. Aus diesem Grund ordnen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit insgesamt auf mittel-hoch ein, da man auch in Zukunft mit zusätzlichen Verschärfungen rechnen kann. Die Auswirkungen sind bei diesem Risiko sehr unterschiedlich und hängen damit zusammen, welcher Bereich genau getroffen wird. Sofern die Forschungs- und Entwicklungsabteilung direkt getroffen wird, so sind weitaus höhere Auswirkungen zu erwarten als bei den zusätzlichen Kontrollen der Medikamente nach der Zulassung. Insgesamt sehen wir diesen Aspekt bei mittel.

Stärke der Konkurrenz und Imagewichtigkeit (2)

Eintrittswahrscheinlichkeit: niedrig-mittel
Auswirkungen: mittel

Das zweite Risiko für Vetoquinol bezieht sich auf die Stärke der Konkurrenz und die Wichtigkeit des Image in der Branche. Beim Umsatzvergleich der Branchenanalyse dürfte aufgefallen sein, dass Vetoquinol insgesamt betrachtet kein führendes Unternehmen der Branche ist und mit weitaus stärkeren Konzernen konkurriert. Ebenso kann sich die in den Chancen beschriebene Emotionalität negativ auswirken, wie wir gleich näher ausführen werden.

Beim Umsatzvergleich mit anderen Tiergesundheitsunternehmen landete Vetoquinol auf dem achten Platz, liegt allerdings weit hinter der führenden Konkurrenz. Dies allein muss kein Problem oder wirkliches Risiko darstellen, da bei einer Beurteilung hieraus viele Punkte zu kurz kommen würden. Wir sind allerdings schon der Ansicht, dass Stärke in finanzieller Hinsicht, gerade hier, wo die Forschungsarbeit so wichtig ist, von entscheidender Bedeutung sein kann und Unternehmen in vorteilhafte Positionen begibt. So hat bspw. Zoetis aus finanzieller Sicht wesentlich mehr Möglichkeiten in Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu investieren und ist z. B. nicht so abhängig von einzelnen Entwicklungen. In einem hart umkämpften Markt, wo insbesondere die F&E-Arbeit von entscheidender Bedeutung ist, kann dies für Vetoquinol durchaus ein Nachteil werden.

Ebenso wollen wir in diesem Zuge die Imagewichtigkeit ansprechen. Wie bereits in den Chancen beschrieben, ist der Markt gerade von Emotionalität, wenn es um die Gesundheit des eigenen Tieres geht, geprägt und bringt hiermit auch durchaus Nachteile mit sich – im Bereich der Haus- und Nutztiere. Kommt es bspw. zu Rückrufaktionen oder sonstigen Ereignissen, die sich stark negativ auf die öffentliche Wahrnehmung von Vetoquinol auswirken, so können, aus unserer Sicht, schnell Umsatzrückgänge die Folge sein. Denn unabhängig davon, ob es sich um Nutz- oder Haustiere handelt, möchte man den Tieren die bestmögliche Behandlung bieten. Hat der Konzern allerdings ein angeschlagenes Image, so können sich die Kunden ebenso schnell vom Konzern abwenden und diese Emotionalität zu einem Problem werden lassen.

Wir ordnen die Eintrittswahrscheinlichkeit auf niedrig-mittel ein, die Auswirkungen auf mittel. Obwohl die finanziellen Möglichkeiten im Vergleich zu anderen Mitbewerbern eher eingeschränkt sind, weist Vetoquinol eine gut besetzte Pipeline auf und konzentriert sich, wie in Chance 2 bereits geschrieben, eher auf wenige, aber dafür vielversprechendere Projekte. Zugleich gibt es auch beim französischen Konzern strenge Überwachungen im Hinblick auf die Produktqualität und -sicherheit, wodurch ein Eintritt unwahrscheinlicher wird.

