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Blackstone Aktie Analyse 

NYSE: BX // Analyse vom 08.01.2023

Von Jan Fuhrmann und Christian Lämmle

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NYSE: BX // Analyse vom 08.01.2023

Von Jan Fuhrmann und Christian Lämmle

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Blackstone Aktie kaufen? | Aktienanalyse | WKN: A2PM4W | ISIN: US09260D1072 | Ticker: BX (NYSE)

BlackRock sollte inzwischen jedem ein Begriff sein, der unsere Aktienanalyse regelmäßig verfolgt und sich schon etwas länger mit der Materie Finanzmärkte beschäftigt. Doch was hat es mit dem doch vom Namen her sehr ähnlichen Unternehmen Blackstone auf sich? Blackstone ist der ehemalige Arbeitgeber des heutigen BlackRock CEO’s Larry Fink und zudem hat das Unternehmen maßgeblich zur Gründung des heute größten Vermögensverwalters der Welt, BlackRock, beigetragen. Das Unternehmen investiert für große Kapitalgeber vor allem in alternative Investments wie Immobilien, Kredite oder Private Equity. So eben in den 80er-Jahren auch in BlackRock. Zunächst wurde BlackRock als Blackstone interne Abteilung „Blackstone Financial Management“ gegründet, bis die Anteile in den Jahren darauf reduziert wurden. Auch wenn BlackRock heute wesentlich größer als Blackstone ist, so ist der Konzern noch immer ein riesiger Player und einer der weltweit wichtigsten im Bereich „Alternative Investments“. Aus diesem Grund, dem langfristigen Aufwärtstrend und der sehr hohen Dividendenrendite haben wir uns Blackstone für euch genauer angeschaut.

Der Podcast zu unserer Aktienanalyse

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KapitelTimestamp
Einleitung, Historie, Aktionärsstruktur, Werte und Nachhaltigkeit 00:00:00
Geschäftsmodell, Burggraben und Geschäftsführung00:12:24
Fundamentale Kennzahlen00:31:53
Branche & Konkurrenz00:42:44
Chancen, Risiken, Bewertung, Technische Analyse01:00:30

Kurzportrait

Die meisten kennen den bekannten Vermögensverwalter BlackRock, aber Blackstone ist häufig eher unbekannt. Dabei liegt der Ursprung des ETF-Giganten bei Blackstone, welche heute an der Börse allerdings etwas weniger wert als BlackRock sind.

Blackstone ist eine der größten Beteiligungsfirmen, welche weltweit bei Hunderten Unternehmen investiert ist. Seit einigen Jahren setzt der Konzern dabei auch verstärkt auf nachhaltige Investments, welche nicht nur Entwicklungen wie den Wandel zu erneuerbaren Energien fördern, sondern auch eine entsprechende lukrative Rendite einbringen sollen.

Aus der technischen Perspektive befindet sich Blackstone in einem langfristigen Aufwärtstrend, welcher in den letzten Monaten korrigiert wird. Nun hat die Aktie ein wichtiges Unterstützungsniveau erreicht, aber eine nachhaltige Stabilisierung ist noch ausstehend.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 07.01.2023.

WKN/ ISINA2PM4W/US09260D1072
BrancheFinanzwesen
Peter Lynch EinordnungAsset Play
Fundamentales WLA-Rating?/10
Technisches WLA-Rating?/10
Porters Burggraben-Rating?/25
Marktkapitalisierung56,17 Mrd. USD
Dividendenrendite6,24%
KGV21,70
FirmensitzNew York City (USA)
Gründungsjahr1985
Mitarbeiter3.795
WKN/ ISINA2PM4W/US09260D1072
BrancheFinanzwesen
Peter Lynch EinordnungAsset Play
Fundamentales WLA-Rating7/10 als Average Grower
Technisches WLA-Rating9/10
Porters Burggraben-Rating15/25
Marktkapitalisierung56,17 Mrd. USD
Dividendenrendite6,24 %
KGV21,70
FirmensitzNew York City (USA)
Gründungsjahr1985
Mitarbeiter3.795

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen

Historie

Gründung

Blackstone wurde 1985 von Stephen A. Schwarzman und Peter G. Peterson gegründet. Sie lernten sich durch die Arbeit bei der Lehman Brothers Bank kennen, welche auch heute noch durch die Insolvenz während der Finanzkrise 2008/2009 bekannt ist. Nachdem American Express im Jahr 1985 die Bank akquirierte, nutzte Schwarzman die Gelegenheit, um seinen Arbeitgeber zu verlassen und sein eigenes Beteiligungsunternehmen zu gründen. Schwarzman wollte allerdings nicht wie üblich am Aktienmarkt investieren, sondern sich mittels privaten Beteiligungskapital bei nicht-börsennotierten Unternehmen einkaufen. Der Vorteil des außerbörslichen Marktes kann eine bessere Transparenz und ein direkter Kontakt zu den Firmen sein, jedoch ist dies meist mit hohen Investitionen über eine lange Zeit verbunden und zusätzlich benötigt der Investor selbst eine gute Reputation, damit einer Investition zugestimmt wird.

Schwarzman ging dann auf die Suche nach einem passenden Partner für sein Vorhaben und meldete sich in diesem Zuge bei Peterson. Sie einigten sich darauf, Blackstone vorerst als Corporate Finance Berater zu gründen, um sich über die nächsten Jahre einen Namen aufbauen zu können.

Nach einigen beratenden Tätigkeiten konnte Schwarzman 1987 Kapital in Höhe von 800,00 Mio. USD für Blackstone‘s ersten Private Equity Fund auftreiben. Der Firmenname Blackstone ist ein Zusammenschluss aus den Namen der Gründer. Schwarz ist sofort ersichtlich und Peter bedeutet im Griechischen Stein oder Fels, also „Stone“ auf Englisch.

Verbindung zu BlackRock

Wie bereits durch unsere Analyse zu BlackRock bekannt, haben die beiden Firmen eine gemeinsame Vergangenheit. Blackstone ging eine 50/50-Partnerschaft mit zwei der acht Mitbegründern von BlackRock, Larry Fink und Ralph Schlosstein ein. Sie sollten einen Investmentfonds leiten, der sich auf festverzinsliche Anlagen fokussierte. Ein Jahr später baute Fink den Asset Manager Blackstone Financial Management auf, wofür er 5,00 Mio. USD für ein 50,00 %igen Anteil an den Anleihengeschäften erhielt. 1992 wurde Blackstone Financial Management in BlackRock umbenannt und 1995 kaufte PNC Financial Services die Anteile von Blackstone ab, wodurch sich die Wege der Firmen trennten.

Börsengang und Finanzkrise

Der Börsengang von Blackstone erfolgte im Juni 2007 zu einer Bewertung von 4,10 Mrd. USD. Die Volksrepublik China nutzte direkt die Gelegenheit und kaufte zum Börsengang für 3,00 Mrd. USD Anteile von Blackstone, welche allerdings keine Stimmberechtigung haben. Das vorhandene Kapital nutzte Blackstone, um Kurzzeitkredite zu tilgen, bestehende Investments zu erweitern, neue aufzunehmen und für andere allgemeine Unternehmenszwecke.

Möglicherweise hat Blackstone gerade zum richtigen Zeitpunkt den Börsengang durchgeführt, bevor die Welt in die Finanzkrise rutschte. Auf diese Weise war die Bewertung noch verhältnismäßig hoch und das frisch eingesammelte Kapital konnte als Puffer und für lukrative Investitionen genutzt werden. Durch die kurz zuvor übernommenen Hilton Hotels und den allgemein hohen Anteil an Immobilien im Portfolio des Unternehmens brach der Gewinn im Geschäftsjahr 2007 noch recht ordentlich ein und auch der Aktienkurs folgte dieser Entwicklung. Die Anleger mussten seit dem IPO bis zum absoluten Tiefpunkt der Finanzkrise bis zu 90,00 % Verlust hinnehmen.

Akquisitionen

Blackstone kaufte im Laufe der Jahre viele Anteile von diversen Firmen und inzwischen beinhaltet das Portfolio über 200 Unternehmen. In den 35 Jahren seit der Gründung sind jedoch auch viele der erstandenen Anteile wieder verkauft worden, weshalb die historische Anzahl an Transaktionen noch deutlich größer ist. Hier ist eine Auswahl einiger wichtiger Akquisitionen:

2006 wurde der zu dieser Zeit größte Halbleiterhersteller der USA, Freescale, im Zusammenschluss mit drei anderen Firmen und Blackstone erworben. Das Unternehmen wechselte für 17,60 Mrd. USD die Besitzer und war bis dahin die teuerste Akquisition eines Technologieunternehmens.

Im selben Jahr kauften Lion Capital und Blackstone zudem den nicht-US-amerikanischen Teil von Orangina, welcher jedoch 2009 wieder abgegeben wurde und heute in Deutschland durch Schweppes vertrieben wird.

2007 erwarb Blackstone die komplette Hilton-Hotelkette und übernahm damit jegliche Hotels des Unternehmens, welche bis heute noch im Besitz der Firma sind. Die Akquisition kostete um die 26,00 Mrd. USD und war damit die bis dahin größte Transaktion von Blackstone.

Im Jahr 2009 kaufte Blackstone für 2,70 Mrd. USD Busch Entertainment von Anheuser Busch. Anschließend wurde die Firma in SeaWorld Entertainment umbenannt, welche durch Wasser- und Freizeitparks in den USA bekannt ist.

2014 kaufte Blackstone der Deutschen Bank das Cosmopolitan Hotel in Las Vegas ab und im selben Jahr erwarb das Unternehmen auch einen 20,00 %igen Anteil von Versace.

Vision, Werte und Nachhaltigkeit

Vision

Blackstone’s Vision ist es, das ökonomische Wachstum anzutreiben und hierbei mit den eigenen Investitionen einen positiven Einfluss auszuüben – nicht nur für gute Anlageergebnisse, sondern auch, um für einen sozialen Fortschritt in der Gesellschaft zu sorgen. Der CEO- und Co-Founder Schwarzman beschreibt es als Einfluss, den das Unternehmen durch die Beteiligungen „hier und jetzt“ ausübe, um für die nächste Generation etwas Positives zu bewirken. Blackstone möchte dies durch außergewöhnliche Personen und flexibles Kapital erreichen. Letzteres soll dabei nicht nur im Sinne der höchsten Rendite, sondern auch „sinnvoll“ (bspw. im Sinne der Nachhaltigkeit) verwendet werden. Blackstone möchte Firmen, natürlich nicht ohne Eigennutz, helfen, damit diese Probleme lösen können.

