
Kurzvorstellung
In der dynamischen Welt der erneuerbaren Energien hebt sich PNE durch eine bemerkenswerte Entwicklung und anhaltendes Engagement für Nachhaltigkeit hervor. Die Aktie konnte in den letzten vier Jahren eine bemerkenswerte Rallye an den Märkten hinlegen und konnte sich seit 2020 im Hoch so mehr als verzehnfachen. Als Pionier im Sektor der grünen Energie mit einem breiten Portfolio an Wind- und Solarprojekten steht das Unternehmen an der Schnittstelle von ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Opportunität. Angesichts global steigender Investitionen in erneuerbare Energien und der zunehmenden politischen Unterstützung für umweltfreundliche Technologien könnte PNE gut positioniert sein, um von diesen Trends zu profitieren. In dieser Analyse stellen wir uns die Frage, ob es sich lohnt, die Aktie zu aktuellen Preisen bereits einzusammeln, oder ob weiter Geduld angesagt ist.
1. Das Unternehmen PNE
Geschäftsmodell
Einleitung
Hinsichtlich der Erschließung neuer Geschäftsfelder waren das Management und die Mitarbeiter ebenfalls fleißig: Zum einen wurden neben Windparks auch Photovoltaikanlagen in die Projektentwicklung aufgenommen und „Know-how im Bereich Wasserstoff aufgebaut“. Als wichtigste Veränderung des operativen Geschäfts ist jedoch der Aufbau eines Eigenbetriebsportfolios zu nennen, welches zur Generierung von Einnahmen durch den Verkauf des erzeugten Stroms an diverse Käufer dient und bereits zum wichtigsten Segment herangewachsen ist. Darüber hinaus bietet PNE umfassende Dienstleistungen in folgenden Bereichen an:
- Optimierung von Windenergie- und PV-Projekten
- „Life-Cycle-Management“ von Projekten
- Allgemeine Ingenieurleistungen
Aus dem Projektierer ist also ein Unternehmen geworden, dass mit diversen Investments nun auch den Betrieb eigener Anlagen in den Vordergrund stellt. Ein Überblick zur aktuellen Tätigkeit von PNE ist der Darstellung in Abbildung 2 zu entnehmen.
Wertschöpfungskette
Das Management bezeichnet der bisherigen Verlauf der „Scale up“-Strategie als vollen Erfolg und will diesen im Rahmen von „Scale up 2.0“ in den kommenden Jahren fortsetzen können. Als weitere wichtige Errungenschaft ist die Erschließung zusätzlicher Bestandteile der Wertschöpfungskette im Bereich der erneuerbaren Energien zu nennen, welche der Darstellung in Abbildung 3 zu entnehmen ist. Im Rahmen der drei Segmente „Projektentwicklung“ (Projektierung), „Stromerzeugung“ (also Betrieb von Windparks etc.) und „Services“ deckt PNE den überwiegenden Teil dieser ab, sodass das Geschäftsmodell des Unternehmens als „integriert“ bezeichnet werden kann. Das Management von PNE ist der Überzeugung, dadurch von Synergien zwischen den Segmenten profitieren zu können und somit Verluste bzw. Kosten einzusparen um das EBITDA bzw. die Gewinne zu steigern. Diese Einsparungen ermöglichen an anderer Stelle ggf. auch höhere neue Investments in den eigenen Betrieb von Wind- und Solarparks.
Historie
Gründung
Das Unternehmen wurde 1995 als Windpark Marschland in Cuxhaven gegründet und stellte 1997 seinen ersten Windpark in Nordleda fertig. Ein Jahr später folgte der Börsengang unter dem Namen „Plambeck Neue Energien“. Mit dem ersten Offshore-Projekt „Borkum Riffgrund I“ im Jahr 2004 und dem darauffolgenden Projekt „Gode Wind I“ konnte die erste 500,00 MW installierte Nennleistung erreicht werden.
Internationalisierung
Im Jahr 2007 entschied sich das Unternehmen über Joint Ventures in Ungarn, Bulgarien und der Türkei europaweit Fuß zu fassen. Im Folgejahr wurden die internationalen Aktivitäten weiter ausgebaut. 2009 wurde aus Windpark Marschland die PNE WIND und der Bau des Projekts „Gode Wind II“ begonnen.