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Abb. 24: Risikomatrix

5. Unsere Bewertung

Eigenkapitalkosten

Beginnen wir wie immer bei der Ermittlung der kalkulierten Eigenkapitalkosten:

Unsere Werte für Vetoquinol sind hier wie folgt:

Risikoloser Basiszins: 2,30 %

Risikoprämie: 4,09 %

Marktrendite: 7,00 %

Beta: 0,87

Diese ergeben insgesamt Eigenkapitalkosten von 6,39 %.

Bilanzanalyse

Die gesamte, von Vetoquinol ausgewiesene, Bilanzsumme beträgt für das Geschäftsjahr 2022 etwa 651,85 Mio. EUR und hat sich damit um ca. 4,37 % verlängert. In der folgenden Tabelle wollen wir detaillierter auf die Struktur der Bilanz eingehen.

Kategorie
Erläuterung
Entwicklung des Umlaufvermögens
Das Umlaufvermögen von Vetoquinol ist im vergangenen Geschäftsjahr analog zur Bilanzsumme angewachsen und belief sich auf 308,61 Mio. EUR. Der Anstieg ist in erster Linie auf den Ausbau des Bestands an fertigen Produkten sowie höheren Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (aufgrund von einbehaltenen Gewinnen) zurückzuführen.
Entwicklung des Anlagevermögens
Beim Anlagevermögen hat sich derweil ein marginaler Rückgang um 2,23 % ergeben. Denn obwohl Vetoquinol ca. 10,00 Mio. EUR in Sachanlagen (bspw. Maschinen, Grundstücke, Gebäude) investierte, führten Abschreibungen des Goodwills sowie anderer immaterieller Vermögenswerte einen Rückgang herbei. Alle anderen Posten des Anlagevermögens veränderten sich kaum.
Eigen- bzw. Fremdkapitalquote und Verhältnis der Schulden
Aufgrund der Tatsache, dass Vetoquinol einen erheblichen Anteil der erwirtschafteten Gewinne einbehält und keine eigenen Aktien einzieht, steigt das Eigenkapital des Unternehmens in der Regel fortlaufend an. Darüber hinaus waren sowohl die langfristigen als auch die kurzfristigen Verbindlichkeiten zuletzt von einem Rückgang geprägt, sodass sich die Eigenkapitalquote in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelte und sich aktuell auf 74,35 % beläuft.
Schulden im Verhältnis zu kurzfristigen Zahlungsmitteln und kurzfristigen Investitionen
Zum Ende des Geschäftsjahres 2022 hatte Vetoquinol Verbindlichkeiten i. H. v. 166,89 Mio. EUR. Demgegenüber steht ein Bestand an liquiden Mitteln von 93,71 Mio. EUR, sodass sich diese auf das 0,56-fache des gesamtem Fremdkapitals belaufen. Mit 21,52 Mio. EUR liegen die kurzfristigen Investitionen zudem deutlich unterhalb des Cashbestands.
Schulden im Verhältnis zum EBIT des letzten Geschäftsjahres
In 2022 erzielte Vetoquinol ein operatives Ergebnis i. H. v. 84,56 Mio. EUR. Im Verhältnis zum gesamten Fremdkapital ergibt sich folglich ein Faktor von nur 1,97.
Fazit
Vetoquinol verfügt aktuell über eine blitzsaubere Bilanz. Obwohl das Unternehmen eine hybride Wachstumsstrategie (organische Zuwächse + Akquisitionen) fährt, hält sich die Menge an Goodwill in der Bilanz in Grenzen. Darüber hinaus besitzt Vetoquinol nach Abzug der liquiden Mittel keinerlei verzinste Nettoschulden, sodass wir nichts an der finanziellen Situation des Konzerns auszusetzen haben.
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Abb. 25: Bilanz

Bewertungsszenarien und -modelle 

Optimistisches Szenario

Nach einer vorübergehenden Beschleunigung der Umsatz- und Gewinnentwicklung von Vetoquinol im Kontext der Corona-Pandemie hat sich die Wachstumsdynamik des Marktes für Tierarzneimittel in den vergangenen Quartalen normalisiert. Demnach ist in den kommenden Jahren von einer Rückkehr auf den langfristigen Wachstumspfad auszugehen, welcher einen durchschnittlichen Zuwachs im mittleren einstelligen Bereich erwarten lässt. Diesen Umstand berücksichtigen wir im Rahmen unseres optimistischen Szenarios und kalkulieren im Anschluss an die Analystenschätzungen mit Wachstumsraten zwischen 7,50 % und 4,50 %.

