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200 Mrd. EUR Paket – Jetzt boomen nachhaltige Aktien

Veröffentlicht am 10.03.22 | Lesedauer: 10 Minuten

Von Sven Klünder

 200 Mrd. EUR Paket – Jetzt boomen nachhaltige Aktien

Am Wochenende gab Bundesfinanzminister Christian Lindner bekannt, dass er ein Milliardenpaket für die Energiewende schnüren wird. Startet jetzt erneut der Boom für nachhaltige Aktien?

Lindner dreht den Geldhahn auf

Am 6. März gab Finanzminister Christian Lindner den nächsten Investitionsknaller bekannt. Nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz verkündet hatte, aus sicherheitspolitischen Gründen ein Sondervermögen von 100 Mrd. EUR zur Ertüchtigung der Bundeswehr zur Verfügung zu stellen, verkündete Linder eine Finanzspritze für die Energiewende.

Bis 2026 sollen in der mittelfristigen Finanzplanung rund 200 Mrd. EUR für den klimafreundlichen Umbau des Landes vorgesehen werden. Als mögliche Investitionsziele nannte Lindner die Ladeinfrastruktur, oder bspw. die Wasserstofftechnologie.

Die Bundesrepublik muss sich im Hinblick auf den aktuellen Krieg in der Ukraine energietechnisch unabhängiger machen. Deutschland bezieht seine Energie primär aus fossilen Brennstoffen – Kohle, Gas und Öl, sowie teilweise aus Uran/Kernenergie. 
Während bei der Kernenergie die Herkunft nur schwer zu ermitteln ist – hier sind als Hauptlieferanten Großbritannien und Frankreich genannt, die selbst kein Uran abbauen -, ist bei den anderen Energieträgern Russland Lieferant Nummer 1. 

Bei einem andauernden Konflikt muss die Liefertreue also hinterfragt bzw. abgesichert werden.

Nachholbedarf bei der Energiewende

Die Investitionsspritze für nachhaltige Energie ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland überlebensnotwendig. Nach einer Studie der International Renewable Energy Agency (IRENA) war Deutschland im Jahr 2020 zwar auf Platz 5 der Länder mit der höchsten Produktionsleistung für erneuerbare Energien, aber mit Blick auf eine Studie von BP ist das als siebend energiehungrigstes Land der Welt auch dringend nötig.

Privathaushalten, aber auch der Industrie, machen die steigenden Energiekosten schon länger zu schaffen. Schon Ende 2021 verdoppelten sich für viele Haushalte die Heizkosten und der aktuelle Krieg in der Ukraine schraubt nun die Benzin- und Dieselpreise über 2 EUR. Hier bieten erneuerbare Energien eine spannende Alternative wie Abbildung 2 am Beispiel von Strom zeigt:
Erneuerbare Energien können mit deutlichen geringeren Gestehungskosten punkten.

Folgerichtig also auch der Grundgedanke der Bundesregierung. Denn um diese Potentiale ausschöpfen zu können, braucht es neben Kraftwerken eine vernünftige Infrastruktur, sei es zum Energietransport, zur Speicherung oder zum Laden eines Elektroautos.

Nordex

Nordex ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Hamburg, das zu den führenden Herstellern von Onshore Windenergieanlagen gehört. Nordex wurde 1985 gegründet und ist sowohl im SDAX als auch im TecDAX enthalten.

Nordex bietet seinen Kunden ein Komplettpaket von der Planung, über die Fertigung und Errichtung bis hin zur Wartung von Windkraftanlagen an. Dabei ist das Unternehmen ausschließlich Onshore – das heißt auf dem Land – tätig. Das Produktprogramm umfasst Anlagen im Leistungsbereich von 4 bis über 5 Megawatt, die auf die klimatischen und energietechnischen Anforderungen vor Ort – seien es Industrie- oder Schwellenländer – angepasst werden können.