Werte

Der Ansatz von Blackstone beginnt bei Verantwortung gegenüber ihren Investoren und der sorgfältigen Verwaltung deren Kapitals. So implementiert das Unternehmen schon seit längerem immer mehr Initiativen, um das Unternehmen zu stärken und widerstandsfähiger zu machen. Einige der Strategien, wie die Unterstützung von Unternehmen mit einer hohen Nachhaltigkeit und Diversität, werden heute unter den ESG-Kriterien gelistet.

Nachhaltigkeit

Blackstone greift das Thema Nachhaltigkeit und ESG in einem einzelnen Bericht ausführlich auf. Neben einer Vielzahl an Informationen zur eigenen Unternehmensführung, der Diversität usw., ist bei Blackstone vor allem auch die Rolle als Investor zu betonen. Das Unternehmen möchte mit einem guten Beispiel vorangehen und investiert gezielt Kapital in Firmen, die bspw. den Wandel der erneuerbaren Energien voranbringen.

Natürlich darf hier nicht außer Acht gelassen werden, dass sich Blackstone hiervon, neben der positiven Auswirkung auf die Umwelt, auch eine gute Rendite verspricht. Dies beschreibt das Unternehmen auch selbst, indem es ESG als wichtigen Schlüsselfaktor zum Erreichen der Mission guter langfristiger Anlageergebnisse darstellt. Aus diesem Grund wird in diverse Megatrends investiert, die auch mit Nachhaltigkeitszielen einhergehen.

Aktionärsstruktur

Bei Blackstone gibt es keinen Investor, welcher ein außergewöhnlich großes Aktienpaket hält. Lediglich die Vanguard Group hebt sich mit 6,37 % deutlich von den restlichen Investoren ab. Alle weiteren Anteilseigner halten weniger als 3,00 % der Aktien.

Geschäftsmodell

Einleitung

Während BlackRock vor allem damit groß geworden ist, das Privatkunden-Geschäft an der Börse mit ETFs (iShares & Co.) zu erweitern, so ist Blackstone dabei geblieben, große Kunden zu betreuen. Zu den Kunden gehören heute vor allem Pensionsfonds, große Institutionen und Privatpersonen mit einem großen Vermögen. Das Kapital wird dann im Auftrag der Kunden in alternative Investments wie Private Equity, Immobilien, Kredite und Hedgefonds sowie Biowissenschaften, Infrastruktur, Versicherungen und Wachstumsaktien investiert. Ähnlich dieser unterschiedlichen Anlagestrategien teilt Blackstone auch die eigenen Geschäftssparten auf, nämlich in genau vier:

  • Real Estate (Immobilien)
  • Private Equity (privates Beteiligungskapital)
  • Hedge Fund Solutions (Hedgefonds-Lösungen)
  • Credit & Insurance (Kredite und Versicherungen)

Das insgesamt verwaltete Kapital (AUM) von Blackstone belief sich Ende 2022 auf 951,00 Mrd. USD. Dabei waren Immobilien die wichtigste Anlageform. Dadurch, dass das Unternehmen auch Kunden wie Rentenfonds hat, wird ausgiebig damit geworben, dass Wert für die breite Bevölkerung geschaffen wird und nicht nur für eine kleine Gruppe an Superreichen. Die Kunden sind so indirekt auch Feuerwehrleute, Lehrer, Polizisten, Krankenschwestern und andere. Ähnlich wie auch BlackRock wird auch bei Blackstone viel Wert auf ESG (Umwelt & Sozialprinzipien)-Richtlinien gelegt.

Real Estate

Das Immobiliengeschäft ist ein global führender Anbieter von Immobilieninvestitionen mit einem verwalteten Kapital von mehr als 300,00 Mrd. USD. Global arbeiten hier mehr als 700 Mitarbeiter für Blackstone in Nord- und Südamerika, Asien und Europa. Die lokalen Teams sind immer auf der Suche, risikobereinigte Renditen für die eigenen Investoren zu finden. Die Immobilien-Investments werden dabei in drei Kategorien aufgeteilt: Opportunistic, Core+ und Debt.

Opportunistic

Das opportunistische Geschäft zielt auf den Erwerb von schlecht verwalteten Immobilien in guten Lagen auf der ganzen Welt. Extra für die Verwaltung dieser Werte werden lokal operierende Unternehmen aufgebaut, die den Wert der Anlagen steigern sollen. Nachdem eine Wertsteigerung erreicht wurde, werden die Immobilien wieder mit Gewinn verkauft.

Core+

Hierbei geht es um die Anlage in „stabilisierte“ Immobilien mit einem sehr langen Anlagehorizont und moderaten Hebel des eigenen Kapitals. Die Gebäude fallen meistens auf die Kategorien Logistik-, Wohn-, Büro- und Einzelhandelsimmobilien. Unter diesem Bereich bietet Blackstone auch Strategien für einkommensorientierte Privatanleger an, wie z. B. den Blackstone Real Estate Income Trust, einen nicht börsennotierten REIT in den USA und Blackstone’s renditeorientierte Strategie für Europa.

Debt

Das Immobiliengeschäft wird außerdem erweitert durch Finanzierungslösungen (Kredite) für die gesamte Kapitalstruktur und in allen Risikospektren. Blackstone investiert in Kredite und Schuldverschreibungen, die durch hochwertige Immobilien unterlegt sind. Hierüber wird auch der Blackstone Mortgage Trust verwaltet, der an der New York Stock Exchange unter dem Ticker BXMT gelistet ist.

Private Equity

Blackstone beschäftigt mehr als 500 Mitarbeiter im Private Equity-Segment. Alle haben die Aufgabe, die Beteiligungen an (noch) nicht börsengelisteten Unternehmen zu verwalten und neue Möglichkeiten als Kapitalgeber zu finden. Neben den Private Equity Fonds, die Blackstone betreibt, gibt es noch sektorbezogene Fonds oder Asien-fokussierte Fonds. Der Konzern ist immer darauf ausgerichtet, sich global bei großartigen Unternehmen einzukaufen, vom Wachstum der Unternehmen zu profitieren und auch selbst zum Wachstum über das eigene strategische Verständnis und Kontakte beizutragen. Die Gelder sind auch hier je nach Risiko und Lebensdauer der Investments verteilt. Zu bekannten Private Equity Beteiligungen gehören die Social Media-/Dating-App Bumble (Nasdaq: BMBL) oder das Unternehmen Ancestry, was global führend darin ist, die Familienstammbäume von Menschen zu erforschen. Insgesamt will Blackstone länger an Unternehmen beteiligt bleiben als es in der Branche üblich ist.

Hedge Fund Solutions

Blackstone’s Hedgefonds-Lösungen arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit einigen Kunden zusammen und ist ein führender Verwalter von institutionellen Fonds mit rund 260 Mitarbeiten, die insgesamt fast 80,00 Mrd. USD managen. Die wichtigste Komponente des Segments ist Blackstone Alternative Management (BAAM). BAAM ist der weltweit größte diskretionäre Allokator für Hedgefonds. Das bedeutet im Endeffekt, dass Blackstone Kapital im Auftrag von Hedgefonds auf verschiedene Alternative Anlageklassen verteilt, die das Unternehmen über die anderen Sparten zur Verfügung hat. Seit der Gründung des Segments im Jahr 1990 werden eine breite Palette von gemischten und maßgeschneiderten Fondslösungen angeboten.

Credit & Insurance

Das Segment Kredit & Versicherung beschäftigt fast 500 Mitarbeiter und verwaltet fast 300,00 Mrd. USD für Kunden. Die Sparte wird gemanagt von Blackstone Credit, dem größten Verwalter von CLOs weltweit. CLO steht für Collaterialized Loan Obligation und es handelt sich dabei um festverzinste Wertpapiere. Die verwalteten Fonds bestehen aus Krediten und Wertpapieren von Unternehmen mit und ohne Investment-Grade-Ratings.

Burggraben 

Einleitung

Die Historie von Blackstone reicht bis in das Jahr 1985 zurück. Damals belief sich das verwaltete Vermögen der jungen Investmentgesellschaft auf gerade einmal 400,00 Tsd. USD. Zum Ende des letzten Quartals waren es bereits 950,95 Mrd. USD. Dieser kometenhafte Anstieg lässt sich Blackstone zufolge u. A. auf zwei Faktoren zurückführen: eine überdurchschnittliche Performance der Anlagen sowie eine hohe Innovationskraft.

Nicht zu unterschätzen sind weiterhin die Expertise, welche Blackstone innerhalb verschiedener Assetklassen besitzt, sowie das bereits erwähnte Vertrauen der Kunden, welches damit einhergeht. Letzteres lässt sich durch folgende Statistik untermauern: Zwischen 2013 und 2018 verzeichnete Blackstone nach eigenen Angaben Bruttozuflüsse von Kundengeldern i. H. v. 404,00 Mrd. USD. Die drei größten Konkurrenten konnten derweil einen kumulierten Bruttozufluss von 442,00 Mrd. USD verbuchen.

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Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Blackstone aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben. 

