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Hexagon Aktie Analyse

Innovation aus Schweden

Aktualisiert am 07.10.2025. Analyse vom 07.10.2025

von Adrian Rogl und Jan Fuhrmann

Kurzvorstellung

Im heute herrschenden globalen Wirtschaftsklima ist es entscheidend, Investitionen in Unternehmen zu tätigen, die nicht nur finanzielle Stabilität und Wachstumspotenzial bieten, sondern auch technologische Innovation und Nachhaltigkeit vorantreiben. In dieser Hinsicht sticht Hexagon AB, ein weltweit führender Anbieter von digitalen Lösungen, deutlich hervor. Diese Analyse bietet einen umfassenden Einblick in Hexagon, ein Unternehmen, das sich durch seine Expertise in sensorischen Technologien, Software und autonomen Lösungen auszeichnet und in verschiedenen Branchen wie der Fertigung, Infrastruktur, Sicherheit und Mobilität tätig ist. In dieser Analyse untersuchen wir, ob das Unternehmen auf Basis aller Facetten der Aktienanalyse und vor allem nach der Korrektur 2022 und 2023 ein Kauf Wert ist.

1. Das Unternehmen Hexagon

Geschäftsmodell von Hexagon

Einleitung

Das schwedische Unternehmen Hexagon ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von „Digital Reality Solutions“. Hinter diesem abstrakten Begriff verstecken sich wiederum drei verschiedene Technologien, unter welchen sich das Produktportfolio des Unternehmens zusammenfassen lässt:

  • Sensorlösungen: Hardware zur Erfassung und Analyse der Umgebung
  • Softwarelösungen: Anwendungen zur Modellierung und Simulation von möglichen Szenarien im echten Leben
  • Autonome Lösungen: Schnittstelle zwischen Maschinen und Software, welche sich eigenständig verbessern

Bei den Produkten und Dienstleistungen von Hexagon dreht sich mehr oder weniger alles um die Erstellung und die gewinnbringende Nutzung eines digitalen Abbilds der Realität. Das Unternehmen nennt dies „Smart Digital Reality“ und hat den Begriff sogar schützen lassen. Kurz gesagt sollen die Kunden von Hexagon durch die Verwendung der Lösungen in die Lage versetzt werden, schnell wachsende Datenmengen zu ihrem Vorteil zu nutzen und bspw. zur Steigerung der Effizienz, Produktivität, Qualität und Sicherheit einsetzen.

Diese Smart Digital Realities können viele verschiedene Dinge aus dem echten Leben abbilden: von menschlichen Organen über Lagerhallen bis hin zu ganzen Städten. Im Gegensatz zu herkömmlichen, statisch digitalen Zwillingen zeichnen sich Smart Digital Realities, Angaben von Hexagon zufolge, durch drei Eigenschaften aus:

  • Sie werden fortlaufend mit Daten gefüttert und können daher auch Prozesse abbilden.
  • Sie sind der „Single Point of Truth“, also eine Quelle mit korrekten Daten, auf die sich alle Mitarbeiter beziehen.
  • Durch maschinelles Lernen und KI wird die Interpretation von Daten vereinfacht.

Dass die Produkte von Hexagon vielseitig einsetzbar sind, spiegelt sich in den Branchen der Endkunden des Unternehmens wider. Diese stammen aus vielen verschiedenen Industrien mit zahlreichen untergeordneten Branchen, wie Abbildung 2 zu entnehmen ist.

Industrial Enterprise Solutions

Doch die Lösungen von Hexagon lassen sich auch verschiedenen Geschäftsbereichen zuordnen. Hierbei ist u. a. das Segment Industrial Enterprise Solutions zu nennen, welches aus zwei Untersegmenten besteht. Hierzu gehören die sogenannten Divisionen „Manufacturing Intelligence“ und „Asset Lifecycle Intelligence“. Während sich erstere mit Anwendungen rund um die Erfindung, das Design, die Herstellung, das Testen und die Wartung von Produkten befasst, unterstützt letztere die Kunden des schwedischen Unternehmens bei der „Gewinnung von Erkenntnissen über den gesamten Lebenszyklus von Anlagen, um rentablere, sicherere und nachhaltigere Industrieanlagen zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben“.