Nordex hat seine Hauptfertigungsstätte in Rostock. Weitere Fertigungsstätten für die Montage von Windturbinen und die Produktion von Rotorblättern befinden sich in China, Spanien, Brasilien, Indien, Mexiko und den USA. Weltweit beschäftigt Nordex ca. 8.600 Mitarbeiter in 19 Ländern mit einem Umsatz von ca. 5,4 Mrd. EUR.

Charttechnische Einordnung

Nordex befindet sich auf langfristiger und mittelfristiger Sicht in einem neutralen Trend. Am 24. Februar hat eine Aufwärtsbewegung begonnen mit einem Kursplus von zur Zeit 46 Prozent. Aktuell trifft die Aktie im Bereich von 18 EUR auf einen Widerstand.

Fastned

Fastned ist ein niederländisches Unternehmen, das sich auf den Aufbau eines “Tankstellennetzes” für E-Autos spezialisiert hat. Das 2012 gegründete Unternehmen ist seit 2014 an der Börse und aktuell an der Euronext-Amsterdam gelistet.

Fastned baut ein öffentlich zugängliches Netz von Schnellladestationen für E-Autos auf. Begonnen hat alles mit Stationen in der Niederlande. Inzwischen gibt es über 188 Schnellladestationen in Frankreich, Deutschland, Belgien, der Niederlande, der Schweiz und Großbritannien. Weitere 143 Ladestationen sind im Aufbau. An jeder Ladestation sind durchschnittlich 4 oder mehr Ladeplätze für Elektrofahrzeuge.

In Deutschland hat Fastned bisher einen Auftrag von über 200 Ladestationen. Im Rahmen der Fördermittel könnten weitere dazukommen.

Charttechnische Einordnung

Langfristig befindet sich Fastned in einem Aufwärtstrend, seit im Februar 2021 Kurse über 100 EUR erreicht wurde, korrigiert die Aktie jedoch in einem mittelfristigen (schwächeren) Abwärtstrend und auch kurzfristig ist die Aktie bearish. Die Ankündigung vom Christian Lindner 200 Mrd. für nachhaltige Technologien zur Verfügung zu stellen hat seit dem 07. März zwar zu einem kleinen Kursplus von ca. 10 Prozent geführt, der Trendbruch ist aber noch deutlich entfernt.

7C Solarparken

7C Solarparken ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Bayreuth, das sich auf den Betrieb von Solarparks bzw. Solarkraftwerke spezialisiert hat. Das Unternehmen entstand durch die Übernahme der Colexon Energy AG durch die 7C Solarparken NV, die final 2015 abgeschlossen wurde.

7C Solarparken Kerngeschäft besteht im Erwerb und Betrieb von Photovoltaikanlagen. Ergänzend werden regelmäßig Flächen erworben, die für den Betrieb zukünftiger Anlagen in Frage kommen. Ehemalige Geschäftszweige wie den Photovoltaikgroßhandel oder die eigene Projektierung und den Aufbau von Solarparks hat das Unternehmen inzwischen aufgegeben. Die Solarkraftwerke stehen in Deutschland und Belgien, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Bayern und Sachsen-Anhalt.

Charttechnische Einordnung

Grüne Aktie – grüne Trends. 7C Solarparken befindet sich auf allen Zeiteinheiten im Aufwärtstrend.

Abschluss

200 Mrd. EUR für erneuerbare Energien. Die Entscheidung der Bundesregierung ist im Hinblick auf die Entwicklung der Heizkosten und Benzin-/Dieselpreise nur begrüßenswert. Wichtig wird es jedoch ein klares Konzept zu entwickeln, damit das Projekt Energiewende sich nicht in bekannte Katastrophen wie der Autobahn Maut oder den Berliner Flughafen einreiht.

Was denkst du? Welche Energiequellen werden wir in der Zukunft nutzen?

Ich bedanke mich fürs Lesen und wünsche eine erfolgreiche Restwoche.

Liebe Grüße 

Sven Klünder

Autor dieses Blogs:

2 Antworten

  1. Langfristig definitiv eine absolut attraktive Branche, den egal ob es 5,10 oder 20Jahre dauert: Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch & sind die klar Zukunft!

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