Externe Kraft Stärke Begründung
Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
2/5
Der Markt für Dienstleistungen, welche sich der Vermögensverwaltung widmen, ist stark umkämpft und Blackstone konkurriert mit einer Vielzahl an vergleichbaren Konzernen. Wie die folgenden Branchenanalyse verdeutlichen wird, kann Blackstone allerdings in mehrerer Hinsicht eine führende Stellung im Bereich alternativer Investments vorweisen, weshalb wir trotz eines hohen Wettbewerbsdrucks zwei Punkte für angemessen halten.
Bedrohung durch neue Wettbewerber
4/5
Die Bedrohung durch neue Wettbewerber ist derweil als eher niedrig zu beurteilen, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Zum einen wird der Markt für Vermögensverwaltung streng reguliert, was eine nicht unerhebliche Eintrittsbarriere darstellt. Zum anderen kann es für neue Wettbewerber schwierig sein, aufgrund der fehlenden Bekanntheit und Reputation, Kunden für sich und die Produkte zu gewinnen.
Verhandlungsmacht der Lieferanten
3/5
Blackstone verfügt über geschäftliche Beziehungen mit mehreren Unternehmen, welche sich der Gruppe der Lieferanten zuordnen lassen. Als wichtiges Beispiel sind in diesem Zusammenhang Anbieter von Cloud-Infrastrukturen zu nennen, denn nach eigenen Angaben hat sich der Vermögensverwalter seiner physischen Technologieinfrastruktur größtenteils entledigt und würde demnach von einem Ausfall von Cloud-Diensten in Mitleidenschaft gezogen werden. Den Einfluss der Lieferanten auf das operative Geschäft von Blackstone sehen wir allerdings als begrenzt an.
Verhandlungsmacht der Kunden
2/5
Wie bereits erwähnt, existieren neben Blackstone viele weitere Vermögensverwaltungsgesellschaften mit ähnlichen Angeboten. Demnach haben potenzielle Kunden eine große Auswahl. Gleichzeitig verfügt Blackstone bereits über einen beachtlichen Kundenstamm und es bestehen nicht zu vernachlässigende Wechselkosten in Form von Transaktionsgebühren und Steuern, weshalb zwei Punkte passend erscheinen.
Bedrohung durch Ersatzprodukte
4/5
In den letzten Jahren haben passive Investmentlösungen, wie die meisten ETFs, deutlich an Popularität gewinnen können. Wenngleich Blackstone von diesem Trend nicht profitieren konnte und können wird, wurde dennoch ein deutlicher Zuwachs des verwalteten Vermögens verzeichnet. Auch in Zukunft ist nicht davon auszugehen, dass alternative Investmentvehikel vollständig von passiven Lösungen ersetzt werden können.

Geschäftsführung

Stephan A. Schwarzman

Stephan A. Schwarzman ist einer der Gründer und auch der aktuelle CEO von Blackstone. Schwarzman studierte an der Yale Universität in New Haven, Connecticut und machte dort seinen Bachelor-Abschluss in einer interdisziplinären Hauptfächerkombination aus Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Biologie. Er war dort ein Mitglied der Studentenverbindung Skull & Bones, welcher auch der spätere Präsident Georg W. Bush angehörte. Anschließend fügte er seinem Bachelor-Titel noch den MBA (Master of Business and Administration) an der Havard Business School hinzu. Schwarzman’s erster Arbeitgeber war die Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette, bei welcher er während seines Masterstudiums arbeitete. Nach dem Studium folgte bereits die Bank Lehman Brothers, welche bereits in der Historie von Blackstone erwähnt wurde.

Im Zuge des Börsengangs von Blackstone musste das Unternehmen die Gehälter der Vorstände offen legen, wodurch auch Schwarman’s Gehalt veröffentlicht wurde; dieses lag bei fast 400,00 Mio. USD, was zu diesem Zeitpunkt mehr war als die aufsummierten Gehälter der 30 DAX-Firmenchefs.

2019 schrieb er ein Buch namens „What it takes: Lessons in the Pursuit of Excellence“, welches auch in Deutschland unter dem Titel „Worauf es ankommt“ erhältlich ist. In dem Buch formuliert er 25 Lebens- und Arbeitsregeln basierend auf seiner Erfolgsgeschichte.

Schwarzman ist eher ein Befürworter der republikanischen Partei, so unterstützte er auch Georg W. Bush, seinen damaligen Kommilitonen, bei seiner Präsidentschaftswahl. Jedoch spendete er auch schon Gelder an demokratische Anwärter wie bspw. Al Gore.

2. Fundamentale Ansicht 

Kennzahlen 

Aktienfinder
Aktienfinder

Die Prognosen aus diesem Abschnitt werden vom Aktienfinder zur Verfügung gestellt.

Umsatz

Entwicklung

Am 31. Dezember 2022 endete das letzte Geschäftsjahr von Blackstone. Die exakten Zahlen werden allerdings erst am 26. Januar 2023 veröffentlicht. Demnach müssen wir weiterhin mit den aktuelle Schätzungen der Analysten vorliebnehmen.

Wie Abbildung 8 zu entnehmen ist, wuchs das von Blackstone verwaltete Vermögen innerhalb der letzten fünf Jahre stetig an und konnte in 2021 sogar an Wachstumsdynamik gewinnen. Die Erlöse des Unternehmens entwickelten sich dennoch sehr sprunghaft, da diese neben den Gebühren, welche die Vermögensverwaltungsgesellschaft von seinen Kunden erhebt, auch Kapitalerträge beinhalten und von diesen erheblich verzerrt werden. 

Während die Umsätze bis einschließlich 2020 also zwischen ca. 6,00 und 7,00 Mrd. USD stagnierten, wurde in 2021 ein Anstieg um 16,48 Mrd. USD bzw. 270,00 % verzeichnet, welcher in erster Linie auf ungewöhnlich hohe, nicht realisierte Erträge in sämtlichen Geschäftsbereichen zurückzuführen ist. Das historische Wachstum der Umsätze beläuft sich dementsprechend auf 33,33 % pro Jahr.

In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2022 verzeichnete Blackstone bereits einen Rückgang der Erlöse um knapp 10,00 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Denn obwohl bei den Gebühren für die Verwaltung der Kundengelder ein solider Anstieg verbucht werden konnte, war das Unternehmen nicht in der Lage, die Höhe der Kapitalerträge aufrechtzuerhalten. 

Den aktuellen Analystenschätzungen zufolge ist in den kommenden Jahren auch nicht davon auszugehen, dass Blackstone das Niveau aus 2021 wieder erreichen wird. Obwohl in 2023 und 2024 mit weiterem Wachstum zu rechnen ist, liegt das durchschnittlichen Wachstum bei -7,93 %.

Umsatzverteilung nach Segmenten

Die Struktur der Umsätze von Blackstone ist erst der Abbildung 11 zu entnehmen. Demnach bestehen die zentralen Einnahmequellen des Vermögensverwalters in der Erhebung von Gebühren für die Verwaltung von Geldern sowie Kapitalerträgen. Allerdings ist nicht nachzuvollziehen, inwiefern diese Einnahmen den operativen Segmenten zuzuordnen sind. Daher wollen wir an dieser Stelle erneut auf die Verteilung des verwalteten Vermögens eingehen.

Auffällig ist hierbei, dass auf die Geschäftsbereiche Real Estate, Private Equity und Credit & Insurance jeweils ungefähr 30,00 % des verwalteten Vermögens entfallen. Gleichzeitig konnten diese Segmente seit 2017 an Relevanz gewinnen. Innerhalb der sogenannten Hedge Fund Solutions verwaltet Blackstone derweil knapp ein Zehntel seiner Kundengelder. In den letzten fünf Jahren konnten hier nur niedrige Zuwächse verzeichnet werden, da in Summe mehr Kapital von den Investoren abgezogen als investiert wurde.

Umsatzverteilung nach Regionen

Weder die Umsätze noch das verwaltete Vermögen wird von Blackstone eindeutig nach verschiedenen Regionen aufgeschlüsselt. Dennoch lässt sich eindeutig festhalten, dass es sich bei dem Vermögensverwalter um ein global operierendes Unternehmen handelt. Außerhalb der Vereinigten Staaten besitzt Blackstone mehrere Standorte in Südamerika, Europa und Asien sowie zahlreiche Beteiligungen und Immobilien auf diesen Kontinenten. Bspw. umfasst das Portfolio der Investmentgesellschaft mehrere Tausend Wohnungen in Berlin sowie Logistikzentren auf der ganzen Welt.

EBT und Konzerngewinn

Zinseinnahmen spielen als Bestandteile der Umsatzerlöse von Blackstone zwar eine untergeordnete Rolle, ein klassisches operatives Ergebnis bzw. EBIT wird von dem Unternehmen dennoch nicht ausgewiesen. Daher greifen wir stattdessen auf den Vorsteuergewinn zurück.

In Anbetracht des historischen und erwarteten Verlaufs der Umsatzerlöse von Blackstone überrascht die Entwicklung der Gewinne wenig. Auf den Zeitraum zwischen 2017 und 2021, welcher ebenso von Schwankungen bzw. leichten Einbußen gekennzeichnet war, folgte in 2021 ein überproportionaler Anstieg, sodass sich die durchschnittlichen Wachstumsraten auf 34,71 % und 41,25 % pro Jahr belaufen. In 2022 werden die Gewinne von Blackstone analog zum Umsatzrückgang ebenfalls stark einbrechen. Die Analysten erwarten in den darauffolgenden Geschäftsjahren allerdings erneut stetige Zuwächse. Die prognostizierten Wachstumsraten zwischen 2021 und 2024 liegen nichtsdestotrotz deutlich im negativen Bereich.

Vergleicht man die Höhe von EBT und Konzerngewinn, so ist die Diskrepanz der Kennzahlen sofort ersichtlich. Diese ist darauf zurückzuführen, dass Blackstone die Ergebnisse von Tochterunternehmen, von denen nicht 100,00 % der Anteile gehalten werden, in seiner Gewinn- und Verlustrechnung konsolidiert. Dementsprechend wird der Gewinnanteil, welcher auf die anderen Anteilseigner entfällt, die sogenannten „nicht-beherrschenden Anteilseigner“, abgezogen. Dies schmälert den Konzerngewinn, welcher den Aktionären von Blackstone zuzurechnen ist, erheblich.

Margen

Die Erlöse von Blackstone waren in den vergangenen Geschäftsjahren deutlich schwankungsanfälliger als die operativen Aufwendungen. Sowohl die EBT als auch die Nettomarge von Blackstone zeichneten sich demnach durch eine unstetige Entwicklung aus. Während die EBT Marge in 2021 bei 60,06 % ihren Hochpunkt markierte, verzeichnete die Nettogewinnspanne bereits in 2019 ihren historischen Bestwert, was hauptsächlich auf Steuervorteile zurückzuführen ist.

