Leitfaden – Technische Analyse

Der Grundsatz jeder Analyse von uns ist die Kombination aus zwei Methoden: Der technischen und der fundamentalen Analyse. Beide Ansätze haben ihre Daseinsberechtigung und können bei Investmententscheidungen helfen. Durch die Berücksichtigung beider Perspektiven stellen wir sicher, dass jede uns zugängliche Information auch wirklich verwendet wird und die Vorteile der jeweiligen Variante ausgenutzt werden.

In den Aktienanalysen findest du immer eine Trendeinordnung und eine Aussicht für die kommende Zeit. Wir stellen die ganze Thematik möglichst simpel und verständlich dar, aber dennoch ist es sinnvoll, dass du die Deutung und den Hintergrund verstehst. Schließlich sollst du zu einem eigenverantwortlichen Investor werden, der die Gründe seiner Handlungen versteht.

Trendeinordnung

Die Grundlage jeder technischen Analyse ist zunächst eine Trendeinordnung.

Richtung
Schon Charles Dow (Lexikon-Eintrag folgt) stellte fest, dass ein Trend immer eine höhere Wahrscheinlichkeit hat sich fortzusetzen, als umgekehrt zu werden. Dieses Wissen nutzen wir und ordnen die aktuelle Struktur in eine der drei Richtungen ein: aufwärts, abwärts oder neutral (seitwärts).

Zeit
Betrachtet man den Chart einer Aktie oder eines anderen Basiswerts, so kann man dies in verschiedenen zeitlichen Horizonten tun. Wir nehmen bei der Trendeinordnung deshalb eine Unterscheidung zwischen dem langfristigen, dem mittelfristigen und dem kurzfristigen Trend vor. Diese Unterteilung erfordert eine Vereinfachung der gesamten Struktur, wobei generell eher ein Ineinandergreifen der verschiedenen Zeiteinheiten zu beobachten ist. Reine pauschale Aussagen sind deshalb recht schwierig zu treffen, weshalb wir an geeigneten Stellen noch eine weitere Beschreibung zu der Trendsituation hinzufügen.
Ersterer bezieht sich auf den Monats-Chart und gibt den Trend der letzten Monate bis Jahre an. Sofern dies möglich ist betrachten wir auch sehr langfristige Strukturen, welche sich über Jahrzehnte erstrecken. Wenn wir dies tun wird es aber explizit in der Analyse genannt. Der mittelfristige Trend wird im Wochen-Chart ermittelt und erstreckt sich über einige Monate. Die kurzfristige Einordnung findet im Tages-Chart statt und umfasst einige Tage bis wenige Wochen.

Beispiel aus einer Analyse

Sofern eine klare Trendrichtung (aufwärts oder abwärts) vorliegt, kann ein klarer Kurs zur Bestätigung oder dem Bruch dieses Trends festgelegt werden. Diese Kursmarken geben wir in der Analyse mit an, damit du dir die wichtigen Level notieren kannst. Zusätzlich findest du im Terminal live die aktuelle Trendrichtung.

Hintergrund
Für uns ist es sehr wichtig, dass du aber auch nachvollziehen kannst, wie wir z.B. zu der Trendeinordnung kommen. Aus diesem Grund nun ein kleiner “Crash-Kurs” in die Trendlehre:

Ein Aufwärtstrend besteht aus immer höheren Hochs und höheren Tiefs. Dadurch entsteht immer eine Aufwärtstrendbewegung (vom Tief zum Hoch) und darauf folgt eine Korrektur (vom Hoch zum Tief), genauer gesagt eine Abwärtskorrektur. Die Trendbestätigung erfolgt immer mit der Ausbildung eines neuen Hochs und der Trendbruch, wenn das letzte Tief unterboten wird.

Beim Abwärtstrend ist das Prinzip identisch, jedoch handelt es sich hier um eine Reihe fallender Hochs und Tiefs. Die Strecke von einem Hoch zum Tief ist deshalb in Richtung des Trends – eine Abwärtstrendbewegung. Diese werden wiederum von Korrekturen (genauer: Aufwärtskorrekturen) zu einem bestimmten Teil revidiert. Sobald das letzte Trendhoch überboten wird, ist ein Trendbruch geschehen. Eine Trendbestätigung kommt dann zustande, wenn ein neues Tief ausgebildet wird.

Hier sieht man nun im 1. Bild eine Aufwärtstrendbewegung auf die eine Korrektur folgt. Das könnte z.B. im Monats-Chart sein. Schaut man sich die genauere Struktur an, dann werden die Bewegungen feiner – das würde man z.B. im Wochen- oder Tages-Chart sehen.
Die Aufwärtstrendbewegung aus dem 1. Bild setzt sich aus vielen Aufwärtstrendbewegungen und Korrekturen zusammen. Es liegt also untergeordnet ein richtiger Aufwärtstrend vor. Die Korrektur hingegen ist ein Abwärtstrend in der niedrigeren Zeiteinheit.

Hier ist im 1. Bild eine Abwärtstrendbewegung zu sehen, welche im Anschluss korrigiert wird. In der niedrigeren Zeiteinheit ist die Abwärtstrendbewegung ein eigenständiger Abwärtstrend und die Korrektur ein Aufwärtstrend.

Aus diesem Grund ist es wichtig die Trends in den verschiedenen Zeiteinheiten zu kennen – sie greifen unmittelbar ineinander. Wie bereits erwähnt ist der Trend der höheren Zeiteinheit stets der stärkere (von der Durchsetzungskraft her).

Aussicht

Neben der Trendeinordnung gibt es in unseren Analysen auch immer eine charttechnische Aussicht. Aus der Preisstruktur der Vergangenheit, dem gehandelten Volumen und weiteren Werkzeugen ermitteln wir die Zonen, welche im Chart relevant sind. Die Marktteilnehmer geben in der Regel Acht auf diese Bereiche und man kann eine Reaktion erkennen.

Wenn die Zone oberhalb des aktuellen Kurses liegt, ist es ein Widerstandsbereich. Unter dem derzeitigen Preisniveau sind Unterstützungszonen erkennbar.

Außerdem beschreiben wir im Text zur Aussicht, worauf du im weiteren Verlauf genau achten solltest.

Beispiel aus einer Analyse

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