Stryker Aktie Bewertung
Fundamentale Analyse und Bewertung
Stryker ist gemeinsam mit DePuy Systems, einer Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson, als weltweit führender Hersteller von orthopädischen und chirurgischen Implantaten einzuordnen. Beide Player erreichen einen Marktanteil von ca. einem Viertel und beherrschen somit gemeinsam die Hälfte der gesamten Branche. Stryker befasst sich darüber hinaus mit Lösungen für den Krankentransport sowie minimalinvasive Eingriffe und ist entsprechend als unabdingbarer Zulieferer für das Gesundheitswesen einzuordnen, bei welchem es sich unter anderem aufgrund des demographischen Wandels um einen äußerst spannenden Sektor handelt. In dieser Kurzanalyse erfährst du mehr über das US-amerikanische Unternehmen.
In diesem Artikel soll es jedoch darum gehen, ob die Aktie des Unternehmens derzeit attraktiv bewertet ist. Um uns dieser Frage zu nähern, haben wir ein optimistisches und ein pessimistisches Bewertungsmodell erstellt. In ersterem unterstellen wir, dass Stryker wie auch in den letzten Jahren stetig Marktanteile gewinnen und somit schneller als der zugrundeliegende Markt wachsen wird. Während Letzterer in Zukunft je nach Prognose um 6,00 % bis 8,00 % p. a. anwachsen soll, rechnen wir bei Stryker mit einem annualisierten Zuwachs der Einnahmen in Höhe von 9,58 % auf 56,41 Mrd. USD bis 2034.
Während die operative Gewinnspanne von Stryker über Jahrzehnte bis einschließlich 2009 auf bis zu 25,50 % angewachsen ist, befindet sich diese seitdem in einer langjährigen Stagnationsphase. Genauer gesagt verzeichnete diese nach der Finanzkrise einen Einbruch in den mittleren Zehnerbereich und stagniert seitdem in dieser Größenordnung. Während sich in den letzten zwei Jahren bereits eine positive Tendenz abzeichnet, sind die Analysten derzeit optimistisch, dass die Profitabilität von Stryker in Zukunft wieder anwachsen wird: So belaufen sich die Konsensschätzungen für das Geschäftsjahr 2027 auf 22,51 %. Im Rahmen unseres optimistischen Szenarios unterstellen wir, dass die EBIT Marge im Laufe der nächsten zehn Geschäftsjahre auf ein neues Rekordhoch bei 28,00 % anwachsen wird.
Um Sondereffekte bereinigt schüttete Stryker zuletzt zwischen 35,00 % und 45,00 % seines Nettogewinns als Dividende aus. In unserem optimistischen Bewertungsmodell orientieren wir uns natürlich am oberen Ende dieser Spanne und unterstellen darüber hinaus, dass nach einer mehrjährigen Pause auch wieder Aktienrückkäufe durchgeführt werden, welche einen Rückgang der Aktienanzahl um 0,50 % p. a. herbeiführen sollen. Unter diesen Annahmen ermitteln wir einen fairen Aktienkurs in Höhe von 407,54 USD, was einer Unterbewertung von 13,21 % entspricht und eine Rendite von 11,43 % p. a. erwarten lässt.
In unserem pessimistischen Szenario erwarten wir, dass Stryker anders als zuletzt nicht in der Lage sein wird, schneller als die zugrundeliegende Branche für chirurgische und orthopädische Geräte bzw. Implantate zu wachsen. Entsprechend kalkulieren wir mit dem Marktwachstum in Höhe von ungefähr 7,00 % pro Jahr. Bei der operativen Gewinnspanne erwarten wir zwar ebenfalls einen soliden Zuwachs, mit 24,00 % in zehn Jahren soll diese nichtsdestotrotz immer noch unterhalb des bisherigen Rekords aus dem Jahr 2009 notieren.
Bzgl. der durchschnittlichen Ausschüttungsquote orientieren wir uns im pessimistischen Bewertungsmodell am unteren Ende der historischen Spanne und rechnen mit 35,00 %. Darüber hinaus kalkulieren wir analog zur jüngeren Historie mit einem Anstieg der Aktienanzahl um 0,50 % pro Jahr. Der faire Kurs je Aktie sinkt dadurch auf 255,34 USD, was einer Überbewertung um 29,07 % entspricht. Die Renditeerwartung sinkt dadurch auf durchschnittlich 5,56 %.
Technische Analyse und Fazit zu Stryker
Wie der folgenden Abbildung entnommen werden kann, befindet sich die Aktie von Stryker in einem attraktiven langfristigen Aufwärtstrend, welcher mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung im Zuge der globalen Finanzkrise seit mehreren Jahrzehnten intakt ist und mit einer weitgehend gleichmäßigen Dynamik verläuft. Betrachtet man unseren WLA-Marktsymmetrieindikator, so haben sich bis 2007 immer in der zweiten Farbschicht sehr gute Kaufchancen ergeben.
In den letzten 15 Jahren hat sich die Trenddynamik der Aktie von Stryker dahingehend leicht verändert, als dass die Korrekturen auch immer häufiger in der ersten Farbschicht ihr Ende finden. Insofern lässt sich aus einer technischer Betrachtung ein ähnliches Fazit wie aus fundamentaler Perspektive ziehen: Zum aktuellen Zeitpunkt liegt eine durchaus solide, aber im historischen Kontext noch keine sehr attraktive Kaufchance vor. Erst wenn die Stryker Aktie ihre Korrektur in die zweite Farbschicht unseres WLA-Marktsymmetrieindikators (ca. 310,00 USD) fortsetzen sollte, würde sich unsere Einschätzung dahingehend verbessern.
Somit vergeben wir zum aktuellen Zeitpunkt auch aufgrund deutlich seltenerer Kaufchancen an anderer Stelle wie bspw. im Softwarebereich lediglich eine gelbe Investmentampel.
Autoren dieses Blogs
Tilman Reichel
“Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, hat sie auch nicht, wenn sie steigen.“ - André Kostolany
Transparenzhinweis und Haftungsausschluss:
Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch “Wir Lieben Aktien”, oder durch einen für “Wir Lieben Aktien” tätigen Autor statt. Dieser Beitrag soll eine journalistische Publikation darstellen und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Wer an den Finanz- und Rohstoffmärkten handelt, muss sich zunächst selbstständig mit den Risiken vertraut machen. Der Kunde handelt immer auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. “Wir Lieben Aktien” und die für uns tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Es kann zu Interessenkonflikten kommen, durch Käufe und einen darauffolgenden Profit durch eine positive Kursentwicklung von in Artikeln erwähnten Aktien.
Mehr Infos unter: https://wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss/