Betrachtet man die prognostizierte Entwicklung der Vorsteuermargen von Blackstone, so lässt sich das gleiche Fazit wie bei der erwarteten Umsatz- und Gewinnentwicklung ziehen: Das Rekordniveau von 2021 wird vorerst nicht zu wiederholen sein. Die Nettomarge könnte hingegen auf dem aktuellen Niveau verbleiben, da der beschriebene Gewinnanteil, welcher nicht-beherrschenden Anteilseignern zuzurechnen ist, in den kommenden Geschäftsjahren scheinbar niedriger ausfallen wird.

In Relation zu Unternehmen anderer Branchen sind diese Werte zwar als äußerst attraktiv einzuordnen, wie der kommende Konkurrenzvergleich zeigen wird, sind Gewinnspannen jenseits von 40,00 % für Vermögensverwalter im Bereich alternativer Anlagen alles andere als ungewöhnlich.

Gewinn- und Verlustrechnung

In der folgenden Abbildung werden alle Erkenntnisse aus den letzten Kapiteln zusammengefasst.

Dividendenpolitik und Aktienrückkäufe

Unmittelbar nach dem Börsengang im Jahr 2007 hat Blackstone mit der Ausschüttung von Dividenden nach einer eindeutig definierten Politik begonnen. Diese besagt, dass ca. 85,00 % der sogenannten ausschüttungsfähigen Gewinne an die Aktionäre fließen sollen. Im Gegensatz zu den Konzerngewinnen, welche wir im Rahmen dieser Analyse betrachten, werden bei der Berechnung der ausschüttungsfähigen Gewinne bestimmte Faktoren berücksichtigt (z. B. zukünftig zu zahlende Steuern) bzw. nicht berücksichtigt (z. B. Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte). Daher hat die Ausschüttungsquote in Bezug auf die Nettoergebnisse keine Aussagekraft.

Wenngleich sich die ausschüttungsfähigen Gewinne teilweise erheblich von den klassischen Nettoergebnissen unterscheiden, sind auch diese von verhältnismäßig starken Schwankungen geprägt. Demnach entwickelten sich auch die historischen Dividenden von Blackstone unstetig. Nachdem die Gewinnbeteiligungen in 2019 und 2020 gesenkt wurden, schüttete der Vermögensverwalter in 2022 eine Rekorddividende i. H. v. 4,94 USD aus. Für den historischen Zeitraum seit 2017 steht demnach eine Verdopplung bzw. ein durchschnittliches Wachstum um 16,32 % zu Buche und es lässt sich eine aktuelle Dividendenrendite i. H. v. 6,24 % berechnen. Die Analysten sind auch für die kommenden Geschäftsjahre optimistisch gestimmt und prognostizieren bis 2024 eine Zunahme von 4,65 % pro Jahr.

Weiterhin führt Blackstone gelegentlich Aktienrückkäufe durch. Demnach wendete das Unternehmen in den ersten drei Quartalen von 2022 knapp 200,00 Mio. USD für den Erwerb eigener Anteile auf. Nichtsdestotrotz ist es bisher nicht gelungen, die Auswirkungen aktienbasierter Vergütungen vollumfänglich auszugleichen, sodass sich eine leicht steigende Anzahl ausstehender Anteile beobachten lässt.

Historische Kennzahlen

KUV

Zu Beginn des vorliegenden Zeitraums wurde Blackstone mit den ca. dreifachen Erlösen eines Geschäftsjahres bewertet. In den darauffolgenden Geschäftsjahren ließ sich ein Anstieg des Bewertungsniveaus beobachten, da der Wertgewinn der Blackstone-Aktie nicht vom Wachstum der Umsätze kompensiert werden konnte. Inzwischen ist das KUV erneut auf die Höhe des historischen Mittelwerts von 4,45 gefallen. Bis 2024 könnte das Multiple auf 3,19 sinken und sich demnach erneut dem Ausgangsniveau von 2017 und 2018 annähern.

KGV

Betrachtet man die historische Entwicklung der Kurs-Gewinn-Verhältnisse, so ist das Hoch aus dem Jahr 2020 unmittelbar ersichtlich, denn während die Aktie von Blackstone einen moderaten Zuwachs verzeichnen konnte, brach der Nettogewinn um fast 50,00 % ein. In den restlichen Jahren notierte das KGV etwas unter dem Durchschnittswert von 20,69. Wenngleich die Analysten nicht erwarten, dass Blackstone die Rekordgewinne aus 2021 in den kommenden Jahren aufrechterhalten kann, lässt sich für 2024 ein erwartetes KGV i. H. v. 11,83 ermitteln.

KOCV

In 2017 und 2018 hat Blackstone jeweils eine ungewöhnlich hohe Summe für den Erwerb von Investitionsgütern aufgewendet, welche den operativen Cashflow erheblich minderte. Daher besitzt das KOCV in diesen Jahren keine Aussagekraft.

Zwischen 2019 und 2021 erfolgten unwesentliche Schwankungen um den historischen Mittelwert von 21,63. Dass die Aktie von Blackstone in den letzten Quartalen deutlich an Wert verloren hat, führt in Kombination mit den optimistischen Prognosen der Analysten dazu, dass die erwarteten Kurs-Cashflow-Verhältnisse deutlich unterhalb des aktuellen Niveaus liegen.

Einordnung nach Peter Lynch

In den letzten Jahren konnte das von Blackstone verwaltete Vermögen aufgrund der zuvor beschriebenen Faktoren kontinuierlich anwachsen. Die fundamentalen Kennzahlen, welche wir im Rahmen dieses Kapitels behandeln, sind hingegen von einer unstetigen Entwicklung mit markanten Hoch- und Tiefpunkten geprägt. Daher ist Blackstone unserer Auffassung nach nicht als Slow, Average oder Fast Grower, sondern am ehesten als Asset Play einzuordnen.

Fundamentales Wir Lieben Aktien-Rating

Für Unternehmen, welche nach Peter Lynch den Kategorien Zykliker, Turnaround und Asset Play zuzuordnen sind, haben wir keine eigens entwickelten Kriterien. Um an dieser Stelle dennoch einen Überblick geben zu können, haben wir Blackstone anhand unseres fundamentalen Wir Lieben Aktien-Ratings für Average Grower bewertet.

Hier erreicht der Vermögensverwalter mit 7 von 10 Punkten ein durchaus solides Ergebnis. Lediglich für die Kriterien, welche sich auf das prognostizierte Wachstum in den nächsten drei Geschäftsjahre beziehen, müssen wir Punkte abziehen.

3. Konkurrenzvergleich und Branchenanalyse  

Allgemeine Infos über die Branche

Einordnung nach dem GICS

Zur besseren Einordnung definieren wir zuerst die Branche, basierend auf der zentralen Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Wir beziehen uns hierbei auf den Global Industry Classification Standard (kurz GICS), der zunächst den Sektor definiert, welcher sich wiederum in Industriegruppe, Industrie und Subindustrie unterteilen lässt.

Blackstone wird dem Sektor Finanzwesen, der Industriegruppe Diversifizierte Finanzdienstleistungen, der Industrie Kapitalmärkte und der Subindustrie Vermögensverwaltungs- & Depotbanken zugeordnet. Daraus ergibt sich der GICS-Code 40203010.

Entwicklung des Marktes der Vermögensverwalter

Um einen passenden Einstieg in die Branchenanalyse zu finden, wollen wir erst einmal mit der Gesamtentwicklung anfangen und die verschiedenen Produkttypen erklären und gewichten. Hierbei sehen wir die Umsätze des gesamten Sektors der Vermögensverwaltung seit 2005.

Die alternativen Anlageformen, zu denen u. a. Immobilien, Hedgefonds oder Private Equity zählen, werden sich als wichtigster Produkttyp bis 2026 weiter behaupten und voraussichtlich über die Hälfte der Gesamtumsätze ausmachen. 2005 waren es im Vergleich noch etwa 10,00 %. Die durchschnittliche Wachstumsrate wird auf unter 8,00 % sinken, damit aber der beste Wert der gesamten Branche sein und die Marktanteile weiter ausbauen können. Für Blackstone, die sich auf diesen Investmenttypen spezialisiert haben, bedeutet das in Zukunft möglicherweise mehr verwaltetes Vermögen und eine höhere Nachfrage.

Im Vergleich der verschiedenen Regionen gibt es hierauf bezogen weitere, durchaus interessante Auffälligkeiten. Denn hauptsächlich Kunden aus Asien werden in der Zukunft vermehrt auf alternative Anlageformen zurückgreifen, Europa spielt hier in den kommenden Jahren ebenfalls eine wichtige Rolle. Während in China und Co. aktuell nur 37,00 % der Kunden von Vermögensverwaltern auf alternative Anlageprodukte zurückgreifen, sollen es in der Zukunft bis zu 61,00 % sein, in Europa 54,00 %. Zum Vergleich werden es in Nordamerika lediglich 27,00 % der Kunden sein, weshalb eine Ausrichtung nach Europa und Asien durchaus als sinnvoll zu betrachten ist.

Auch die passiven Anlageformen konnten in den vergangenen Dekaden ein beachtliches Wachstum verbuchen. Während anfangs im Jahre 2005 noch 5,00 Mrd. USD Umsatz generiert wurde, werden es 2026 schon 34,00 Mrd. USD sein. Bis ins Jahr 2021 konnte man mit der besten Wachstumsrate punkten, gerade ETFs u. Ä. wurden vermehrt nachgefragt und waren einer der Hauptwachstumstreiber der Vergangenheit und werden dies auch in der Zukunft sein.

Immobilienmarkt

Einleitung

Bei Blackstone nimmt der Immobilienbereich bezogen auf die Assets Under Management (AUM), also das verwaltete Vermögen, die größte Sparte ein und hat eine Gewichtung von über 33,00 % des Portfolios. Genau aus diesem Grund halten wir es für sehr wichtig, diesen Bereich näher zu beleuchten und dazu vergangene Entwicklungen und Prognosen darzulegen, gleichzeitig aber auch auf die Konkurrenz bezugzunehmen.