Windwanderweg
Im Jahr 2014 erreichte das Unternehmen 2.000,00 MW installierte Nennleistung und damit eine Vervierfachung der Leistungskapazität innerhalb von acht Jahren. Um der Bevölkerung die Energie des Winds und die Vorteile der erneuerbaren Energie zu erläutern, wurde in Hessen erstmalig ein Windwanderweg gebaut. Über Schilder entlang des Wegs am Fuße der Windkraftanlagen wird hier die Energie und der Nutzen erläutert.
Neuausrichtung
Das Unternehmen beginnt 2017 mit einer Neuausrichtung zu einem „Clean Energy Solutions Provider“. Im Zuge dessen wurde der Name auf PNE reduziert. PNE steht für „Pure New Energy“. Auch in Zeiten von Corona baute das Unternehmen weiter Windparkanlagen und dazu auch Photovoltaikfelder auf. In den aktuellen Jahren fokussiert sich PNE auf den Bau von erneuerbaren Energien und überlässt den Betrieb immer mehr anderen Unternehmen. So wurden seit der Gründung 6.500,00 MW installierte Nennleistung gebaut, jedoch werden aktuell nur 370,00 MW betrieben.
Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur von PNE wird mit großem Abstand von Morgan Stanley mit 44,20 % der Anteile angeführt. An zweiter Stelle folgt Active Ownership mit 11,99 %, ein Investmentunternehmen, welches nicht nur an dem Erfolg des investierten Unternehmens partizipieren möchte, sondern in das Management eingreifen und dieses leiten möchte. Mit 7,93 % folgt die britische Investmentgesellschaft Samson Rock. Mit knapp unter 5,00 % der Anteile folgen ENKRAFT mit 4,96 % und JPMorgan Chase mit 4,30 %.
Geschäftsführung
Markus Lesser
Lesser wird PNE als CEO zwar im Juli verlassen, aber ist aktuell noch der Geschäftsführer des Unternehmens. Er wurde 1964 in Düsseldorf geboren. Seit dem Jahr 2000 verantwortete er zunächst als Geschäftsführer und Vertriebsleiter beim Windenergieanlagenhersteller Nordex die sichere Projektentwicklung, die Turn-Key-Umsetzung von Windparks sowie den Vertrieb von Windenergieanlagen für die Gebiete Mittel-, Südost- und Osteuropa.
Danach war Lesser in der Position des Vorstands der Renergys Group in Zürich, Schweiz, tätig. In dieser Funktion leitete er das technische und operative Geschäft. Ab 2009 hatte er die Geschäftsführung von Epuron inne. Dabei verantwortete er Projektentwicklungen, Konstruktion und die Betriebsführung insbesondere von Windenergieprojekten in Europa, Asien, Südamerika und Australien sowie im Bereich Offshore-Windenergie.
Im Jahr 2011 wurde er als Vorstand für das operative Geschäft und die Projektentwicklung bei PNE eingestellt, fünf Jahre später ist Lesser zum Vorstandsvorsitzenden ernannt worden.
CEO-Vergütung
Die Vergütung von Lesser für das Geschäftsjahr 2023 beginnt mit einer Festvergütung von 370,00 Tsd. EUR. Darauf folgt eine kurzfristige erfolgsabhängige Vergütung von 207,00 Tsd. EUR und eine langfristige erfolgsabhängige Vergütung von 0,50 Mio. EUR. Zusammen mit einer Nebenleistung i. H. v. 39,00 Tsd. EUR, ergibt sich damit eine Summe von 1,12 Mio. EUR.
In den vorherigen Jahren lag das Gehalt in einem ähnlichen Bereich. Für das Geschäftsjahr 2022 ergab sich ein summiertes Gehalt von 1,00 Mio. EUR. Für 2021 0,89 Mio. EUR und 2020 lag es etwas höher mit 0,91 Mio. EUR. Die Festvergütung war in dieser Zeitspanne konstant bei 370,00 Tsd. EUR.
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