Obwohl es nicht selten zu vorübergehenden Schwankungen kommt, konnte Vetoquinol in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Anstieg der Gewinnspannen verbuchen. So ist es den Franzosen gelungen, die operative Marge seit 2012 annähend zu verdoppeln. Die Analysten prognostizieren derzeit, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Auch wir rechnen für unser optimistisches Szenario mit einem fast kontinuierlichen Anstieg der Profitabilität von Vetoquinol auf bis zu 19,50 % (operativ) bis 2032.

Wenngleich Vetoquinol bisher keine eigenen Anteile eingezogen hat, halten wir es für durchaus denkbar, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren damit beginnt und kalkulieren daher einen Rückgang der Anzahl ausstehender Aktien um 1,00 % pro Jahr ein. Die durchschnittliche Ausschüttungsquote setzen wir auf 30,00 %, sodass wir einen fairen Wert von 158,34 EUR ermitteln. Die entspricht einer Unterbewertung von 32,80 %.

Mit einem KGVe von 24 in 2032 lässt sich als Ergebnis eine Renditeerwartung von 10,38 % ermitteln.

Pessimistisches Szenario

Auch in unserem pessimistischen Szenario rechnen wir damit, dass Vetoquinol analog zur prognostizierten Entwicklung des Gesamtmarktes die Umsätze langfristig steigern können wird. Allerdings nehmen wir eine deutlich niedrigere Dynamik an, sodass sich für 2032 Erlöse i. H. v. 777,16 Mio. EUR ergeben, wodurch ein durchschnittliches Wachstum von nur 3,71 % pro Jahr zustande kommen würde.

Anstelle eines recht stetigen Ausbaus der Gewinnspannen erwarten wir in unserem pessimistischen Szenario eine Stagnation der Margen von Vetoquinol mit gelegentlichen Einbrüchen. Des Weiteren rechnen wir ohne Aktienrückkäufe und mit einer durchschnittlichen Ausschüttungsquote in Bezug auf die Nettoergebnisse von nur 15,00 %. Somit sinkt der faire Wert je Aktie auf 96,96 EUR, wodurch eine Überbewertung von 9,74 % entsteht.

Für 2032 setzen wir ein KGV von 19,00 an, sodass die Renditeerwartung bei 2,10 % pro Jahr liegt.

DCF-Modell

Für die Berechnung des fairen Werts von dem Small Cap in unserem DCF-Modell verwenden wir einen WACC von 6,35 % sowie einen Wachstumsabschlag von 2,00 %. Genau wie in unseren DNP-Modellen kalkulieren wir bis 2025 mit den aktuellen Prognosen der Analysten.

Auch bei der Free Cashflow-Marge ist es Vetoquinol in den vergangenen Jahren gelungen, diese unter Schwankungen auszubauen. Zuletzt verzeichneten die Franzosen jedoch Schwankungen im hohen einstelligen und niedrigen zweistelligen Bereich. Analog zu den optimistischen Prognosen bezüglich der Profitabilität von Vetoquinol rechnen die Analysten derzeit mit einem Anstieg der Free-Cashflow-Marge bis 2025 auf 11,70 %.

Wir halten es derzeit für wahrscheinlich, dass sich dieser Trend auch in 2026 und darüber hinaus fortsetzen wird. Dementsprechend kalkulieren wir mit einem Wachstum bis 2028 auf 14,50 %. Mit diesen Annahmen ergeben sich in unserem DCF-Modell eine Unterbewertung von 36,42 % sowie ein fairer Wert je Aktie von 167,34 EUR.