Entwicklung der AUM von Immobilien-Vermögensverwaltern

Von 2014-2020 steigerten sich die AUM der Immobilien-Vermögensverwalter von 1,55 Bio. EUR auf knapp 3,50 Bio. EUR bei den größten 100 Unternehmen. Dies spiegelt die vergangene Beliebtheit bei Privatpersonen und Unternehmen für Investitionen in Immobilien wider, der Wert stagnierte jedoch nach einem starken Anstieg 2019 im Jahre 2020 etwas.

Die Beliebtheit und Attraktivität der Investitionen und Immobilien dürfte aufgrund der vergangenen Entwicklungen etwas zurückgehen und nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren ansteigen. Dennoch ist die Zahl des verwaltenden Vermögens in Bezug auf Immobilien 2022 nochmals leicht gestiegen. Die aktuelle Unsicherheit im Markt wirkt sich aber natürlich nicht positiv auf das Geschäft aus, viele suchen daher aktuell nach einer Neuverteilung der Portfolios. Klar ist aber auch, dass mit einer Entspannung der Lage sich hier die Situation wieder bessert und der Markt wieder Rückenwind bekommen kann.

AUM von Immobilien-Vermögensverwaltern im Konkurrenzvergleich

Die Abbildung 19 stellt den dazugehörigen Konkurrenzvergleich dar und zeigt die Assets Under Management von den führenden Vermögensverwaltern im Jahr 2020. Blackstone führt den Markt klar an und konnte 2020 ein verwaltetes Vermögen von über 260,00 Mrd. EUR ausweisen, mittlerweile stieg der Betrag weiter auf etwa 319,00 Mrd. EUR (Stand: 30.09.2022). 

Dabei hat sich Blackstone vor allem auf Lager- und Wohnimmobilien konzentriert, weshalb die Einnahmen stabiler sein dürften als aus anderen Immobilienklassen. Auch die geografische Verteilung ist hierbei beachtet worden, vor allem in Europa sollen in den kommenden 18 Monaten viele weitere Immobilien gekauft werden.

Brookfield Asset Management liegt im Hinblick auf die AUM etwa 90,00 Mrd. EUR hinter Blackstone, ist jedoch auch relativ weit vor dem dritten Platz. Das Unternehmen kommt aus Kanada und verwaltet insgesamt ein Vermögen i. H. v. 725,00 Mrd. USD.

Blackstone selbst ist nach der alleinigen Größe in keiner Region auf dem ersten Platz, ist aber in Nordamerika, Europa und Asien unter den Top 6. Die marktführende Position kommt also aufgrund der so guten Verteilung zustande, Brookfield Asset Management hielt bspw. zum Zeitpunkt der Grafik über 70,00 % ihres Immobilienvermögens in Nordamerika, bei Blackstone sind es nicht einmal 25,00 % gewesen. Wir werten dies als einen großen Vorteil von Blackstone gegenüber der Konkurrenz, gehen auf diesen Punkt in Chance zwei nochmals ein.

REITs

Einleitung

Der Begriff REIT könnten die meisten bereits schon gehört haben, dabei ist die Unterscheidung der Arten auch auf Blackstone aber gar nicht mal so unwichtig. Ein REIT ist im Allgemeinen erstmal eine Art Kapitalsammelstelle für die Anlage in den Immobiliensektor. Die Besonderheit hierbei ist, dass die Unternehmen einfach ausgedrückt von Steuern befreit sind und ihre Ausschüttungsquote immer bei mindestens 90 % des Gewinns liegen muss – ein Vorteil für Unternehmen und durchaus attraktiv für Anleger. Die Unterscheidung erfolgt oftmals zwischen einem Equity REIT und einem Mortgage REIT, hier soll es aber vielmehr um öffentliche und private REITs gehen. Wer sich gerne mit Equity- und Mortgage REITs auseinandersetzen möchte, gelangt hier zum Podcast von Christian zu genau diesem Thema.

Öffentliche REITs

Öffentliche REITs werden an öffentlichen Wertpapierbörsen gehandelt und bieten daher einen einfachen Zugang zu Performance-Informationen des Unternehmens. Hier können sich sowohl private als auch institutionelle Anleger ohne großartige Mindestanlage beteiligen und von der Entwicklung profitieren. Wenn man in seinem Broker nach einem REIT sucht, so werden einem dort stets öffentlich gehandelte REITs angezeigt. Bei privaten ist dies, wie der Name schon sagt, anders.

Private REITs

Der erste wesentliche Unterschied besteht darin, dass diese Form nicht an öffentlichen Börsen gehandelt wird und daher die Performance schwer und nur in bestimmten zeitlichen Abständen abrufbar ist. Auch bei der Verfügbarkeit gibt es starke Einschränkungen, denn der Kauf ist nur institutionellen Anlegern, also Hedgefonds, Versicherungsgesellschaften usw. sowie akkreditierten Anlegern gestattet. Als akkreditierter Anleger gilt man nach dieser Definition dann, wenn man ein Vermögen von über 1,00 Mio. USD (ohne den Hauptwohnsitz) besitzt oder in den letzten zwei Jahren mindestens 200.000 USD verdient hat. Hier sind also die Anforderungen und Einschränkungen weitaus höher. Auch die Mindestanlage ist anders als bei öffentlichen REITs, kann sich aber von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden, liegt im Normalfall aber zwischen 10.000 und 100.000 USD. Der mitunter auf Blackstone wichtigste anzuwendende Punkt ist die Möglichkeit, die REITs zu verkaufen, denn wenn man seine Anteile loswerden möchte, muss man Rücknahmeprogramme für Anteile durchlaufen.

Bezug auf Blackstone

Blackstone selbst hat eine Tochtergesellschaft mit dem Namen Blackstone Real Estate Trust und bezeichnen es selbst als BREIT. Dies ist ein REIT, der nicht gelistet ist und damit als ein privater REIT gilt. Wichtig zu verstehen ist, dass die Blackstone Group an sich natürlich kein REIT ist, sondern lediglich die Tochtergesellschaft, die ein Teil des Gesamten ist. Zuletzt gab es gerade für den BREIT medial großes Aufsehen, da zu viele Anleger versuchten, ihre Positionen auszahlen zu lassen und Blackstone daraufhin die Rückzahlungen stoppen musste. Für viele gilt dies als ein Warnzeichen für die gesamte Immobilienbranche, dazu aber später im Rahmen der Risiken mehr.

Private Equity

Einleitung

Nach den Immobilien ist der Private Equity-Bereich der wichtigste für Blackstone, gemessen am verwalteten Vermögen. Auch hier konnte man sich über die Jahre eine respektable Marktposition aufbauen, dazu aber gleich mehr.

Entwicklung der Private Equity-Aktivität

Die Abbildung 20 ist insofern interessant, als dass sie uns die globale Private Equity-Aktivität zeigt, wobei die Säulen den Wert und die Linie das Volumen bzw. die Anzahl der Deals darstellen. Man erkennt gerade vor der Finanzkrise im Jahre 2008 einen ungewöhnlich hohen Wert der Aktivitäten rund um die Private Equity-Aktivität. Dies bezieht sich sowohl auf die Anzahl als auch auf den Wert zu der Zeit der jeweiligen Deals. Anschließend gab es einen rapiden Einbruch beider Indikatoren bis ins Jahr 2009, bis die Erholung der Wirtschaft voranschritt und die Private Equity-Branche wieder aufzuleben begann. Nun sieht man am Ende der Grafik 2020 einen Rückgang des Volumens, wohingegen der Wert weiterhin leicht anstieg. Im Folgejahr gab es dann eine enorme Steigerung der Werte, jedoch war die Entwicklung auf die Anzahl der Deals bezogen wieder nicht so stark.

Durch ein erhöhtes Risikoprofil geht die Investitionsbereitschaft gerade während wirtschaftlich schwierigen Zeiten eher zurück und baut sich nach und nach wieder auf. Wie man sieht, kann dieser Sektor enormen Schwankungen ausgesetzt sein, auch das Ergebnis von Blackstone kann dadurch beeinflusst werden. Als Investor in eine solche Firma sollte man diesen Punkt auf jeden Fall im Hinterkopf haben.

Private Equity-Unternehmen im Konkurrenzvergleich

In der Abbildung 21 geht es nun um die größten Private Equity-Firmen weltweit von 2017-2022, geordnet nach der jeweiligen Fundraising-Summe. Diese gibt quasi die Höhe der Einnahmen bzw. „gesammelten“ Gelder an und dient uns als einer von vielen Indikatoren hinsichtlich unserer Einordnung und Bewertung. Im Übergeordneten erkennt man zunächst eine klare Gewichtung zugunsten der USA, insgesamt acht von zehn Unternehmen stammen von hier. KKR und Blackstone sind die beiden ersten Unternehmen und fallen im Vergleich zu den anderen Konzernen auf, vor allem KKR. Mit über 120 Mrd. USD liegt der Wert des Unternehmens mehr als doppelt so hoch als vom drittplatzierten. Lange Zeit war Blackstone der führende Konzern der Branche, konnte diesen Platz aber nicht halten. Fünf der vergangenen zehn Jahre lag man auf dem ersten Platz.

Das Ziel von Blackstone ist es, im nächsten sogenannten Fundraising-Zyklus Mittel i. H. v. 150,00 Mrd. USD zu beschaffen. Dies würde einer Steigerung von 82,00 % entsprechen, was laut Plan innerhalb von vier bis sechs Jahren erreicht werden wird.

Dry Powder der Private Equity-Unternehmen

Einleitung

Das Dry Powder einer Private Equity-Firma gibt das zwar eingesammelte, aber noch nicht investierte Kapital an. Es gibt verschiedene Überlegungen und Interpretationsansätze solcher Reserven, mit ein paar von ihnen wollen wir uns nun näher beschäftigen.

Dry Powder als Absicherung

Die oben beschriebenen Bargeldreserven können dem jeweiligen Unternehmen als Absicherung vor bevorstehenden Krisen dienen. Wenn die Wirtschaft bspw. einen schnellen Abschwung erlebt, der zum aktuellen Zeitpunkt oder in dem Ausmaß nicht vorauszusehen war, könnte die jeweilige Unternehmung nicht in der Lage sein, ihre illiquiden Vermögenswerte (Immobilien etc.) rechtzeitig zu verkaufen. In Zeiten finanzieller Nöte kann das sogenannte Dry Powder für einige Unternehmen also durchaus existenzsichernd sein.