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass die Produkte von Hexagon innerhalb dieses Segments in erster Linie bei Kunden aus dem Industriesektor zur Anwendung kommen. Das entsprechende Portfolio umfasst zum einen verschiedene Hardwarelösungen wie Sensoren, aber auch Softwareanwendungen in den Bereichen Computer-Aided Design (CAD), Computer-Aided Manufacturing (CAM) und Computer-Aided Engineering (CAE), welche bei den Herstellungsprozessen einer Vielzahl von alltäglichen Gütern zur Anwendung kommen. Bspw. wurden die Lösungen von Hexagon bei ungefähr 95,00 % aller weltweit produzierten Fahrzeuge verwendet. Bei Smartphones und Flugzeugen liegt dieser Anteil nach Unternehmensangaben bei 75,00 % bzw. 90,00 %.

Geospatial Enterprise Solutions

Das zweite Segment des schwedischen Konzerns verfügt über ein ebenso umfassendes Produktportfolio, welches in erster Linie aus „Reality-Capture-Sensoren“ besteht – also z. B. Laserscanner, Luftaufnahmekameras, unbemannte Luftfahrzeuge (UAV), Überwachungsgeräte oder mobile Geräte zur Kartierung von Landschaften. Auch hier wird die Hardware durch geeignete Softwareanwendungen ergänzt und abgerundet. Der Geschäftsbereich beinhaltet folgende Divisionen:

  • Geosystems (Umgebungserfassung für Immobilien, Städte, Länder oder gar Tatorte)
  • Safety, Infrastructure & Geospatial („Mapping“ von Personen, Standorten und Anlagen)
  • Autonomy & Positioning (Lösungen für automatisierte Bewegungsabläufe an Land, Luft und Wasser)

Die Vielfalt des Produktportfolios von Hexagon in diesem Bereich wird deutlich, wenn man einen genaueren Blick in die Bereiche wirft, in denen das schwedische Unternehmen seine Kunden auf der ganzen Welt unterstützt. Sie werden u. a. für die Planung, den Betrieb und die Wartung vom Luft-, See-, Schienen- und Straßenverkehr verwendet. Darüber hinaus nutzen Behörden die Lösungen von Hexagon für die die Verwaltung von Grund und Boden sowie Volkszählungen. Weitere Projekte innerhalb der Baubranche, bei welchen der Konzern beteiligt war, sind bspw. der Burj Khalifa oder der Gotthard-Basistunnel.

Historie von Hexagon

Gründung

Die Geschichte des Unternehmens erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, beginnend im Jahr 1992 mit der Gründung des schwedischen Konzerns Hexagon.

In den Anfangsjahren konzentrierte sich Hexagon auf die Übernahme von Schlüsselunternehmen, um das Portfolio zu erweitern. Im Jahr 2001 wurden die US-Unternehmen Brown & Sharpe und Wilcox akquiriert, was zur Gründung von Hexagon Metrologie führte. Dies war der Beginn einer Expansionsphase, die durch weitere Übernahmen wie die von CE Johansson (2002) und TESA (2004) verstärkt wurde. Die Übernahme der Technodigit SARL im Jahr 2009 verbesserte Hexagons Position im Bereich 3DReshaper®-Software.

Wachstum und Diversifikation

Hexagon wählte in der Vergangenheit den Weg des schnellen Wachstums über viele Akquisitionen. Gleichzeitig konnte sich das Unternehmen so auch schnell diversifizieren.

