Fortinet Aktie Analyse

Megatrend Cybersecurity für Mega-Rendite

NASDAQ: FTNT – Analyse vom 19.03.2023
Von Jan Fuhrmann und Adrian Rogl

Ist die Fortinet Aktie jetzt kaufenswert? | Aktienanalyse | WKN: A0YEFE | ISIN: US34959E1091 | Ticker: FTNT (NASDAQ)

In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Unternehmen und Privatpersonen immer mehr Informationen online teilen und auf Cloud-basierte Systeme zugreifen, wird Cybersecurity zu einer immer größeren Herausforderung. Die Gefahr von Cyberangriffen und Datenlecks wächst stetig, und Unternehmen müssen sich zunehmend gegen komplexe Bedrohungen wie Ransomware, Phishing und Advanced Persistent Threats (APTs) wappnen. In diesem Kontext kommt Fortinet ins Spiel, ein führender Anbieter von Cybersecurity-Lösungen, der Unternehmen dabei hilft, ihre Netzwerke, Daten und Anwendungen vor Bedrohungen zu schützen. Die Fortinet-Aktie hat in den letzten Jahren stark an Wert gewonnen und befindet sich seit IPO in einem Aufwärtstrend. 

In dieser Aktienanalyse werden wir uns genauer mit Fortinet befassen und untersuchen, welche Faktoren zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Wir werden auch die Herausforderungen und Chancen analysieren, die sich für das Unternehmen und die Cybersecurity-Branche insgesamt ergeben, da die Nachfrage nach sicherheitsbezogenen Dienstleistungen weiterhin rapide wächst.

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KapitelTimestamp
Einleitung, Historie, Aktionärsstruktur, Werte und Nachhaltigkeit 00:00:00
Geschäftsmodell, Burggraben und Geschäftsführung00:12:13
Fundamentale Kennzahlen00:27:47
Branche & Konkurrenz00:42:02
Chancen, Risiken, Bewertung, Technische Analyse01:00:04

Kurzportrait Fortinet Aktie

Fortinet ist eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Netzwerksicherheit und Cybersecurity. In den letzten Jahren hat der Konzern ein beeindruckendes Wachstum gezeigt und konnte seine Position auf dem Markt für Cybersecurity-Lösungen kontinuierlich ausbauen. Mit Akquisitionen konnte zudem die eigene Produktpalette erweitert und die Marktposition gestärkt werden.

Darüber hinaus ist Fortinet auch aus charttechnischer Sicht interessant, da die Aktie seit vielen Jahren einen sehr dynamischen Aufwärtstrend vorweisen kann. Eine solch lange Trendhistorie, kombiniert mit der technischen Stärke ist bei Wachstumsaktien eher eine Seltenheit und daher besonders.

Die Analyse bezieht sich auf den Kenntnisstand unserer Recherche vom 18.03.2023.

WKN/ ISINA0YEFE/US34959E1091
BrancheIT
Peter Lynch EinordnungFast Grower
Fundamentales WLA-Rating?/10
Technisches WLA-Rating?/10
Porters Burggraben-Rating?/25
Marktkapitalisierung48,00 Mrd. USD
Dividendenrendite0,00 %
KGV55,99
FirmensitzSunnyvale (USA)
Gründungsjahr2000
Mitarbeiter12.595
WKN/ ISINA0YEFE/US34959E1091
BrancheIT
Peter Lynch EinordnungFast Grower
Fundamentales WLA-Rating8/10
Technisches WLA-Rating9/10
Porters Burggraben-Rating17/25
Marktkapitalisierung48,00 Mrd. USD
Dividendenrendite0,00 %
KGV55,99
FirmensitzSunnyvale (USA)
Gründungsjahr2000
Mitarbeiter12.595

Inhaltsverzeichnis

1. Das Unternehmen Fortinet

Historie

Gründung

Fortinet wurde im Jahr 2000 von den Brüdern Ken Xie und Michael Xie in Sunnyvale (Kalifornien) unter dem Namen Appligation gegründet. Beide brachten bereits Gründungserfahrung mit, aber dazu später mehr im Kapitel zur Geschäftsführung. Im Dezember desselben Jahres fand die Umbenennung in ApSecure statt, bevor später der Name Fortinet eingeführt wurde. Dieser basiert auf dem Begriff “Fortified Networks”, was so viel bedeutet wie “verstärkte Netzwerke” und auch direkt den Tätigkeitsbereich in der Cybersecurity-Branche verrät.

2002 brachte Fortinet das erste Produkt namens FortiGate auf den Markt, welches auch heute noch unter demselben Namen geführt wird. Es handelt sich hierbei um eine Firewall, welche ein Netzwerk (z. B. von einem Unternehmen) vor Bedrohungen aus dem Internet schützt, indem es den Datenverkehr überwacht und verdächtige Aktivitäten blockiert.

Expansion

Im Dezember 2003 begann Fortinet mit der Expansion und weitete das Angebot zunächst auf Kanada aus. Im Februar 2004 folgte dann die Expansion nach Großbritannien und im selben Jahr wurden noch weitere Standorte in Asien, Europa und Nordamerika eröffnet. Wie üblich bei den jungen Tech-Unterehmen, war Fortinet zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht profitabel und setzte alles daran schnell zu wachsen.

Den ersten Quartalsgewinn erzielte Fortinet erst im Jahr 2008 und im selben Jahr beschleunigte das Unternehmen das Wachstum noch durch Akquisitionen. Zunächst kaufte Fortinet die Patente von IPLocks, einer Firma aus dem Bereich der Datenbanksicherheit und -auditierung. Dasselbe führte Fortinet bei Woven Systems durch, welche als Spezialist im Ethernet-Switching (Technologie, mit der Computer in einem Netzwerk miteinander verbunden werden können, um Daten auszutauschen) galten. Ende des Jahres 2009 hatte Fortinet bereits 15,00 % des Gesamtmarkts eingenommen und war somit einer der wichtigsten Player geworden.

Von 2012 bis 2016 tätigte Fortinet vier weitere nennenswerte Akquisitionen, wozu der App-Hosting-Service XDN, der IT-Sicherheits- und Überwachungssoftware-Anbieter AccelOps und der IoT-Sicherheitsanbieter Bradford Networks gehörten.

Börsengang

Der Börsengang von Fortinet erfolgte nach der Finanzkrise im Jahr 2009 und das Unternehmen sammelte dabei zunächst rund 50 Mio. USD an frischem Kapital ein. Zu einem späteren Zeitpunkt emittierte Fortinet noch weitere Aktien und erhielt auf diese Weise weiteres Kapital, mit dem der Expansionskurs vorangetrieben werden konnte. 

Vision, Mission und Nachhaltigkeit

Vision und Mission

Die Vision von Fortinet ist es, den Kunden eine sichere digitale Zukunft zu ermöglichen, indem sie fortschrittliche Cybersecurity-Technologien bereitstellen. Als Mission gibt Fortinet an, eine integrative und automatisierte Sicherheitsplattform zu schaffen, die Bedrohungen auf allen Ebenen der IT-Infrastruktur erkennt und bekämpft, um die digitale Welt sicherer zu machen.

Nachhaltigkeit

Fortinet konzentriert sich im Bereich der Nachhaltigkeit auf drei wesentliche Aspekte:

  • Reduzierung der Umweltauswirkungen der eigenen Produkte
  • Schließung der Fachkräftelücke in der Cybersecurity-Branche
  • Bekämpfung von Cyber-Bedrohungen

Ein wichtiger Schwerpunkt von Fortinet liegt auf dem Umweltschutz. Das Unternehmen arbeitet ständig daran, den ökologischen Fußabdruck seiner Produkte zu minimieren. Zu den Maßnahmen, die das Unternehmen bereits getroffen hat, gehört u. a. geringerer Stromverbrauch (im Vergleich zu anderen CPUs der Industrie verbrauchen die Produkte von Fortinet 88,00 % weniger Strom), eine höhere Energieeffizienz der Produkte (laut eigener Aussage drei- bis 16-mal höher als bei Konkurrenten) und ein zu 100,00 % biologisch abbaubares Verpackungsmaterial der Low-End-FortiGate-Produkte. Übergeordnet verfolgt Fortinet, so wie viele andere Unternehmen auch, das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden und einen Beitrag zum 1,50-Grad-Ziel zu leisten.

Fortinet setzt sich auch dafür ein, die Fachkräftelücke in der Cybersecurity-Branche zu schließen – dies ist ein gesellschaftliches Anliegen, welches in 2021 erst vom US-Präsidenten in der Wichtigkeit betont wurde. Bis 2026 möchte Fortinet aus diesem Grund 1 Mio. Menschen in der Cybersecurity-Branche ausbilden und arbeitet bis heute mit über 500 Akademiepartnern und 32 Bildungspartnern zusammen. Ähnlich wie HubSpot im Bereich des Inbound-Marketings eine eigene Lernplattform hat, bietet Fortinet ein Pendant im Bereich der Cybersecurity an.

Eine weitere wichtige Bedeutung von Fortinet liegt in der Bekämpfung von Cyberbedrohungen. Natürlich ist das das Geschäftsmodell von dem Unternehmen, aber trotzdem hat das eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Relevanz.

Aktionärsstruktur

Laut dem Marketscreener hält von den Vermögensverwaltern lediglich Vanguard mit 8,27 % ein Aktienpaket, welches mehr als 5,00 % umfasst. Interessant ist zudem der Aktienbesitz der beiden Gründer, welche ja auch heute noch relevante Positionen innerhalb des Unternehmens einnehmen. Ken Xie, der CEO von Fortinet, verfügt über die Entscheidungsgewalt 9,91 % der Aktien (zum Teil als Besitzer der Aktien und zum Teil als Treuhänder; letzterer bei der „The Xie Foundation”). Sein Bruder Michael Xie, welcher President und CTO des Unternehmens ist, hat mit 8,95 % einen etwas geringeren Einfluss. Auch er hält einen Teil der Aktien selbst und tritt darüber hinaus als Treuhänder auf (für “The K.A. Family Trust”, “The K.A. Children’s Trust” und “The Xie Foundation”).