Vorteile bei der Kreditvergabe

Finanzinstitute prüfen die Bonität des jeweiligen Nachfragers, das bedeutet, dass geschaut wird, wie zahlungsfähig oder kreditwürdig der potenzielle Schuldner ist. Dabei wird natürlich vor allem darauf geachtet, wie dies in wirtschaftlich schwierigen Phasen und Lagen aussehen kann. Wenn das Unternehmen höhere Barreserven besitzt, kann dies also Vorteile bei der Kreditvergabe nach sich ziehen. Dieser Punkt stellt eher einen kleineren Aspekt dar und knüpft an unseren ersten Punkt an, sollte aber dennoch im Hinterkopf behalten werden.

Warten auf Chancen

Investmentgesellschaften können mit ihren Reserven auch darauf warten bis sich passende Chancen ergeben, das Kapital einzusetzen. Wenn aktuell kein passendes Investment mit genug Wachstumspotenzial gefunden wird, kann der Konzern das Dry Powder halten, bis es eine für sie sinnvollere Verwendung findet. Vor allem wenn Anleger eine Menge Geld den Fondsmanagern und Unternehmen zuweisen, diese aber kein passendes Investment finden, kann die Dry Powder-Quote schnell und stark steigen.

Entwicklung des Dry Powders

Von 2003 bis 2021 kann man vor allem zwei Phasen erkennen, in denen die Reserven auf einem im Verhältnis gesehenen hohen Niveau sind, nämlich um die Zeit von 2006-2009 und eigentlich von 2014-2021, vielmehr aber in den letzten beiden abgebildeten Jahren. Durchschnittlich stiegen die Reserven um 11,24 % im Jahresdurchschnitt und erreichten im mittlerweile vorletzten Jahr einen Höchststand. Begründet werden kann dies unter anderem mit einem Warten auf attraktive Chancen, also eine Art „Wartestellung“ oder einem einfachen Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage in der Branche.

Überblick über die Konkurrenz

Kennzahlen

In folgender Tabelle vergleichen wir die Konkurrenten von Blackstone anhand der Kennzahlen. 

Unternehmen Blackstone KKR The Carlyle Group Partners Group
WKN/ISIN
A2PM4W/US09260D1072
A2LQV6/US48251W1045
A2PXCR/US14316J1088
A0JJY6/CH0024608827
Mitarbeiter
3.795
3.238
1.850
1.573
Marktkapitalisierung
56,17 Mrd. USD
41,49 Mrd. USD
11,28 Mrd. USD
22,80 Mrd. USD
Umsatz
12,58 Mrd. USD
7,25 Mrd. USD
5,72 Mrd. USD
2,33 Mrd. CHF
Umsatzwachstum (letzten 5 Jahre)
33,33 % p. a.
46,16 % p. a.
24,32 % p. a.
20,86 % p. a.
Umsatzwachstum (nächsten 3 Jahre)
-7,93 % p. a.
13,20 % p. a.
-17,86 % p. a.
5,78 % p. a.
EBT Marge
49,60 %
-1,15 %
40,40 %
65,26 %
KUV
4,47
5,73
1,97
9,77
KGV
21,70
-79,41
6,46
17,56
Dividendenrendite
6,24 %
1,29 %
4,19 %
3,87 %
Ausschüttungsquote
139,55 %
-
26,80 %
58,73 %
Nettoverschuldung
5,78 Mrd. USD
31,35 Mrd. USD
6,39 Mrd. USD
0,49 Mrd. CHF
Renditeerwartung für die nächsten drei Geschäftsjahre*
20,50 % p. a.
20,40 % p. a.
30,60 % p. a.
27,30 % p. a.

*Die Renditeerwartung entstammt der „Fairer Wert“-Funktion von Aktienfinder.net. Für die Ermittlung haben wir das durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre verwendet und in Kombination mit den erwarteten Konzerngewinnen bis zum Ende der nächsten drei Geschäftsjahre fortgeschrieben.

Entwicklung des fairen Werts

Blackstone notiert aktuell rund 10,00 % unterhalb des fairen Werts, was das letzte Mal vor fast drei Jahren der Fall war. Eine solche Unterbewertung, basierend auf dieser simplen Berechnungsmethode, kommt also eher selten vor.

Performance seit 10 Jahren

Im Zeitraum der letzten 10 Jahren weisen alle Aktien aus dem Vergleich eine hohe Korrelation auf. Blackstone konnte sich allerdings von den anderen Unternehmen abheben und weist mit Abstand die beste Performance auf.

4. Chancen und Risiken 

Chancen 

Steigende Anzahl an Millionären (1)

Gerade wohlhabende Personen entscheiden sich dazu, eine Vermögensverwaltung in Anspruch zu nehmen, auch weil einige Produktangebote nur ihnen zugänglich bzw. nur für sie erschwinglich sind. Eine steigende Anzahl an Millionären ist daher aus unserer Sicht eine der Chancen von Blackstone für die Zukunft. Denn wenn es gerade wohlhabende Personen sind, die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen und die Zahl steigt, gibt es mehr potenzielle Kunden für Blackstone, an denen sie verdienen können. Dabei sticht gerade eine Region bei diesem Vergleich heraus, nämlich Asien, wie es auch schon im Kapitel zum Thema alternative Investments der Fall war. Bis 2025 wird erwartet, dass sich die Zahl der Millionäre allein in China im Vergleich zu 2020 verdoppeln soll, auch Länder wie Indien werden ähnliche Entwicklungen erfahren. Gerade der Vorteil einer sehr bequemen Anlagelösung könnte vermögende Personen dazu bewegen, eine Vermögensverwaltung in Anspruch zu nehmen.

Blackstone selbst konzentriert sich vorrangig auf Europa und Asien und ist dort sehr präsent. Im letzten Jahr baute man bspw. das Angebot der privaten Kreditvergabe nach Asien aus und möchte hier die Nachfrage weiter bedienen. Neben Investitionen in Immobilien und Firmen sollen vor allem auch Casinos hierbei im Vordergrund stehen, eine exakte Investitionssumme und der genaue Plan wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Da in Japan und Südkorea aber Lockerungen der bisher strikten Glücksspielregelungen geplant sind, sind dies zwei sehr interessante Länder für Blackstone, sofern man tatsächlich in diesen Bereich investieren möchte.

Blackstone kann bei einem Eintritt dieser Chance vorrangig über eine Erhöhung des verwalteten Vermögens sowie von mehr Kunden und neuen Märkten profitieren. Am Ende muss das Produktangebot bis dahin aber auch weiterhin stimmen und stets verbessert werden.

Profitieren von verschiedenen Marktentwicklungen und -tendenzen (2)

Die zweite Chance kann zum einen ein Vorteil für das Ergebnis von Blackstone an sich, aber auch für die Kunden des Unternehmens werden. Gerade wenn es rund um das Thema „Investieren“ geht, ist eine Diversifikation entscheidend, das kennen wir alle aus unseren Portfolios. Es macht an vielen Stellen wenig Sinn bspw. nur Immobilienaktien zu kaufen, da man so eine hohe Abhängigkeit gegenüber dieser Branche hat. Im Grunde genommen ist dies auch auf Blackstone zurückzuführen, die sich mit ihren Investitionen in gänzlich unterschiedliche Branchen positioniert haben und daher von fast allen möglichen Trends und Entwicklungen der Märkte profitieren können. Ebenfalls ist eine Diversifikation der Länder beim privaten Investieren nicht unwichtig, hier macht man sich nicht von ökonomischen Entwicklungen einzelner Staaten abhängig, was das Risiko ebenfalls minimiert. Dieser Punkt ist auch hier wieder auf Blackstone übertragbar, da auch innerhalb der eigenen Produktsegmente sich die Entwicklungen nach der jeweiligen Region stark unterscheiden können.

In diesem Bereich hat man in den vergangenen Jahren aus unserer Sicht gute Arbeit geleistet und investierte in die unterschiedlichsten Länder. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat man sich so bspw. im Immobilienmarkt wesentlich besser diversifiziert und kann so zum einen von positiven Entwicklungen einzelner Regionen und Länder profitieren, aber auch im Falle von Problemen einzelner Gebiete weniger getroffen werden als die Mitbewerber. Dieser Punkt gibt uns als Investoren ein Stück mehr Sicherheit, gerade wenn zukünftige Entwicklungen und Verläufe noch nicht klar ersichtlich sind, so wie es zum aktuellen Zeitpunkt teilweise der Fall ist.

Auch die Aufteilung ihres gesamten Geschäftsmodells auf verschiedene Branchen kann hier mit reinspielen. Denn unterschiedliche Branchen reagieren nicht gleich auf ökonomische Entwicklungen, in manchen Phasen gibt es von Grund auf Sektoren, die nicht wirklich gut laufen. Durch die Diversifikation (wie bei Blackstone), kann man hier das Risiko senken und sich aus unserer Sicht vor allem gegenüber den Mitbewerbern der Branche besser positionieren. Dies schließt aber selbstverständlich auch nicht aus, dass ein Abschwung keine negativen Folgen auf das Geschäft des amerikanischen Konzerns haben wird, senkt aber sowohl das Risiko als auch die Stärke der Auswirkungen.

Risiken

Langfristige Auswirkungen durch aktuelle Fondsprobleme (1)

Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
Auswirkungen: mittel-hoch

Dieses Risiko ist auf den ersten Blick vielleicht etwas schwer zu verstehen, wir versuchen das Thema aber so einfach wie möglich darzulegen. Dass Blackstone aktuell Probleme mit einigen Fonds hat, hatten wir bereits in dem Kapitel über REITs angesprochen. In diesem speziellen Fall hat Blackstone von vornherein ein bestimmtes Limit an Rückzahlungen aus diesem speziellen Fonds festgelegt, hier sollen es monatlich 2,00 % und vierteljährlich 5,00 % des Nettoinventars sein. Aufgrund des aktuell so schwierigen Immobilienmarktes und fallenden Preisen sowie auch Kursen, wollten viele Anleger ihre Positionen abstoßen und diese liquidieren, d. h. zu Geld machen. Infolgedessen wurde jedoch die am Anfang festgelegte Grenze erreicht und Auszahlungen wurden gestoppt. Der Fonds hat eben üblicherweise auch nicht so viele Barmittel zur Verfügung, als dass er den ganzen Verkaufswünschen gerecht werden könnte, da das Geld in diesem Fall in Immobilien investiert ist.