Die Jahre nach 2010 markierten eine Phase intensiver Diversifikation und Innovation. 2011 verstärkte der Konzern seine Position im Bereich optischer Systeme durch ein Joint Venture mit Dongguan Seven Ocean Metrology Vision. Die Übernahme von Vero Software im Jahr 2014, einem britischen CAD/CAM-Softwareunternehmen, unterstrich Hexagons Bestreben, den Design- und Fertigungsprozess weiter zu optimieren.

Auch in der nahen Vergangenheit setzte sich der Fokus auf Technologie fort. Es folgte die Übernahme von CADLM SAS im Jahr 2021, einem Pionier in der Integration von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen in die computergestützte Ingenieuranalyse (CAE). Hexagon hat sich zu einem Schlüsselakteur in verschiedenen Industriebereichen entwickelt, darunter Messtechnik, Fertigungssoftware und Geoinformation. Die fortgesetzte Akquisition von Unternehmen wie CIM3, ETQ und Men at Work im Jahr 2022 zeigt, dass Hexagon weiterhin bestrebt ist, das Angebot zu erweitern und die neuesten Technologien zu integrieren. Dieses Jahr wurde die Übernahme des deutschen Unternehmens CADS Additive, welches Softwares für die additive Fertigung von Metallen anbietet, abgeschlossen.

Aktionärsstruktur von Hexagon

Die Aktionärsstruktur von Hexagon wird von dem Investmentunternehmen Melker Schörling AB angeführt, welches von dem gleichnamigen schwedischen Unternehmer geführt wird. Schörling gehört zu den reichsten Schweden und ist ein ehemaliger Verwaltungsratschef von Hexagon. Die Anteile belaufen sich auf 21,49 %, jedoch besitzt er 42,56 % der Stimmrechte. Der zweitgrößte Aktionär ist mit 8,81 % die State Street Bank and Trust. Über der 5,00 %-Marke liegen außerdem noch JP Morgan Chase mit 6,06 % und Swedbank Robur mit 5,80 %.

Geschäftsführung

Paolo Guglielmini

Guglielmini übernahm die Stelle als CEO von Hexagon in diesem Jahr. In seiner Verantwortung liegt das Wachstum des Unternehmens, sowohl organisch als auch durch strategische Akquisitionen. Zuvor war er als COO tätig und leitete die strategische und kommerzielle Entwicklung der Smart Factory Solutions von Hexagon als Präsident der Abteilung für Fertigungsintelligenz. Seit seinem Eintritt in das Unternehmen 2010 hat er verschiedene Schlüsselpositionen innegehabt, von Strategie und Geschäftsentwicklung über Fusionen und Übernahmen bis hin zu allgemeinem Management. Vor seinem Engagement bei Hexagon hatte Guglielmini Positionen beim CERN, dem Europäischen Kernforschungszentrum (in der Schweiz) und bei Accenture (in Italien) inne. Er verfügt über einen Master of Science in Ingenieurwissenschaften und einen Master of Business Administration.

CEO-Vergütung

Guglielmini übernahm die Rolle des CEOs in diesem Jahr von seinem Vorgänger Ola Rollén. Aus diesem Grund kann die Vergütung nur von Rollén aufgezeigt werden.

Als Grundgehalt erhielt Rollén im Geschäftsjahr 2022 3,92 Mio. EUR, die variable Vergütung belief sich auf 4,97 Mio. EUR und über andere Vorteile wurden ihm 7,84 Mio. EUR vergütet. Die Pension wurde um 0,78 Mio. EUR erhöht. Entsprechend ergibt sich eine Gesamtvergütung von 17,51 Mio. EUR. Warum die variable und die reguläre Vergütung über andere Vorteile in diesem Jahr so hoch ausfiel, wurde nicht genauer begründet.

Im Vorjahr belief sich das Grundgehalt auf 3,36 Mio. EUR und die Gesamtvergütung erreichte einen Wert von 5,78 Mio. EUR. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass die variablen Vergütungen und die Einzahlungen in die Pension sich kumuliert auf 2,42 Mio. EUR belaufen.

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