Geschäftsmodell

Einleitung

Die Sicherheit von Datenbeständen und Datenverkehr im Internet ist in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu einem zentralen Thema geworden. Immer mehr Informationen werden versendet, empfangen und gespeichert – und trotz zunehmender Sensibilisierung gelingt es Hackern immer wieder, Daten abzufangen oder Systeme zu kompromittieren. Laut einer Untersuchung von RiskIQ kostet Cyberkriminalität global gesehen alle Unternehmen zusammen jede Minute 2,9 Millionen US-Dollar – und die Tendenz ist weiterhin steigend.

Ein Grund dafür sind die teilweise eklatanten Lücken von Unternehmen aller Größen im Bereich Cybersecurity. Die Lösung für solche Mängel sind ausgefeilte Hard- und Softwarelösungen für den Schutz von Online-Netzwerken und Datenverkehr. Einer der Vorreiter und absoluten Pioniere auf diesem Gebiet – das Unternehmen hält über 1200 Patente für Lösungen im Bereich der IT-Sicherheit – ist Fortinet. Gegründet im Jahr 2000 und seit November 2009 börsennotiert, hat sich Fortinet innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten und größten Unternehmen im Cybersecurity-Markt entwickelt. Laut dem Marktforschungsinstitut Brand Essence Research wird dieser Markt bis zum Jahr 2027 einen Gesamtwert von über 400 Milliarden US-Dollar haben und jährlich um über 12 Prozent wachsen.

Als globaler Akteur in diesem unumstrittenen Zukunftsmarkt bietet Fortinet sowohl Hardware- als auch Softwarelösungen jeglicher Art an. Über 68 % der 2000 größten globalen Unternehmen nutzen im Bereich Cybersecurity Lösungen von Fortinet. Der operative Erfolg des Unternehmens ging in den letzten zehn Jahren einher mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 27 Prozent der Fortinet-Aktie. Seit dem Börsengang Ende 2009 hat sich der Aktienkurs um ca. 2.800 % erhöht und blieb auch von größeren Korrekturen verschont.

Segmente und Kunden

Fortinet beschäftigt über 12.500 Mitarbeiter und vertreibt Hardware und Software um den Schutz von Daten und Netzwerken von Unternehmen zu garantieren, das operative Geschäft unterteilt man in die beiden Sektoren products und services – etwa 60 Prozent der Umsätze des Unternehmens entfallen auf letzteren Unternehmensbereich, zu dem überwiegend im Abo-Modell angebotene Dienstleistungen zählen. Dazu später mehr. Der restliche Teil der Umsätze wird mit dem Verkauf von Produktlösungen erwirtschaftet.

Sowohl geographisch als auch im Hinblick auf verschiedene Kundengrößen ist Fortinet bestens diversifiziert: Das Unternehmen vertreibt seine Lösungen in deutlich über 100 Ländern weltweit, am heimischen Markt in den USA wurden im Jahr 2022 27 Prozent der Umsätze erzielt, zudem sind Europa und Asien weitere wichtige Absatzmärkte.

Zu den Kunden von Fortinet zählen sowohl kleine, mittlere als auch große Unternehmen aus verschiedensten Branchen sowie Regierungs-organisationen.

Produkte und Services

Wie wir bereits gesehen haben, hat es sich Fortinet zur Aufgabe gemacht in einer digitalen Welt Unternehmen aus allen Bereichen, Benutzer, Daten sowie Anwendungen vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Erreicht wird dies dadurch, dass Software und Hardware von Fortinet Cyber-Angriffe sichtbar macht (sonst bleiben diese von den Betroffenen oft völlig unbemerkt) und diese anschließend blockiert beziehungsweise Lösungsmöglichkeiten dafür anbietet.

Mit dem Vertrieb sowohl von Hard- als auch Software vereint das Unternehmen das Beste aus beiden Welten und bietet Kunden entsprechend ganzheitliche Lösungen für die IT-Sicherheit.

Hier liegt die besondere Stärke des Geschäftsmodells von Fortinet: Auf den einmaligen Verkauf von Hardware und der dazugehörigen Software folgt von Kundenseite aus in aller Regel die Inanspruchnahme der angebotenen Servicedienstleistungen. Diese werden im Abo-Modell angeboten und bescheren Fortinet somit wiederkehrende Einnahmen und hohe, sonst nur aus klassischen Software as a Service Sektor bekannten Margen.

Bei einem näheren Blick auf das Produktportfolio und die angebotenen Dienstleistungen von Fortinet wird schnell klar, dass das Unternehmen mit seinen Lösungen nahezu das gesamte Spektrum der Informationssicherheit abdeckt. So vielfältig und unterschiedlich wie die Bedrohungen durch Hacker und Cyberangriffe sind auch die Produkte und Dienstleistungen von Fortinet: So bietet das Unternehmen unter anderem Firewalls, Antivirenprogramme, Live-Überwachung zum Schutz vor unbefugten Zugriffen oder Lösungen für die Cloud- oder Endpunktesicherheit an.

Die Kernplattform bildet dabei noch heute die erstmalig 2002 auf den Markt gebrachte Hardware Fortigate, bei der es sich zunächst um eine reine Firewall handelte, die nach und nach um viele Funktionalitäten erweitert wurde.

Beruhte der Erfolg von Fortinet zunächst auf dem Verkauf von Hardware wie der Firewall Fortigate und dazugehörigen oder ergänzenden Softwarelösungen, baut das Unternehmen heutzutage zunehmend auf Serviceangebote. Dazu zählt etwa FortiGuard, einem Service der mithilfe eines globalen Research-Teams und künstlicher Intelligenz permanent Ausschau nach Bedrohungen für die IT-Sicherheit von Unternehmen hält und Lösungen dafür entwickelt. Zudem bietet Fortinet rund um die Uhr technischen Support an, stattet diverse Institutionen mit Lehrmaterialien aus, bietet Schulungen an und betreibt eigene Forschung im Bereich Cybersecurity.

Burggraben von Fortinet

Einleitung

Wie im Rahmen der folgenden Branchenanalyse thematisiert werden wird, ist Fortinet mit Umsätzen i. H. v. 4,42 Mrd. USD im vergangenen Geschäftsjahr als einer der führenden Anbieter von Cybersecurity-Lösungen einzuordnen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner, welches u. a. für seine magischen Quadranten bekannt ist, ordnet Fortinet in mehreren Teilbereichen der Branche als sogenannten Leader ein. Demnach sei Fortinet bspw. bei Netzwerk-Firewalls und SD-WANs führend.

Des Weiteren ist das operative Geschäft von Fortinet in vielerlei Hinsicht sehr diversifiziert. Zum einen ist der Anbieter von Cybersecurity-Lösungen nicht von einzelnen Produkten oder Produktgruppen abhängig und zum anderen werden Unternehmenskunden vieler verschiedener Größen, Herkunftsländern sowie Branchen bedient. Derzeit sind außerdem fast zwei Drittel der Fortune 500 Abnehmer der Produkte und Dienstleistungen von Fortinet.

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Fortinet Aktie Analyse - Megatrend Cybersecurity für Mega Rendite

Porters Five Forces

Nachstehend die Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter. Diese dient der Einordnung von externen Kräften, welche auf die Unternehmen einer Branche einwirken. Unsere Skala reicht hierbei von 0 bis 5. Je besser Fortinet aufgestellt ist, desto höher ist die Punktzahl, welche wir vergeben. 

Externe Kraft Stärke Begründung
Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
2/5
Die Cybersecurity-Branche ist eher fragmentiert und zeichnet sich durch einen intensiven Wettbewerb zwischen vielen verschiedenen Playern aus. Nach Palo Alto Networks ist Fortinet anhand der Umsatzerlöse als zweitgrößtes Pure-Play-Unternehmen der Branche einzuordnen. Diese Situation bietet zwar zahlreiche Chancen bezüglich möglicher Übernahmen, dennoch vergeben wir aufgrund der hohen Wettbewerbsintensität nur 2 Punkte.
Bedrohung durch neue Wettbewerber
3/5
Die Ausgaben für Cybersecurity steigen weltweit stark an, was die Branche für neue Wettbewerber durchaus attraktiv macht. Obwohl, wie in den meisten Fällen, nicht zu vernachlässigende Eintrittsbarrieren bestehen, halten wir es für nicht ausgeschlossen, dass Start-ups mit innovativen Technologien in Zukunft eine potenzielle Bedrohung für die bestehenden Player darstellen könnten.
Verhandlungsmacht der Lieferanten
3/5
Für die Produktion der physischen Güter, den Bezug verschiedener Bauteile sowie die Distribution an die Endabnehmer kooperiert Fortinet mit mehreren Unternehmen, welche z. T. eine bedeutende Rolle für das operative Geschäft einnehmen, wenngleich keine signifikanten Abhängigkeiten bestehen. Daher stufen wir die Verhandlungspositionen zwischen Fortinet und seinen Lieferanten bzw. Partnern als ausgeglichen ein.
Verhandlungsmacht der Kunden
4/5
Nach eigenen Angaben vertrauen über 635.000 Unternehmenskunden aus allen möglichen Branchen und Regionen auf die Lösungen von Fortinet. Kein einziger Abnehmer ist dabei für einen erheblichen Umsatzanteil verantwortlich. Für die Verhandlungsmacht von Fortinet spricht außerdem die hohe und vergleichsweise stabile Bruttomarge, weshalb wir 4 Punkte für angemessen halten.
Bedrohung durch Ersatzprodukte
5/5
Mit den angebotenen Produkten und Dienstleistungen bedient Fortinet einen Markt, welcher durch die zunehmende Digitalisierung in der Vergangenheit stark an Bedeutung gewonnen hat. Es ist davon auszugehen, dass das Wachstum des Megatrends Cybersecurity auch in den kommenden Jahren stabil bleiben wird und die Lösungen von Fortinet vorerst nicht durch andere Produkte zu ersetzen sein werden.