Unsere Einschätzung 

Seit mehr als 90 Jahren beschäftigt sich Vetoquinol mit der Herstellung von Arzneimitteln für Haus- und Nutztiere. Dieser Markt lässt sich durch eine sehr stetige Entwicklung sowie eine hohe Widerstandsfähigkeit charakterisieren, was sich in der Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie der langfristigen Performance des französischen Unternehmens widerspiegelt. Zudem besitzt Vetoquinol eine ausgezeichnete Bilanz, welche eine Fortsetzung der hybriden Wachstumsstrategie erlaubt. Aus diesem Grund ist weiterhin von einem überdurchschnittlichen Wachstum im Vergleich zur zugrundeliegenden Branche auszugehen.

Anhand der aktuellen Multiples sowie unserer Modelle zum Ertragswert- und Discounted-Cashflow-Verfahren ist Vetoquinol darüber hinaus eher günstig bewertet. Unser optimistisches Szenario, dessen Eintreffen wir zum Zeitpunkt dieser Analyse als durchaus denkbar betrachten, lässt eine annualisierte Rendite von etwas mehr als 10,00 % pro Jahr erwarten. Für Anleger, welche bereit sind, die erhöhten Risiken eines Small-Cap-Unternehmens zu tragen, könnte sich bei einem geeigneten technischen Signal dementsprechend ein Einstieg anbieten. Um der eingeschränkten Größe (nicht wie bei Mid Caps oder Large Caps) von Vetoquinol Rechnung zu tragen, setzen wir die Investmentampel dennoch auf Gelb mit Tendenz zu Grün.

Die erwartete Rendite setzen wir auf 9,00 % bis 9,50 % pro Jahr.

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Abb. 26: Bewertungsszenarien

6. Technische Analyse

Charttechnische Trendeinordnung

Übersicht

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Abb. 27: Trendeinordnung

Langfristig

Vetoquinol hat das Hauptlisting an der Pariser Börse und wird dementsprechend nicht in USD, sondern in EUR analysiert. Der langfristige Trend von Vetoquinol ist aufwärtsgerichtet und wurde in der letzten Trendphase (zumindest temporär) noch einmal beschleunigt, sodass in dieser Zeit so gut wieder Index outperformt wurde. Die aktuelle Korrektur fiel etwas größer aus als vergangene Abwärtsphasen, aber dies wird durch die letzte überdurchschnittliche Aufwärtstrendbewegung kompensiert, sodass der langfristige Trend nicht gefährdet wird.

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Abb. 28: Langfristiger Trend im Monats-Chart

Mittelfristig

Auf der mittelfristigen Zeitebene ist Vetoquinol vor wenigen Wochen der Ausbruch aus der Seitwärtsphase gelungen, welche nun als Bodenbildung dient. Da diese Ausbruchsbewegung nur eine einzelne Trendbewegung darstellt und noch keine Trendstruktur besteht, liegt insgesamt noch ein neutraler Trend vor.

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Abb. 29: Mittelfristiger Trend im Wochen-Chart

Kurzfristig

Im kurzfristigen Tages-Chart befindet sich die Vetoquinol-Aktie in einem dynamischen Aufwärtstrend.

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Abb. 30: Kurzfristiger Trend im Tages-Chart

Aussicht

Da der Nebenwert inzwischen einen ausgeprägten Boden ausgebildet und vollendet hat, ist eine Ausweitung der Korrektur oder auch ein erneuter Test der Verlaufstiefs zum aktuellen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich. Im Optimalfall rutscht die Aktie gar nicht mehr nachhaltig in den Bereich der Bodenbildung hinein, auch wenn dieser eine sehr starke Unterstützung darstellt (speziell die orange markierte Pufferzone).