Wenn nun ein solch großer knapp 70,00 Mrd. USD schwere Immobilienmarkt die Rücknahmeanträge und Zahlungen beschränken möchte, ist dies ein durchaus ernstzunehmendes Warnzeichen für die gesamte Branche, aber auch für das Geschäft des Unternehmens. Zum einen spiegelt es natürlich die allgemeine Stimmung der Anleger wider. Andererseits ist dieser Fonds ein großer Gewinnbringer des Unternehmens und könnte mit weniger Kapital folglich auch höchstwahrscheinlich weniger Gewinn generieren. Auch die Tatsache, dass sehr viel Vermögen von der Firma und den Führungspersonen in diesen Fonds eingezahlt wurde, ist nach dieser Entwicklung nicht mehr wirklich als positiv zu betrachten.

Die angesprochenen langfristigen Auswirkungen können u. a. die Schwächung des Ergebnisses sein, die aus diesem Szenario resultiert und mitunter auch bereits einen anderen Fonds der Firma betrifft. Ebenfalls kann diese Entwicklung einen starken Kundenverlust bedeuten und allgemein das Ansehen der Firma stark negativ beeinflussen. Wenn ein Anleger sieht und bemerkt, dass die Gefahr durchaus real ist, seine Positionen nicht veräußern zu können, könnte weitergedacht eine Art Kettenreaktion entstehen und viele der Anleger würden ihr Geld aus den Fonds ziehen, da aus ihrer Sicht das Risiko zu hoch sei. 

Die Aufgabe von Blackstone ist es nun, vorrangig das Vertrauen der Kunden zu erhalten und wiederaufzubauen, gleichzeitig aber auch auf das Betriebsergebnis zu achten. Eine durchaus spannende Entwicklung, die man vor allem als Investor und Aktionär weiterhin im Blick haben sollte.

Abhängigkeit gegenüber Drittinvestoren (2)

Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
Auswirkungen: niedrig-mittel

Unser zweites Risiko bezieht sich nicht nur auf Blackstone selbst, sondern betrifft eigentlich alle Vermögensverwalter unmittelbar. Denn als vermögensverwaltende Gesellschaft ist man gegenüber Drittinvestoren abhängig. Einfach ausgedrückt ist für das Ergebnis von Blackstone auch entscheidend, wie sehr die Bereitschaft der Kunden ist, ihnen das Vermögen anzuvertrauen. Damit ist der bereits wichtigste Punkt der gesamten Branche angesprochen, nämlich das Kundenvertrauen in den jeweiligen Konzern. Ist dieses nicht mehr gegeben, könnten Auszahlungen u. Ä. die Folge sein, ähnlich wie es bei manchen Fonds von Blackstone zum aktuellen Zeitpunkt der Fall ist. Dabei ist es erstmal unwichtig, was der Auslöser dieser hohen Nachfrage ist, Fakt ist, dass es das Geschäft schädigt und Kunden sich vom Unternehmen abwenden. Natürlich trifft man als Konzern schon vorher entsprechende Vorkehrungen, in manchen Fällen hat man aber auch gar keinen Einfluss auf dieses Thema.

Ebenfalls müssen die Konditionen und Angebote den Kunden zu jedem Zeitpunkt überzeugen und dürfen keineswegs schlechter sein als es bei der Konkurrenz ist. Auch hier würde möglicherweise ein hoher Kundenverlust drohen, der Konkurrenzdruck der Branche ist also stets recht hoch.

Sollte es nun vermehrt zu Unsicherheiten an den Märkten kommen, ganz egal, ob es hauptsächlich der Immobiliensektor ist oder auch andere Geschäftsbereiche betrifft, kann das Vertrauen in die Produkte schwinden, ohne das Blackstone selber etwas dafürkönnen muss. Auch beim privaten Investieren halten einige die Schwankungen und Einbrüche der Aktienkurse nicht aus und verkaufen ihre Positionen. Bei Personen, die eine Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen, sind dies aber ganz andere Größenordnungen, als es bei den meisten von uns der Fall ist. Daher ist das allerwichtigste Ziel der Manager, keinen Verlust zu erzielen und auch bei einbrechenden und schwächelnden Märkten stets gute Ergebnisse zu erzielen. Wir sind von der Produktqualität von Blackstone auf jeden Fall überzeugt, aber man sieht aktuell an dem in Risiko eins genannten Beispiel, wie schnell und gravierend so etwas passieren kann.

5. Unsere Bewertung 

Eigenkapitalkosten

Beginnen wir wie immer bei der Ermittlung der kalkulierten Eigenkapitalkosten:

Unsere Werte für Blackstone sind hier wie folgt:

Risikoloser Basiszins: 3,75 %

Risikoprämie: 5,53 %

Marktrendite: 7,00 %

Beta: 1,70

Diese ergeben insgesamt Eigenkapitalkosten von 9,28 %, welche wir, durch das erwartete Wachstum, aufgrund der aktuellen Marktlage durchaus für gerechtfertigt halten.

Bilanzanalyse

Die gesamte, von Blackstone ausgewiesene, Bilanzsumme beträgt für das Geschäftsjahr 2021 etwa 41,20 Mrd. USD und konnte um ca. 14,93 Mrd. USD verlängert werden. In der folgenden Tabelle wollen wir detaillierter auf die Struktur der Bilanz eingehen.

Kategorie Begründung
Entwicklung des Aktivseite
Da in der Bilanz von Blackstone Anlage- und Umlaufvermögen sowie kurz- und langfristige Verbindlichkeiten nicht separat geführt werden, werden wir diese hier auch zusammenfassen. Die Zahlungsmittelbestände von Blackstone sind über das Geschäftsjahr 2021 um etwa. 120,25 Mio. USD gestiegen und betragen damit ca. 2,12 Mrd. USD. Den mit Abstand größten Posten nehmen auf der Aktivseite die Investments ein, die sich innerhalb eines Jahres auf ca. 28,67 Mrd. USD fast verdoppelt haben. Die noch ausstehenden Zahlungen sind zwar um ca. 229,54 Mio. USD auf etwa 636,62 Mio. USD gesunken, allerdings sind im Gegensatz dazu die Fälligkeiten von Beteiligungen um fast 1,44 Mrd. USD gestiegen und wurden mit ca. 4,66 Mrd. USD bilanziert. Der Goodwill ist mit ca. 1,89 Mrd. USD etwa konstant geblieben (ca. -11,28 Mio. USD).
Eigen- bzw. Fremdkapitalquote und Verhältnis der kurzfristigen und langfristigen Schulden
Da Blackstone, wie bereits angesprochen, nicht zwischen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten separiert, müssen wir hier auf die entsprechende Betrachtung ebenfalls verzichten. Das gesamte Fremdkapital entspricht etwa 19,49 Mrd. USD, was eine Fremdkapitalquote von ca. 47,31 % entspricht. Diese ist im entsprechenden Geschäftsjahr um ca. 7,81 Mrd. USD gestiegen. Im Wesentlichen resultiert dies aus der Steigerung der Posten: Kredite, Fälligkeiten an Beteiligungen und Rückstellungen für Vergütungen und Leistungen. Die Kredite umfassen nach einem Wachstum um ca. 2,10 Mrd. USD ein Volumen von ca. 7,74 Mrd. USD. Die Fälligkeiten an Beteiligungen sind um 771,06 Mio. USD gestiegen und betragen damit etwa 1,91 Mrd. USD. Das größte Wachstum entfällt allerdings auf die Rückstellungen für Vergütungen und Leistungen, die um ca. 4,47 Mrd. USD auf ca. 7,91 Mrd. USD gestiegen sind. Das Eigenkapital konnte ebenfalls gesteigert werden und liegt nach einem Wachstum um ca. 7,11 Mrd. USD nun bei etwa 21,64 Mrd. USD.
Schulden im Verhältnis zu kurzfristigen Zahlungsmitteln und kurzfristigen Investitionen
Die Zahlungsmittel liegen natürlich weit unter den Verbindlichkeiten, von denen allerdings ein signifikanter Teil eher in den Bereich langfristige Verbindlichkeiten fallen dürfte. Außerdem übersteigen die Investitionen die Verbindlichkeiten allein schon um fast 10,00 Mrd. USD. Entsprechend sollte Blackstone hier ziemlich sicher aufgestellt sein. Da der Kauf von Sicherheiten in das Betriebsvermögen Teil von Blackstone’s Geschäftstätigkeit ist, fällt dies nicht direkt unter den Posten kurzfristige Investitionen. Zusätzlich erwirtschaftet das Unternehmen damit auch Geld, weshalb hier keine Zahlungsmittel aus den Zahlungsmittelbeständen direkt benötigt werden, um diese aufrechtzuerhalten. Die restlichen Investitionsausgaben beliefen sich über die letzten Jahre auf ein Volumen zwischen ca. 60,00 bis 167,00 Mio. USD. Die Zahlungsmittel übersteigen die Investitionen des letzten Jahres (ca. 64,32 Mio. USD) entsprechend um das fast 33-Fache.
Schulden im Verhältnis zum EBIT des letzten Geschäftsjahres
Aufgrund des starken Wachstums des EBITs im Geschäftsjahr 2023, auf über das 5-Fache mit ca. 13,73 Mrd. USD, liegen die Schulden nur noch beim etwa 1,42-Fachen dessen.
Fazit
Die Bilanz von Blackstone macht auch nach der sehr starken Verlängerung einen sehr stabilen Eindruck. Das Wachstum über das letzte Jahr war mit fast 100,00 % bezogen auf den Umsatz und 400,00 % bezogen auf das EBIT sehr groß. Der Goodwill nimmt hier nur einen eher geringen Teil der Aktivseite ein und auch das Fremdkapital bewegt sich in einem sehr gesunden Bereich.