Geschäftsführung

Ken und Michael Xie

Ken Xie und Michael Xie sind nicht nur das Gründerduo von Fortinet, sondern sind auch heute noch als größte Investoren und führende Personen im Management die wichtigsten Köpfe im Unternehmen.

Ken Xie ist seit Oktober 2000, also seit Beginn an, CEO und Mitglied des Board of Directors. Zuvor war er einer der Gründer von NetScreen Technologies, ein Unternehmen für Netzwerksicherheitsprodukte, das später von Juniper Networks übernommen wurde. Darüber hinaus war er CEO von SIS und ist Mitglied der National Academy of Engineering. Ken Xie hat einen Bachelor- und Masterabschluss in Elektrotechnik von der Tsinghua University in China sowie einen Masterabschluss in Elektrotechnik von der Stanford University.

Michael Xie ist seit November 2013 President und CTO (Chief Technology Officer) von Fortinet und seit Februar 2001 Mitglied des Board of Directors. Vor Fortinet war er als Vice President of Engineering bei ServGate Technologies tätig und arbeitete zudem als Software Director und Architect bei NetScreen sowie als Senior Software Engineer bei Milkyway Networks Corporation. Michael Xie hat einen Master in Elektrotechnik an der University of Manitoba in Kanada erworben und einen Bachelor- und Masterabschluss in Automobiltechnik von der Tsinghua University in China gemacht.

Die beiden Gründer von Fortinet bringen jeweils mehr als zwei Jahrzehnte an Erfahrung in der Branche mit und haben bereits mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet. Ken Xie vertritt Fortinet darüber hinaus im Board of Directors der Cyber Threat Alliance sowie als Gründungsmitglied des Center of Cybersecurity des World Economic Forums – hier kann er sicher einige wichtige Kontakte knüpfen.

Ken Xie hat in den Jahren 2020 und 2021 ein Grundgehalt von 750.000 USD erhalten, aber seine Gesamtvergütung ist aufgrund von Aktienoptionen, Aktienprämien und „nicht-aktienbasierten Anreizen” gestiegen. In den Jahren 2019, 2020 und 2021 betrug sein Gesamtgehalt:

  • 2019: 9,63 Mio. USD
  • 2020: 10,65 Mio. USD
  • 2021: 14,20 Mio. USD

Michael Xie, welcher in seiner Position als President und CTO ein Grundgehalt in Höhe von 445.000 USD bekommt, erhielt in den letzten Jahren folgende Gesamtvergütung:

  • 2019: 4,29 Mio. USD
  • 2020: 4,31 Mio. USD
  • 2021: 5,78 Mio. USD

2. Fundamentale Ansicht Fortinet

Kennzahlen 

Aktienfinder
Aktienfinder

Die Prognosen aus diesem Abschnitt werden vom Aktienfinder zur Verfügung gestellt.

Umsatz

Entwicklung

Die Umsatzentwicklung von Fortinet im vorliegenden Zeitraum ist als äußerst bemerkenswert einzustufen. Während der Anbieter von Cybersecurity-Lösungen in 2018 noch Erlöse i. H. v. 1,80 Mrd. USD erwirtschaftete, waren es im vergangenen Geschäftsjahr bereits 4,42 Mrd. USD, was einem Faktor von 2,45 bzw. einem durchschnittlichen Wachstum um 25,08 % pro Jahr entspricht.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr konnte Fortinet von einem Anstieg der Nachfrage in sämtlichen Geschäftsbereichen profitieren, was nach eigenen Angaben auf eine erhöhte Bedrohung durch Cyberkriminalität und die Bereitschaft der Unternehmen, sich davor zu schützen, zurückzuführen ist. In Kombination mit Preiserhöhungen ist dem Unternehmen daher das höchste Wachstum im betrachteten Zeitraum gelungen.

Das Management von Fortinet erwartet, dass der insgesamt adressierbare Markt bis 2026 um ungefähr 11,00 % pro Jahr wachsen wird. Für die eigene Entwicklung zeigt sich das Unternehmen deutlich optimistischer und erwartet, in 2025 Erlöse von ca. 8,00 Mrd. USD erwirtschaften zu können. Die Analysten prognostizieren hingegen 7,73 Mrd. USD, was immer noch einem durchschnittlichen Anstieg um 20,51 % pro Jahr entsprechen würde. Demnach ist in Zukunft von einem leichten Rückgang der Wachstumsdynamik auszugehen.

Umsatzverteilung nach Segmenten

Die Einnahmen von Fortinet lassen sich grundsätzlich in Produkt- und Dienstleistungsbezogen untergliedern. Erstere Umsätze lassen sich vollständig dem Geschäftsbereich Network security appliance zuordnen, welcher insbesondere im vergangenen Geschäftsjahr einen hohen Zuwachs verzeichnen konnte und für 40,31 % der gesamten Erlöse verantwortlich war.

Die dienstleistungsbezogenen Umsätze lassen sich in die folgenden Segmente unterteilen: Security subscription und Technical support and other. Das Wachstum dieser Geschäftsbereiche war in den letzten Jahren etwas gleichmäßiger und der Umsatzanteil beträgt jeweils ca. 30,00 %.

Umsatzverteilung nach Regionen

Zu den Kunden von Fortinet gehören Unternehmen aus allen großen Wirtschaftsräumen unserer Erde. Als wichtigster Absatzmarkt lassen sich Nord- und Südamerika mit einem Umsatzanteil i. H. v. 40,41 % in 2022 identifizieren. Hiervon entfallen ca. drei Viertel auf die USA als Heimatland des Unternehmens.

Nicht weniger relevant ist der Absatzmarkt EMEA, welcher Europa, den Mittleren Osten sowie Afrika umfasst. Der entsprechende Umsatzanteil belief sich zuletzt auf 38,30 % und stieg in den letzten Jahren tendenziell an.

Mit einem Anteil von etwas mehr als einem Fünfteil befinden sich die Länder, welche dem asiatisch-pazifischen Raum zuzuordnen sind, auf dem abgeschlagenen dritten Platz. Mit Japan befindet sich hier allerdings der zweitwichtigste nationale Einzelmarkt für Fortinet.

EBIT und Konzerngewinn

Seit dem Börsengang in 2009 ist es Fortinet in jedem einzelnen Geschäftsjahr gelungen, nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften GAAP profitabel zu wirtschaften, was nur wenige Unternehmen der Branche von sich behaupten können.

Seit 2018 haben sich die operativen Ergebnisse analog zu den Umsätzen entwickelt und sind in jedem Jahr ausnahmslos angestiegen. Mit 31,59 % pro Jahr war die Wachstumsdynamik zudem deutlich höher, was mit dem stetigen Rückgang der operativen Kosten in Relation zu den Einnahmen zu begründen ist. Mit Ausnahme eines vorübergehenden Rückgangs in 2019, welcher infolge einer ungewöhnlich hohen Steuerbelastung verbucht wurde, wuchsen die Konzerngewinne ebenfalls stetig an.

Den aktuellen Prognosen der Analysten entsprechend wird Fortinet bis mindestens 2025 in der Lage sein, die historische Entwicklung der Ergebnisse nahtlos fortführen zu können. Allerdings ist im Gegensatz zu den letzten fünf Geschäftsjahren nicht von einem überproportionalen Wachstum auszugehen. Die prognostizierte Dynamik liegt bei beiden Kennzahlen mit etwas weniger als 20,00 % pro Jahr auf Höhe des erwarteten Umsatzwachstums.

Margen

Nach Abzug der Umsatzkosten, welche Aufwendungen für Rohmaterialien, die Produktion der physischen Güter sowie einzelner Mitarbeiter beinhalten, lässt sich für 2022 ein Bruttogewinn von 3,33 Mrd. USD ermitteln, was 75,50 % der Umsätze von Fortinet entspricht. Trotz leichter Schwankungen gelingt es dem Unternehmen seit geraumer Zeit, dieses Niveau aufrechtzuerhalten.

Dass die operativen Aufwendungen im Vergleich zu den Einnahmen von Fortinet langsamer wuchsen, macht sich bei der Betrachtung der Gewinnspannen selbstverständlich bemerkbar. Die EBIT Marge stieg zwischen 2018 und 2022 fast stetig an und konnte von 22,33 % auf 27,35 % ausgebaut werden. Trotz leicht stärkeren Schwankungen entwickelte sich auch die Nettomarge positiv und erreichte in 2022 ebenfalls ein Rekordhoch.

Das Management des Unternehmens zeigt sich zuversichtlich, das aktuelle Niveau der operativen Marge langfristig halten zu können und erwartet bis mindestens 2025 keine Werte unterhalb von 25,00 %. Im Vergleich zur Peer Group ist die Profitabilität von Fortinet eindeutig als überdurchschnittlich zu bewerten.

Gewinn- und Verlustrechnung

In der folgenden Abbildung werden alle Erkenntnisse aus den letzten Kapiteln zusammengefasst.

Dividendenpolitik und Aktienrückkäufe

Bisher hat Fortinet, wie es für sehr wachstumsstarke Unternehmen in seiner Expansionsphase nicht unüblich ist, keine Dividenden an seine Anteilseigner ausgeschüttet und wird auch in den kommenden Geschäftsjahren aller Voraussicht nach nicht damit beginnen.