Nach der Rallye der letzten Monate wäre ein Test des oberen Endes der Bodenbildung (ca. 94,00 EUR bis 98,00 EUR) angemessen und ist in einem sehr kleinen Ausmaß auch bereits erfolgt. Es würde dem Chartbild allerdings auch nicht schaden, wenn dieser Retest in Form einer Seitwärtsbewegung in einem etwas längeren zeitlichen Ausmaß (bspw. einige Wochen) ausgeweitet wird. Wie bereits erwähnt, wäre es aber zu präferieren, wenn dabei kein nennenswertes Abwärtsmomentum aufgebaut wird.

Sobald sich Vetoquinol von der Bodenbildung nachhaltig löst, kann mit der Etablierung eines mittelfristigen Aufwärtstrends (auf Sicht) das Allzeithoch anvisiert werden, um im Anschluss den langfristigen Aufwärtstrend fortzusetzen. Auf dem Weg dahin ist in den Widerstandszonen mit regelmäßigen Rücksetzern zu rechnen.

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Abb. 31: Vetoquinol ist der Ausbruch aus der Bodenbildung vor kurzem gelungen.

Technisches Wir Lieben Aktien-Rating

Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt die Vetoquinol-Aktie mit 6 von 10 Punkten ein eher unterdurchschnittliches Ergebnis, welches die technische Qualität der Aktie allerdings auch etwas unterrepräsentiert. Aufgrund der Veränderung in der Trenddynamik in der letzten Aufwärtstrendbewegung und der darauffolgenden größeren Korrektur, änderte sich die Anordnung der gleitenden Durchschnitte und Vetoquinol erzielt keinen Punkt mehr im Bereich der Trendstabilität. Darüber hinaus befindet sich über dem aktuellen Niveau noch eine ausgeprägte Volumenakkumulation als Widerstand.

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Abb. 32: Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt Vetoquinol 6 von 10 Punkte.

Marktsymmetrie

Die aktuelle Korrektur ist seit der Etablierung des langfristigen Aufwärtstrends die größte Abwärtsphase, die die Aktie jemals durchlaufen ist. Dementsprechend ist die Korrektur als überdurchschnittlich einzustufen, auch wenn sie angemessen in Relation zur vorherigen Trendbewegung ist. Eine erneute Ausweitung der Abwärtsphase würde den langfristigen Aufwärtstrend jedoch spätestens schwächen.

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Abb. 33: Rallye- und Korrekturlängen
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Abb. 34: Trendbasiertes Chance-Risiko-Verhältnis

Mit den Rainbow-EMAs kann die Marktsymmetrie unter Berücksichtigung der Trendgeschwindigkeit beurteilt werden. Die größten Korrekturen der Vergangenheit (2020 und 2012 als Schätzung) endeten bisher auf dem Niveau der orangenen EMAs, wo auch das bisherige Tief der aktuellen Korrektur liegt. Dies bestätigt erneut die Einschätzung, dass das Ausmaß der Abwärtsphase in Relation zur Trenddynamik angemessen ist.

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Abb. 35: Korrekturen im Verhältnis zur Trendgeschwindigkeit, dargestellt mit Rainbow-EMAs.

Systematisches Risiko

Der Beta-Faktor von dem Small Cap Vetoquinol liegt etwas unterhalb von 1,00 (Risiko des Gesamtmarkts), womit sie sich leicht von Zoetis und deutlich von den anderen Aktien aus dem Konkurrenzvergleich abheben. Die Korrelation aller Aktien mit dem ACWI (All Country World Index; gängiger Referenzwert für den Gesamtmarkt unter den Indizes bzw. ETFs) ist als mittelstark einzustufen.