Optimistisches Szenario

Für die Jahre 2022 bis 2024 rechnen wir mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von ca. 12,12 % p. a. Anschließend soll sich dieses von 8,00 % in 2025 langsam abflachen und im Jahr 2031 3,00 % sowie in der ewigen Rente (2032ff.) 2,00 % erreichen.

Bezüglich der Margen nehmen wir an, dass sich diese bis 2025 auf 60,00 % steigern und dann bis in die ewige Rente (2032ff.) konstant bleiben.

Für Blackstone kalkulieren wir optimistisch mit einer Ausschüttungsquote von 90,00 %. Allerdings ohne Rückkäufe von eigenen Aktien.

Der dann ermittelte faire Wert beläuft sich auf 98,20 USD und gibt damit eine Unterbewertung von etwa 19,00 % an.

Mit einem KGVe von 18 in 2031 kommen wir dann auf eine Renditeerwartung von 10,54 % p. a.

Pessimistisches Szenario

Das pessimistische Szenario gestalten wir bis 2024 exakt gleich wie das optimistische. Anschließend gehen wir davon aus, dass das Umsatzwachstum 2025 schon nur noch 5,00 % beträgt. Für 2031 soll dieses dann noch 1,50 % sowie in der ewigen Rente (2032ff.) noch 1,00 % betragen.

Für die Margen nehmen wir an, dass diese sich ab 2025 bis in die ewige Rente (2032ff.) leicht auf 50,00 % abflachen.

Zum aktuellen Zeitpunkt kommen wir damit nur noch auf einen fairen Wert von 74,43 USD und eine leichte Überbewertung von etwa 6,00 %.

Mit einem Gewinnmultiple von 8 errechnen wir dann auf eine Rendite von 1,67 % p. a.

Hier gehen wir von einer Ausschüttungsquote von etwa 80,00 % aus. Genau wie im optimistischen Szenario nehmen wir auch in diesem Szenario keine Aktienrückkäufe an.

DCF-Modell

Bei der DCF-Berechnung kommen wir auf einen WACC von 8,45 % und verwenden einen Wachstumsabschlag von 1,50 %.

Für den Zeitraum 2022 bis 2024 ziehen wir hier die Umsatzzahlen der beiden DNP-Szenarien heran und für 2025 nutzen wir den Durchschnittswert dieser.

Wir rechnen damit, dass die Free Cashflow Marge von den für 2022 erwarteten 32,00 % auf bis zu 50,00 % in 2025 ansteigt.

Damit kommen wir auf einen fairen Wert von 156,83 USD und eine Unterbewertung von 49,49 %.

Das Modell findest du hier.  

Unsere Einschätzung 

Blackstone macht bilanziell einen sehr soliden Eindruck. Umsatztechnisch konnte das letzte Plateau mit einem Umsatzwachstum nahe der 100,00 % verlassen, um nun möglicherweise noch weiter zu wachsen. Auch unsere Modelle zeigen eine faire bis eher günstige Bewertung an, wodurch auch eine entsprechende Rendite möglich sein sollte.

Um nach unseren Annahmen mit dem DNP-Modell eine faire Bewertung zu erreichen, müsste im Schnitt ein Umsatzwachstum von 1,50 % erreicht werden. Das dann benötigte KGV von 22, um eine Renditeerwartung von ca. 10,00 % zu erreichen, liegt ebenfalls in einem realistischen Bereich. 

Ich (Christian) habe Blackstone schon mit einer keinen Position im Depot und auch weiterhin auf meiner Watchlist.

Meine erwartete Rendite liegt hier bei etwa 9,50 bis 10,00 % p. a. 

Die Investmentampel stelle ich auf Grün, da es sich hier um ein sehr solides Unternehmen mit einer durchaus attraktiven Bewertung handelt.

Die genaue Berechnung kann der Exceltabelle (DNP-Modell) durch einen Klick entnommen werden.

6. Technische Ansicht

Charttechnische Trendeinordnung

Übersicht

Langfristig

Seit dem Tief der Finanzkrise befindet sich Blackstone in einem langfristigen Aufwärtstrend, welcher nun seit einigen Monaten in einer Abwärtsphase korrigiert. Die aktuelle Korrektur verläuft eher langsam, was positiv im Sinne des übergeordneten Trends zu werten ist.

Mittelfristig

Mittelfristig ist der Trend bei Blackstone abwärtsgerichtet und verläuft sehr gleichmäßig. Die letzte Aufwärtsbewegung, die im November 2022 endete, führte bereits fast zum Bruch des Abwärtstrends, aber die Verkäufer kehrten noch einmal mit weiterem Abwärtsdruck zurück.

Kurzfristig

Kurzfristig ist die Situation bei Blackstone als neutral einzuordnen, aber das Momentum liegt weiterhin noch eher auf der Seite der Verkäufer. Dies erkennt man gut anhand der Dynamik der letzten Abwärtsbewegung.

Aussicht

Blackstone ist bereits jetzt in einer wichtigen Unterstützungszone angelangt, aber eine nachhaltige Stabilisierung ist noch nicht gelungen. Sollte die Aktie weiter abrutschen, dann wird voraussichtlich das grün markierte Kursniveau getestet, welches noch einmal deutlich stärker als der derzeitige Unterstützungsbereich ist. Die wichtigste Widerstandszone beginnt aus der aktuellen Sicht bei rund 110,00 USD, wo auch der Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends erfolgen würde. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Widerstände über dem derzeitigen Niveau nur mit geringen Volumenakkumulationen einhergehen.

Technisches Wir Lieben Aktien-Rating

Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt Blackstone 9 von 10 Punkte. Die Aktie kann alle Kriterien erfüllen, aber ich vergebe nur einen Punkt aus der subjektiven Sicht, da vor allem die eher schwache Phase von 2015 bis Anfang 2019 einen gewissen Dämpfer im Chart hinterlässt.

Marktsymmetrie

Die vergangenen Korrekturen von Blackstone weisen alle eine sehr ähnliche Länge von knapp 50,00 % auf und damit kann die derzeitige Abwärtsphase schon als leicht überdurchschnittlich eingeordnet werden. Die Marktsymmetrie spricht somit eher dafür, dass die tiefere (in Abbildung 32 grün markierte) Unterstützung nicht mehr getestet wird. 

Bei der Betrachtung der Rainbow-EMAs wird die Geschwindigkeit der letzten Aufwärtsbewegung in die Analyse miteinbezogen, was das Bild etwas ändert. Die vergangenen Korrekturen endeten auf der Höhe der ersten orangenen EMAs, welche aktuell mit der grün markierten Unterstützung (siehe Abbildung 32) korrelieren. Aus dieser Perspektive, welche für mich (Jan) noch etwas bedeutender ist, ist eine leichte Ausweitung der Korrektur also noch angemessen, wenn nicht sogar wünschenswert.

7. Fazit

Allgemein

Trotz des Aufstiegs von passiven Investmentlösungen in den letzten Jahren besitzen alternative Anlageformen wie Immobilien, Hedgefonds und Private Equity immer noch den größten Anteil auf dem Markt für Vermögensverwaltung. In diesem Bereich ist Blackstone in mehrerer Hinsicht führend, wie auch die Branchenanalyse zeigte. Zum Zeitpunkt dieser Analyse beläuft sich das verwaltete Vermögen auf 950,95 Mrd. USD. Durch einen Nettozufluss von finanziellen Mitteln sowie teilweise erheblicher Wertzuwächse konnten die Kundengelder in den vergangenen Geschäftsjahren außerdem stetig und mit einer überdurchschnittlichen Dynamik gesteigert werden. In den kommenden Jahren will sich Blackstone vermehrt auf Retail-Investoren fokussieren und somit eine weitere Kundengruppe erschließen. Diese Strategie könnte einen wichtigen Faktor für das Wachstum der kommenden Jahre darstellen.

Wie beschrieben, steht die Investmentampel auf Grün, mit Tendenz auf Gelb und einer Renditeerwartung von 10,00-10,50 % p. a.

Blackstone durchläuft aktuell eine gesunde Korrektur des langfristigen Aufwärtstrends und sobald nun eine kurzfristige Stabilisierung erfolgt, kann diese das Ende der Abwärtsphase einleiten.

Meinungen der Team-Mitglieder

Jan

Blackstone ist aus meiner Sicht eine gute Aktie aus dem Bereich des Finanzwesens und auch die aktuelle Korrektur stellt eine angemessene Chance da. Allerdings fehlt mir etwas Stärke bei der aktuellen Unterstützung, weshalb ich mir Blackstone erst erneut ansehen werde, wenn sie den Bereich um 60 USD testen sollten. Mit dem Risiko, dass ich dann eventuell keine Einstiegsgelegenheit erhalte, kann ich gut leben.

Christian

Blackstone ist für mich eine spannende Aktie um von der Vielfalt der Vermögensverwalter, gerade für alternative Investmentmöglichkeiten, zu partizipieren. Nicht ohne Grund sind sie bereits mit einer kleinen Position in meinem Depot vertreten. Ich persönlich sehe allerdings ein nicht zu vernachlässigendes Risiko dahingehend, dass die Gewinne und damit auch die Dividenden stärker fallen, als bisher von den Analysten geschätzt. Aus diesem Grund kann ich mir auch ein hartes Jahr 2023 sehr gut vorstellen. Nichtsdestotrotz sehe ich in Blackstone ein gutes Unternehmen.

Adrian

Blackstone stellt für mich ein interessantes Investment aus der Finanzwelt dar. Vor allem, wenn man etwas mehr in Richtung Immobilien und Alternative Investments gehen will – weg von reinen Geschäften am Aktienmarkt. Wer jetzt aber schon einen Wert wie BlackRock im Depot hat, der sollte sich die Frage stellen, ob Finance nicht schon genug Gewichtung im Depot hat. Der Fakt, dass BlackStone die Aktien von BlackRock seit 2010 mit großem Abstand outperformt hat, macht die Aktie für mich aber nochmal sehr interessant. In der aktuellen Zone wäre ich auch bereit mich mit einer ersten Tranche einzukaufen, wenn sich mittelfristig ein Boden bilden sollte.

Autoren dieser Analyse  

Christian Lämmle
Christian Lämmle

"Markets are never wrong, only opinions are."
- Jesse Livermore

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