Dafür werden seit 2016 verstärkt eigene Anteile zurückgekauft, u. a. um die Effekte von aktienbasierten Vergütungen auszugleichen. Dementsprechend konnte in den letzten Jahren unter Schwankungen ein Rückgang der Anzahl ausstehender Aktien beobachtet werden, welcher sich durchschnittlich auf 1,84 % belief. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres betrug das Restvolumen des aktuellen Rückkaufprogramms noch 529,60 Mio. USD.

Historische Kennzahlen

KUV

Anhand der Kurs-Umsatz-Verhältnisse ist unmittelbar ersichtlich, dass das Bewertungsniveau von Fortinet zwischen 2018 und 2022 vorübergehend stark angestiegen ist. Zum Jahresende von 2021 wurde ein Wert i. H. v. 17,29 erreicht. Die Korrektur der letzten Monate führte derweil zu einem Rückgang in Richtung des historischen Durchschnitts. Während sich das Multiple aktuell auf 10,87 beläuft, könnte es bis 2025 auf 6,21 fallen.

KGV

Die Nettoergebnisse von Fortinet waren etwas schwankungsstärker als die Erlöse, denn auf einen marginalen Rückgang in 2019 folgte ein überdurchschnittlicher Anstieg in 2020, was sich auch in den Kurs-Gewinn-Verhältnissen widerspiegelt. Dennoch erfolgte die grundsätzliche Entwicklung analog zu den Kurs-Umsatz-Verhältnissen. Derzeit liegt das Gewinnvielfache auf dem Niveau des historischen Durchschnitts und könnte in den folgenden Jahren auf 32,68 sinken.

KOCV

In 2021 stieg auch das Kurs-Cashflow-Verhältnis nach zuvor moderaten Zuwächsen 2021 stark an und erreichte mit 38,54 sein Maximum im betrachteten Zeitraum. Es ist anhand der Analystenschätzungen davon auszugehen, dass sich der Rückgang des Multiples im letzten Geschäftsjahr bis 2025 fortsetzen wird. Mit 19,07 liegt der erwartete Wert deutlich unterhalb des Durchschnitts von 24,93, welcher sich für die letzten Jahre ermitteln lässt.

Einordnung nach Peter Lynch

Fortinet ist zweifelsohne als Fast Grower einzustufen. Sowohl die Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen innerhalb der letzten fünf Geschäftsjahre, als auch die derzeitigen Prognosen bis 2025 sind als äußerst attraktiv zu bewerten. Zukünftig will das Unternehmen weiterhin expandieren und könnte zudem von weltweit steigenden Ausgaben im Cybersecurity-Bereich profitieren.

Fundamentales Wir Lieben Aktien-Rating

Aufgrund akkumulierter Verluste sowie der Auswirkungen von Aktienrückkäufen weist Fortinet zum Zeitpunkt dieser Analyse ein negatives Eigenkapital auf. Zudem rechnen die Analysten in den kommenden Geschäftsjahren mit einem leichten Rückgang der EBIT Marge. Im Rahmen unseres fundamentalen Ratings für Fast Grower gibt es darüber hinaus jedoch nichts zu bemängeln, sodass Fortinet mit 8 von 10 Punkten ein respektables Ergebnis erreicht.

3. Konkurrenzvergleich und Branchenanalyse  

Allgemeine Infos über die Branche

Einordnung nach dem GICS

Zur besseren Einordnung definieren wir zuerst die Branche, basierend auf der zentralen Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Wir beziehen uns hierbei auf den Global Industry Classification Standard (kurz GICS), der zunächst den Sektor definiert, welcher sich wiederum in Industriegruppe, Industrie und Subindustrie unterteilen lässt:

Entwicklung des Marktes für Cybersecurity

Bevor wir konkret einzelne Geschäftsbereiche von Fortinet thematisieren, verschaffen wir uns einen Überblick über den Gesamtmarkt für Cybersicherheit. Dabei ist nachstehend die Umsatzentwicklung von 2016 bis 2027 dargestellt und beinhaltet Werte, die einzelne Sektoren wie Cloud-Sicherheit oder Netzwerksicherheit zusammenfassend repräsentieren.

Durch immer größer werdende Cyber-Risiken und die vermehrte Nutzung digitaler Endgeräte im Betriebsablauf erhöhten gerade die Unternehmen ihre Ausgaben im Bereich der Cybersicherheit deutlich. Dabei war insbesondere die Corona-Pandemie für viele ein Katalysator, die Aufwendungen in diesem Bereich zu steigern, wodurch sie auch auf Produkte von Fortinet stießen. 

So ergibt sich auf den Gesamtzeitraum bezogen eine durchschnittliche Erhöhung von etwa 11,00 % pro Jahr und der Cybersecurity-Markt wird damit voraussichtlich 2027 über 260,00 Mrd. USD an Erlösen generieren. Vergleicht man diese Werte mit den zuletzt herausgegebenen Daten aus Ende 2022, werden die Umsätze im genannten Jahr noch immer um 68,00 % höher stehen. Auch Fortinet profitierte von dieser Entwicklung und wird in der Zukunft von steigenden Aufwendungen im Bereich der Cybersicherheit wachsende Erlöse verbuchen können. Dabei sehen wir gerade die Marktposition des Konzerns als einen großen Vorteil an, auf den wir im weitern Verlauf jedoch nochmal zurückkommen werden.

Anteile im Markt für Cybersecurity

Auch die nächste Abbildung gibt uns einen Gesamtüberblick über den Markt und knüpft somit mehr oder weniger an der eben bereits gezeigten Grafik an. Hierbei soll es nun um die Marktanteile in der gesamten Branche gehen und Aufschluss darüber geben, welche Position Fortinet einnimmt. Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie die Entwicklung des letzten Jahres im Vergleich zur Konkurrenz einzuordnen ist. Die drei Unternehmen, die hier, aber auch im weiteren Verlauf des Konkurrenzvergleichs, immer wieder auffallen, sind Fortinet, Palo Alto und Cisco.

Wir ordnen die Branche der Cybersicherheit als eine sehr innovationsorientierte ein. Immer wieder gibt es Verbesserungen im Hinblick auf Schnelligkeit, Sicherheit oder auch der Kapazitäten von Systemen. In einem solchen Umfeld muss man als Unternehmen besonders wach sein und stets erfolgreiche Arbeit leisten, was sich gerade auf Forschung & Entwicklung sowie Marketingausgaben bezieht. Diese beiden Komponenten haben bspw. bei Fortinet eine Größenordnung von über 50,00 % in Relation zum Gesamtumsatz. Die Strategie und die Bemühungen von Fortinet scheinen sich auszuzahlen und so konnte man die Marktanteile um beachtliche 0,70 % innerhalb eines Jahres erhöhen. Ein Wert, der einem vielleicht auf den ersten Blick nicht sonderlich hoch erscheint, jedoch stagnierte Cisco im gleichen Zeitraum, auch Palo Alto konnte als Marktführer die Marktanteile um lediglich 0,60 % steigern. Nur CrowdStrike gelang es, die Anteile um 0,80 % zu erhöhen und repräsentiert damit den höchsten Wert aller abgebildeten Konzerne.

Als Hauptgründe für diese Anstiege bei Fortinet sehen wir verschiedenste Faktoren. So spielt hier zum einen die außerordentlich hohe Innovationskraft eine Rolle, aber auch strategische und gut überlegte Partnerschaften führen dazu, dass der Konzern die Reichweite und Wirkung der eigenen Lösungen mehr erhöhen konnte als die Konkurrenz. Wir denken daher, dass die Anstiege als nachhaltig zu betrachten sind und durchaus auch in der Zukunft positive Effekte verursachen, die sich, wie in diesem Beispiel, u. a. an Marktanteilen bemerkbar machen.

Anteil der Ausgaben für Cybersecurity

Dass die Wichtigkeit von Cybersecurity-Lösungen insbesondere in den vergangenen Jahren für die Unternehmen stark zugenommen hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Doch wie genau sich der Anteil dieser Aufwendungen an dem gesamten IT-Ausgaben der Unternehmen entwickelt hat, werden wir uns nun genauer ansehen. Dabei haben wir die jeweiligen Werte nach einzelnen Ländern unterteilt, die sich hinsichtlich ihrer Änderung zwar größtenteils nur minimal, aber aus unserer Sicht dennoch ausschlaggebend verändert haben.

Übergeordnet lässt sich erstmal festhalten, dass in allen abgebildeten Ländern die Entwicklung stark steigend war und sich die Werte innerhalb von zwei Jahren in manchen Staaten verdoppeln konnten. Dass sich diese Investitionen durchaus lohnen können, zeigt unserer Meinung nach tatsächlich insbesondere Deutschland. Dabei gab uns der Mittelwert an Kosten für Cyberattacken Aufschluss darüber, dass dieser Wert in unserem Land so rückläufig war wie in keinem anderen. Während die Kosten hier im Schnitt um 3.000 USD gesunken sind, sind sie im Vereinigten Königreich bspw. um 14.000 USD angestiegen, obwohl auch hier die Ausgaben stark erhöht wurden. 

Diese Entwicklungen bestätigen unsere Annahme, dass die erhöhten Aufwendungen zwar sinnvoll und auch absolut notwendig waren, allerdings weitere Investitionen nötig sein werden, um am Ende Kosten zu sparen und die am Ende gewünschten Effekte erzielen zu können. In den kommenden Jahren erwarten wir weiterhin steigende Aufwendungen in diesem Bereich; eine seriöse Prognose für den Anteil an den gesamten IT-Ausgaben ist hingegen schwer aufzustellen. Tendenziell ist aber auch hier eine weiterhin steigende Entwicklung zu erwarten.