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Abb. 36: Systematisches Risiko und Korrelation von Vetoquinol und Konkurrenten zum ACWI

7. Fazit

Allgemein

Vetoquinol ist ein spannender Small Cap aus Frankreich. Das Unternehmen stellt sowohl für Nutz-, als auch für Haustiere Arzneimittel her. Dank einer hybriden Wachstumsstrategie, welche die Beschleunigung organischer Zuwächse durch Akquisitionen vorsieht, ist es Vetoquinol in den vergangenen Geschäftsjahren gelungen, dynamischer als der allgemeine Markt für Tiergesundheit zu wachsen. Zudem konnten die Franzosen von der Corona-Pandemie insofern profitieren, als dass die Anzahl an Hunden und Katzen in den Haushalten entwickelter Länder deutlich angestiegen ist. Obwohl in den kommenden Geschäftsjahren eine Rückkehr auf den vorherige Wachstumsgeschwindigkeit zu erwarten ist, wird Vetoquinol wohl noch viele erfolgreiche Jahr vor sich haben.

Wie beschrieben, steht die Investmentampel auf Gelb mit Tendenz zu Grün, mit einer Renditeerwartung von 9,00 % bis 9,50 % pro Jahr.

Charttechnisch kann Vetoquinol einen stabilen langfristigen Aufwärtstrend vorweisen, welcher nach einer überdurchschnittlichen letzten Rallye in einer ausgeprägten Abwärtsphase korrigierte. Inzwischen hat die Aktie einen großen nachhaltigen Boden ausgebildet und vollendet.  

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Abb. 37: Fazit unserer Analyse

Meinungen der Team-Mitglieder

Jan

Die Vetoquinol Aktie ist für mich zum aktuellen Kurs attraktiv bewertet, aber dennoch schafft sie es nicht in mein Depot. Dies liegt vor allem daran, dass ich meine vorerst letzte offene Position im Bereich des Gesundheitswesen an einen klassischen Pharma-Wert vergeben möchte. Dennoch liegt bei dem französischen Small Cap eine faire Renditeerwartung für die Risikoklasse vor (wenn man sich am optimistischen Szenario orientiert). Dies setzt allerdings voraus, dass das Unternehmen wieder zum alten Wachstumspfad zurückkehrt, was ich zwar für realistisch halte, aber im Auge behalten werden muss.

Adrian 

Zwei bzw. drei spannende Punkte waren im Vornherein und in Kombination für mich spannend bei der Analyse von Vetoquinol und haben überhaupt dazu geführt, dass wir die Aktie detailliert analysiert haben:

– Die Tatsache, dass Vetoquinol ein Small-Cap ist.
– Die Tatsache, dass Vetoquinol ein Dauerläufer und gleichzeitig aus Frankreich/Europa ist.

Nach der Analyse bleibt das Unternehmen für mich spannend und auch eine Position würde ich in Betracht ziehen, wenn ich nicht bereits den Konkurrenten IDEXX Laboratories aus den USA seit einiger Zeit im Depot hätte. Mit IDEXX fühle ich mich zum aktuellen Stand deutlich wohler und gehe auch in Zukunft von einer Outperformance gegenüber Vetoquinol aus. Insgesamt kann ich aber einen Kauf von Vetoquinol nach der aktuellen Bodenbildung nachvollziehen, wenn eine Reduzierung des US-Anteils im Depot gewünscht ist. 

Autoren dieser Analyse  

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Adrian Rogl

Risiko entsteht dann, wenn Investoren nicht wissen, was sie tun.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch “Wir Lieben Aktien”, oder durch einen für “Wir Lieben Aktien” tätigen Autor statt. Dieser Beitrag soll eine journalistische Publikation darstellen und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Wer an den Finanz- und Rohstoffmärkten handelt, muss sich zunächst selbstständig mit den Risiken vertraut machen. Der Kunde handelt immer auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. “Wir Lieben Aktien” und die für uns tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Es kann zu Interessenkonflikten kommen, durch Käufe und einen darauffolgenden Profit durch eine positive Kursentwicklung von in Artikeln erwähnten Aktien. 

Mehr Infos unter: https://wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss/

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