
Kurzvorstellung von Visa
Heutzutage bestehen sowohl online, als auch offline vielfältige Möglichkeiten, Transaktionen abzuwickeln. In beiden Anwendungsfällen genießen Kartenprodukte wie Kredit- und Debitkarten unter den Verbrauchern eine hohe Beliebtheit. Der entsprechende Markt von kontaktlosen Zahlungen kann zumindest in der westlichen Welt als Oligopol beschrieben werden, denn dieser wird im Wesentlichen von drei Konkurrenten beherrscht: Visa, <a href="https://wir-lieben-aktien.de/aktienanalyse/mastercard-aktie-analyse-prognose/">Mastercard</a> und American Express. Diese Unternehmen verfügen ihren hohen Marktanteilen entsprechend über einen tiefen Burggraben, einen langfristigen Aufwärtstrend im Chart und die Kurse der Aktien sind in den vergangenen Monaten beinahe auf ihr jeweiliges Allzeithoch gestiegen. Auch weist die Branche im Vergleich eine verhältnismäßig geringere Volatilität auf. Den Schätzungen der Analysten zufolge ist weiterhin mit wachsenden Umsätzen und Gewinnen zu rechnen. Infolgedessen spricht eine Vielzahl der Analysten in ihren Prognosen eine Kaufempfehlung aus mit Kurszielen über den aktuellen Niveaus. Kann Visa also weiterhin Überrenditen für seine Anleger bei entsprechenden Kaufsignalen generieren? Dem gehen wir in dieser Aktienanalyse genauer auf den Grund. Wegen der Rendite findet Visa auch immer wieder eine Erwähnung in Empfehlungen unter Aktionären und im Aktiencheck.
1. Das Unternehmen Visa
Kurzportrait Visa Aktie
Seit dem Börsengang im Jahr 2008 ist die Aktie von Visa eine einzige Erfolgsstory und konnte die Kursziele aus den Analystenschätzungen immer wieder überbieten. Während der S&P 500 seitdem um ca. 230,00 % zulegen konnte, können sich frühzeitige Investoren des Kreditkartenanbieters über mehr als 1.500,00 % Performance des Aktienkurses (ohne Dividenden) freuen, da der Wert der Aktie auf über 253 USD stieg und entsprechende News hervorbrachte. Die entsprechende Dividende in höhe der Dividendenrendite von aktuell 0,73 % ist dann noch ein kleines extra. Im letzten Quartal und Monaten hat die Aktie sich aus einer Korrektur erholt und befindet sich wieder auf dem Weg zum Allzeithoch. Die Anteilsscheine des Anbieters von Kartenprodukten gehört damit zu den renditestärksten Wertpapieren der letzten Jahre. Dies ist in Anbetracht der äußerst positiven Entwicklung der fundamentalen Kennzahlen jedoch auch nicht verwunderlich. Visa kann nicht nur ein dynamisches Umsatz- und Gewinnwachstum vorweisen, sondern besitzt auch eine saubere Bilanz und ist mit einer unglaublichen operativen Gewinnspanne i. H. v. 64,19 % so profitabel wie kaum ein anderes Unternehmen auf der Welt. Allerdings spiegelt sich dieser Umstand auch in der Bewertung anhand der gängigen Multiples: Mit einem aktuellen KGV von 30,39 bei einem Kurs von 246,88 USD ist Visa mit Sicherheit kein Schnäppchen. Dennoch liegt das durchschnittliche Kursziel aus den Schätzungen der Analysten rund 12,00 % oberhalb des aktuellen Aktienkurses mit entsprechenden Kaufempfehlungen. Sollten Anleger hier bei einem entsprechenden Kaufsignal im Kurs, bestätigt in Form vom Schlusskurs, also zuschlagen?
Historie von Visa
Im Jahr 1958 hat die Bank of America unter dem Namen BankAmericard erstmals Kreditkarten in den USA an Privatpersonen ausgegeben. Während das Geschäft zunächst unprofitabel war, konnten bereits drei Jahre später, nämlich in 1961, die ersten Gewinne verbucht werden. Im weiteren Verlauf der 60er wurde das BankAmericard Programm international lizensiert, sodass in zahlreichen Ländern wie Kanada, Frankreich oder Japan ebenfalls entsprechende Lösungen in Form von “Zahlungssystemen”, die das Bargeld ersetzen sollen, angeboten werden konnten – allerdings unter verschiedenen Namen.
Im Jahr 1970 wurde die BankAmericard schließlich ausgegliedert und fortan als eigenständiges Unternehmen namens National BankAmericard Inc. betrieben. In den darauffolgenden Jahren wurde die internationale Expansion tatkräftig vorangetrieben. So waren die Kreditkarten in 1972 bereits in 15 Ländern verfügbar. Vier Jahre später wurden sowohl das Unternehmen, als auch seine Kredit- und Debitkarten in Visa umbenannt – einen Namen, der in allen Sprachen der Welt gleich klingt.
Nachdem Visa mit seinen Karten in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich in weitere Länder expandieren konnte, wurde im Jahr 2005 die Fusion von Visa USA, Visa Canada und Visa International bekanntgegeben. Zwei Jahre später erfolgte durch die Unterstützung von Banken der Gang an die New Yorker Börse (NYSE), welcher mit einem Emissionsvolumen von fast 20,00 Mrd. USD zu den größten der Geschichte gehört. Bis zum heutigen Tag ist der Aktienkurs von Visa fast um den Faktor 17 angestiegen, wodurch der Anbieter von Produkten zur kontaktlosen Zahlung mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500,00 Mrd. USD zu einem der größten Konzerne unseres Planeten geworden ist, welcher in über 200 nationalen Einzelmärkten tätig ist.
Geschäftsmodell von Visa
Visa untergliedert seine Umsätze im Wesentlichen in drei Geschäftsbereiche. Im letzten Geschäftsjahr wurden 36,46 % der Einnahmen durch Gebühren erzielt, welche für die Nutzung des Netzwerks, also z. B. auch Prepaidkarten und Sofortzahlungen, von Visa anfallen. Das entsprechende Segment trägt den Namen Data Processing und kann somit als wichtigster Geschäftsbereich des Konzerns beschrieben werden. Nicht minder relevant sind die sogenannten Service-Umsätze, welche in 2022 immerhin für einen Umsatzanteil i. H. v. 33,74 % verantwortlich waren und durch Kundensupport erwirtschaftet werden. Des Weiteren werden Einnahmen, welche durch bargeldlose Transaktionen zwischen verschiedenen Währungsräumen generiert werden, separat ausgewiesen. Im vergangenen Geschäftsjahr belief sich der Umsatzanteil auf 24,78 %.
Die Umsatzverteilung nach Regionen gestaltet sich im Fall von Visa recht simpel: Das Unternehmen erwirtschaftet ca. 43,85 % der Einnahmen in den USA. Wenngleich die Vereinigten Staaten noch immer der größte Absatzmarkt des Anbieters von Kreditkarten sind, ist der entsprechende Umsatzanteil seit mehreren Jahren tendenziell rückläufig, da Visa erfolgreich ins Ausland expandiert. Demnach entfallen auf die internationalen Märkte seit 2017 mehr als die Hälfte der Erlöse des Unternehmens. Im Vergangenen Geschäftsjahr waren es 56,15 %.
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