KI im Bereich Cybersecurity

Einleitung

Die Sicherheit eigener Systeme und Daten hat nicht nur für Unternehmen und Regierungen, sondern auch für uns als Privatpersonen höchste Priorität. Aus diesem Grund tragen Cyberunternehmen, die entweder Software und/oder Hardware bereitstellen, eine immense Verantwortung, die sie in die Lage versetzt, Produkte dahingehend zu verbessern und immer für die Sicherheit deR Kunden sorgen zu müssen. Ein sehr großes Zukunftsthema ist dabei die künstliche Intelligenz, auf die wir nun näher eingehen werden. Dabei werden wir die Themen Anwendung, Sicherheit sowie weitere Vorteile aufgreifen.

Anwendung der KI

Insbesondere mithilfe von selbstlernender KI sollen bereits erste Anzeichen von Cyberangriffen entdeckt werden. Gerade weil die Angriffe nicht nur immer unberechenbarer, sondern allgemein auch gefährlicher werden, ist es wichtig, die Systeme frühestmöglich auf diese Vorfälle auszurichten. Aber auch das Entdecken von Sicherheitslücken im System, ohne dass sich eine Cyberattacke anbahnt, gehört zu den Aufgaben der künstlichen Intelligenz. Für beide Anwendungsfälle überprüft das System innerhalb von Sekunden immer wieder das gesamte Konzept auf Gefahrenstellen und meldet diese im Falle einer Entdeckung.

Sicherheit der Systeme

Die Automatisierung der Cybersicherheit ist gerade in Anbetracht des Mangels an erfahrenen Sicherheitspersonal unerlässlich. So ist es bei Fortinet ebenfalls üblich, dass die Systeme ungeschultes Personal bei dem Prozess der Einarbeitung unterstützen können und somit zuallererst die Fehleranfälligkeit minimieren. Viele Unternehmen hatten in der Vergangenheit jedoch bedenken bei der Sicherheit dieser KI-Systeme, die im Vergleich mit dem Auftreten von Fehlern menschlicher Seite allerdings unbegründet sind. Dennoch schließt auch Fortinet nicht aus, dass es zu falschen Interpretationen der KI kommen kann.

Vorteile der KI

Durch das kontinuierliche Lernen ist die Künstliche Intelligenz imstande, für das Unternehmen aktuell noch unbekannte Bedrohungen und Schwachstellen zu identifizieren. Mittels dieser Früherkennung kommt es zu Vorteilen für die Unternehmen, deren Sicherheitsaspekt sich in erster Linie erhöht. Ebenso übertreffen die KI-Systeme bei weitem die menschlichen Fähigkeiten, insbesondere wenn man sich bspw. anschaut, welche Datenmengen in kürzester Zeit verarbeitet werden können. An diesem Punkt lassen sich, in konventionellen Systemen sonst unentdeckte Fehler identifizieren und beheben, die gerade weil es bei Cyberangriffen darum geht, das Problem schnellstmöglich zu entdecken, eine wichtige Unterstützung bieten.

Firewall-Software im Vergleich

Bevor wir uns nun im folgenden Schritt die Verteilung der Marktanteile für die Firewall-Software anschauen, sollte man sich vorerst nochmal die Frage stellen, was genau eine Firewall eigentlich ist und warum diese eine so wichtige Rolle einnimmt. Einfach ausgedrückt sorgt eine Firewall dafür, dass unerwünschte Netzwerkzugriffe verhindert und entsprechend blockiert werden. Dabei übernimmt sie nicht die Aufgabe, Angriffe o. Ä. zu erkennen, sondern setzt lediglich festgelegte „Regeln“ für die Netzwerkkommunikation um. Firewalls sind in der heutigen Zeit für jedes Onlinenetzwerk unerlässlich. So können diese verhindern, dass Angreifer bzw. externe Bedrohungen überhaupt Zugriff auf das System bekommen und schützen damit, anders als eine Antivirussoftware, nicht nur das Dateisystem.

Fortinet nimmt mit der selbst entwickelten Softwarelösung FortiGate insgesamt 40,00 % des Gesamtmarktes ein und besitzt somit dreimal mehr Marktanteile als der Zweitplatzierte. Woher diese hohen Anteile zustande kommen? Fortinet ist für eine enorm hohe Leistung innerhalb der Produktpalette bekannt. So hat das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz eine höhere Zuverlässigkeit, sowie geringere Verzögerungen und weitaus höhere Leistungsmöglichkeiten. Insgesamt gibt es darüber hinaus noch mehrere Gründe, auf die wir in den Chancen nochmals explizit zurückkommen werden. 

Ein aus unserer Sicht wichtiger Punkt ergibt sich jedoch aus der so großen Produktvielfalt des Konzerns. So gehören allgemein Netzwerk-Firewalls, aber auch Cloud- und Anwendungs-Firewalls zu dem Produktkatalog und erfüllen allesamt die eingangs beschriebenen Eigenschaften, die typisch für Fortinet und aus unserer Sicht die Gründe für diesen hohen Anteil sind.

Ausgaben für Cloud-Sicherheit

Einhergehend mit einer immer mehr vernetzten Welt, die in weiten Teilen auf Cloud-Systeme setzt, ist hier auch die Attraktivität für Angreifer gestiegen. Gerade durch Corona und die damit verbundenen Homeoffice-Aktivitäten stieg die in den Clouds gespeicherte Datenmenge enorm an. Um die Dateien aber weiterhin adäquat schützen zu können, mussten die Budgets ebenfalls angepasst werden und somit kommt die Entwicklung, die wir in Abbildung 18 sehen, zustande. Hierbei ist vor allem das Jahr 2021 auffällig, das durch die eben angesprochenen Gründe eine solche Wachstumsrate hinlegen konnte. Innerhalb dieser Branche kommen die eben bereits angesprochenen Firewall-Lösungen von Fortinet zum Einsatz, der Produktkatalog des amerikanischen Unternehmens ist hierbei allerdings nochmal weitaus größer. So bieten sie auch u. a. konkreten Schutz für Hybrid- und Public-Cloud-Möglichkeiten sowie weitere Webanwendungen.

Wie wir noch im Rahmen der Chancen und Risiken erfahren werden, wird insgesamt die Kriminalität, auch über diesen Bereich hinaus, noch weiter zunehmen und steht eigentlich erst relativ am Anfang. Dadurch, dass ebenfalls die Cloud-Systeme noch längst nicht ihre mögliche Marktgröße erreicht haben, wird vor allem in diesem Bereich mit steigenden Angriffszahlen gerechnet. Ein Punkt, der für die Unternehmen immer mehr zur Gefahr wird und sie fast schon dazu zwingt, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Dies wiederum wirkt sich positiv auf Fortinet aus.

Ausrüstung für Netzwerksicherheit

Obwohl Fortinet die Erlöse zum Großteil nicht mit Hardwaregeräten verdient, wollen wir aber auch auf die Hardwarelösungen des Unternehmens eingehen. Die Ausrüstung für Netzwerksicherheit wird oftmals in Form von Hardwarelösungen angeboten. Man sieht anhand der Umsatzzahlen bereits auf den ersten Blick, dass sich dieses Segment klar von dem Softwaremarkt abgrenzt. So sind die Wachstumsraten sowie allgemein die Größenordnung der Erlöse weitaus niedriger, was in dem Fall nicht untypisch ist. So greifen mittlerweile weitaus mehr Konzerne auf Softwarelösungen zurück, da hier der Aufwand und die Anschaffungskosten im Vergleich weitaus niedriger sind. Dennoch sind die Wachstumsraten, als solche betrachtet, mit 9,76 % pro Jahr nicht auf einem niedrigen Level, sondern vielmehr erstaunlich hoch für eine überwiegende Hardware-Branche. Hierdurch wird einmal mehr die Wichtigkeit von Cybersicherheit deutlich und, dass die Bemühungen von Fortinet in diesem Bereich ebenfalls als wachstumstreibend betrachtet werden können.

Überblick über die Konkurrenz

Kennzahlen

In folgender Tabelle vergleichen wir die Konkurrenten von Fortinet anhand der Kennzahlen.

Unternehmen Fortinet Palo Alto Networks CrowdStrike Zscaler
WKN/ISIN
A0YEFE/US34959E1091
A1JZ0Q/US6974351057
A2PK2R/US22788C1053
A2JF28/US98980G1022
Mitarbeiter
12.595
12.561
7.273
4.975
48,00 Mrd. USD
57,23 Mrd. USD
31,40 Mrd. USD
15,09 Mrd. USD
Umsatz
4,42 Mrd. USD
6,16 Mrd. USD
2,24 Mrd. USD
1,35 Mrd. USD
Umsatzwachstum (letzten 5 Jahre)
25,08 % p. a.
24,72 % p. a.
73,07 % p. a.
54,65 % p. a.
Umsatzwachstum (nächsten 3 Jahre)
20,51 % p. a.
22,01 % p. a.
29,77 % p. a.
32,39 % p. a.
Bruttomarge
75,50 %
69,61 %
73,17 %
77,99 %
EBIT Marge
21,95 %
0,37 %
-8,48 %
-22,51 %
KUV
10,87
9,30
14,01
11,19
KGV
55,99
549,15
-171,35
-46,48
-
-
-
-
-
-
-
-
-1,20 Mrd. USD
0,33 Mrd. USD
-1,96 Mrd. USD
-0,76 Mrd. USD
Renditeerwartung für die nächsten drei Geschäftsjahre*
15,70 % p. a.
17,60 % p. a.
-
-

*Die Renditeerwartung entstammt der „Fairer Wert“-Funktion von Aktienfinder.net. Für die Ermittlung haben wir das durchschnittliche KGV der letzten fünf Jahre verwendet und in Kombination mit den erwarteten bereinigten Gewinnen bis zum Ende der nächsten drei Geschäftsjahre fortgeschrieben.

