
Kurzvorstellung
Die Weltbevölkerung wächst ununterbrochen. Erst vor etwas mehr als einem Jahr hat die Menschheit die Marke von 8 Mrd. überstiegen. Folglich steigt der globale Bedarf für Getreide und proteinreiche Lebensmittel sehr stetig an. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung können auch Hersteller von Maschinen und sonstigem Equipment profitieren, welche in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Wenngleich sich die Branche mit einer gewissen Zyklik und häufig rückläufigen Umsätzen charakterisieren lässt, können viele Unternehmen dieses Sektors langfristig eine attraktive Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen vorweisen. Bietet sich ein Investment in diesem Bereich also an?
1. Das Unternehmen John Deere
Kurzportrait der John Deere Aktie
John Deere ist nach Caterpillar und Schneider Electric anhand der Marktkapitalisierung, welche sich zum Zeitpunkt dieser Aktienanalyse auf etwas mehr als 100,00 Mrd. USD beläuft, als weltweit drittgrößter Maschinenhersteller einzuordnen. Der US-amerikanische Konzern ist u. a. für seine Traktoren und Landmaschinen bekannt, welche in landwirtschaftlichen Betrieben auf dem ganzen Globus eingesetzt werden. Doch auch Geräte und Zubehör für die Forstwirtschaft gehören zum Portfolio des in Moline beheimateten Konzerns. Die Gründung der John Deere Company lässt sich bis ins Jahr 1837 zurückverfolgen, was auf eine nachhaltige Unternehmensführung sowie ein resilientes Geschäftsmodell schließen lässt. Bereits seit mehr als 50 Jahren sind die Wertpapiere des Unternehmens an der Börse NYSE notiert. Kann John Deere seine Erfolgsgeschichte auch in der Zukunft fortsetzen? Immerhin zeigen sich die Analysten optimistisch, denn das Kursziel liegt aktuell mehr als 15,00 % oberhalb des aktuellen Kurses, sodass die Aktie im Konsens zum Kauf empfohlen wird.
Historie von John Deere
Wie im Rahmen des Kurzportraits bereits erwähnt, erfolgte die Gründung des John Deere-Konzerns in seiner heutigen Form in 1837 durch den gleichnamigen Gründer. Im Alter von 33 Jahren eröffnete dieser eine Schmiede in Illinois, USA. Viele seiner Kunden beklagten sich bei Deere über ihre Gusseisenpflüge, welche im klebrigen Boden der Gegend keine guten Ergebnisse hervorbrachten. Daraufhin entwickelte der Unternehmensgründer ein alternatives Produkt aus Stahl sowie einem gebrochenen Sägeblatt. Nur kurz darauf wurde die Herstellung von Pflügen zum Kerngeschäft des Unternehmers.
In der darauffolgenden Zeit entwickelte John Deere immer wieder neue Produkte und diversifizierte sein Geschäftsmodell. Neben Pflügen verkaufte das Unternehmen nun auch Traktoren, Mähdrescher und sonstige Erntemaschinen. Auch diese erfreuten sich bei US-amerikanischen Landwirten einer hohen Beliebtheit, sodass Deere zeitnah landesweit expandieren konnte. Doch die Erfolgsgeschichte des heutigen Weltkonzerns war auch an diesem Punkt noch lange nicht am Ende. Selbst nach dem Ableben des Gründers wurde die Produktpalette durch erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung fortlaufend erweitert und verbessert.
Heutzutage gehört die John Deere Company mit beachtlichen Marktanteilen und einer Präsenz in mehr als 100 Ländern weltweit sowie einer beachtlichen Reputation zu den mit Abstand größten Playern der Branche. Durch verschiedene Übernahmen sowie eigene Innovationen beschränkt sich das Angebot an Maschinen des Unternehmens inzwischen nicht mehr auf die Landwirtschaft, sondern erstreckt sich u. a. Über die Forstwirtschaft und Finanzdienstleistungen, doch dazu später mehr.
Geschäftsmodell von John Deere
John Deere besitzt ein umfassendes Portfolio, welches aus einer Vielzahl an Maschinen für verschiedene Anwendungsbereiche besteht. Dementsprechend kann auch das operative Geschäft des Unternehmens untergliedert und in vier Segmente geteilt werden. Der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich trägt den Namen Production & Precision Agriculture und war im letzten Fiskaljahr, welches im Oktober 2023 endete, für 44,40 % der gesamten Umsätze verantwortlich. Zu den entsprechenden Produkten gehören in erster Linie Traktoren, Mähdrescher sowie diverse Erntemaschinen, welche in den folgenden Bereichen zur Anwendung kommen:
- Mais
- Soja
- Baumwolle
- Zuckerrohr
Die Segmente an zweiter und dritter Stelle tragen die Namen „Construction and Forestry“ und „Small Agriculture & Turf“ und waren jeweils für etwas weniger als ein Viertel der Einnahmen von John Deere verantwortlich. Zum Portfolio des erstgenannten Segments gehören hauptsächlich kleine und mittelgroße Trecker, Feldhäcksler, Sichelmäher sowie Geräte für die Pflege von Golfplätzen. Innerhalb des Segments „Small Agriculture & Turf“ vertreibt John Deere u. a. folgende Maschinen: Baggerlader, Bagger, Ausrüstung für die Holzernte sowie Ausrüstung für die Straßensanierung.
Als Ergänzung zu dem Verkauf der erwähnten Maschinen bietet John Deere seinen Kunden seit vielen Jahren Finanzierungsdienstleistungen an. Denn die Kosten für die Produkte des Unternehmens befinden sich häufig im sechsstelligen Bereich, was sich nicht jeder Betrieb ohne Weiteres bzw. auf einen Schlag leisten kann. Dieser Geschäftsbereich wirkt sich nicht nur positiv auf die Diversifizierung und Kundenbindung von John Deere aus, sondern ermöglicht auch Zinseinnahmen. Zum Oktober 2023 belief sich der Umsatzanteil der Financial Services auf immerhin 7,80 %.
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