Entwicklung des fairen Werts

Der faire Wert, basierend auf der Entwicklung des bereinigten Gewinns, entwickelt sich bei Fortinet sehr gleichmäßig und dynamisch. Nachdem die Aktie vor dem Start der Korrektur mehr als 50,00 % über dem Fair Value notierte, ist Fortinet nun im Bereich einer historisch fairen Bewertung angelangt.

Performance seit 5 Jahren

Im Verlauf der letzten 5 Jahre kann Fortinet die beste Performance aufweisen, wobei angemerkt werden muss, dass der Börsengang von Crowdstrike erst im Juni 2019 erfolgte. Im Zuge der ausgeprägten Rallye der Tech-Aktien nach dem Corona-Crash konnte Zscaler die anderen Aktien aus dem Vergleich deutlich schlagen. Diese Outperformance wurde durch eine umso stärkere Korrektur bei der Aktie jedoch wieder zunichte gemacht.

4. Chancen und Risiken 

Chancen 

Zunahme der Cyberkriminalität (1)

Ausgelöst durch eine zunehmend vernetzte Welt, steigt auch die Gefahr einer immer höheren Cyberkriminalität. Dabei versuchen die Angreifer an sensible Informationen der Unternehmen zu gelangen und diese gegen sie zu verwenden. Die gängigsten Beispiele hierbei sind Kundendaten samt Adressen, Bankverbindungen usw., die das Geschäft nachhaltig schädigen können. Da ein solcher Vorfall immer schnell zu Kundenverlusten und hohen Ausgaben führen kann, entscheiden sich die Konzerne bereits jetzt exorbitant hohe Summen aufzuwenden, um solche Szenarien zu verhindern. Im Grunde genommen wird jedes Unternehmen, das sich der digitalen Transformation anpassen möchte mit diesem Thema konfrontiert und ist auf Investitionen angewiesen. Wie sich die Budgets bereits in den letzten Jahren verändert haben, haben wir in der Branchenanalyse bereits thematisiert. Durch diese Wachstumsraten und Erhöhungen werden auch vermehrt die Produkte von Fortinet genutzt, die in vielen Bereichen eine marktführende Position einnehmen können und so maßgeblich profitieren können.

Ebenfalls wollen wir die schnell steigende Komplexität der Angriffe hervorheben und thematisieren. Vor nicht allzu langer Zeit war es im Grunde genommen kein Problem, die eigenen Geräte oder Systeme durch traditionelle Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls oder Antivirensoftware zu schützen und so das Problem zu beheben. Doch in der heutigen Zeit ist dies absolut nicht mehr ausreichend, sondern vielmehr gefährlich und risikoreich. Es ist zum Teil unerlässlich auf umfassende und moderne Sicherheitslösungen zu setzen, die mittlerweile standardisiert Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und Automatisierung nutzen. Dadurch, dass Fortinet früh anfing, diesen erweiterten Schutz in die Lösungen mit aufzunehmen, gelang es ihnen, den Kunden umfassenden Cyberschutz anbieten zu können, der genau diese Herausforderungen bewältigen kann.

Einhergehend mit immer mehr Angriffen, können wir der Abbildung 22 ebenfalls entnehmen, dass sich die Kosten durch Cyberkriminalität im Vergleich zu 2022 bis 2027 etwa verdreifachen werden. Um dieser Gefahr vorbeugen zu können, muss noch ein großer Teil der Firmen die Kapazitäten im Bereich der Cybersicherheit anpassen und gerade, weil Cloud-Systeme eine immer größere Rolle spielen, ihre Ausgaben erhöhen. Wir sind davon überzeugt, dass Fortinet mit dieser Marktposition sehr stark hiervon profitieren wird und gerade mit dem breiten Produktkatalog viele unterschiedliche Unternehmen als Kunden haben wird. Auch dadurch, dass Fortnite’s Geschäftsmodell so ausgerichtet ist, dass durch Servicekosten wiederkehrende Einnahmen generiert werden können, stellt einen Vorteil dar und kann bisher nur von wenigen Unternehmen so effizient umgesetzt werden.

Innovationskraft des Konzerns (2)

Bereits seit der Gründung hat Fortinet immer wieder Innovationskraft gezeigt. Aus unserer Sicht spiegelt sich dies in unterschiedlichen Punkten wieder, anfangen wollen wir hierbei mit der Leistungsfähgkeit sowie der Effizienz der Produkte von Fortinet. Hierbei ist das amerikanische Unternehmen absolut branchenführend und setzt sich in dieser Hinsicht von der Konkurrenz ab. Auch den Punkt der höheren Energieeffizienz wollen wir hierbei erwähnen, denn viele der Kunden von Fortinet haben sehr anspruchsvolle Nachhaltigkeitsziele formuliert und werden auch auf diesen Aspekt einen genauen Blick werfen. Diese höhere Leistungsfähigkeit, gepaart mit der Energiebilanz der Lösungen wirken sich unserer Meinung nach beide äußerst positiv auf das Geschäft aus und beeinflussen sich gegenseitig positiv.

Ein weiterer und mitunter weitaus größerer Punkt ist jedoch die Innovationskraft, gemessen an der Anzahl von erteilten und angemeldeten Patenten. Gerade in einer sehr schnelllebigen Branche ist man auf Patente angewiesen, um die Alleinstellungsmerkmale der eigenen Produkte zu schützen. Vergleicht man hier die in den Vereinigten Staaten erteilten Patente von Fortinet mit denen der Konkurrenz, kann man einen nahezu dreifachen Wert vorweisen. Der Stand dieser Werte ist Ende 2022 und zeigt auf, dass ebenso 250 weitere Patente ausstehen und angemeldet wurden. Für uns spricht all dies dafür, dass wir es hier mit einem sehr innovativen und effizienten Unternehmen zu tun haben, das sehr erfolgreiche Forschungsarbeit betreibt. Dies hat uns im ersten Moment gewundert, da die Forschungs- und Entwicklungsausgaben von Fortinet eigentlich gar nicht mal so hoch sind wie bei eingen Konkurrenten. Natürlich setzt sich die Forschungsarbeit auch aus weiteren Punkten zusammen und ist alleinstehend sehr unaussagekräftig, die Unterschiede haben uns dann aber doch gewundert, vor allem wenn man die Patente im Hinterkopf hat.

So haben wir die F&E-Ausgaben von Fortinet mit denen von Palo Alto verglichen, da sie in der unten gezeigten Abbildung Platz eins und zwei einnehmen. Der Zweitplatzierte Palo Alto gab im vergangenen Jahr insgesamt 25,77 % der Umsätze für F&E-Arbeit aus und erhielt im selben Jahr 355 Patente in den USA. Fortinet hingegen wendete lediglich 11,60 % der Erlöse im Forschungsbereich auf, konnte hingegen aber 925 Patente für sich gewinnen. Dieser Vergleich verdeutlicht unserer Meinung nach einmal mehr die enorme Innovationsfähigkeit des amerikanischen Konzerns und bietet dem Unternehmen sehr weitläufige Kostenvorteile gegenüber anderen Konkurrenten.

Für die Zukunft wird jedoch wichtig sein, diese Kraft weiterhin aufrechterhalten zu können. Die Umstände im Sektor können sich schnell ändern und man ist auf weitere Produktverbesserungen angewiesen, auch die Anforderungen der Kunden müssen weiterhin auf einem hohen Niveau erfüllt werden. Wir sind jedoch optimistisch gestimmt, dass dieser Punkt Fortinet gelingen wird.

Risiken

Sicherheitslücken der Produkte (1)

Eintrittswahrscheinlichkeit: niedrig-mittel
Auswirkungen: mittel-hoch

Zwar sind Kostenaspekte in der Regel nicht ein ausschlaggebendes Kriterium bei der Entscheidung von Unternehmen, zu welchem Anbieter sie gehen, das Vertrauen in die Leistungen der Konzerne ist dafür aber umso wichtiger. Auch für die Cybersecurity-Unternehmen wie Fortinet ist die Sicherstellung des Schutzes vor Datenverlust o. Ä. von entscheidender Bedeutung, da neben dem Vertrauen der Kunden auch das öffentliche Standing im Vordergrund steht.

Dass die Kunden dem Unternehmen vertrauen müssen, ist relativ ersichtlich. So geben sie diesen Bereich an Firmen wie Fortinet ab, damit ihre teils sehr sensiblen Daten entsprechend geschützt werden und sie sich darüber keine Sorgen machen müssen. Ist dies nicht der Fall und es kommt dennoch zu einem erfolgreichen Angriff, herrscht viel Unzufriedenheit seitens der Kunden. Aber auch die Wahrnehmung nach außen spielt eine wichtige Rolle aus Sicht der Anbieter. Denn sollte es bspw. vermehrt zu erfolgreichen Angriffen kommen und die gesamte Infrastruktur kann nicht rechtzeitig auf neue, vielleicht aggressivere Methoden eingestellt werden, droht zwar im ersten Moment ein Kundenverlust, aber auch die Akquise neuer Kunden würde sich schwieriger gestalten.  

Um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen und aufrechterhalten zu können, setzt Fortinet auf Transparenz, Offenheit und eine hohe Qualität der Produkte. Die Produkte werden regelmäßigen Sicherheits- und Qualitätsprüfungen unterzogen, um sicherzustellen, dass sie den höchsten Standards entsprechen und die Kunden optimal geschützt sind. Sollte bei dieser Prüfung ein Fehler entdeckt werden, wird dieser versucht, schnellstmöglich zu beheben, bevor die falschen Personen die Sicherheitslücke entdecken. Ebenso legt Fortinet äußerst viel Wert auf eine gute Kundenbetreuung und hochwertigen Support, der neben den Produkten selbst ebenso für wiederkehrende Einnahmen sorgt.

Wir ordnen die Eintrittswahrscheinlichkeit auf niedrig-mittel ein. Sicherheitslücken und Fehler in den Systemen können jederzeit auftreten und sind keinesfalls auszuschließen. Mit seiner Innovationskraft sowie der Fähigkeit, schnell entsprechend auf solche Vorfälle reagieren zu können, senkt der Konzern unserer Meinung nach das Risiko stark ab. Die Auswirkungen sind jedoch auf mittel-hoch einzuordnen, je nachdem wie das Ausmaß ist und wie es Fortinet gelingt, den Fehler schnell zu beheben. Keine Frage, schon einmalige Vorfälle können das Geschäft sehr schädigen und auch durchaus hohe Auswirkungen haben und gerade deshalb ist es so wichtig, den Schutz auf diesem Niveau weiterzuführen. 

Eigenschaften der Branche (2)

Eintrittswahrscheinlichkeit: niedrig-mittel
Auswirkungen: mittel

Wie im Verlauf bereits erwähnt, gibt es unserer Ansicht nach einige Eigenschaften der Branche, die sich negativ auf das Geschäft von Fortinet auswirken können. So ist bekannt, dass die Angriffsmethoden immer unvorhersehbarer und auch aggressiver sowie gefährlicher werden und Unternehmen damit immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Um sich vor diesen Gefahren schützen zu können ist es sehr entscheidend, eine hohe Anpassungsfähigkeit zu haben, um die Systeme schnell auf solche Änderungen auslegen zu können. Technologien und Sicherheitsbedrohungen entwickeln sich ständig weiter und Unternehmen müssen auf diese Veränderungen reagieren können, um am Ende wettbewerbsfähig zu bleiben. Sollte es Fortinet nicht gelingen, schnell genug auf diese Veränderungen zu reagieren oder neue Technologien zu entwickeln, kann dies dazu führen, dass das Unternehmen Marktanteile verliert und Wettbewerbsnachteile hat.

Ebenso darf man die allgemeine Konkurrenzsituation keinesfalls unterschätzen. Gerade etablierte Unternehmen können neue Systeme vorstellen, mit deren Leistung Fortinet nicht schritthalten kann. Der Konzern ist immer wieder auf leistungssteigernde Produkte angewiesen, die von Investoren und Kunden zu jeder Zeit erwartet werden. Dies erzeugt einen nicht gerade niedrigen Druck auf Fortinet, dem man dauerhaft ausgesetzt ist.

Um dieses Risiko zu minimieren, muss Fortinet logischerweise weiterhin ständig innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Es ist auch wichtig, ein starkes Marketing- und Vertriebsnetzwerk aufzubauen, um Kunden zu gewinnen und zu halten, sowie allgemein gute Partnerschaften einzugehen. Diesen Punkt sehen wir bei Fortinet zwar gegeben, aber auch durch externe negative Einflüsse können diese beeinträchtigt werden. Durch ein stabiles und robustes Netzwerk kann man in der Lage sein, entsprechend besser auf die angesprochenen Punkte einzugehen.

Wir ordnen die Eintrittswahrscheinlichkeit auf niedrig-mittel ein. Es ist unserer Annahme nach weniger wahrscheinlich, dass die angesprochenen Punkte einen negativen Effekt auf das Geschäft von Fortinet haben werden, einfach weil man in der Vergangenheit und auch zum aktuellen Zeitpunkt jeden dieser Punkte erfüllen kann. Dennoch sind die Auswirkungen mit mittel nicht zu vernachlässigen und zu unterschätzen.

5. Unsere Bewertung 

Eigenkapitalkosten

Beginnen wir wie immer bei der Ermittlung der kalkulierten Eigenkapitalkosten:

Unsere Werte für Fortinet sind hier wie folgt:

Risikoloser Basiszins: 3,75 %

Risikoprämie: 5,85 %

Marktrendite: 7,00 %

Beta: 1,80

Diese ergeben insgesamt Eigenkapitalkosten von 9,60 %, welche wir, durch das erwartete Wachstum, aufgrund der aktuellen Marktlage durchaus für gerechtfertigt halten.

Bilanzanalyse

Die gesamte, von Fortinet ausgewiesene, Bilanzsumme beträgt für das Geschäftsjahr 2022 etwa 6,23 Mrd. USD und hat sich damit um ca. 308,90 Mio. USD verlängert. In der folgenden Tabelle wollen wir detaillierter auf die Struktur der Bilanz eingehen.

Kategorie Begründung
Entwicklung des Umlaufvermögens
Die Zahlungsmittelbestände sind um etwa 363,80 Mio. USD auf ca. 1,68 Mrd. USD gewachsen. Auch die offenen Forderungen sind um knapp 454,00 Mio. USD auf ca. 1,26 Mrd. USD gestiegen. Im Gegensatz dazu sind die kurzfristigen Investitionen um ca. 691,40 Mio. USD gefallen und betragen damit nun ca. 502,60 Mio. USD. Das Inventar konnte wiederum um etwa 88,80 Mio. USD auf knapp 264,60 Mio. USD gesteigert werden. Zusammenfassend ist das Umlaufvermögen damit, um etwa 209,80 Mio. USD, auf über 3,81 Mrd. USD angewachsen.
Entwicklung des Anlagevermögens
Fortinet weist einen Goodwill von etwa 128,00 Mio. USD mit einem Wachstum von ca. 2,90 Mio. USD aus. Auch der Posten Grundstücke und Equipment konnte um ca. 210,90 Mio. USD auf etwa 898,50 Mio. USD gesteigert werden. Die langfristigen Investments dagegen sind von etwa 440,80 Mio. USD auf ca. 45,50 Mio. USD regelrecht eingebrochen. Im Gesamten, mit den übrigen Posten des Anlagevermögens, konnte dieses um ca. 99,10 Mio. USD auf knapp 2,42 Mrd. USD wachsen.
Eigen- bzw. Fremdkapitalquote und Verhältnis der kurzfristigen und langfristigen Schulden
Von Fortinet wird ein negatives Eigenkapital ausgewiesen. Dieses hat sich um etwa 1,08 Mrd. USD auf ca. -281,60 Mio. USD reduziert. Gleichzeitig ist das Fremdkapital um ca. 1,39 Mio. USD auf etwa 6,51 Mrd. USD gestiegen. Dieses verteilt sich auf etwa 3,08 Mrd. USD kurz- und ca. 3,43 Mrd. USD langfristige Verbindlichkeiten. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind im Jahresvergleich um etwa 628,60 Mio. USD gestiegen, während sich die kurzfristigen Verbindlichkeiten um ca. 760,30 Mio. USD erhöht haben.
Schulden im Verhältnis zu kurzfristigen Zahlungsmitteln und kurzfristigen Investitionen
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind bei Fortinet zum Stand des Jahresabschlusses von 2022 etwa 1,40 Mrd. USD größer als die Zahlungsmittelbestände. Zusammen mit den noch ausstehenden Zahlungen und den kurzfristigen Investitionen gleicht sich dieser Betrag mit einem Überschuss von ca. 368,80 Mio. USD komplett aus. Die kurzfristigen Investitionen von Fortinet lagen 2022 sogar unter dem Betrag, der über das Auslaufen von anderen Investments eingenommen werden konnte. Der generierte Überschuss betrug dabei etwa 763,90 Mio. USD.
Schulden im Verhältnis zum EBIT des letzten Geschäftsjahres
Das EBIT von Fortinet betrug 2022 etwa 965,20 Mio. USD. Die kurzfristigen Schulden belaufen sich damit auf das ca. 3,19-fachen dessen. Die gesamten Verpflichtungen im Verhältnis zum EBIT weisen dagegen einen Faktor von 6,74 auf.
Fazit
Die Bilanz von Fortinet macht einen gemischten Eindruck. Gewinn, Margen und Umsatz geben ein gutes Bild ab. Das Eigenkapital ist aber trotz einer Bilanzverlängerung stark rückläufig und aktuell sogar im negativen Bereich.

Bewertungsszenarien und -modelle

Optimistisches Szenario

Für die Jahre 2023 bis 2025 rechnen wir mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von ca. 20,52 % p. a. Anschließend soll sich dieses von 17,00 % im Jahr 2026 langsam so abflachen, dass im Jahr 2032 5,00 % und in der ewigen Rente (2033ff.) 2,00 % erreicht werden.

Bezüglich der Margen nehmen wir an, dass diese sich von den 21,85 % aus dem Geschäftsjahr 2022 auf bis zu 32,00 % in der ewigen Rente (2033ff.) erhöhen.

Für Fortinet kalkulieren wir optimistisch mit Rückkäufen eigener Aktien in Höhe von etwa 1,00 % p. a. Allerdings rechnen wir ohne eine direkte Ausschüttung von Gewinnen in Form von Dividenden.

Der dann ermittelte faire Wert beläuft sich auf 44,27 USD und gibt damit eine Überbewertung von etwa 38,00 % an.

Mit einem KGVe von 30 in 2032 kommen wir dann auf eine Renditeerwartung von 10,35% p. a.

Pessimistisches Szenario

Das pessimistische Szenario gestalten wir bis 2025 exakt gleich wie das optimistische. Anschließend gehen wir davon aus, dass das Umsatzwachstum 2026 schon nur 15,00 % beträgt. Für 2032 soll dieses dann noch 3,00 % sowie in der ewigen Rente (2032ff.) 1,50 % betragen.

Für die Margen nehmen wir an, dass diese sich bis in die ewige Rente (2033ff.) auf etwa 30,00 % steigern können.

Zum aktuellen Zeitpunkt errechnen wir damit einen fairen Wert von 35,07 USD und eine Überbewertung von ca. 75,00 %.

Mit einem Gewinnmultiple von 18 kommen wir dann auf eine Rendite von 1,83 % p. a.

Hier rechnen wir mit einem Rückkauf der eigenen Aktien von etwa 0,50 %. Eine Ausschüttung von Gewinnen durch Dividenden nehmen wir hier ebenfalls nicht an.

DCF-Modell

Bei der DCF-Berechnung kommen wir auf einen WACC von 9,45 % und verwenden einen Wachstumsabschlag von 2,00 %.

Für den Zeitraum 2023 bis 2025 verwenden wir hier die Umsatzzahlen der beiden DNP-Szenarien und anschließend Durchschnittswerte dieser.

Wir rechnen damit, dass die Free Cashflow Marge von den für 2023 erwarteten 33,00 % auf bis zu 40,00 % in 2028 ansteigt.

Damit kommen wir auf einen fairen Wert von 60,07 USD und eine Überbewertung von etwa 1,92 %.

Das Modell findest du hier.

Unsere Einschätzung 

Fortinet macht im Gesamten einen eher durchwachsenen Eindruck. Einerseits der bereits angesprochene Punkt des negativen Eigenkapitals und auf der anderen eine wirklich gute Entwicklung, was Gewinn, Umsatz und andere Kennzahlen angeht.

Um nach unseren Annahmen mit dem DNP-Modell eine etwa faire Bewertung zu erreichen, müsste im Schnitt ein Umsatzwachstum von 19,00 % erreicht werden. Das dann benötigte KGV, um eine Renditeerwartung von ca. 10,00 % zu erreichen, würde bei 20 liegen.

Ich (Christian) habe Fortinet nicht in meinem Depot, aber auf meiner erweiterten Watchlist.

Meine erwartete Rendite liegt hier bei etwa 8,50 bis 9,00 % p. a.

Die Investmentampel stelle ich auf Gelb, da der Punkt des sinkenden und negativen Eigenkapitals ein deutliches Risiko darstellt.

Die genaue Berechnung kann der Exceltabelle (DNP-Modell) durch einen Klick entnommen werden.

6. Technische Ansicht Fortinet

Charttechnische Trendeinordnung

Übersicht

Langfristig

Der langfristige Aufwärtstrend von Fortinet ist äußerst dynamisch, was man u. a. daran erkennen kann, dass die Korrekturphasen häufig nicht mehr den Kursbereich der vorherigen Hochs erreichen. Es ist zudem direkt erkennbar, dass die Abwärtsphase seit Dezember 2021 eine erheblich schwächere Dynamik als die vorherige Aufwärtsbewegung hat.

Mittelfristig

Während der Korrekturphase befand sich Fortinet in einem mittelfristigen Abwärtstrend, aber dieser wurde vor kurzem gebrochen und umgekehrt. Inzwischen konnte also ein neuer Aufwärtstrend etabliert werden, welcher bis zum Tief bei 45,88 USD aktiv ist.

Kurzfristig

Der kurzfristige Tages-Chart zeigt einen Aufwärtstrend, welcher mit der großen Kurslücke am 08. Februar 2023 an Stärke gewann. 

Aussicht

Da Fortinet bereits einen Boden gebildet und einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend etabliert hat, sollte die Aktie nicht erneut auf neue Tiefs abrutschen. Genau genommen sollte das maximale Ausmaß eines Rücksetzers bis in die grün markierte Unterstützungszone reichen und anschließend eine Stabilisierung erfolgen. Zwar liegen relevante Unterstützungen auch noch tiefer, aber ein Test dieser Zonen würde mit einer erheblichen Schwächung des Chartbilds einhergehen.

Wenn Fortinet den Ausbruch über die rote markierte Widerstandszone schafft, kann die Aktie das Allzeithoch anvisieren. Sobald das nachhaltig passiert, sollte eine erneute tiefere Korrektur (unter die grün markierte Zone) verhindert werden.

Technisches Wir Lieben Aktien-Rating

Im technischen Wir Lieben Aktien-Rating erzielt Fortinet insgesamt 9 von 10 Punkte. Die Aktie befindet sich aktuell auf dem Niveau einer wichtigen Volumenakkumulation und wenn der Ausbruch über die rot markierte Widerstandszone aus Abbildung 30 gelingt, dann erhält Fortinet die volle Punktzahl.

Marktsymmetrie

Die aktuelle Korrektur hat vom Ausmaß her ein typisches Ausmaß erreicht und ist somit als gesund einzuordnen. Die Marktsymmetrie spricht also gegen eine erneute Ausweitung der Abwärtsphase.

Bei der Betrachtung der Rainbow-EMAs ergibt sich ein seltenes Bild, denn der Trend von Fortinet hat sich in den letzten Jahren eher beschleunigt und nicht (wie es meistens bei Wachstumsaktien irgendwann der Fall ist) verlangsamt. Die aktuelle Abwärtsphase endete vorerst auf dem Niveau der grünen EMAs, was “ungefähr” vergleichbar mit den letzten Korrekturen ist. Vor einigen Jahren reichten die Abwärtsphasen allerdings noch bis in den gelben Bereich.

Systematisches Risiko

Das systematische Risiko von Fortinet übersteigt den Beta-Faktor vom Gesamtmarkt geringfügig, wobei dasselbe auch für Zscaler und Palo Alto gilt. Erwähnenswert ist jedoch vor allem die geringe Korrelation von Zscaler mit dem Gesamtmarkt, was im Vergleich zu Fortinet und Palo Alto besonders ist.

7. Fazit Fortinet Aktie

Allgemein

Fortinet ist ein führender Player der Cybersecurity-Branche, einem attraktiven Wachstumsmarkt. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine dynamische Umsatz- und Gewinnentwicklung, verhältnismäßig hohe Marktanteile, eine innovationsreiche Historie, einem äußerst diversifizierten Kundenstamm sowie einer stark überdurchschnittlichen Profitabilität im Vergleich zur Peer Group aus. Diese Faktoren spiegeln sich auch in unserem fundamentalen Rating wider: Mit 8 von 10 möglichen Punkten ist das Ergebnis als attraktiv zu beurteilen.

Der Markt für Cybersecurity-Lösungen wird sich aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren dynamisch entwickeln. Fortinet könnte hiervon erheblich profitieren, weshalb die Analysten weiterhin Wachstumsraten von mehr als 20,00 % pro Jahr prognostizieren.

Wie beschrieben, steht die Investmentampel auf Gelb, mit einer Renditeerwartung von 8,50 % bis 9,00 % p. a.

Aus der charttechnischen Perspektive kann Fortinet ein sehr gutes Beispiel für einen außerordentlich dynamischen Aufwärtstrend vorweisen. Die Korrekturphase ist ebenfalls angemessen und eine mittelfristige Trendumkehr ist bereits erfolgt.

Meinungen der Team-Mitglieder

Jan

Fortinet ist aus meiner Sicht eine sehr interessante Aktie, was zum einen an der Branche generell und zum anderen an dem Unternehmen selbst liegt. Neben der reinen operativen Entwicklung, der starken Marktstellung und dem voraussichtlichen Potenzial des Sektors gefällt mir auch, dass die beiden Gründer auch heute noch große Aktienpakete halten und von ihrem Unternehmen überzeugt sind. Aus der charttechnischen Perspektive möchte ich gerne einen erneuten Test der grün markierten Zone aus Abbildung 30 sehen, um dann eine Position aufzubauen.

Christian

Fortinet ist derzeit meiner Meinung nach, eine der spannendsten Cybersecurity Aktien. Gerade durch die starke Kombination von Wachstum und gleichzeitiger Profitabilität bringt das Unternehmen in eine sehr komfortable Position. Unternehmen wie bspw. Crowdstrike oder auch Zscaler wachsen zwar schneller als Fortinet, sind dahingegen aber (nach GAAP) deutlich unprofitabler. Dennoch hat auch Fortinet ein paar Schwachstellen. Die größte liegt meiner Meinung nach in der hohen Bewertung. Auch wenn das Wachstum, die Profitabilität und auch der Rückenwind aus der Branche stimmen, ist ein KGVe von immer noch über 30 sehr sportlich. Daher bleibt das Unternehmen zunächst “nur” auf meiner Watchlist. 

Adrian

Fortinet operiert in einem immer wichtiger werdenden Wachstumsmarkt. Cybersecurity sehe ich auch in Hinblick auf künstliche Intelligenz als versteckten Profiteur dieses Hypes. Der langfristige, technische Aufwärtstrend ist sehr sauber und die aktuelle Korrektur erscheint angemessen für langfristige Einstiege. Einen Rücksetzer in die Zone um die 56 USD würde ich begrüßen.

Autoren dieser Analyse  

Adrian Rogl
Adrian Rogl

Risiko entsteht dann, wenn Investoren nicht wissen, was sie tun.

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Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Informationen und Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung durch “Wir Lieben Aktien”, oder durch einen für “Wir Lieben Aktien” tätigen Autor statt. Dieser Beitrag soll eine journalistische Publikation darstellen und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Börsengeschäfte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Wer an den Finanz- und Rohstoffmärkten handelt, muss sich zunächst selbstständig mit den Risiken vertraut machen. Der Kunde handelt immer auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. “Wir Lieben Aktien” und die für uns tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Es kann zu Interessenkonflikten kommen, durch Käufe und einen darauffolgenden Profit durch eine positive Kursentwicklung von in Artikeln erwähnten Aktien. 

Mehr Infos unter: https://wir-lieben-aktien.de/haftungsausschluss/